POM

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • POM hat einen hohen Kristallisationsgrad, somit eine hohe Schwindung.
      Man sollte versuchen möglichst viel Verarbeitungsschwindung zu erreichen, um
      eine hohe Nachschwindung zu vermeiden.
      Nachschwindung ist nicht mehr so leicht kontrollierbar.
      Hier geht es um Dimensionsbeständigkeiten von Formteilen.

      Eventuell hilft Tempern....aber auf jeden Fall muss POM seinen Kristl. Grad wieder
      erreichen, sonst könnten die Teile brechen.
    • Absaugung bei POM ist pflicht, speziell wenn das Material länger stehen sollte. Formaldehyd ist nicht gerade gesund.
      Zum anderen dürfen Angüsse nicht erneut verarbeitet werden, da sonst eine starke Bildung von Formaldehyd stattfindet, womit ein Heißkanalsystem notwendig ist. Dieses sollte so wenig Kunststoff vorhalten wie nur möglich und kein billiges System sein, damit sauber geregelt werden kann.

      Ansonsten wurde schon das wesentliche gesagt. Auf gar keinen Fall ein kaltes Werkzeug fahren, sondern so warm wie möglich, damit ein hoher Kristallgrad erreicht werden kann.
    • Das Werkezug hat keinen Heizkanal nur eine offenen Kanal zum einspritzen.Was ssgt ihr zum thma stehen lassen und verpuffung durch trichter wie lange kann man es stehen lassen ohne sich gedanken zu machen. Weil mustern geht ja nicht ohne unterbrechung.Das sind Bremsluftkanäle die teile
    • Leider halten es einige Betriebe, oft sind es Lohnfertiger, nicht für nötig auf die Gesundheit der Mitarbeiter zu schauen und eine Absaugung anzuschaffen. Da wird auch mit giftigeren Materialien als POM, z.B. PTFA ohne Absaugung gearbeitet. Die Werker ziehen Stöckchen wer an die Maschine muss, angeblich würden dort die Dämpfe allmählich das Hirn auflösen ;) die Chefs schauen gekonnt weg und reden sowas klein.
    • Zum Ersten: Die Bezeichnung "ULTRAFORM BASF SE" gibt es nicht. Aber das spielt hier aber auch keine große Rolle.

      Zum Zweiten: Die Delrin-Typen scheinen wohl unter allen POMs die "berüchtigsten" zu sein.

      Zum Dritten: Soweit ich weiß, ist der freie Formaldehydgehalt bei allen ULTRAMID-Typen mit einem Max-Wert von BASF festgelegt. Wir müssen nach der Fertigung dieses immer Prüfen und wenn der zu hoch ist, müssen wir das Produkt nachbehandeln.

      Zum Vierten: Jedes Polymer, welches über seine Grenzen hinaus erhitzt wird, zersetzt sich mit Abgabe schädlicher Zersetzungsprodukte. Deswegen sollte es möglichst an jeder Maschine, an der im oberen Grenzbereich der Verarbeitungstemperaturen gearbeitet wird, eine Absaugung nach draußen oder mit entsprechendem Filter gearbeitet werden. Meistens betrifft dieses aber nur die Spülvorgänge. Da Formaldehyd nun auch noch in der Nase und in den Augen kneift, fällt es natürlich besonders auf. Damit soll die Emission nicht verharmlost werden, aber relativiert. Trotzdem sollte wohl bei maximal 210°C absolut Schluss sein, wenn das Produkt nicht entsprechend stabilisiert wurde bei der Herstellung.

      Zum Fünften: Grundsätzlich ist eine Absaugung keine Pflicht und auch nicht zwingend erforderlich (auch nicht bei POM). Sie ist zwar sehr wünschenswert, jedoch auch konstruktiv nicht immer machbar. Daher könnte die Nutzung einer mobilen Absaugung mit Filtern sinnvoll sein. Die BGs haben in umfangreichen Untersuchungen festgestellt, dass bei bestimmungsgemäßer Handhabung der Produkte keine relevanten Emissionen an den Arbeitsplätzen auftreten. Wir haben im Rahmen umfangreicher Messungen durch den TÜV an unseren Arbeitsplätzen (Extrusion und Spritzguss) mit "Worst.Case-Szenarien" im Rahmen von Arbeitsplatzgefährdungsanalysen dieses bei uns im Haus bestätigen können. So konnte selbst beim Spülen der Maschinen - bei deutlich erhöhten Verarbeitungstemperaturen - keine AGWs (Arbeitsplatzgrenzwerte) erreicht, geschweige denn gar überschritten werden.

