Belagbildung auf der Linsenoberfläche

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    • Belagbildung auf der Linsenoberfläche

      Hallo zusammen,

      wir haben ein hartnäckiges Problem mit einer Linsenoberfläche, wo sich nach 2-3 Stunden ein Belag bildet, der sich teilweise von dem Bauteil sogar abwischen lässt.

      Dabei handelt es sich um eine Linse in einem 4 Kavitäten Werkzeug. Der Belag ist auch nach kurzer Zeit auf den Linsenstempeln zu sehen. Wir behelfen uns zur Zeit damit, das wir die Stempel (Diamantgedreht) mit Isopropanol abwischen.

      Das Material ist PC Lexan glasklar.

      Das haben wir schon versucht:

      Entstaubung und Ionisierung dess Materials.
      Verstärkte Entlüftungen angebracht.
      Chargenwechsel
      Ionisierung der Bauteile nach dem Entformen.
      Verschiedene Trockentemperaturen (130 C°) und Dauer des Materials.
      Verschiedene Werkzeugtemperaturen Im Moment fahren wir den Prozess mit gemessenen 135 C° im Werkzeug über Innenfühler.
      Auch die Luftfeuchtigkeit der Umgebung wurde schon überwacht und in Verdacht gestellt, jedoch ist der Fehler bei niedriger (20 %) sowieo hoher (50%) Luftfeuchtigkeit identisch.

      Hat hier irgendjemand noch Tipps, wie wir dieses Problem lösen könnten? ?(

      Vielen Dank und Gruß
    • Das scheinen Ausgasungen aus der Fließfront zu sein. Die Zyklen bei der Linsenfertigung sind oft sehr hoch, wodurch das Material im Zylinder hohe Verweilzeiten hat. Hierdurch kommt das Granulat zu früh in die "Schmelze" und ein Entgasen ist nicht mehr möglich.

      Gib mal Parameter
      - Zylindertemperaturen
      - Verarbeitungstemperatur ...° - ...° vom Materialhersteller
      - Zyklus
      - Max. möglicher Dosierweg der SGM
      - Ist-Dosierweg
    • Hallo Behrens, Danke schon mal für deine Antwort.

      - Zylindertemperaturen: 295-270 (ich habe jetzt mal die Temperaturen von Zone 1 auf 250C° gesenkt)
      - Verarbeitungstemperatur ...° - ...° vom Materialhersteller Zone1: 260-280, Z2:270-290, Z3:280-310, Düse270-290 C°. Massetemperatur:280-310 C°
      - Zyklus : 85 Sek
      - Max. möglicher Dosierweg der SGM 56,9 ccm
      - Ist-Dosierweg : 25 ccm + 2ccm Deko.
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    • THOR schrieb:

      Moin,

      hat ihr mal versucht die WZ-Oberfläche mit ionisierter Luft auszublasen? Vielleicht baut sich hier "Staub" oder so aus der Umgebungsluft auf ? Ist die Maschine "gekapselt"?

      mfg Daniel
      Nein die Maschine ist nicht gekapselt, aber die Halle ist recht Staubfrei. Dieses Problem tritt nur bei diesem Teil und mit diesem Material auf. (PC Lexan LS2-111H-0)
      Ausblasen während des Prozesses wurde noch nicht getestet.

      Behrens schrieb:

      Versuch mal
      - Düse 300° Zylinder 300° Richtung Einzug auf 235° fallend
      - Staudruck 50 bar (spezifisch)

      Wieviel Heizzonen (Regler) hat der Zylinder (ohne Düse und Traverse)?
      Ok, dass werde ich mal versuchen. Der erste Versuch, die Zone 1 von 280 auf 250C° zu senken, sah schon etwas vielversprechend aus.

      Der Zylinder hat 4 Zonen.
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    • Bandit600 schrieb:

      Der Zylinder hat 4 Zonen.
      Da sehe ich ein grundsätzliches Problem bei allen Spritzgussmaschinen(!!):
      Durch das Weglassen/Einsparen (sicherlich durch Unwissen der Maschinenbauer) von Regelzonen ist eine prozessnotwendige *thermische Feinabstimmung* längs des Zylinders nicht möglich!!


      Sehr viele *Schmelzprozesse* (beim Plastifizieren) kommen schon in der Einzugszone der Schnecke in die "Vollschmelze", was ein Entgasen unmöglich macht! Hinzu kommt noch, dass das Gro der Spritzgießer nicht weiß (weil sie es auch nicht lernen!!!), wie schonend plastifiziert und entgast wird. Voraussetzung ist natürlich die klassische 3-Zonen-Schnecke.


      Merke: Bei Maschinenbeschaffung (bis 200to) immer min. 6 Regelzonen, bei 200-500to 8 Regelzonen usw. für die Zylinderheizung vorgeben!
    • Hallo, das mit dem Entgasen würde ich gerne noch tiefer hinterfragen um mir ein bild über die Plastifizieriung zu machen! Faszinierend was da alles passiert. Zone 1 bis >Zone5(mehr haben wir auch nicht) Ich möchte auf jeden fall mehr erfahren! Wie muss dass Temperatur profil gewählt werden? In abhäningkeit des Materials
      ?
    • Hallo zusammen,

      ich möchte gerne nochmal eine Rückmeldung zu unserem Problem geben. Die Belagbildung ist fast vollständig verschwunden. :)
      Das Problem war wohl tatsächlich die Temperierung des Zylinders, nachdem wir die Temperaturen wieder angehoben (besonders im Einzug) begann sich wieder der Belag zu bilden.

      Vielen Dank für die Hilfe, besonders an Herrn Behrens.
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