Traversen Temperatur

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    • Traversen Temperatur

      Hallo SpritzgussWeb,

      Ich habe eine Frage wie es in euren Firmen mit der TraversenTemperatur ausschaut.

      Wie für eine Temperatur stellt ihr ein ???



      Wir lassen in meiner Firma die Temperatur einfach immer gleich wie sie auf der Maschine schon eingestellt ist. Das Material wird nicht berücksichtig.
      So kommt es vor das bei einem Arkitel die Maschine mit einer Traversentemperatur mit 45 Grad läuft und das nächste mal mit 60 Grad.

      Gibt es da eine Vorgabe je nach Material wie die Traversentemperatur eingestellt werden soll?


      :D
    • Wenn die SGM eine Sollwerteinstellung zulässt, dann Trocknungstemperatur.
      Wir vermeiden somit Kondenswasserbildung.
      Alte SGM kann man nur grob über Wasserdrosselung einstellen.

      Aber vorsicht!
      Manche SGM vertragen zu hohe Temps im Einzug nicht, da hier
      scheinbar andere O-Ringe und Dichtungen verwendet werden.
      Vorher in Bedien-Anleitung nachschauen.
    • Hi,

      bitte um Verbersserung/ Aufklärung wenn ich hier falsch liege.

      Kondenswasser könnte sich hier nur bilden wenn ihr ein sehr feuchtes Material hättet.

      Bei einem Material das zb. 60 Grad warm wäre mit einer restfeuchte von 1% liegt der Taupunkt bei ca. -14 Grad.
      • Also glaub ich nicht das sich hier Kondenswasser bilden könnte. Ich ging immer davon aus das die Traversentemperatur ,, lediglich '' für die Rieselfähigkeit zuständig ist. Ohne diese Einstellung würden eben die Zylindertemperaturen die Traversentemperatur hochziehen so das eventuell kein Material mehr in den Zylinder kommt.
    • Alles was an Restfeuchte und sonstiger "Entgasung" aus dem Zylinder muss, muss - wenn kein Zylinder mit Entgasung benutzt wird - hinten über den Einzug entfleuchen. Dabei kann der Feuchtigkeitsgehalt des Gases so weit ansteigen, dass der Taupunkt -14° völlig irrelevant ist. Ist der Einzug (Traverse) zudem noch deutlich gekühlt (teilweise unter 30°C), kommt es hier zur Kondensation. Die Folge ist dann. dass das Granulat an der Einzugswandung kleben bleibt, was dann wiederum zur Brückenbildung führen kann und damit den Einzug verstopft. Bei geringen Mengen von Kondensat verstopft der Einzug noch nicht. Die Feuchtigkeit wird aber wieder mit in den Prozess (Plastifizierung) gezogen und führt dann zu mehr oder weniger sporadischen Feuchtigkeitsschlieren. Bei einer Restfeuchte von 1% wird sich dann aber so viel Kondensat bilden, dass es nicht mehr in die Plastifizierung gezogen wird, sondern - wie ich es schon erlebt habe - hinten aus der Schnecke läuft. Die Fehlermeldung der Kollegen war da: "Die Kühlung ist kaputt, da läuft Wasser raus". Dass die Teile auch deutliche Zeichen von Feuchtigkeit zeigten und das Material wie Wasser aus der Düse sprotzte ist demjenigen "völlig entgangen".
      Die einzigen Produkte, die mit so einer hohen Restfeuchte eigentlich sinnvoll verarbeitet werden können oder müssen sind einige WPC und z.B. thermoplastische Stärke.
      Nun werden wieder einige sagen: "Aber PP, PE und PS werden doch gar nicht vorgetrocknet". Richtig, da sollte der Einzug dann aber doch "handwarm" sein. Und Kondensat kann sich auch bei PA mit der "Verarbeitungsfeuchte" von 0,1% bilden.
    • Sollte die Diffusionswärme von der ersten Heizzone nicht ausreichen, diesen Bereich ausreichend zu temperieren, kann man das auch mit einem Temperiergerät machen. Normaler Weise hat auch der Einzug oder die Traverse sogar eine Bohrung für einen Thermofühler (Bei Arburg ist die Bohrung mit entsprechendem Gewinde sogar Standard. Nur der Fühler nicht).
      Die Einzugstemperierung wird meistens stiefmütterlich behandelt (auch bei uns, das gebe ich zu). "Der Einzug muss kalt sein" heißt es meistens und dazu wird man auch in der Ausbildung meistens erzogen. Erst wenn es Probleme mit dem Einziehen der Produkte oder ständigen Feuchtigkeitsschlieren trotz gemessener ausreichender Trocknung gibt und sich dann mal jemand grundlegend über die möglichen Ursachen Gedanken macht oder mal den Finger in die Einzugsbuchse steckt (Nicht in die Schnecke! Das ist zu tief!) und feststellt "oh, alles nass" kommt langsam evtl. die Erleuchtung. Oft ist das aber nach dem nächsten Auftrag wieder vergessen oder die Kühlung die für PPS eingestellt war, bleibt auch bei PE dann so. "Ich habe trotzdem Einzugsschwierigkeiten, obwohl der Einzug warm ist". Äh,ja, 150°C sind für PE dann wohl ein bisschen viel, oder? "Ach so. Warum ist das dann da so warm? Dann ist die Kühlung wohl zu." :cursing: <X
      Meistens funktioniert das ja, ohne das da was eingestellt wird. Und ich hab´ es auch aufgegeben den Jungs und Mädels bei uns ins Gewissen zu reden. Kommentar: Woran sollen wir denn sonst noch alles denken? Klar für maximal 100Schußß braucht man sich wohl keine Gedanken zu machen. Es ist eben (eine) Einstellungssache.
    • Ich kann der *Zustandsbeschreibung von Spritzguss 2018 in Deutschland* von @petersj nur voll zustimmen, zeigt das doch nur, wie miserabel immer noch die Ausbildung ist .... siehe hierzu auch Nachwuchsmangel bei Spritzgiessern? Ist die Ausbildung reine Zeitverschwendung? Was ist die Ausbildung wirklich wert?