      Das soll natürlich nicht heißen, dass es im schlimmsten Fall nicht doch möglich wäre. Dann wurden aber bestimmt einige Grenzen überschritten.

      Nachtrag:
      Ich wusste doch, dass wir da schon mal was hatten
      T009 Sicheres Betreiben von Spritzgussmaschinen

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von petersj ()

    • Hatte selbst kürzlich das Erlebnis mit POM. Kurz erklärt: Kavität plus Anguß 8,3ccm ,Schneckendurchmesser 40, Material nicht vorgetrocknet,(aus dem Umlufttrockner direkt in den Einzug), Angefahren wurde mit 295°C . Es hat nur etwa 15 Schuß gedauert bis der Bereich um Die Maschine nicht mehr als Lebensfähig bezeichnet werden konnte. Anschliessend wurde die Halle Grossflächig geräumt und ein Einrichter hat dann mit Gasmaske die Maschine leer gespritzt. Fazit: Wäre geil wenn sich ein Designer mit einem Konstrukteur UND einem Einrichter mit Mitarbeiter plus einem Materiallieferanten an einen Tisch setzen könnten. Dazu sollte man noch die AV ziehen um dem Einkauf klar zu machen welcher Aufwand dahinter steht die richtige Maschine auszuwählen.
    • @Exercise

      8,3ccm Schussgewicht bei einer 40er Schnecke ist generell schon mal Suboptimal egal welcher Kunststoff, da man ja eine viel zu lange Verweilzeit.

      Aber wie um Himmels Willen kommt Ihr auf die Idee POM mit 295° zu fahren ;( ;(

      Ich hoffe mal das ist ein Tippfehler, ansonsten wundert es mich nicht das Ihr heulend aus der Spritzerei rennt, das wären nämlich mal rund 100° zuviel

