Fachkräftemangel

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    • Maltodextrino schrieb:

      Ich sag mal so, ein Mesut Özil sagt nicht mal "Hallo", der schweigt nur und macht seinen Job.
      Bei Erdogan hat er seinen Mund aufgemacht aber das ist eine ganz andere Geschichte. Mal davon abgesehen, dass es Anssichtssache ist ob er einen guten Job macht.

      Meiner Meinung nach sollte jemand der sich für einen Job bewirbt, bereit sein so ein großes Opfer zu bringen und sich mal ne halbe Stunde Zeit nehmen um etwas einigermaßen vernünftiges zu Papier zu bringen. Er will ja schließlich auch von mir einmal im Monat sein korrektes Gehalt bekommen. Sorry aber wenn jemand das für zu viel Aufwand hält was legt er dann für eine Einstellung zur Arbeit an den Tag?
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    • Ja Boris,

      was was die Bewerbung angeht, stimme ich Dir zu (was Fussball und Erdogangeschichten angeht, sage ich nichts zu Thema, ist mir beides u.a. ziemlich Wurst).
      Natürlich kann es Dir als Arbeitgeber jeoch immer wieder passieren, dass Dir ein Top-Mitarbeiter durch die Lappen geht, weil er zwar fachlich sehr gut und angagiert ist, aber leider keine guten Bewerbungen schreiben kann, oder auch er genau weiß, was er fachlich drauf hat und Bewerbungen als lästiges Übel betrachtet, aber:

      Man hat nie eine zweite Chance für den ersten Eindruck!

      Weder bei der Jobsuche, noch bei neuen Bekanntschaften, oder sonst wo, dass muss jedem klar sein

      Und der erste Eindruck ist in der Arbeitswelt nun einmal häufig noch die Bewerbung.
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    • Jetzt mal von der anderen Seite.
      Ich suche seit März eine andere Stelle, hab ne Menge Bewerbungen geschrieben und da auch richtig Mühe reingesteckt. Sprich penibel auf Rechtschreibfehler geachtet, an den Sätzen sehr lange gefeilt, die Formatierung sehr sauber gewählt und auch etwas Farbe reingebracht.

      Lohn der Arbeit waren bis jetzt zu 100% nur Absagen. Teilweise nur 3 Arbeitsstunden nach Absenden der Bewerbung oder man meldet sich erst nach zig Wochen mit einer Absage und schreibt am gleichen Tag die Stelle neu aus. Am Telefon gibt es auch keine Auskunft, warum ich eine Absage erhalten habe.

      Das ist die andere Seite des Fachkräftemangels.
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    • Hallo zusammen,

      hatte vor einiger Zeit eine interessante Situation.

      Wir hatten im Ort einen Informationstag an dem sich Unternehmen aus dem Umkreis vorstellen können. Schüler können sich da ein Bild machen, was die Firma überhaupt herstellt und was alles geboten wird.

      Da kam ein Junge mit 15 Jahren an den Stand und hat sich über das Unternehmen informiert. Als ich Ihm den Beruf des Verfahrensmechanikers erläutern wollte hat er mich höflich unterbrochen und meinte: "Brauchen Sie mir nicht erzählen. Ich weiß was der Verfahrensmechaniker macht und das will ich unbedingt lernen. Ich möchte nichts anderes. Nur Verfahrensmechaniker"

      Er hatte bis dato bereits ein Praktikum in einer Spritzerei absolviert und war total begeistert. Er hat dort auch wirklich viel machen dürfen (wenn das alles der Wahrheit entsprach, jedenfalls hat er sich schon super ausgekannt).

      Am liebsten hätte ich Ihm sofort einen Vertrag unterschreiben lassen.

      Die Woche drauf hat war er bei uns und hat sich unser Unternehmen angeschaut. Er war sehr interessiert und hat viel gefragt. Ich habe ihm gesagt dass ich ihn gerne im Team hätte. Die Noten waren zwar nicht wirklich gut, aber so einen Jungen muss man einfach ziehen.

      Er hat um Bedenkzeit gebeten und leider einige Tage später angerufen und abgesagt. Dies jedoch auch sehr freundlich und man hat gehört dass es ihm schwer fiel bei uns abzusagen. Er hat eine Stelle in einem großen Unternehmen angenommen.

      Leider habe ich seitdem nichts mehr von Ihm gehört, aber ich bin mir sehr sicher dass er ein sehr guter Azubi ist.

      Sowas lässt immer wieder hoffen.

      Hier war keine Bewerbung im Spiel. Und manche hätten Ihn sicher allein wegen der Noten nicht mal zu einem Gespräch geladen.

      Sorry dass das ein wenig als "Geschichtsform" geschrieben ist, aber ich fand das einfach super.

