Zulässige Abweichung des Artikelgewichts bei Füllstudie

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    • Zulässige Abweichung des Artikelgewichts bei Füllstudie

      Hallo,
      wie groß darf eurer Meinung nach die Abweichung der Artikelfüllung bei einem Werkzeug mit HK-System sein wenn eine Füllstudie durchgeführt wird?
      Beispiel:
      - 4- Fach Werkzeug
      - Voll HK-System, Düsen mit Spitze, kein NV
      - Mat: PPA + 30%GF
      - Kühlung/ Temperierung der Kavitäten überall gleich.
      - Artikelgewicht : 6g

      Teile wurden nur zu ca. 25% gefüllt. Wie groß darf der Unterschied des Gewichts in % sein?
      Gruß Reforger
    • Hallo Refoger,

      wir haben uns Intern die 5% Grenze gesetzt die wir bis auf ein paar Ausnahmefällen gut einhalten.

      Überall wo wir mehr als 5% Messen unternehmen wir Maßnahmen wie Anschnitte vermessen, Entlüftungen kontrollieren.

      Oft reicht aber auch die korrekte Einspritzgeschwindigkeit einzustellen so das die Sherrate im optimal bereich liegt, denn dies kann auch zu massiven Abweichungen führen gerade bei Teilkristsllinen Kunststoffen.

      Jedoch betrachten wir das bei einer Füllung von 95-98% weiter drunter habe ich das Gefühl das zu wenig über die Balance ausgesagt wird.
    • Es sollte auch immer über eine erlaubte Temperatur Abweichung gesprochen werden nicht nur über die Gewichts Unterschiede.

      Bei deinen Angaben würde ich sagen 5% Abweichung vom Gewicht mit +-5°C pro Düse ist angemessen. Es kommt natürlich auch auf den Artikel an, es kann sein das diese Grenzen enger gesetzt werden müssen.

      Was keinen Sinn macht ist die Füllung bei 25% zu überprüfen, das kann man gerne machen während einer Füllstudie aber ausschlaggebend sollte eine 95% Füllung sein.
    • Das entscheidende bei Mehrfachwerkzeugen ist bei der Ausformung der Übergang vom *Füllprozess* (Einspritzen) in den *Schwindungsprozess* (Nachdruck) ... dieser sollte bei allen Kavitäten gleichzeitig einsetzen, also bei *geometrisch(volumetrisch) voll*. Dieses bedingt, dass bei der Füllstudie die "Gleichmäßigkeit" kurz vor geometrisch voll geprüft wird - entspricht der Aussage von @Matthias71 :thumbsup:
    • Schon mal recherchiert, wie stark Materialchargen abweichen?
      Du wärst überrascht was sich hier für Streuungen ergeben.
      Auch der GF Anteil variiert verhältnismäßig stark.

      Ich würd beim Kunststoff die Kirche im Dorf lassen.....Kunststoff ist nun mal eine chemisches Reaktionsprodukt mit Additiven etc.
      Alleine das die IPS Toleranzschwankungen hat........zeigt, Kunststoffe sind in der Herstellung komplex.
    • Hallo, ich bin der neue :D

      Also bei Heißkanalwerkezeugen sollte man meiner Meinung nach wie folgt vorgehen:

      Alle Temperaturen gleich, 98% visuell, danach eine maximale Differenz von +/-10 Grad (die meisten machen 5 Grad je nach Bauteilgröße)

      Sollte die Abweichung dann immernoch immer zu Stark sein auf 4 Etappen ein Füllbild machen, einmal ca 10%, 25%,50%,75%.

      Ändert sich das Füllbild erst auf den Schluss zu (75% oder mehr) sind im HK vermutlich Hotspots ersichtlich und die Wärme wird zu sehr an den Formrahmen abgeben.

      Sollte das ganze sich über alle Füllbilder wiederspiegeln -> Anschnitte vermessen, Ringspalt messen, Tiefe der Vorkammer (Isolierschicht) messen.

