Fachkräftemangel

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    • Fachkräftemangel

      Hallo,
      habt Ihr auch so Probleme qualifizertes Personal zu finden?
      Wenn
      Bewerbungen kommen, dann wird teilweise nur ein kaum leserliches Bild
      von einem Lebenslauf geschickt. Kann man so etwas überhaupt als
      Bewerbung deuten? Warum macht sich niemand mehr die Mühe eine
      vernünftige Bewerbung zu schreiben? Wie handhabt Ihr so etwas? Geht Ihr
      auf private Anfragen ein in denen weder ein "Hallo" steht, geschweige
      denn ein Grund der Nachricht sondern einfach Hobbys aufgelistet sind,
      soll ich dann antworten "hey Sie sind perfekt geeignet kommen Sie
      vorbei"???


      Wo sind die Zeiten hin, in denen man sich persönlich
      vorstellt und Eigeninitiative zeigt oder überhaupt irgendein Interesse
      aufweist?
      Boris Müller
      Geschäftsführer



      Friedrich Erodierservice GmbH
      Stockstädter Straße 17
      63762 Großostheim
      Tel.: 06026/9994410
      Fax. 06026/9994412
      Email: b.mueller@mkv-friedrich.de
      web: mkv-friedrich.de
      facebook.com/Erodierservice
    • Kennen wir leider auch.

      Bei uns in der Region bekommt man, dank einess großen Freizeitparks und einem riesigen Logistikzentrums eines Online-Mode-Händlers, sogar kaum noch Helfer.

      Vor einigen Jahren konnten wir aus den Bewerbungen noch auswählen, mittlerweile gehen kaum noch Bewerbungen ein und wenn mit Lohnvorstellungen die wir nicht bedienen können...

      Irgendwelche handschriftlichen "Fresszettel", Kopie von Lebenslauf ohne Anschreiben usw. kommt auch immer wieder Mal vor.
    • vor einigen Jahren konnten wir uns vor Bewerbungen kaum retten. Auch ohne Ausschreibungen. Und heute kommt selbst vom Amt nichts. Mittlerweile ignoriere ich halbherzige Bewerbungen, da jemand der so eine "Bewerbung" schreibt sich garantiert auf der Arbeit genauso viel Mühe gibt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Boris ()

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    • Leider ist die immer mehr die Normalität im Berufsleben.
      Hierbei, so meine Meinung, liegt es an 3 Faktoren :

      - persönliche Einstellung und keine Eigeninitiative, mangelndes Interesse an sich selber
      - Schule / Berufsschule / Arbeitsämter, leben fernab des wirklichen Arbeitsmarktes, anstatt die Leute zu irgendwelchen Maßnahmen zu schicken
      wo sie Ihre Zeit nur absitzen, mal Üben, wie schreibe ich eine gute Bewerbung, worauf kommt es an, wie Kleide ich mich, wie trete ich auf
      - Arbeitgeber die über Zeitarbeitsfirmen, " billige " und leicht " kündbare " Arbeitskraft sucht, motiviert einen möglichen MA nicht unbedingt
      sich darauf zu bewerben, oder auch eine Ausbildung zu machen.
      Soziale Leistungen sind auch immer wieder ein Thema, klar, Geld ist nicht alles aber sollte passen, das drum herum sollte besser passen.

      Glaube das all diese Punkte einen maßgeblichen Anteil haben an dieser Situation.

      Grüße

      The Problem Solver
    • Die heutige Situation am Arbeitsmarkt bei den Jobs, wo die Leistung noch mit "Kopf+Muskelkraft" (Bewegung) erbracht wird, also überwiegend Fertigung/Produktion, ist in erster Linie die logische Folge aus der *abgehängten* Lohnsituation!
      "Produktionsarbeit" ist seit jahrzehnten von der Industrie und Politik als "minderwertig" betrachtet und leider auch behandelt worden. :thumbdown:
      Logische Folge: Nachwachsende Arbeitnehmer, also die Jugend, haben sich von vornherein auf Jobs konzentriert, die a) ein besseres Image haben (auch wenn's *Pfördner bei DAIMLER* ist) und b) besser bezahlt wurden ...