      MfG

      Klabuster
    • Klabuster schrieb:

      Er hat eine Stelle in einem großen Unternehmen angenommen.
      Man kann nur hoffen, dass er dort nicht "versaut" wird, denn genau solche jungen motivierten Leute werden in den großen Unternehmen zu oft förmlich "verheizt", zumal seine nicht so guten Noten "unangebrachte Schranken bei der beruflichen Entwicklung" in solchen Unternehmen erzeugen ...
    • mal etwas nicht ganz zum Fachkräftemangel passendes (eher zum Nicht-Einstellen)
      Ein (vielleicht alle) großer Automobilhersteller beschäftigt sehr viele Unternehmensberater, bei näherem Hinsehen machen die meisten einen Sachbearbeiterjob.
      Nun stellt sich die Frage nach dem Warum?, ein Sachbearbeiter (auch mit Studium) kostet vielleicht einen Stundensatz von ca. 100,-€ (mal geschätzt) ein Unternehmensberater (in dieser Gruppe inkl. dem Gehalt des Partners) vielleicht einen Tagessatz von 1.200 bis 1.800,-€.
      Sind die doof....?
      Beim genaueren Hinsehen stellt man fest, dass die Berater im Entwicklungsetat verbucht werden, die Sachbearbeiter bei den normalen Personalkosten.
      Welche Bilanz könnten nun die Analysten und Aktionäre wohl für die bessere halten?
      Gruß
      Hans
      PS: also werdet Berater, verdient doppelt soviel Kohle als ähnlich qualifizierte, und klagt nie wieder über Stellenmangel
      (okay, ganz so einfach ist auch wieder nicht, aber so funktioniert unsere Wirtschaft, oder auch nicht)
      Gruß
      Hans
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    • Ich gehe mal davon aus, dass ich hier im Forum einer von ganz wenigen Freiberuflern bin ?( ... daher kenne ich mich mit dem Job ein bissl aus ;)

      Preform schrieb:

      Nun stellt sich die Frage nach dem Warum?, ein Sachbearbeiter (auch mit Studium) kostet vielleicht einen Stundensatz von ca. 100,-€ (mal geschätzt) ein Unternehmensberater (in dieser Gruppe inkl. dem Gehalt des Partners) vielleicht einen Tagessatz von 1.200 bis 1.800,-€.
      Diese unzähligen dort beschäftigten "Berater" (man nennt sie einfach "Externe") werden in den meisten Fällen mit Tagessätzen von ca. 800,00 € bis 1.000,00 € abgerechnet, dabei muss aber berücksichtigt werden, dass diese Leute sehr oft min. 10 Std/Tg. ackern ...
      Das Ganze hat für die OEMs einen sehr großen Vorteil:
      - sie (die Externen) zählen in der Statistik nicht zu den Mitarbeitern
      - sie bekommen bei Ausschüttungen keine Prämie(?)
      - sie können sofort bei weniger Arbeit oder Schlechtleistung rausgeschmissen werden
      - usw.
      Die meisten "Externen" sind auch über eine Beratungsfirme o. ä. in diesen Großunternehmen tätig ...
      Es ist in Wirklichkeit ein "neuzeitliches Sklaventum" hat nur Vorteile für die OEMs .. es glaubt doch wohl wirklich keiner, dass die was machen, was Nachteile bringt?!

      Preform schrieb:

      PS: also werdet Berater, verdient doppelt soviel Kohle als ähnlich qualifizierte, und klagt nie wieder über Stellenmangel
      (okay, ganz so einfach ist auch wieder nicht, aber so funktioniert unsere Wirtschaft, oder auch nicht)
      Dazu kann ich nur sagen "nicht alles ist Gold was glänzt" ... ;) Sollte jedoch jemand den Gedanken haben, bitte vorher bedenken
      - gibt's Konkurenz oder gibt's Alleinstellungsmerkmale,
      - Umsatz ist nicht Gewinn ;)
      - ist man auch in der Lage/befähigt, sich zu vermarkten, denn es wird einem "das Geld nicht ins Haus getragen" und
      - man muss auch liefern ;)

      Wenn jemand von euch dieses alles positiv bei sich bewertet, kann ich nur empfehlen: Macht euch selbstständig :thumbsup:
    • Hallo, ich bin ganz neu hier im Forum allerdings schon seit 1993 in der Branche tätig. Die Ausbildung hieß damals noch Kunststoff-Formgeber und ich habe den Bereich der Hohlkörperformung und Extrusion gewählt. Ich möchte mich auch einmal kurz dazu äußern, allerdings zu dem Ursprungsthema.


