optimale Dosiereinstellung

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    • optimale Dosiereinstellung

      Hallo Leute,

      wie stellt Ihr bei Euch in der Firma die Dosierung ein?
      Ich meine damit nicht bei einem spezifischen Kunststoff, sondern allgemein.

      • zuerst Vor-Dekompression um Rückstormsperre zu entlasten, oder nur Nach-Dekompression?

      • Anfangs langsam dosieren + viel Staudruck und gegen Ende schnell dosieren + wenig Staudruck? (oder genau anders rum?)
      • Eine Staudruckshöhe und eine Dosiergeschwindigkeit über den gesamten Weg?



      ...

      Würde mich interessieren

      Mfg Stefan
    • Wir haben Schnecken in 25, 30 und 35mm. Spritzeinheiten alle horizontal mit offener Düse und Zykluszeiten in der Regel um die 40sec. Wir fahren alle Polymere außer PVC. Aber auch praktisch alle Blends die der Markt so hergibt oder die wir entwickeln, inklusive z.B. chemisch und peroxidisch vernetzter PP/EPDM Blends.
      Bei keinem Material wird eine Vor-Dekompression gefahren. Lediglich eine kurze Dosierverzögerung (meist 0,3sec), reicht aus um den Nachdruck zu entlasten, wenn der nicht sowieso im Nachdruckprogramm schon zum Ende abgesenkt wurde. Wir fahren 1 Drehzahl und 1 Staudruck. Danach eine passende Dekompression, die natürlich dem Material, dem Dosiervolumen und dem Staudruck in Geschwindigkeit und Volumen angepasst ist.
      Einige Produkte wie Cellulose-Propionat, -Butyrat und -Acetat haben schlechte Dosiereigenschaften - heißt sie fangen an zu dosieren, dann passiert plötzlich nichts mehr, obwohl die Schnecke dreht und dann dosieren sie plötzlich einfach wieder weiter, werden auch nicht anders gefahren. Es ist allgemein bekannt, dass der Ablauf so ist.
    • Ich kann da @petersj nur zustimmen!
      Zwar werden die Maschinen mit immer mehr (oft unnötigen und sinnlosen) technischen "Spielereien" in den Steuerungen ausgestattet - für jede Messe muss eine *Neuigkeit* hergezaubert werden - jedoch: Hat's die gängigen/klassischen Probleme der Spritzgießer beseitigt? Ich sage NEIN, komme immer auch an Prozesse, wo genau diese technischen vielen Möglichkeiten wie z. B. *Schneckenrückzug vor Dosieren* (für mich völliger Unsinn) auch zu schlechteren Prozessfenstern führen ergo zu neuen Folgeproblemen! Frage: Wieviel *Schneckenrückzug vor Dosieren* ist notwendig? Wer weiß das schon? Und wofür?


      Um die Rückstromsperre zu entlasten, wird's zu Gunsten des robusten Prozessfensters immer besser sein, zwischen Nachdruckende und Dosieren mit einer Verzögerungszeit zu arbeiten! Viel wichtiger ist es, mit einem möglichst kleinen Massepolster (10% vom Schneckendurchmesser) zu arbeiten, denn genau dieses Volumen bestimmt die zu entlastende Kompressionsenergie ... bei Heisskanaleinsatz käme das Volumen noch hinzu. Wichtig ist dabei, dass diese Kompressionsenergie sich auch entlasten kann, heisst, dass die Schnecke vom komprimierten Material nach hinten gedrückt werden kann (schwierig bei E-Maschinen? Prüfen!). Wenn die vorhandene Maschinentechnik diese Arbeitsweise nicht hergibt, ist es allemal ausreichend, vor EndeNachdruck den Druck abzusenken (Kompressionsabbau) - wie @petersj ja auch schon erwähnte.
    • Guten Morgen,

      Dekompression vor Dosieren habe ich noch nie verwendet , wüsste nicht wozu - lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
      Drehzahl sollte dem Zyklus angepasst werden.
      Um zu entlasten fahre ich persönlich meinen Nachdruck mehrstufig und setzte den letzte ND auf Höhe des Staudruckes für 0.2 - 0.3 Sekunden - natürlich kann man das auch per Dosierverzögerung machen wie petersj das schon angesprochen hat.

