Spritzguss-Innovationsprojekt

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    • Spritzguss-Innovationsprojekt

      Liebe Community!

      Derzeit arbeite ich im Rahmen eines Projektkurses an der WU Wien an einem Innovationsprojekt, welches zum Ziel hat neue Anwendungsbereiche für eine neuartige Spritzguss-Technologie zu erschließen.
      Deswegen poste ich hier einmal, eventuell finden sich hier neue potentielle User dieser Technologie, die bereit wären ein paar Fragen zu beantworten oder neue Anwendungsbereiche vorschlagen könnten.

      hier ein paar Hard-Facts (Use-Benefits der Technologie):
      1) Gratfreiheit wird gewährleistet
      2) bessere Oberflächenqualität, bessere haptische und optische Eigenschaften
      3) Keimfreiheit der Werkstücke
      4) besonders fordernde Materialien können verarbeitet werden (vor allem zähflüssig)

      Momentan versuchen wir gerade Personen zu finden, die im Kontakt mit der Herstellung von Pipetten in der Labor-/Medizintechnik arbeiten.
      Jedoch sind wir für jede Hilfe dankbar, die uns zu neuen Anwendungsbereichen führt.

      Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung und danke schon mal vorweg allen, die mit Informationen an unsherantreten!
    • Hallo,
      also prinzipiell handelt es sich bei dieser Technologie um eine Spritzgusstechnologie, welche sich vor allem für die Herstellung von Produkten mit hohen qualitativen Ansprüchen fokussiert.
      In diesem Fall sind laut den Entwicklern die folgenden Dinge besser umgesetzt als bei anderen Technologien:
      1. Materialien, die in der Produktion oft zu Problemen führen, können verarbeitet werden, hier sind vor allem diverse Kunstoffe und Gummi-Arten zu nennen. Hauptproblem im Umgang mit diesen Materialien ist ihre zähflüssigkeit
      2. Die Technologie ermöglicht die einstufige Herstellung von Verbundwerkstoffen in Kombination mit einer Gratfrei-Technologie, welche den Ausschuss minimiert bzw. gänzlich eliminiert.
      3. Gratfrei in diesem Zusammenhang bezieht sich auf die Trenn- und Angussflächen, dies macht eine Nachbearbeitung der Bauteile überflüssig
      4. Die Entwickler geben zudem an, dass durch diese Technologie Reinräume in Bauteilen erzeugt werden können


      Aktuell wird die Technologie zur Herstellung von Bauteilen in der Automobilbranche verwendet, kann jedoch auch durch ihre Vorzüge in anderen Branchen zum Einsatz kommen.

      Unsere Recherche hat ergeben, dass speziell im Medizinbereich Potential besteht.
      Können Sie dies bestätigen? Bzw. die Schwierigkeiten in diesem Bereich nennen?

      Ich hoffe ich konnte ihnen deine Fragen präzisiert genug beantworten, denn mehr Infos kann ich leider selbst zum jetzigen Zeitpunkt nicht geben, da wir von einer Wirtschaftsuniversität sind und uns auf den Nutzen der Technologie fokussieren, genaue technische Abläufe sind für unser Vorgehen nicht relevant.
      Danke für DeineHilfe!
    • Ich habe ein kleines Problem mit dem Verständnis, was neu an dieser Technologie sein soll.

      1. Für solche Materialien gibt es entsprechende Verteilersysteme. Viele kaufen Heißkanäle von der Stange, die für viele Kunststoffe geeignet sind. Eine spezielle Anpassung an einen speziellen Kunststoff und Artikelgeometrie ist möglich, jedoch teuer und wird somit nicht häufig gekauft. Ist aber Stand der Technik seit vielen Jahren.

      2. Die einstufige Herstellung von Verbundwerkstoffen ist auch schon Stand der Technik seit vielen Jahren. Ich habe während meiner Masterarbeit mit einem Werkzeug gearbeitet, womit Organobleche hinterspritzt wurden. Zwar nicht einstufig, da die Haftung auf kalten PA6 nicht ideal ist, sondern zweistufig mit Erwärmungsprozess innerhalb des Werkzeugs. Einstufig werden diverse Verbundwerkstoffe schon seit Jahren verarbeitet. Da zählt u.a. auch Holz dazu, was direkt einstufig verformt und hinterspritzt wird.

      3. Die Gratfreiheit ist Thema der Werkzeugkonstruktion und Herstellung, sowie Einrichtung an der Maschine und jeder gescheite Werkzeugbau und Einrichter kriegt das hin. Es gibt diverse Lösungen auf dem Markt, wie man das hinkriegt. Herausfordernd ist dies im Bereich von vielen Aussparungen an einem Artikel, wo man hochpräzise arbeiten muss. Das kriegen die sehr guten Werkzeugbauten hin und das seit vielen Jahren. Der Spritzguss ist bekannt für die wegfallende Nacharbeit.