      Die Quittung dafür ist die heutige Situation: Hoch lebe der Mindestlohn ;) :thumbdown:
    • Ein großes Problem das ich sehe, ist die Preispolitik der großen Unternehmen. Viele Kunststoffverarbeiter sind Zulieferer, also Dienstleister. Wenn man dann nur Tier 2 oder Tier 3 ist, wird man als Unternehmen so weit gedrückt, dass man entsprechend mit niedrigem Lohn und in drei Schichten arbeiten muss. Zudem sehe ich nicht wohin sich selbst der Verfahrensmechaniker fachlich und persönlich entwickeln könnte. Gerade in kleinen Unternehmen ist da sehr schnell an der Position an der man einsteigt Ende.

      Das heißt gibt zum Teil niedriges Lohnniveau und geringe Aufstiegschancen. Die Frage ist dann, was soll einen jungen Menschen in dem Berufsbild halten, bzw. erst dazu bewegen dieses Berufsbild zu ergreifen.

      Ich bin selbst gelernter Verfahrensmechaniker und habe wirklich viel lernen dürfen, nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Aber ganz ehrlich, ich möchte mich nicht mehr in Dreischicht an die Maschine stellen und für 12/14 € den Job machen. Vielleicht habe ich auch durch meinen ehemaligen Meister den Weg ins Qualitätswesen gefunden und bin deswegen so begeistert davon, das ich nicht zurück möchte.
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    • @Styrol, grunsätzlich ist deine Situationsbeschreibung ja richtig ....

      Styrol schrieb:

      Ein großes Problem das ich sehe, ist die Preispolitik der großen Unternehmen. Viele Kunststoffverarbeiter sind Zulieferer, also Dienstleister. Wenn man dann nur Tier 2 oder Tier 3 ist, wird man als Unternehmen so weit gedrückt, dass man entsprechend mit niedrigem Lohn und in drei Schichten arbeiten muss.
      Zu einem *Geschäft* gehören mindestens immer zwei Partner, und hier hat sich der Zulieferer selbst *vom Partner zum Sklaven* machen lassen! Warum eigentlich, wenn nur auf Kosten der Mitarbeiter? Hierzu habe ich eine klare Meinung: Die Zulieferer der OEMs sind an ihrer Situation selbst Schuld, da sie allein entscheiden, auf welches Geschäft sie sich mit gerechten Löhnen(!!) einlassen oder nicht! Es gibt KMUs, die ihr Unternehmen nach *KleinAberFein*-Philosophie führen, gute Löhne zahlen können und auch lukrativ sind! Leider hat der *Größen-Virus* viele Unternehmen zur Versklavung getrieben, jedoch: *Groß kann jeder* .... ;)


      Styrol schrieb:

      Vielleicht habe ich auch durch meinen ehemaligen Meister den Weg ins Qualitätswesen gefunden und bin deswegen so begeistert davon, das ich nicht zurück möchte.
      Dann drücke mal die Daumen, dass die Spritzgiesser mit ihren Prozessen nicht besser werden, sonst wird das aufgeblähte Qualitätswesen überflüssig ;) :D
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      Behrens schrieb:

