Vergleich Simulationssoftware

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    • Vergleich Simulationssoftware

      Hallo,
      mich würde eure Meinung zum folgenden Thema interessieren:
      Welches der beiden Simulationsprogramme liefert eurer Meinung nach die realitätsnahsten Ergebnisse?
      Bzw welches kommt am meisten an die realen Werte ran?
      Moldflow oder Cadmould ?

      Besten Dank.

      Viele Grüße
      Markus
    • Vorneweg. Eine Simulation ist nur so gut, wie die Materialdaten, die hinterlegt sind.

      Moldflow hat viele Einstellmöglichkeiten und eine sehr gute Datenbank. Der Aufwand für die Vernetzung ist jedoch relativ hoch und erfordert sehr viel Vorarbeit. Erst aus der Erfahrung heraus kann beurteilt werden, ob das Netz in allen Bereichen die notwendige Feinheit hat oder nicht. Ist das Netz sauber eingestellt und die Materialdaten sind sehr gut modeliert, ist die Abweichung zur Realität gering.

      Cadmould hat den sehr großen Vorteil, dass die Software die Netzgröße über einen cleveren Algorithmus erstellt. Eine händische Nacharbeit entfällt hierbei nahezu vollständig. Bei Sonderfällen ist es notwendig eine leichte händische Anpassung vorzunehmen, aber die reduziert den Fehler nur noch leicht. Die Datenbank bei Cadmould ist auch sehr gut. Aus den veröffentlichten Berichten von Simcon kann man auch erahnen, wo die Reise hingeht. Die Abweichung zur Realität ist mit Cadmould auch gering.

      Bei allen Simulationsprogrammen ist noch darauf hinzuweisen, dass die Kombination aus Materialschwankungen, Herstelltoleranzen und Umgebungssituationen nicht erfasst werden kann. Somit können die Ergebnisse aus einer Simulation nie als absolut betrachtet werden, sondern nur als sehr guter Richtungsgeber. 95-99% aller Folgeprobleme können mit einer Simulation erkannt werden, jedoch hängt dieser Wert stark von der Person ab, die die Simulation durchführt und interpretiert!

      Ich persönlich nutze lieber Cadmould, weil die Vorarbeit gering ist und die Rechenzeit mehr als überschaubar. Ich kann auch mehrere Simulationen gleichzeitig auf einem System laufen lassen, ohne dass sich diese gegenseitig beeinflussen. Die parallele Verarbeitung der Simulationen hängt bei Cadmould stark von der nutzbaren Anzahl von CPU-Kernen und RAM ab. Moldflow kann nur seriell arbeiten.
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    • Hallo Zusammen,

      es ist auch davon abhängig, habe ich einfache Spritzgießteile oder Einlegeteile , die sich auch noch dynamisch verformen können.Ich bin kein reiner "Simulant" da kann man in der Regel nicht alle Möglichkeiten nutzen. Ander Anbieter haben auch mitlerweile sehr komplexe Möglichkeiten.
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    • Hallo,
      wir hatten einige Jahre MoldFlow. Das war dann aber auf Dauer zu teuer. Also musste was Neues her.

      Nach einigem hin und her sind wir dann bei Moldex 3D gelandet. Nach Einarbeitung usw. sind wir mit dem Programm und Service sehr zufrieden. Vergleichbar mit MoldFlow, würde sagen ehr noch ‘nen bisschen besser.

      Informier Dich mal auf der Fakuma, da sind die ganzen Hersteller vertreten und man kann mehr oder weniger direkt vergleichen.
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    • Hallo in die Runde,

      solche Software finde ich zwar ganz nett,
      stellt aber nur immer einen optimalen Prozess des Herstellers der Software dar.
      Die Realität sieht da leider ganz anders aus.-

      Wie schon einigen sagten,

      DER BEDIENER

      Eine solche Software kann nie die wirklichen Gegebenheiten von einem Prozess darstellen.
      Bin da eher alt uns klassisch gehalten.
      Meine persönliche Meinung.

      Gruß

      The Problem Solver
    • Korrekt. Die ganzen Angaben zu Heißkanaldurchmesser, Länge, Geometrie des Artikels sind immer im Idealzustand. Für eine optimale Nutzung der Software muss man auch die Grenzen kennen.