      4. Auch nicht neu. Jedes Kunststoffteil, was noch im Werkzeug abkühlt, ist keimfrei. Es gibt keine Keime, die eine Temperatur von mehr als 200°C aushalten. Für staubfreie Teile muss die Maschine gekapselt werden. Ebenso gibt es schon seit langer Zeit Werkzeuge für die Reinraumproduktion, die entsprechende Schmierung, Keimfreiheit und Kapselung besitzen.


      Verstehe ich irgendetwas an deiner Beschreibung falsch?
    • 1u21 schrieb:

      Ich habe ein kleines Problem mit dem Verständnis, was neu an dieser Technologie sein soll.

      1. Für solche Materialien gibt es entsprechende Verteilersysteme. Viele kaufen Heißkanäle von der Stange, die für viele Kunststoffe geeignet sind. Eine spezielle Anpassung an einen speziellen Kunststoff und Artikelgeometrie ist möglich, jedoch teuer und wird somit nicht häufig gekauft. Ist aber Stand der Technik seit vielen Jahren.

      2. Die einstufige Herstellung von Verbundwerkstoffen ist auch schon Stand der Technik seit vielen Jahren. Ich habe während meiner Masterarbeit mit einem Werkzeug gearbeitet, womit Organobleche hinterspritzt wurden. Zwar nicht einstufig, da die Haftung auf kalten PA6 nicht ideal ist, sondern zweistufig mit Erwärmungsprozess innerhalb des Werkzeugs. Einstufig werden diverse Verbundwerkstoffe schon seit Jahren verarbeitet. Da zählt u.a. auch Holz dazu, was direkt einstufig verformt und hinterspritzt wird.

      3. Die Gratfreiheit ist Thema der Werkzeugkonstruktion und Herstellung, sowie Einrichtung an der Maschine und jeder gescheite Werkzeugbau und Einrichter kriegt das hin. Es gibt diverse Lösungen auf dem Markt, wie man das hinkriegt. Herausfordernd ist dies im Bereich von vielen Aussparungen an einem Artikel, wo man hochpräzise arbeiten muss. Das kriegen die sehr guten Werkzeugbauten hin und das seit vielen Jahren. Der Spritzguss ist bekannt für die wegfallende Nacharbeit.

      4. Auch nicht neu. Jedes Kunststoffteil, was noch im Werkzeug abkühlt, ist keimfrei. Es gibt keine Keime, die eine Temperatur von mehr als 200°C aushalten. Für staubfreie Teile muss die Maschine gekapselt werden. Ebenso gibt es schon seit langer Zeit Werkzeuge für die Reinraumproduktion, die entsprechende Schmierung, Keimfreiheit und Kapselung besitzen.


      Verstehe ich irgendetwas an deiner Beschreibung falsch?
      Unsere Recherchen bestätigen genau das was du schreibst! Danke für diese Auskünfte, sie sind zwar nicht das Ergebnis was wir uns erhoffen, zeigen aber dass die Technologie nicht so revolutionär ist, wie sie angepriesen wird. Kennst du diesbezüglich vielleicht Firmen, die genau auf diese Punkte spezialisiert sind?
    • Behrens schrieb:

      danielschreiber schrieb:

      neue Anwendungsbereiche für eine neuartige Spritzguss-Technologie zu erschließen.
      Was ist das für eine *neuartige Spritzguss-Technologie*?
      Ausserdem habt ihr in Linz ein tolles KunststoffCluster, da wird dir bestimmt geholfen :thumbsup:
      Das Kunststoff Cluster haben wir bereits kontaktiert, dieses ist jedoch nicht sonderlich kooperativ und will eigentlich nichts mit unserem Projekt zu tun haben.
      Aber danke für die Info!
    • Für die verschiedenen Technologien gibt es sehr viele Firmen.

      Bei den Heißkanalherstellern muss man schon zu den Premium-Herstellern gehen. Die stellen neben den Standard-Heißkanälen auch die angepassten Heißkanäle her. Da wird in den Verteilerbalken die angepasste Verteilergeometrie eingefräst und die Teile werden dann verlötet. Da gibt es keinerlei Totzonen mehr und selbst krumme Durchmesser sind kein Problem.

      Bezüglich der Verbundmaterialien gibt es auch sehr viele Werkzeugbauten, die das können.

      Ich muss mich @Behrens anschließen. Mit der Beschreibung eures Projektes outet ihr euch als komplette Anfänger, die einem irgendwas verkaufen wollen und selber nichts darüber wissen. Dies ist möglicherweise ein Grund, warum das Kunststoff Cluster nicht mit euch kooperieren will. Für mich wäre das ein Grund.