      Ich hoffe ich konnte etwas weiterhelfen :)
    • Rehwaldo schrieb:

      Hallo, ich bin der neue
      Herzlich Willkommen hier im Forum :!:

      Rehwaldo schrieb:

      Alle Temperaturen gleich, 98% visuell, danach eine maximale Differenz von +/-10 Grad (die meisten machen 5 Grad je nach Bauteilgröße)
      Verstehe ich irgendwie nicht, was du damit sagen willst .... oder stehe ich auf dem Schlauch?

      Rehwaldo schrieb:

      Ändert sich das Füllbild erst auf den Schluss zu (75% oder mehr) sind im HK vermutlich Hotspots ersichtlich und die Wärme wird zu sehr an den Formrahmen abgeben.
      Dieses kann man nicht grudsätzlich sagen, da es entscheidend vom Fließwegwandstärkenverhältnis abhängt. Bei dünnwandigen Teilen haben schon kleine Wandstärkenunterschiede großen Einfluss ....
      spritzguss-schulung.de steht für Qualitätsentstehung durch den optimalen Produktions-Prozess und nicht durch das optimale QM-System!
    • Hallo,
      mir erschließt sich der sinn nicht.
      Bei der Füllstudie wird die Gleichmässigkeit bewertet. Kritisch sind dort in meinem Augen Entlüftungsprobleme und Oberflächenfehler. Die ersten Gewichte nehme ich nach dem Umschalten ohne Nachdruck und die zweiten Gewichte nach dem Nachdruck. Dann wird je nach Bauteil bewertet wie groß der Gewichtsunterschied sich auf das Bauteil auswirkt. Unsere Automotive Artikel liegen ca 0.05g auseinander. Alles darüber wird im Werkzeug angepasst. Die Heißkanäle dienen dann der Feinjustierung bei Chargenschwankungen etc.

      Warum vorher eingreifen?

      Gruß
      Christian
    • Bei der Füllstudie geht's einzig und allein um das Füllverhalten der einzelnen Kavitäten und der Fokus muss auf dem balancierten Füllen liegen. Ziel muss sein, dass die Kavitätem gleichzeitig in die geometrische Füllung (Umschaltzustand) kommen.
      spritzguss-schulung.de steht für Qualitätsentstehung durch den optimalen Produktions-Prozess und nicht durch das optimale QM-System!
    • Mit den 5-10 Grad meine ich halt dass man den Heißkanal mit 5 - 10 Grad Differenz unter den Kavitäten ausbalancieren sollte.

      Über 10 Grad Unterschied finde ich ist schon fast zuviel für ein neues Werkzeug und sollte nachvollzogen werden ...

      Mit den Wanddicken usw gebe ich dir natürlich Recht, da wir aber ein Formenbau sind setze ich manche Sachen vermutlich vorraus, die in anderen Firmen eventuell nicht zum Standart gehören... Moldflow usw..


      Bei der letzten Aussage habe ich mich vielleicht etwas undeutlich ausgedrückt. Bei zwei unterschiedlichen Bauteilen verhält es sich anders ... Da sollte der Heißkanal aber bei Gewichtsunterschieden auch balanciert sein...

      Ich habe leider immer das Problem dass ich mich schriftlich nicht richtig auszudrücke :D

      Entschuldige!
    • Ok, da gehe ich mit. Jedoch setze ich vorraus, das das Ausbalancieren standart ist. Eine Form die sagen wir mal 30 bis 60% unterschiedlich füllt würde bei mir direkt abgebaut und in den Werkzeugbau zurück geschickt. Denn damit lassen sich kaum Maße einhalten.
      Aber nun gut. 10°C lasse ich auch zu, denn im laufe eines Werkzeuglebens verändert sich so einiges. Und da ist ein gewisser Spielraum nicht zu vermeiden.
    • ich hatte neulich erst ein Werkzeug mit ca. 45% Unterschied... Kathastrope wie du sagst, einmal durchgebogen das andere Bauteil komplett überladen..

      War das eine Ok das andere wieder nicht...
      Unterschiedliche Anschnitte brachten dann das gewünschte Ergebnis...

      Vieles lässt sich im Spritzguss halt nicht nicht pauschalisieren... Meistens ist es halt wirklich von der Auslegung und der Anwendung abhängig...