      Wir haben auch einige Artikel die wir in POM fertigen, wir verwenden da Kocetal500 und ich muss sagen die Geruchsbelästigung tendiert gegen null. Früher hatten wir mal Delrin und Hostaform im Einsatz da wurde die Nase eher mal gereitzt
    • Temperaturangabe ist Kein Tippfehler!
      Leider wurde in Diesem Fall das vorherige Programm Von PA6.6 verwendet.
      Ich weiße an diesem Punkt darauf hin das jeder Einrichter mit dem erhalt seines Arbeitsauftrages genaue Vorgaben der zu verarbeitenten Materialien erhält ;Material;Menge;Stückzahl;Liefertermin.
      Werkzeugnummer ist ebenfalls aufgelistet sowie Maschinennummer und Werkzeugtemperierung.
      Material Hostaform?
      S2320
    • Nur mal so bemerkt:
      Wenn irgend jemand bei uns irgend wie den Begriff "POM" in Verbindung mit Spritzguss oder Extrusion sowie "Rohware" hört, klingeln bei ihm oder ihr die Alarmglocken. Grundsätzlich wird auch keine Rohware ohne klare Materialbestimmung verarbeitet - und wir haben alles mögliche auf der Palette, auch wenn es "nur mal so für Versuche" ist.
      In der Auftrags- und Produktionsplanung wird den Extruderfahrern und Spritzgießern (getrennte Abteilungen) über das Planungssystem (SAP) klipp und klar vorgegeben, welcher Parametersatz zu verwenden ist. Zusätzlich müssen die Leute quittieren, dass sie den vorgegebenen Parametersatz verwenden, Klar - das sperrt natürlich nicht die Maschine - aber zwei mal nachgefragt, plus gute Ausbildung am Arbeitsplatz - das sollte doch eine an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit zur Vermeidung von Fehlprogrammierungen ergeben. Dazu kommt im Spritzguss noch die Rückmeldung des benutzten Programmes mit Zusatz der Auftragsnummer an den Leitrechner. Also noch mal eine Bestätigung der Programmverwendung.
      Weiterhin kommt noch die "Sensorische Prüfung" der Ware durch die Nutzer hinzu. Sensorisch, in dem Sinne einer Geruchsprüfung. Das gehört bei uns zur Auftragsbearbeitung hinzu. Riecht also ein Muster bei der Entnahme aus dem Trockner oder auch bei direkter Verarbeitung (Produktionskontrolle) "unnatürlich" oder ""nicht produktspezifisch" wird das Produkt hinterfragt. Und das wird nicht hinter vorgehaltener Hand, sondern ganz offiziell und kollektiv veranstaltet.
      Gewiss kommt es gelegentlich einmal vor, dass ein falscher Parametersatz verwendet wurde, weil ggf. der Entwickler etwas Falsches, oder besser "etwas Optimistisches" im Vorgabeprotokoll eingegeben hat. Aber eine Temperaturüberschreitung von 100°C bei POM würde beim ersten Tropfen aus der Düse, bzw. dem ersten Rauchwölkchen sofort zum Abbruch und dem Spülen mit HD-PE oder PA6 führen.
    • Als Folge dieses Vofalles wurde POM aus der Produktion gestrichen und ein Alternativer Werkstoff wird ab sofort eingesetzt. Einfacherweise handelte es sich nur um ein einziges Teil das aus POM gespritzt wurde. Spekulativ ist der Routineteufel als Fehlerquelle auszumachen, da täglich mehrere Kunststoffarten gespritzt werden deren Schmelzpunkt nahe 270°C liegen.
    • Wir hatten mal ein PBT GK20 (Hersteller geb ich nicht an), das nach Formaldehyd roch.
      Der Hersteller glaubt das nicht und schickte einen Außendienstler, der sich entschuldigte
      und das Problem bei der Materialumstellung auf der Extrusionsanlage sah.
      Hier wurde "angeblich" von POM auf PBT umgestellt und das Wasser für den Kaltabschlag nicht
      gewechselt.
      Ich kenne die meisten POM Sorten als "rund" und damit Warmabschlag, aber scheinbar gibt es
      auch Kaltabschlag-POM.

      Letztlich kommt es ja auch immer darauf an, was die Hersteller für SPD überprüfen und das bekommen die wenigsten mit,
      da hier die ganzen Rezepturen aufgeführt sind.....außer die ITA, wenn jemand sein Produkt in den USA anbietet
    • @Exercise
      . . . Und als nächstes wird dann ABS, PS, PE, TPU usw. gestrichen?
      . . . Und was passiert wenn mal ein "heißeres" Material auf dem Tisch liegt? Wird dann auch gestrichen, weil keiner dran denkt, die Temperaturen richtig einzustellen?

      Ob das so der richtige Weg ist? Also ich weiß nicht recht. . . Die freiwillige Selbsteinschränkung auf Grund der Unzulänglichkeit der Mitarbeiter? Problematisch.
    • Mja, sollte nicht in diesem mase einzug halten. Ich betrachte es als einzelfall und sollte ja nicht das eigentliche problem (unafmerksamer mitarbeiter) lösen. POM hatten wir bis dato nur als kleinstmenge verarbeitet und die anforderungen erfüllt ein PA66 genau so gut. Dieses Material beziehen wir zu mehreren Tonnen im Jahr, von daher ist es schon OK das POM aus der Liste gestrichen wurde. Anderer seits hätte es erhebliche Konsequenzen nach sich gezogen. Muß ich ja nicht weiter erörtern.
    • @Exercise



      wer bei Werkzeug-, Material- oder Auftragswechsel den Zylinder nicht immer mit neutralem Kunststoff wie PE, PP oder PS spült/reinigt
      dem sei die Formaldehyd-Wolke gegönnt und anschließend entlassen !!!

      es gibt übrigens noch viel heftigere Reaktionen, wenn falsche Temperatur verwendet oder ungünstige Kunststofftypen-Vermengungen stattfinden ...
      z.B. Entstehung von HCL oder Bromgas-Dämpfe, Knallgasreaktionen ... usw.

      anscheinend legt man in euerer Firma keinen Wert auf ausreichend qualifiziertes bzw. geschultes Personal ?(