Programm vor dem Rüstvorgang abspeichern ?!

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    • Programm vor dem Rüstvorgang abspeichern ?!

      Hallo zusammen,

      in meinen derzeitigen Unternehmen gibt es die Anweisung, dass sämtliche Parameter des abzurüstenden Werkzeuges vor dem Rüstvorgang abzuspeichern sind.

      Gibt es noch andere Unternehmen, welche dieselbe "Strategie" verfolgen ?

      Ich hoffe auf viele Antworten und bedanke im herzlichst im voraus.
    • Hallo,

      das ist ein ganz normaler Vorgang und gehört seit meiner Ausbildung fest zu meinem Rüstvorgang dazu. Diese "Datensätze" dienen zur Reproduzierbarkeit, jedoch gibt es zu jedem Artikel auch ein Master-Programm, welches teilweise vom Kunden freigegeben wurde und nur nach Rücksprache mit dem Meister dauerhaft geändert werden darf...
    • Hallo. Bei uns gilt: die Spritzdaten dürfen ohne Zustimmung von Supervisor oder in gröberen Fällen mit Absprache mit Anwendungstechnik nicht geändert werden. Wir haben aber viele Maschinen die Automatisch durch einen Roboter/Handling bestückt werden und da gibt die Regel, dass immer die Datei vor dem Rüsten abgespeichert werden muss, damit bei nächstem Mal alles wieder funktioniert. ZU dem Spritzprozess: wir haben einen Stammdatensatz, wo freigegebene Parameter notiert sind. Diese sind vom Kunden freigegeben. Dies ist Versionsnummer vorgesehen(Soll sich was Ändern) und mind 1xJahr durch Anwendungstechnik aktualisiert. Der Einsteller hat die Aufgabe immer die Daten zu abgleichen und eventuell bei Abweichungen diese zu melden.
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    • Ok, wir spritzen ausschließlich Musterplatten zur Farbmessung und Probekörper für mechanische Prüfungen.
      Aber auch wir haben für jedes Material und jedes Werkzeug Stammdatensätze die jedes Mal zur Benutzung neu geladen werden müssen. Nach Eingabe der Auftragsnummer und ggf. geringer Optimierungen muss der Datensatz an den Leitrechner zur Dokumentation geschickt werden. So kann jederzeit nachvollzogen werden, wie ein Produkt verarbeitet wurde. Diese Datensätze werden dann für 1 Jahr gesichert. Sie können aber nur nach meiner Freigabe wieder auf die Maschine geladen werden.
    • Bei jedem Artikelwechsel (Rüsten) den Datensatz abspeichern führt dazu, dass sich Prozessfenster - so sie mal serienfähige Größe hatten (Masterdaten) - immer enger werden, da jede Parameteränderung, gute und (meistens) nicht so gute, für Folgeaufträge mitgenommen werden. Das führt dann in der Regel dazu, dass bei jedem Anfahren nach Artikelwechsel der optimale "Betriebspunkt" wieder neu gesucht wird (optimieren), heisst: Vergeudung von Zeit und Effizienz! Es kommt dann auch immer wieder vor, dass sogar *das Abschalten von Überwachungen* abgespeichert wird (vergessen wieder einzuschalten) und beim Einlesen der Daten dann der Prozess des neuen Auftrags ohne Überwachung angefahren wird :thumbdown: - bis es irgendwann jemand merkt . . . . :thumbsup:
      Solch ein Arbeiten führt logischer Weise zum *Prozess-Chaos* in der Spritzerei mit der Folge *erhöhter Prüfaufwand*, *erhöhter Ausschuss* und *erhöhter Optimieraufwand*.

      Da kann ich nur der Arbeitsweise wie von @Babsi beschrieben voll zustimmen - Prozess-Disziplin ist das A+O für die Chance auf konstante Qualität! :thumbup:
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    • Wie werden bei euch die Datensätze gesichert. Als Vordruck mit der Hand ausgefüllt oder per Drucker ausgedruckt oder elektronische Datensicherung auf eprom oder Diskette?

      Wenn bei euch eine Anweisung zur Datensicherung bei jedem abrüsten des Wkz besteht. Wie sieht sie aus? Oder ist es eine mündliche Anweisung?

      Ich frage nur weil in der Firma wo ich gerade arbeite geht alles nur noch mit schriftlichen Anweisungen. Selbst die Reinigung der Maschine bei Farbwechseln muss angewiesen werden.

      Gruß Robert
    • @Behrens
      Normal sollte das Abspeichern von Programmen grundsätzlich erst einmal nur der Dokumentation von Parametern dienen. Daher ist es bei uns auch so geregelt, dass der Leitrechner immer nur das Urprogramm an die Maschine gibt. Es ware tatsächlich verhängnisvoll, wenn das letzte gespeicherte Programm immer als das Aktuelle bezeichnet werden würde. Grundsätzlich sollen die Spritzgießer bei uns aber bei jeder Charge (Auftrag), die verarbeitet wird und von jedem Werkzeug den Parametersatz mit der Auftragsnummer an den Rechner schicken. Dadurch können mit der Zeit und auch grundsätzlich Prozessabweichungen erkannt warden. GgF. muss man dann einen Parametersatz grundsätzlich ändern. Andernfalls hätte ein SG-Programm sonst nach kurzer Zeit nichts mehr mit dem Urprogramm zu tun.

      @Robert
      Wir im Labor haben mehrere Dokumente, die aber alle ineinanderspielen, die die Auftragsabarbeitung entsprechend beschreiben. Formulare haben wir hier im Labor dafür nicht erstellt. Ich weiß aber, dass unser Betrieb (Extrusion) dafür entsprechende Formulare benutzt, um für jeden Auftrag eine lückenlose und nachvollziehbare Reinigung-, Anfahr- und Produktionsdokumentation hat - inclusive BDE. Diese ganzen Vorschriften und Formulare dienen aber hauptsächlich dazu, das nicht vergessen wird. Um diese Dokumente aber zu standardisieren haben wir sie in unserem QS-System festgeschrieben.
    • Hallo Zusammen,

      ich kenne auch verschiedene Herangehensweisen.

      Wir haben ein Programm mit Typteilnummer und Werkzeugnummer. Es gibt also immer nur ein Programm vom Leitrechner pro Teil. Die Einrichter haben Grenzen im Programm, was sie ändern dürfen. Reichen die Grenzen nicht aus, dann ist was " Größeres". Parallel wird jeder Schuß im Leitrechner mitgeschrieben und ich kann die Änderungen der Einrichter im Programm nachprüfen, falls notwendig. Die Grenzen wurden i.d.R. bei der Werkzeugfreigabe rausgefahren, bei einfachen Teilen haben wir eine Tabelle mit Erfahrungswerten.
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