Schlieren bei POM trotz Trocknung

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    • Schlieren bei POM trotz Trocknung

      Hallo!

      Wir haben das Problem, dass wir bei dem Material POM + 3% Batch Schlieren haben. Dies sieht aus wie Feuchtigkeitsschlieren. Wir haben versucht das POM + Batch zu trocken doch die Schlieren sind geblieben. Was können wir noch tun? Liegt es eventuell daran, dass wir unsere SGM vorher mit PP spülen? Gruß MüllerTK
    • Moin,

      kannst du mal Bilder vom Fehler posten?

      "Schäumt" die Masse beim ausspritzen, oder ist der Spritzkuchen voller Blasen? Qualmt es beim dosieren aus dem Einzug (Trichter muss dafür rüber geschoben sein, sieht man dann aber auch erst wenn fast kein Material mehr drin ist)? Verwendet ihr "POM-Batch" oder "UN-Batch"?

      mfg Daniel
    • Schlieren bei POM? Normaler Weise nimmt POM so gut wie keine Feuchtigkeit auf. Daher glaube ich auch nicht, dass die Schlieren von Feuchte kommen. Ich habe da eher das Batch im Verdacht. Da POM sich mit kaum einem Material verträgt könnte natürlich das Trägermaterial des Batches der Verursacher sein. Gerne wird hier ja PP, PE oder auch SAN als "Universalträger" verwendet. Das sollte mal kontrolliert werden. Oder handelt es sich um ein Additiv-Batch? Z.B. Batch mit Silikon-Anteil zur Schmierung? Dann ist es das Silikon. Oder sind es Farbschlieren? Da kann man dann i.d.R. wenig machen außer mehr Farbe zu benutzen. Es handelt sich da dann um Kristallisationseffekte im Fertigteil, die selbst mit einem Mischkopf nicht eliminiert werden können. Sie bilden sich im Fertigteil ebenfalls in Fließrichtung aus.
      Restmaterial vom Spülen müsste man, je nach Spritzeinheitengröße, eigentlich nach 10-20 Schuss ausschließen können.
      Letzte Alternative wäre Fremdmaterial in der Mischung.
      Oder habt ihr ein "Billig-POM aus Fernost" günstig geschossen? Da kann es gelegentlich passieren, dass die Abspaltung von Formaldehyd schon bei deutlich unter 200°C vorkommt, weil es an entsprechender Stabilisierung und Entgasung bei der Herstellung mangelt.
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    • Ich schließe mich @petersj an. POM ist DAS Material, wenn es um Lager oder Rollen in Feuchträume geht. Belastbar und nimmt nahezu kein Wasser auf, womit die Funktion jederzeit gewährleistet wird.
      Sollte es Billig-POM sein, was schonmal verarbeitet wurde, müsste der Formaldehydgeruch deutlich stärker sein und es müssten kleine Poren im Bauteil sichtbar sein.

      @MuellerTK: Besteht das Fehlerbild auch ohne das Masterbatch?
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    • Hallo alle zusammen,

      Ich habe auch ein Problem mit POM, deswegen beschloss ich, hier zu schreiben. Vielleicht hat dieses Problem denselben Grund. Die Sache ist, dass neben dem Einspritzpunkt Falten gesehen werden können. Hier finden Sie ein Foto des Defekts.
      Kommt dieser Mangel von einem klassischen Fehler oder nicht?

      MfG
      Denis
      Dateien
      • Gear wheel.jpg

        (130,5 kB, 24 mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • Das ist eine Gußhaut die sich direkt beim Einspritzen bildet und dann kalt verschoben wird. Dadurch kommen die Falten dann zustande. Was man dagegen machen kann?
      Wir verlegen den Anschnitt an eine Stelle, an der man dieses Problem nicht mehr sieht oder wo eine Kante vorhanden ist an der sich diese Haut Anschnittnah verfängt.
    • Um die Rotationssymmetrie zu erhalten ist eine Verlegung des Anschnitts (der Anschnitte) in diesem Fall wohl keine Option.
      Wenn möglich die WZ-Temperatur nach oben und mit dem Spritzprofil experimentieren.
      Die Abhilfemaßnahmen die man dazu in schlauen Büchern findet, klappen nicht immer...
      PS. Schon mal alle 3 Anschnitte ausgemessen ?
    •      
    • Vielen Dank @petersj
      So gibt es keinen Weg ohne Veränderung des Teiles einen Erfolg zu erreichen? Ich meinte, dass wir das Angießsystem ändern könnten.

      @Display
      Wir versuchten, dieses Teil mit verschiedene Prozessparameter des Spritzgießen herzustellen, aber das beeinflusste den Defekt ziemlich nicht.
      Dieses Zahnrad ist nur ein Beispiel, man kann auf dem Foto die Falten gut sehen :) Unser Teil ist größer, ich hänge jetzt ein Foto an.
      Dateien
      • Unser Teil.jpeg

        (81,67 kB, 26 mal heruntergeladen, zuletzt: )

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von DenisZ ()

    • POM gast ziemlich gerne bei der Verarbeitung. Wichtig ist erst einmal, dass bei der Aufbereitung im Zylinder der *Entgasungsprozess* funktioniert!!
      Also:
      - Staudruck maximal 50 bar (spezifisch)
      - Zylindertemperaturen so einstellen, dass in der Einzugszone (3-Zonen-Schnecke) noch keine *Vollschmelze* entsteht
      - Verweilzeit im Zylinder darf möglichst nur 3 Zyklen betragen
      - Temperaturen vom Heisskanal/Düsen optimieren (wenn ich's richtig erkenne, sind es offene Torpedodüsen - halte ich für ungünstig)
      - Nicht zu schnell einspritzen - Profil von schnell auf langsam ist wichtig(!)
      - Umschalten bei *volumetrisch voll* - ist absolut wichtig!!
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    • Behrens schrieb:

      POM gast ziemlich gerne bei der Verarbeitung. Wichtig ist erst einmal, dass bei der Aufbereitung im Zylinder der *Entgasungsprozess* funktioniert!!
      Also:
      - Staudruck maximal 50 bar (spezifisch)
      - Zylindertemperaturen so einstellen, dass in der Einzugszone (3-Zonen-Schnecke) noch keine *Vollschmelze* entsteht
      - Verweilzeit im Zylinder darf möglichst nur 3 Zyklen betragen
      - Temperaturen vom Heisskanal/Düsen optimieren (wenn ich's richtig erkenne, sind es offene Torpedodüsen - halte ich für ungünstig)
      - Nicht zu schnell einspritzen - Profil von schnell auf langsam ist wichtig(!)
      - Umschalten bei *volumetrisch voll* - ist absolut wichtig!!
      Weiters wäre eine maximale Umfangsgeschwindigkeit von 0,4 m/s ideal. Dies würde bei POM auch den Verschleiß begünstigen.

      Ich persönlich habe mit Umfangsgeschwindigkeiten von 0,2 bis 0,25 m/s die besten Erfahrungen gemacht.