      Dann drücke mal die Daumen, dass die Spritzgiesser mit ihren Prozessen nicht besser werden, sonst wird das aufgeblähte Qualitätswesen überflüssig ;) :D
      Gleiches gilt dann wohl auch für Berater, denn wer im Spritzguss eine gute Ausbildungsstruktur hat und ein vernünftiges Wissensmanagement, der braucht keine überteuerten Dienstleister. 8)
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      Ich sehe unter anderem das Problem in der Schichtarbeit und in der Firmenpolitik in Deutschland.
      Ich habe selber über ein Jahrzehnt in Schichten gearbeitet und bin froh das ich da raus bin. Es gibt sicherlich Schichtmodelle in denen man Familie, Gesundheit und Job gut verträglich für beide Parteien unter einen Hut bekommt. Das ist aber von den meisten Firmeninhabern nicht gewollt da das einzige was zählt der maximale Profit ist. Personal ist nur ein notwendiges Übel das auch noch vernünftig bezahlt werden will. Wenn ich dann noch die unsinnige Aussage " leistungsgerechte Bezahlung" oder "Haustarif" lese werde ich alles tun, aber mit Sicherheit mich nicht in dieser Firma bewerben. Über 14 Euro würden sich einige sicherlich freuen .Geld ist nicht alles, dem stimme ich voll und ganz zu, aber eine vernünftige Bezahlung, ein respektvoller Umgang mit dem Personal und ein gesundes Betriebsklima das von beiden Seiten ausgehen muss, ist das A und O.

      Weiterhin kommt dazu das jahrelang auf Fachpersonal bewusst verzichtet wurde, und immer noch wird, um Geld zu sparen. Der Ausbildungsstand der Ausbildung ist zu gleichen Zeit stehen geblieben. Wenn ich sehe das unsere Auzubi`s zum größten Teil nur das Schäumen in der Theorie haben frage ich mich was soll ich damit anfangen. In den paar Tagen die sie in der Firma sind kann unser verantwortlicher Ausbilder nicht alles ausbilden weil das Grundwissen nicht vorhanden ist. Leider kommt dann noch das was TheProblemSolver in seinem ersten Punkt geschrieben hat dazu. Solange das gesamte Bildungssystem so veraltet bleibt werden wir es schwer haben fachlich Qualifizierte Kollegen zu finden.

      Zum Thema Leiharbeit sei nur kurz gesagt dass das Angebot von "guten" Leiharbeitern ebenfalls langsam erschöpft ist. Alles das was taugt wurde und wird früher oder später als Bediener oder Helfer eingestellt, durch die Mitarbeiter ausgebildet um dann früher oder später, je nach Eignung, außer Rüstarbeiten alles zu machen was ein Einrichter macht. In meinen Augen können die Leute die für diese Sklaventreiber arbeiten einen nur Leid tun. 11 bis 14 Tage am Stück arbeiten für ein paar Euro :cursing: .
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      paulchen schrieb:

      Weiterhin kommt dazu das jahrelang auf Fachpersonal bewusst verzichtet wurde, und immer noch wird, um Geld zu sparen. Der Ausbildungsstand der Ausbildung ist zu gleichen Zeit stehen geblieben. Wenn ich sehe das unsere Auzubi`s zum größten Teil nur das Schäumen in der Theorie haben frage ich mich was soll ich damit anfangen. In den paar Tagen die sie in der Firma sind kann unser verantwortlicher Ausbilder nicht alles ausbilden weil das Grundwissen nicht vorhanden ist. Leider kommt dann noch das was TheProblemSolver in seinem ersten Punkt geschrieben hat dazu. Solange das gesamte Bildungssystem so veraltet bleibt werden wir es schwer haben fachlich Qualifizierte Kollegen zu finden.
      - Dem kann ich nur zustimmen, vor allem, wenn das Unternehmen historische gewachsen ist ohne die Struktur und die Organisation mitwachsen zu lassen. Dann haben wir viele Einrichter (angelernte Mitarbeiter), die gerade so die Produkte fertigen können, denen allerdings eine fundierte Ausbildung fehlt. Keine Ausbildung spiegelt sich dann in der Bezahlung wieder.
      - Eine weitere Herausforderung ist die Unternehmensgröße. Wenn du ziemlich klein bist (klein aber fein, wie ich schon mal gelesen habe), dann hast du womöglich gar nicht die Kapazität um auszubilden.
      - Oder es mangelt an einem guten Ausbilder. Nur weil ein Kollega fachlich wirklich gut ist, heißt es nicht, dass er ebenso didaktisch brilliert.
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      Styrol schrieb:

      Eine weitere Herausforderung ist die Unternehmensgröße. Wenn du ziemlich klein bist (klein aber fein, wie ich schon mal gelesen habe), dann hast du womöglich gar nicht die Kapazität um auszubilden.
      Das ist so nicht richtig, ich habe meine Ausbildung in einem Betrieb mit 25 Mitarbeitern gemacht und mit Auszeichnung bestanden ... Viele kleine Handwerksbetriebe bilden super aus!!
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      Eigentlich kommt das Thema hier ja immer wieder hoch ... siehe auch

      Nachwuchsmangel bei Spritzgiessern? Ist die Ausbildung reine Zeitverschwendung? Was ist die Ausbildung wirklich wert?
      Werbung für nichtssagende Berufsbezeichnung!?

      Solange die für die Ausbildung zuständigen Institute, Kammern usw. nicht aus ihrer Wohlfühlzone herauskommen, um etwas zu ändern, wird dieses Thema Dauerbrenner bleiben ...
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      Verfahrensmechaniker ist wie viele Berufe sehr anspruchsvoll, wenn man den Job richtig macht, bzw. machen Kann/darf.

      Wie überall gehört viel Herzblut, Eigeninteresse und Neugier dazu und natürlich eine vernünftige Entlohnung. Dass man bei dem Job nicht "reich" wird, ist klar. Aber man muss in einem Vollzeitjob zumindest so viel verdienen, dass der Alltag nicht zur Sorge wird, wenn z.B. der Wagen in die Werkstatt muss, oder die Waschmaschine defekt ist.

      Das Problem ist aber leider oft, dass wenn jemand anfänglich Interesse und Neugier zeigt, alles schnell mal ausgebremst wird, weil keine Zeit da ist, um mal ne halbe Stunde an der Maschine zu stehen und den Prozess zu beobachten, weil der Kunde nach dem Kunden schon auf seine Ware wartet.

      Da wird alles so hingeklatscht, dass es gerade passt und weiter gehts.
      Mitarbeiter die auf Seminare gehen, kommen motiviert wieder in den Betrieb und denken, jetzt kanns losgehen, Hurra!
      Merken dann aber schnell, dass sie oft nicht die Möglichkeit haben, den Seminarinhalt anzuwenden, weil wieder die Zeit im Nacken drückt.

      Das Zeit/Arbeitspensum-Verhältnis driftet immer mehr auseinander und man ist gezwungen, sich auf das Nötigste zu beschränken. Ständiger Zeitdruck und das damit oft einhergehende
      "Zeit um vernünftige Arbeit"abgeben zu können und durch die tägliche Arbeit sogar noch dazuzulernen (damals hieß es, man lernt erst nach der Ausbildung!) ebbt immer mehr und mehr ab und das gro
      des Fachpersonals strandet auf einer flachen ebene des Einrichtens. Es gibt keine Höhen mehr im Job, höchstens noch Tiefen. Die Erfolgserlebnisse und/oder Highlights bleiben aus und weil man stundenlohntechnisch bei 12, 13, oder 14 Euro rumkrebst, stellt sich irgendwann die tödliche "Sch... egal"-Stimmung ein und Frust ist an der Tagesordnung. Man geht nicht zur Arbeit, man geht Robotten.
      Und dann ist es weg, das so wichtige Interesse an dem, was man täglich macht.

      Man macht sich keinen Kopf mehr was man an dem Prozess verbessern könnte, warum dies so und das anders ist, dass Selbstlernen stellt sich ein und die eigene Wissenszuwachslinie, bleibt eine gerade ohne Anstieg.
      Das Einst erlernte verflüchtigt sich teilweise, da es nicht mehr zur Anwendung kommt und so bleibt oft nur Halbwissen über.
      Mit diesem Halbwissen, hat dann die nächste Generation im Betrieb zu kämpfen, weil dies alles ist, was Ihnen noch vermittelt wird.

