Wie werden "Entformer" (Demolding/Lubricating...) eingesetzt und was bewirken sie?

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    • Wie werden "Entformer" (Demolding/Lubricating...) eingesetzt und was bewirken sie?

      Moin. Kann mir hier jemand kurz und knapp ein bischen was über Additive, die, soweit ich weiß, verwendet werden damit die Plastikteile leichter aus der Form fallen, sagen? Wird das richtig dem Granulat zugemischt oder wird das Werkzeug damit eingeschmiert oder wie muss man sich das vorstellen? Und vor allem: Werden die Plastikteile dadurch rutschiger wenn sowas verwendet wird...?
    • Es gibt verschiedene Systeme. Bei PC kenne ich das so, dass es im Compound als Additiv bei der Extrusion mit einextrudiert wird. Man muss es allerdings bestellen, es ist nicht immer zwangsläufig im Produkt.
      Dann gibt es das Mittel als Batch. Einsatz meistens 2%.
      Und dann gibt es das Mittel als z.B. Sprays. Aber vorsichtig und sparsam verwenden! Viel hilft nicht viel! Und es gibt verschiedene Sorten: Auf Basis von Silikonöl, auf Basis von Zinkstearat, Silikonfrei usw. Für PC braucht man eines, das die Verarbeitungstemperaturen verträgt. Bei zu starkem Einsatz kann es bei allen Mitteln die Oberfläche beeinflussen. Und Silikonöl haltiges kann die Teile natürlich schmierig machen. Einmal sprühen aus 20-30cm Entfernung reicht meistens für 3-5 Schuß. Muss man ausprobieren. Der Film sollte möglichst im WZ gar nicht sichtbar sein.
      Dann gibt es diese Mittel noch als Konzentrate z.B. in Kanistern plus entsprechende Verdünner. Das ist dann für automatische Anwendungen (automatisiertes Sprühen) gedacht.
      Letzten Endes gibt es noch die Möglichkeit, das WZ entsprechend beschichten zu lassen. Ist gar nicht mal so teuer, und wird auf das zu verarbeitende Material abgestimmt.
      Bei TPV,TPE und TPU hilft meistens auch eine leicht mattierte Oberfläche, weil diese Materialien sich an einer polierten Oberfläche sozusagen festsaugen.
      Eigentlich sollte das Werkzeug aber so konstruiert sein, dass es ohne Entformungsmittel funktioniert. Polyamid stellt als reine Rohware aber manchmal eine Ausnahme dar. Ohne die Compoundierung mit Kristallisationshilfen (keine weiteren Angaben) bleiben diese gerne und intensiv am Werkzeug kleben.
    • Eigentlich sind "Entformungshilfen" gedacht für Werkzeuge, die mit sehr wenig Entformungsschrägen arbeiten müssen. Es gibt eben Fertigteile und z.B. Kerne, die nicht mit einer ausreichenden Entformungsschräge hergestellt werden können, weil es aus optischen oder technischen Gründen nicht angebracht ist. Oder auch, weil das Werkzeug eigentlich für einen anderen Werkstoff gedacht war. Die Entformungshilfen wirken dann "schmierend" um eine einfachere Entformung zu ermöglichen. Aber wie schon oben gesagt: es sollte eigentlich eine Notlösung bleiben.
    • Hm, ok. Ich will es ja eigentlich gar nicht einsetzen.. Aber, petersj, du weißt ja vielleicht noch, dass ihr in meinen alten Plektren Rückstände von Entformungshilfe gemessen habt, und ich frag mich inzwischen ob das ein Grund für den mangelnden Grip ist/war..


      Ps: Falls jemand ne Firma kennt die griffige Gummibeschichtungen auf Kunststoffprodukte aufbringen kann... Gerne melden...
    • Da gibt es viele Firmen. Das Verfahren nennt sich 2K-Spritzen (2 Komponenten). Allerdings braucht man da dann ein anderes Werkzeug oder 2 Werkzeuge. Es wird erst ein Kern aus dem "harten" Trägermaterial gespritzt. Dann wird der Spritzling in eine größere Kavität z.B. durch ein Handlinggerät umgesetzt. Mit einer zweiten Spritzeinheit wird dann die "Weichkomponente" um die "Hartkomponente" gespritzt. Also eine Maschine mit zwei Spritzeinheiten oder eine zweite Maschine. Es wird also gleichzeitig immer ein Kern und eine Umhüllung gespritzt. Voraussetzung ist aber bei deinen Teilen, dass sich die Weichkomponente mit der Hauptkomponente verklebt. Da muss man schon eine Abstimmung der beiden Materialien im Voraus finden. Sonst "zerfleddert" das ganze System sich beim zupfen.
      Oder man spritzt nur in den Bereich die Weichkomponente, die dem Griff dient. Also ebenfalls erst mal die Hartkomponente, allerdings mit einem Loch in der Mitte. Dann, dort wo das Loch ist, in einer zweiten Form die Weichkomponente. Damit umhüllt man dann nicht das ganze Plektrum, sondern befüllt nur den Griffpunkt.