Werkzeugwechsel - Zeitverlust durch Öl im Werkzeug und Aufheizen

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    • Werkzeugwechsel - Zeitverlust durch Öl im Werkzeug und Aufheizen

      Hallo,

      nachdem kompletten Werkzeugwechsel vergehen in unserem Spritzguss jedes mal ca. 30min+ in denen Teile produziert werden, die jedoch nicht den geforderten Qualitätsansprüchen gerecht werden. Als Ursache dafür wurden mir folgende Faktoren genannt:
      1) bei der Wartung aufgetragenes Öl im Werkzeug tritt aus und verunreinigt die Teile
      2) das Wkz muss auf Temperatur kommen

      Ist das normal?
      Sind euch Möglichkeiten bekannt, wie diese Zeit reduziert werden kann?
      Warum muss das Wkz erst auf Temperatur kommen? Bei der Verarbeitung von Thermoplasten wird das Wkz doch gekühlt oder nicht?

      Wenn ich lese das Wkz-Wechsel in unter einer Stunde möglich sind, kann ich mir nicht vorstellen,dass diese Zeit üblich ist.

      Da unser Spritzguss im Ausland ist, ist der Austausch mit den örtlichen Kollegen darüber doch sehr schwierig.
      Deshalb wollte ich erstmal hier mich umhören.

      Danke und Grüße

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von unknown ()

    • Hallo,
      erstmal die Frage: Warum Ölt Ihr eure Werkzeuge ein? Wenn ich das so lese scheint es ja, dass diese in einem Ölbad getränkt werden. Wenn über eine halbe Stunde nach Produktionsbeginn Öl auf den Artikeln ist. Heutzutage gibt es sehr gute Korrosionsschutzsprays mit denen die Werkzeugkontur hauchdünn eingesprüht wird. Dieses ist dann max. nach 5 - 10 Zyklen weg und die Teile sind brauchbar.

      Zu Deiner zweiten Frage. Das Werkzeug muss ins thermische Gleichgewicht kommen. Egal ob Du nun ein Werkzeug mit Kaltwasser betreibst oder es Temperierst, durch die eingebrachte heiße Schmelze hast Du zu Beginn der Produktion ein Delta T welches sich nach und nach einregelt. Ist dieses geschehen, ist das thermische Gleichgewicht des Werkzeugs erreicht. Hier gibt es Studien darüber (ich glaube das SKZ hat die Studie mal geführt), dass nach 20 Zyklen das thermische Gleichgewicht erreicht ist, bzw. sich an der Qualität sich nicht mehr wesenlich etwas verändert.

      Dem entsprechend kommt es also auch ein bisschen auf Deine Zykluszeit an. Daher kann die Aussage mit 30min bei langen Zykluszeiten schon zutreffend sein.
    • Danke für deine Antwort und Erklärung!


      Soweit ich es verstanden habe, werden nach jedem Wechsel die Werkzeuge gewartet und bewegliche Teile geölt.
      Korrosionsschutzspray wird beim Abbau des Werkzeuges aufgetragen.


      Ja, die Kollegen sprachen von ca. 30 Zyklen bis zum ersten Gutteil.
      Ließe sich das Temperieren mit Vorwärmstationen verkürzen?
      Wie teuer ist sowas ca.?
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    • Bewegliche Teile geölt??? Da steigt schonmal um auf Fett. Dann kommt da auch nichts mehr auf die Artikel.

      30Zyklen hört sich jetzt erstmal OK an. Wie gesagt kommt immer auf die Zykluszeit an. Klar kann man mit Vorwärmern arbeiten. Kosten von solchen Geräten findest Du im Internet zu hauf. Ich weiß nicht wo ihr im Ausland tätig seit aber vielleicht kann man sich so ein Gerät für eine Probestellung erstmal leihen. Bringt nämlich auch nichts, wenn der restliche Rüstablauf nicht passt.
    • Hallo erstmal...... Wenn ich mir deine Frage so durchlese, hört es sich nicht so an als wenn du aus neugier fragst sondern aus Gründen um wieder irgendwo was rauszukitzeln. Zuerst mal, das Öl von dem dort geredet wurde war wahrscheinlich das normale Wartungsfett, das immer rauskommt beim aufsteigen des temperaturhaushalts des Werkzeugs. Zum zweiten, die Zeit die die Form brauch um ins Thermische Gleichgewicht zu kommen ist ungemein wichtig und nicht "reduzierbar". Eine Maschine muss die Zeit bekommen die sie brauch, welche davon abhängt um welches Material es geht und wie groß der Material durchsatz ist.
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    • Die Zeit bis zum thermischen Gleichgewicht kann reduziert werden, kostet jedoch etwas mehr, weil die Kühlkonstruktion deutlich besser werden muss und die Kühlung in den Einsätzen können nicht mehr mit Bohren oder Erodieren eingebracht werden kann. Da redet man direkt über das Vakuumlöten oder die additive Fertigung. Dabei muss aber auch wieder drauf geachtet werden, welche Qualität die Konstruktion hat. Es gibt viele Anbieter, die schicke Kühlgeometrien konstruieren jedoch haben diese eine schlechte Kühlleistung. Es gibt Konstruktionen, wo das thermische Gleichgewicht nach dem ersten Schuss erreicht wird.
    • Das *thermische Einschwingen* (wie das Erreichen der Betriebstemperatur oft genannt wird) ist davon abhängig, wie gut und damit wie wirksam der "Wärmetauscher Werkzeug" ist! @1u21hat ja schon beschrieben, wovon die Wirksamkeit abhängt. Bei Herstellung der Werkzeuge wird diesem hinsichtlich Qualität und Quantität (= Leistung) wichtigen Thema sehr oft nicht die notwendige Priorität gegeben! Ob die Werkzeuge diesbezüglich gut/schlecht sind, lässt sich auf ganz einfache Weise prüfen, indem man vom i.O.-Teil ein Wärmebild erstellt und dann beim Anfahren die Zyklen zählt, bis genau das "Serien-Wärmebild" (i.O.-Teile) erreicht wird. Das "Masterbild" sollte bei Musterung für die Serienproduktion erstellt und archiviert werden. Umso mehr Zyklen bis zur Erreichung des i.O.-Wärmebilds notwendig sind, umso schlechter ist der "Wärmetauscher Werkzeug" = schlechtes Kühlsystem (wie @1u21 beschrieben)!