      Bei Cadmould musste ich eine vortragende Person korrigieren. Es wurde ein fiktiver Fall gezeigt und die Frage war, füllt der Artikel mit oder ohne Freistrahl. Die Antwort der vortragenden Person war, dass es ohne Freistrahl füllt. Nur bei einen Fließgeschwindigkeit von 100m/s ist ein Freistrahl nun mal die Folge. Dieser Person war nicht bewusst, dass die Software nur laminare Strömungen rechnet und die Überprüfung auf Freistahl manuell erfolgen muss.

      Bei nem anderen Fall hatte die Simulation für einen Artikel eines unseren Kundens einen Verzug nach innen ergeben. Für die Montage war es ideal, da man so den Artikel einfacher in den Fügepartner einbringen konnte. Die Realität sah anders aus. Der relevante Werkzeugeinsatz war segmentiert, was viele Luftspalte zur Folge hatte. Diese stellen einen Wärmewiderstand dar und der Artikel verzog sich in der Realität nach außen. Somit konnte mit dem Werkzeug nichts produziert werden. Wenn man weiß, wie man in Cadmould solche Dinge simuliert, kann der Verzug nach außen auch dargestellt werden.

      Ich sehe leider öfters Artikel, die mit der alten Denkweise konstruiert wurden. Bei den weiter gesteigerten Anforderungen an die Teilequalität kommt man nicht mehr um die Simulation herum. Erst recht wenn es zum zeitkritische Werkzeuge geht und man sich so 4-5 Korrekturschleifen sparen kann.
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    • HI

      auf solche Fragen ist normalerweise keine kurze Antwort möglich.

      Aber aus meiner Erfahrung (2 Jahre Moldflow, 4 Jahre Moldex und Cadmould) mal ne Schnellzusammenfassung:

      Cadmould:
      - einfach und schnell zu erlernen
      - genialer Support
      - präzise Ergebnisse, wenn man weiß wie es geht
      - besonders gut geeignet für flächige Bauteile
      - günstig
      - Bauteile müssen nicht repariert werden
      - Zusatzmodule kann man für ne Woche oder länger zumieten
      - schnelle Rechendauer
      - einfacher Rechner mit 16GB ausreichend

      Moldflow
      - rechnet in full 3D (man kann viele Feinheiten sehr gut aufbauen)
      - komplex und präzise
      - Bauteile müssen meist erst repariert werden sonst Vernetzungsprobleme
      - --> meist Zusatzsoftware notwendig --> zusätzliche kosten
      - hat schon drei Solver in der Grundauststattung --> 3 Rechnungen parallel möglich
      - sehr guter Support wenn man beim Richtigen Supplier ist
      - mit 64GB notwendig

      Moldex3D
      - rechnet auch in Full3D
      - weitere Details wie bei Moldflow
      - nur einen Solver, bzw abhängig davon wie viele Kerne man zum Solver kauft (normal sind 4, mehrere kosten mehr)
      - Auswertung manchmal etwas komplizierter als Moldflow
      - Führend gerade bei der Berechnung von MuCell Prozessen
      - sehr präzise bei der Kühlungsberechnung
      - auch hier sind am besten Zusatzsoftware Systeme notwendig (z.B. Caddoctor)

      Sigmasoft
      - teuerstes System
      - sehr präzise Berechnungen
      - auch full 3D
      - Hat einen CAD Kern mit im System
      - am coolsten ist: man kann das gesamte Werkzeug einladen und Vernetzen
      - soweit ich weiß sind keine Bauteilreparaturen notwendig


      Auf die Frage welches System jetzt das beste ist kann man so nicht direkt eins nennen.

      Sie sollten im Betrieb erst mal checken was (Bauteilart, Materialien, Faser?) und wie oft simuliert werden soll.
      Es macht im Preis auch einen Unterschied, ob man die Software für einen Rechner oder für zwei kaufen möchte.

      Am Ende liegt es zudem noch am Benutzer. Auswerten ist auch nicht immer so einfach.
      Meine Erfahrung ist: ein Konstrukteur der gleichzeitig Simulation macht ist Zeitverschwendung.
      Er wird nie genug Zeit haben, um sich ausreichend mit dem System zu beschäftigen.

      Also wer Unterstützung beim Benchmark braucht (ist komplex) möge sich gerne bei uns melden.
      Oder es kann auch besser sein extern die Simulationen durchzuführen (z.B. bei uns. wir haben Moldex und Cadmould),
      da wir für jede Komplexität das richtige System auswählen können.

      Grüße Philipp