      petersj schrieb:

      Normaler Weise hat auch der Einzug oder die Traverse sogar eine Bohrung für einen Thermofühler (Bei Arburg ist die Bohrung mit entsprechendem Gewinde sogar Standard. Nur der Fühler nicht).
      Regelbare Traverse/Einzugszone ist(sollte) seit jahrzehnten bei allen Maschinenherstellern Standard sein, ich hoffe auch bei ARBURG ?(
    • Natürlich wäre sie regelbar - wenn man es mitbestellt. Ansonsten nur manuell und ohne Temperaturanzeige. Aber es ist problemlos möglich. Nur eine aktive Beheizung kann ausschließlich über ein kundenseitiges Temperiergerät erfolgen (das man aber auch bei ARBURG mitbestellen könnte).
    • petersj schrieb:

      Natürlich wäre sie regelbar - wenn man es mitbestellt. Ansonsten nur manuell und ohne Temperaturanzeige.
      Sollte es wirklich heute immer noch so sein, halte ich es für skandalös und es würde zeigen, dass es bei denen an *Spritzgusskompetenz* mangelt! Solche technischen (Grund-)Ausstattungen sind an den Spritzgussmaschinen ein MUSS!!
    • Na, Na, Na. Jetzt mal langsam.
      Wer liefert alles, ohne sich die Option zum Geldverdienen offen zu lassen? Immerhin ist das Loch zum Messen vorhanden, was bei anderen Herstellern nur Verwunderung hervorruft, weil bei denen eine Traversentemperaturmessung nicht mal gegen Aufpreis zu bekommen ist.
      Ist eben wie beim Auto: Automatik, Klima, Tempomat, Einparkhilfen el. Sitzverstellung etc. hat auch nicht jedes Fabrikat. Und bei einigen Modellen ist es selbst gegen Aufpreis nicht lieferbar. Und dann sagen die Leute das sie kein Statussymbol brauchen. Geiz ist eben geil.
    • Den Schuh bezüglich der Maschinenausstattung müssen sich die Spritzgießer anziehen. Arburg und die anderen Hersteller können nichts dafür, dass deren Kunden nicht wissen, was sie brauchen und es auch nicht formulieren können. Deswegen haben die ganzen Firmen, die unnötige Produkte für den Verarbeiter anbieten, auch Hochkonjuktur. Der Sinn dieser Produkte kann einfach nicht hinterfragt werden.

      Die meisten Spritzgießer kaufen einfach von der Stange, weil sie nicht verstehen, was am Prozess wichtig ist. Da werden 40mm Schnecken verkauft, obwohl das Schussvolumen viel zu klein für eine solche Schnecke ist. Das dürfte dir nicht neu sein @Behrens.
    • Behrens schrieb:

      aber wir sind uns doch wohl einig, dass die Traversentemperatur ein prozessrelevanter Parameter ist ....
      Ironiemodus an: Nein niemals, das wird vollkommen überbewertet! Ironiemodus aus.



