Werkzeugkonstrukteur durch Eigenstudium?

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    • Werkzeugkonstrukteur durch Eigenstudium?

      Hallo Zusammen,

      Ich bin ein gelernter Werkzeugmechaniker (Formentechnik) und habe letztes Jahr meine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker (Maschinentechnik) abgeschlossen. Zur Zeit arbeite ich in einen Betrieb in den es hauptsächlich um die Stanztechnik geht. Da will ich aber nicht für immer bleiben da ich zurück in die Formtechnik möchte. Ich nutze meine Stelle (Konstrukteur für Werkzeugänderungen) gerade um meine Fähigkeiten mit SolidWorks zu festigen um später in einen anderen Betrieb als Konstrukteur für Spritzgießwerkzeuge zu arbeiten.

      Aber um mich später gut zu verkaufen und auch gut Geld zu verdienen muss ich mir erstmal Fähigkeiten aneignen.
      Jetzt habe ich im Internet ein Seminar für eine Weiterbildung entdeckt der sich sehr interessant anhört.
      Da mir das Geld für das Seminar fehlt, möchte ich mir das Wissen bzw. Lehrnstoff ausarbeiten und vertiefen.

      Was meint Ihr ist das möglich?

      Jetzt bin ich gerade am Punkt Orientierung bei der Kunststofftechnik.
      Da da jemand etwas Lehrnstoff für mich ?

      Danke im voraus!
      Dateien
    • Guten Morgen,

      also ich würde Dir empfehlen etwas Lektüre vorerst zum Eigenstudium zu lesen.
      Egal was Du machst, Du wirst von heute auf morgen kein Superkontsrukteur, auch nicht durch ein "Wunderseminar" was Dir das verspricht.

      Wenn ich mir den Markt so anschaue, werden jedoch händeringend Konstrukteure für den Werkzeugbau gesucht.
      Ich persönlich vertrete immer noch die ehrliche Version.
      Such Dir eine Firma raus, leg die Karten auf den Tisch und sag was Du vorhast, vielleicht bekommst Du auch Unterstützung.
      Die Firmen werden auch wissen, dass wenn Du keinerlei Referenzen hast, Du kein Profi bist und die Erfahrung kommt nun einmal mit der Zeit die Du konstruierst.

      Und Bücher sollten vorweg erschwinglich sein und lassen sich (obwohl ich mir da nicht ganz sicher bin) steuerlich absetzen.
      Als Empfehlung:

      • Werkzeugbau in der Kunststoffverarbeitung von Prof. G. Mennig, ISBN: 978-3-446-40778-7


      Hat zwar nicht ganz so viel mit Konstruktion zutun, ist jedoch eine sinnvolle Übersicht.

      • 1000 Konstruktionsbeispiele für den Werkzeug- und Formenbau beim Spritzgießen, Heinrich Krahn, Dieter Eh, Harald Vogel, ISBN: 978-3-446-41243-9


      Gibt sehr viele Beispiele was die Konstruktion so beinhaltet.

      Auch als Quereinsteiger benötigst Du eine gewisse Anlaufzeit, auch ein Praktika bei einer Werkzeugbaufirma mit Konstruktion ist manchmal ganz hilfreich.
      Hoffe konnte Dir etwas weiter helfen.

      mfg Otl. E.
    • Ich bin selbst "Quereinsteiger", hab mich nach 28 Jahren "Extrusion" entschieden auf "Spritzguss", Schwerpunkt Werkzeug-Konstruktion umzusteigen.
      Hab mir das meiste Wissen im Eigenstudium (Google sei Dank, oder in meiner Einarbeitungsphase durch gezieltes Fragen und analysieren von Problemstellungen, selbst bei gebracht (*thx an meinen Kollegen).

      Ungeachtet dessen, setzt es ein gewisses Maß an technischen, physikalischen und mathematischen Verständniss vorraus, sich mit der Konstruktion von Spritzgusswerkzeugen auseinander zu setzen.

      PS: Die Seminare von DIF kann ich nur empfehlen, wobei ich das o.g. selbst nicht wahrgenommen habe.
    • Wenn man aktuell Konstruekteure sucht, steht man vor mehreren Problemen.

      Aktuell ist die Lage auf dem Markt sehr schwer, denn diejenigen die bereits als Konstruktrukteur auf dem Gebiet etabliert und tätig sind wollen nicht unbedingt wechseln (der Markt brummt und eine vernünftige Arbeitskraft wird wertgeschätzt). Diese könnte man aber zeitnah produktiv einsetzen.

      Die Quer- oder Neueinsteiger wiederrum sind in der Anfangsphase sehr Betreungsintensiv über eine nicht unerhebliche Zeit.
      Das bedeutet in einer Zeit, in der keiner wirklich über Arbeitsmangel klagt über eine Zeit von min. einem Jahr wenigere produktive Stunden,
      trotz mehr Mitarbeitern.

      Bei Quereinsteigern, die aus der Metallbranche kommen und in Fertigungsverfahren & Toleranzen fit sind hätte ich keinerlei Bauweh, sie an die Spritzgussmaterie heranzuführen. Hinzu kommen natürlich noch Punkte wie CAD / ERP / PLM / ... in denen Umsteiger meistens nicht sofort einsatzfähig sind.
      Und kommt mir jetzt nicht mit "einfach auf eine Schulung schicken", denn jede Softwarelösung, sogar jede konstruktive Vorgehensweise ist mittlerweile sehr kundenspezifisch angepasst, weswegen nur sehr allgemeine Schulungen von Dienstleistern / Supportpartnern geboten werden.

      Meistens bringen die Quereinsteiger aber ein anderes Problem mit sich und das ist die Gehaltsvorstellung.
      Natürlich waren sie schon einige Jahre auf einem anderen Gebiet beruflich unterwegs und haben sich da fachlich wie auch verdiensttechnisch
      etabliert. Sie sind verheiratet, haben Kinder und evtl. ein Eigenheim, welches abbezahlt werden muss.

      Und genau hier wird es schwer. Man kann ihnen meistens nicht finanziell nicht so entgegenkommen, wie sie es erwarten, denn es muss auch finanziell Entwicklungsspielraum vorhanden bleiben. Der Mitarbeiter wird sich (hoffentlich..) fachlich entwickeln und wenn gewisse Entwicklungsmeilensteine erreicht sind, gibt es auch mehr Geld (Entwicklungsplan der die Einarbeitungszeit fachlich strukturiert und Erfolge messbar macht).

      Diesen Kompromiß des geringeren Einstiegsgehalts können und wollen viele nicht eingehen und ich verstehe ihr Grundproblem ja auch.
      Die Punkte in Summe machen den Markt aktuell echt nicht einfach.