      Seit Anfang des Jahres habe ich Bewerbungen geschrieben da ich einen neuen Arbeitgeber gesucht habe. Meine Erfahrung erstreckt sich, wie schon beschrieben, auf Extrusion, Kalandrieren, Folientiefziehen und Blasformanlagen. Nebenbei natürlich auch die Qualitätssicherung, mitarbeit an SMED-Projekten und Auditierungen. Erfahrung und Qualifikationen sind jede Menge vorhanden und zu lang um alles Haarklein hier auflisten zu wollen.


      Als ich mich beworben habe, habe ich für die Erstellung meiner Bewerbungsmappe sehr viel Mühe und Zeit investiert. Jedes Anschreiben wurde extra erstellt und keine Standardtextbausteine genommen, sondern eben jedes mal sehr individuell gestaltet.


      Es waren über 60 Bewerbungen und ich habe sagen und schreibe 13 Rückantworten erhalten, daraus resultierten 5 Bewerbungsgespräche.


      Bei drei Gesprächen hatte ich das Gefühl das ich nur aus "Langeweile" eingeladen wurde. Es kamen Fragen die, wenn man sich die Bewerbung bzw. den Lebenslauf angeschaut hätte, gleich selbst beantworten hätte können. Bei einem Bewerbungsgespräch hat man mir einen Lohn angeboten wo ich darauf gewartet habe, das mein gegenüber selber das lachen anfängt, weil das so eigentlich nicht ernst gemeint gewesen sein konnte.




      Ich war am Anfang des Jahres sehr zuversichtlich was eine neue Anstellung anbelangt, ich bin ja "eigentlich" eine qualifizierte Fachkraft aber das man nicht einmal eine Rückantwort bekommt, geschweige denn überhaupt eine Eingangsbestätigung, empfand ich als sehr geringe Wertschätzung. Ich bewerbe mich ja nicht weil ich Langeweile habe...

      Ich schreibe dies, um auch einmal die andere Seite als Bewerber einmal darzustellen.
    • @1 und 21 und Borum,

      ja, dass ist die andere Seite der Medallie, leider.

      Oft ist es aber auch, dass vor allem größere Firmen Stellen offentlich ausschreiben, aber eigentlich niemanden suchen.
      Aber Stellenangebote herausgeben, so dass diese jeder sehen kann, wirkt oftmals so, als ob das Unternehmen expandiert, dass machst sich natürlich immer gut in der Wahrnemung.

      Dann gibt es noch den Fall, dass Stellen, nachdem sie intern ausgeschrieben wurden (weil es muss) und kein "passender MA gefunden wurde, extern herauskommen, aber eigentlich jemand mit Vitamin "B" schon heimlich in den Startlöchern steht.

      Dann kommen oft noch die Zweifel der AG dazu. Man braucht zwar einen MA, aber dass ist dann wieder eine Kostenstelle mehr und das möchte man auch nicht so richtig, weil wenn sich die eigenen MA richtig ins Zeug legen, es ja doch irgendwie läuft....

      Doof, aber ist so.....
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    • Borum schrieb:

      Ich war am Anfang des Jahres sehr zuversichtlich was eine neue Anstellung anbelangt, ich bin ja "eigentlich" eine qualifizierte Fachkraft aber das man nicht einmal eine Rückantwort bekommt, geschweige denn überhaupt eine Eingangsbestätigung, empfand ich als sehr geringe Wertschätzung. Ich bewerbe mich ja nicht weil ich Langeweile habe...


      Ich schreibe dies, um auch einmal die andere Seite als Bewerber einmal darzustellen.
      Also spannend ist es auf jeden Fall zu sehen, wie wenig Resonanz man bekommt. Ich habe, als ich aus der Selbstständigkeit wieder in die Festanstellung wechseln wollte rund 250 Bewerbungen geschrieben, inkl. Bewerbungsportalen und Direktkontaktierung. Nach der 100. Absage habe ich dann ein wenig die Motivation verloren, zum Glück war ich zu dieser Zeit noch im Projekt und konnte mich ablenken.

      Aber es ist wirklich so, auf ca. 2/3 der Bewerbungen gibt es keine Resonanz, weder positiv, noch negativ. Nicht mal eine Eingangsbestätigung.
      Da sieht man, dass die Personaler entweder nicht sehr kompetent sind, denn sie wissen anscheinend nicht wie man sich einem Bewerber gegenüber verhält. Oder es ist ihnen schlichtweg egal.

      Was ich sehr spannend finde, nachdem ich jetzt schon fast das ganze Jahr wieder in FA arbeite bekomme ich regelmäßig Stellenangebote und auch Direktanfragen/ Projektanfragen, was ich mir als Selbstständiger noch zeitaufwändig erarbeiten musste. Und manchmal, wie letzte Woche, bekomme ich eine Einladung oder Absage auf eine Bewerbung, die ich Ende 2017 geschrieben habe.