      Das spricht sich dann auch im Freundes.-und Bekanntenkreis herum. "Geh bloß nicht in die Industrie, alles Mist, geh studieren, wenn Du kannst"!
      Das hat unsere Regierung ja so mit dem Handwerk veranstaltet. Was wir davon haben, merken wir spätestens, wenn wir einen Handwerker benötigen (neulich hörte ich im Radio, dass in NRW in den nächsten Jahren ca. 4000! Handwerksbetriebe schließen, weil kein Nachfolger vorhanden ist, dass wir noch übel !

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von qs ()

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      qs schrieb:

      Da wird alles so hingeklatscht, dass es gerade passt und weiter gehts.
      Mitarbeiter die auf Seminare gehen, kommen motiviert wieder in den Betrieb und denken, jetzt kanns losgehen, Hurra!
      Merken dann aber schnell, dass sie oft nicht die Möglichkeit haben, den Seminarinhalt anzuwenden, weil wieder die Zeit im Nacken drückt.

      Das Zeit/Arbeitspensum-Verhältnis driftet immer mehr auseinander und man ist gezwungen, sich auf das Nötigste zu beschränken. Ständiger Zeitdruck und das damit oft einhergehende
      "Zeit um vernünftige Arbeit"abgeben zu können und durch die tägliche Arbeit sogar noch dazuzulernen (damals hieß es, man lernt erst nach der Ausbildung!) ebbt immer mehr und mehr ab und das gro
      des Fachpersonals strandet auf einer flachen ebene des Einrichtens. Es gibt keine Höhen mehr im Job, höchstens noch Tiefen. Die Erfolgserlebnisse und/oder Highlights bleiben aus und weil man stundenlohntechnisch bei 512, 13, oder 14 Euro rumkrebst, stellt sich irgendwann die tödliche "Sch... egal"-Stimmung ein und Frust ist an der Tagesordnung. Man geht nicht zur Arbeit, man geht Robotten.
      Und dann ist es weg, das so wichtige Interesse an dem, was man täglich macht.

      Man macht sich keinen Kopf mehr was man an dem Prozess verbessern könnte, warum dies so und das anders ist, dass Selbstlernen stellt sich ein und die eigene Wissenszuwachslinie, bleibt eine gerade ohne Anstieg.
      Das Einst erlernte verflüchtigt sich teilweise, da es nicht mehr zur Anwendung kommt und so bleibt oft nur Halbwissen über.
      Mit diesem Halbwissen, hat dann die nächste Generation im Betrieb zu kämpfen, weil dies alles ist, was Ihnen noch vermittelt wird.
      Das ist die traurige Wahrheit. Man will saubere und korrekte Arbeit abliefern, hat aber nicht wirklich die Möglichkeit dazu. qs trifft den Nagel auf den Kopf.

      Dazu kommt noch der ausweglose Kampf gegen die Investitionsmüdigkeit. Wir haben einige Maschinen / Werkzeuge ( Dauerläufer) die mit dem Jahreslos zu 140 bis 160 % ausgelastet sind berechnet nach der Zykluszeit des Werkzeugs als es neu war (11 Jahre). Die Maschine ist 14 Jahre alt. Gibt ne neue Maschine und ein neues Werkzeug (Vhk) hieß es Anfang 2018. Die jüngeren (Azubis) unter uns sind total begeistert. Was kommt? "Wie das kostet Geld? Gibt's nicht, gestrichen" September 2018. Das ist der traurige Alltag.
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      Die Investitionen sind und bleiben wohl stetig ein Thema.
      Zu Leidwesen meines Chefs aber auch, da ich ihm damit sicher schon auf den Geist gehe. Es hat aber doch ab und an zum Erfolg geführt. :thumbsup:
      Ich selber kümmere mich die meiste Zeit um Musterungen in der Tagschicht und bin damit auch absolut zufrieden. Gerechtes Gehalt für gute Arbeit. :thumbsup:
      Und gerade Facharbeiter die zufrieden sind, wird man so schnell nicht auf dem Stellenmarkt finden.
      In letzter Zeit mache ich Schichtvertretung - und hier fällt es wieder auf, was qs beschrieb.
      Es fehlt die Zeit um Programme zu schreiben, die auch konstant laufen oder das Wissen.
      Es werden halbherzig Programme geschrieben, Hauptsache die Möhre wirft Teile raus, die man verwenden kann. Oft mit Schwankungen von bis zu 100 bar Umschaltspritzdruck, keiner Spritzdruckbegrenzung (alles auf max) und 5 Sek. maximale Spritzzeit. Massepolsterüberwachungen werden konsequent deaktiviert, wie auch Dosierzeit und Drucküberwachungen. Teils laufen sie vollkommen ohne. :thumbdown:

      Soviel zur Motivation.

      Und um unseren Herr Behrens zu zitieren:
      "Der Fisch stinkt immer vom Kopf."
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      Ja, *der Fisch stinkt immer vom Kopf* - ist ein Naturgesetz!

      Klar, es gibt solche skandalösen Zustände wie @'qs' sie beschreibt, wir sollten aber nicht den Fehler machen, dass solche Zustände allgemein bei den Spritzgießern herrschen - es gibt auch reichlich Betriebe mit guter Führung!
      Wir sind ohnehin jetzt auch beim schon diskutierten Thema angekommen, siehe
      Lohn nach Ausbildung
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      Stop!

      Ich berichte nicht über das Unternehmen in dem ich arbeite, ich meine es allgemein auf die Arbeitswelt betrachtet.
      Wenn ich mich mit Freunden, Bekannten, ect. unterhalte ( natürlich arbeiten nicht alle in der Kunststoffindustrie),
      kristallisiert sich die von mir beschriebene Situation immer wieder heraus.

      @Behrends:
      Bei uns ist auch nicht alles gold, aber wenn ich Defizite sehe, spreche ich diese sehr wohl an, da kannst Du dir sicher sein.
      Ich bin fast seit 30 Jahren in dem Betrieb tätig, habe also einen "früher/heute Vergleich. Klar sehe ich natürlich auch bei uns Punkte, wo etwas getan werden muss, diese
      spreche ich bei der BL / GF auch an. Was man daraus macht, liegt aber nicht in meiner Hand.

      Richtigerweise schreibst Du, dass es auch Unternehmen gibt, bei denen es gut läuft. Da stimme ich Dir zu, dass ist keine Frage.
      Aber ich sehe auch, dass bei vielen die Belastung durch Mehrarbeit, vermehrten Stress und unausreichend positive Singale seitens der Führungsebenen
      häufiger alles in eine Richtung läuft, die ungesund und frustrierend ist.
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      Behrens schrieb:

      Ja, *der Fisch stinkt immer vom Kopf* - ist ein Naturgesetz!

      Ich sehe das auf der einen Seite genauso und auf der anderen Seite muss ich Widersprechen.

      Natürlich ist es Aufgabe der Führungsebene, allen voran der GF/ BL ein entsprechendes Verhalten, eine entsprechende Motivation und ein entsprechendes Doing an den Tag zu legen.
      Nur was ich schon ein paar Mal mitbekommen habe, ist dass es auch Führungskräfte gibt die fachlich geeignet sind, aber leider nicht menschlich genauso welche die menschlich tolle Führungskräfte sind aber bei denen es fachliche Lücken gibt.

      Gerade in kleineren Unternehmen werden oft mehrere Stellen von einer Person eingenommen. Da gibt es vielleicht gar keine Personalabteilung, keinen Einkauf oder keinen Vertrieb. Alles läuft über 2-3 Führungskräfte, inklusive Produktionsleitung, AV, Leitung Werkzeugbau, PPS. Die sind dann fachlich/ menschlich einfach an ihren Grenzen weil sie die "Treppe hoch gefallen" sind, können es aber finanziell nicht leisten, noch 2 Personen mehr einzustellen. Das ist eine Herausforderung, die nicht zu unterschätzen ist.

      Und ja @Behrens man sucht sich die Aufträge selber aus, nur dass manchmal die Alternative zu günstig produzieren halt gar nicht produzieren ist...