      MfG
      Stoopid
    • Servus,

      Bei uns wird die vor Dekompression nie genutzt. Wir senken die Dosiergeschwindigkeit kurz vor erreichen der Dosierung. 10mm vorher um 20 U/min ca
      Soll wohl die Genauigkeit etwas steigern bringt aber glaub net viel oder nichts :D
      Staudruck eig. immer gleich, hab da aber auch schon Programme gesehen wo der zum Ende hin abgesenkt war
    • Moin,

      aus meiner Vergangenheit kann ich mich nicht erinnern, das wir jemals in einem Prozess
      Dekompr. vor Dosieren hatten.

      Das einzige was wir hatten, war eine kleine Verzögerungszeit zwischen ende Abbau Nachdruck
      und Dosieren.
      Dosiergeschw. wurde so gewählt das es dem Material zu gute kam, ebenso die Dekompr. nach Dosieren.
      Wir sind hier meistens mit einer Dosiegeschw. und Staudruck gefahren, hier uns da auch mit
      verlangsamter Dosiergeschw. zum Volumen ende.

      Gruß

      The Problem Solver
    • Behrens schrieb:

      Ich kann da @petersj nur zustimmen!
      Zwar werden die Maschinen mit immer mehr (oft unnötigen und sinnlosen) technischen "Spielereien" in den Steuerungen ausgestattet - für jede Messe muss eine *Neuigkeit* hergezaubert werden - jedoch: Hat's die gängigen/klassischen Probleme der Spritzgießer beseitigt? Ich sage NEIN, komme immer auch an Prozesse, wo genau diese technischen vielen Möglichkeiten wie z. B. *Schneckenrückzug vor Dosieren* (für mich völliger Unsinn) auch zu schlechteren Prozessfenstern führen ergo zu neuen Folgeproblemen! Frage: Wieviel *Schneckenrückzug vor Dosieren* ist notwendig? Wer weiß das schon? Und wofür?


      Um die Rückstromsperre zu entlasten, wird's zu Gunsten des robusten Prozessfensters immer besser sein, zwischen Nachdruckende und Dosieren mit einer Verzögerungszeit zu arbeiten! Viel wichtiger ist es, mit einem möglichst kleinen Massepolster (10% vom Schneckendurchmesser) zu arbeiten, denn genau dieses Volumen bestimmt die zu entlastende Kompressionsenergie ... bei Heisskanaleinsatz käme das Volumen noch hinzu. Wichtig ist dabei, dass diese Kompressionsenergie sich auch entlasten kann, heisst, dass die Schnecke vom komprimierten Material nach hinten gedrückt werden kann (schwierig bei E-Maschinen? Prüfen!). Wenn die vorhandene Maschinentechnik diese Arbeitsweise nicht hergibt, ist es allemal ausreichend, vor EndeNachdruck den Druck abzusenken (Kompressionsabbau) - wie @petersj ja auch schon erwähnte.
      wie genau genau darf ich das verstehen das das Volumen vom Heißkanal noch hinzu kommt?

      LG
    • Hallo alle zusammen,auf die Gefahr hin das ich jetzt geschlachtet werde will ich gerne sagen das meine Wenigkeit schon mal Schneckenrückzug vor Dosieren gemacht hat.
      Warum?
      Weil der Kunststoff nicht aufdosiert wurde(ich denke es war PC Makrolon).
      Wenn die Schnecke also vorne war dosierte die Maschine (Arburg) einfach nicht auf.
      Als ich dann besagtes Tat dosierte die Maschine.
      Ist aber schon lange her jetzt wo ich im Forum bin und gespendet habe werde ich es natürlich nicht mehr tun ;)

      Danke,mfg,Hacky.
    • Behrens schrieb:

      Beim Ausformprozess (Füllen + Schwindung) wird das komplette Material-Volumen zwischen Schneckenspitze und Kavität komprimiert.
      aber wie zähl ich dann das volumen zum scheckendurchmesser hinzu?