      Ich kann die Erfahrungen leider nur Bestätigen. Schön ist das, wenn der Einzug an der Werkzeugkühlung hängt und, gerade im Sommer, voll aufgedreht wird. Dann bildet sich etwas Schwitzwasser am und im Einzug. Die Regelung der Einzugstemperatur gibt es auch bei Arburg schon sehr lang, aber Sie ist halt Aufpreispflichtig. So kann es immernoch passieren, dass heute ein Maschine bestellt wird, bei der die Temperatur (Durchflussmenge) von Hand eingestellt werden muss.


      Ganz toll sind auch diese langen Rohre, gerade bei 2K-Maschinen die vom Trichter zum Einzug gehen. Man arbeitet mit Kleinmengenfördergeräten und Aufsatztrocknern und dann steht das Material in diesen Rohren die weder beheizt noch isoliert sind :thumbdown: .


      Ich halte es so, das ich die Traversentemperatur ca. 20°C unter Trocknertemperatur einstelle. Bei mehr als 80°C muss dann halt ein Temperiergerät angeschlossen werden.


      mfg Daniel
    • Hallo zusammen,

      also wenn ich einen Blick auf die letzten Angebote der Fa. Arburg werfe, sind die maschinenbezogenen Kühlkreisläufe serienmäßig programmierbar geregelt.

      Daher gehe ich einfach mal davon aus, dass auch die S - Allrounder dies serienmäßig haben sollten.

      Bei der Fa. Boy z.B. ist das eine Option gegen Aufpreis.

      Schönen Tag.
    • THOR schrieb:

      So kann es immernoch passieren, dass heute ein Maschine bestellt wird, bei der die Temperatur (Durchflussmenge) von Hand eingestellt werden muss.
      Daher habe ich kein Verständnis dafür, dass Temperaturregelung kein Standard ist!!!

      Wenn die Maschinenbauer Interesse daran hätten, dass ihre Kunden/Ernährer mit ihren Prozessen möglichst wenig Probleme haben, dann würden sie diese Regelung zur Standardausstattung machen!


      Leider fehlt den Einkäufern/Bestellern der Spritzgussmaschinen zu oft das Wissen über die notwendigen "prozessrelevante Ausstattungen" einer Spritzgussmaschine.

      Ergebnis: Bei Aufpreis wird's weggelassen (nur Billig ist gut/gewinnbringend) und der Mitarbeiter an der Maschine, der für alle die "Brötchen produzieren" muss, ist der Dumme ... zudem ist genau der Mitarbeiter dann zu oft auch noch schlecht ausgebildet!


      INDUSTRIE 4.0 lässt grüßen :D :D :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Behrens ()

    • Oh, wie es schmerzt...!!!

      Ich habe monatelang an meiner Diplomarbeit geschrieben, in der es auch in diesem Themengebiet zu erheblichen Problemen kam.
      Hätte ich es früher gelesen, es hätte mir erheblich Recherche erspart...

      Da ich alles was hier steht in kleinen Stückchen erarbeitet habe, fehlt mir aber zu dem Thema trotzdem noch ein wichtiger Punkt:

      Arburg sagt, dass ihre Dichtungen nur bis Temperatur x halten (da kamen unterschiedliche Aussagen, früher 100 °C, jetzt 80°C, selbe O-Ringe).
      Wenn ich jetzt ein technisches Material verarbeite, dann möcht ich aber auf Nummer sicher gehen.
      Fahrt ihr nur die Temperatur hoch? Wechselt ihr alle Dichtungen? Gibts neue, komplette Dichtungssätze, kann man ein Spritzaggregat direkt damit ausrüsten lassen?
      --> Fakuma, Arburg- Stand, ich werd mal nachhaken. Ausser, hier hat jemand die Infos, sonst wäre es ja zum Monolog geworden :D

      THOR hat die Thematik mit dem Distanzrohr bei 2k-/ Vertikalmaschinen angesprochen, wie löst ihr das. Denn da bin ich in meiner Arbeit eine Antwort schuldig geblieben. (Habe einen praktischen Versuch gemacht, Temperiergerät an, Schlauch ums Rohr gewickelt, lief ganz gut... Aber ist mir absolut zu improvisiert...)