      Angenommen ich habe eine 18er Schnecke so meintest du soll der Massepolster davon zwischen 5% u. 10% liegen, in dem Fall zwischen 0,9 cm3 u. 1,8 cm3.

      Aber wie zähle ich nun hierzu das Volumen vom Heißkanal hinzu?

      LG
    • Phil17 schrieb:

      Angenommen ich habe eine 18er Schnecke so meintest du soll der Massepolster davon zwischen 5% u. 10% liegen, in dem Fall zwischen 0,9 cm3 u. 1,8 cm3.
      Bei 1,8 cm³ Massepolster hast Du 39% vom Schneckendurchmesser! Arbeite mit mm an der Maschine, dann hast weniger Probleme ;)

      Phil17 schrieb:

      aber wie zähl ich dann das volumen zum scheckendurchmesser hinzu?
      ?( ?( Sorry, wie lange hast Du mit Spritzguss zu tun? Ich verstehe die Frage nicht .... ?(

      Phil17 schrieb:

      Aber wie zähle ich nun hierzu das Volumen vom Heißkanal hinzu?
      Es geht um Restmassepolster (Restvolumen vor der Schnecke beim Ausformprozess, welches verhindert, dass die Schnecke auf mechanischen Anschlag läuft) :?: :?: :!: :!:
    • Behrens schrieb:

      Phil17 schrieb:

      Angenommen ich habe eine 18er Schnecke so meintest du soll der Massepolster davon zwischen 5% u. 10% liegen, in dem Fall zwischen 0,9 cm3 u. 1,8 cm3.
      Bei 1,8 cm³ Massepolster hast Du 39% vom Schneckendurchmesser! Arbeite mit mm an der Maschine, dann hast weniger Probleme ;)

      Phil17 schrieb:

      aber wie zähl ich dann das volumen zum scheckendurchmesser hinzu?
      ?( ?( Sorry, wie lange hast Du mit Spritzguss zu tun? Ich verstehe die Frage nicht .... ?(

      Phil17 schrieb:

      Aber wie zähle ich nun hierzu das Volumen vom Heißkanal hinzu?
      Es geht um Restmassepolster (Restvolumen vor der Schnecke beim Ausformprozess, welches verhindert, dass die Schnecke auf mechanischen Anschlag läuft) :?: :?: :!: :!:
      Bei über 100 Maschinen ist das nicht so einfach von cm3 auf mm umzusteigen :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:


      Mittlerweile 6 Jahre, habe Kunststofftechniker (4 Jahre) gelernt und seitdem in der Prozesstechnik, verstehe das ganze keine Sorge 8)
      Was ich nicht verstehe ist deine Ausdrücksweise :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown:




      Danke dafür, dies ist mir jedoch bekannt :D :D :D






      Nun nochmal von vorne ||
      Mir geht es rein um den Restmassepolster und wie niedrig ich ihn halten soll nach meinem Spritzvorgang, da meintest du zwischen 5% u. 10% vom Schneckendurchmesser.


      Was ich nicht verstehe ist warum man den Heißkanaleinsatz dazuzählen sollte (sovern wir hier vom Werkzeug reden) ?
    • Phil17 schrieb:

      Mittlerweile 6 Jahre, habe Kunststofftechniker (4 Jahre) gelernt und seitdem in der Prozesstechnik, verstehe das ganze keine Sorge
      Warum dann die Fragen?

      Phil17 schrieb:

      Was ich nicht verstehe ist warum man den Heißkanaleinsatz dazuzählen sollte (sovern wir hier vom Werkzeug reden) ?
      Lies noch mal alles in Ruhe, es ging ursächlich um das Thema Kompressionsenergie!

      Behrens schrieb:

      Um die Rückstromsperre zu entlasten, wird's zu Gunsten des robusten Prozessfensters immer besser sein, zwischen Nachdruckende und Dosieren mit einer Verzögerungszeit zu arbeiten! Viel wichtiger ist es, mit einem möglichst kleinen Massepolster (10% vom Schneckendurchmesser) zu arbeiten, denn genau dieses Volumen bestimmt die zu entlastende Kompressionsenergie ... bei Heisskanaleinsatz käme das Volumen noch hinzu.