Boy 60E Massepolsterschwankungen

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    • Boy 60E Massepolsterschwankungen

      Hallo zusammen,

      wir haben seit Ende letzten Jahres eine neue Boy 60E im Einsatz mit 32er Garnitur. Seit dem ersten Tag haben wir Probleme mit schwankendem Massepolster (bei unterschiedlischsten Materialien.
      Auf der Maschine befindet sich ein Saugförderer mit Mischweiche, welche das MG direkt aus der Mühle mit Original mischt. Das bewirkt ja eine gewisse Schichtung im
      Sauger. Wenn dadurch Massepolsterschwankungen von +- 0,4ccm entstehen kann man vielleicht noch ein Auge zudrücken. Aber bei Originalware sollte das doch
      nicht der Fall sein.
      Was aufällig ist, die Maschine reagiert sehr empfindlich auf die Temperatur des Einzugs. Erhöht man die Temperatur von 60° auf 70° (PBT), ändert sich direkt die
      Dosierzeit und das Massepolster. Wenn das Massepolster sich ändert, ändert sich ja logischerweise auch die Dosierzeit.

      Hat jemand von Euch eine Boy 60E im Einsatz und kann mir berichten wie sich Eure Maschine verhält?

      Danke im Voraus.
      Techniker Fachr. Mechatronik
    • Hallo Hateman,

      kenne so ein Phänomen auch von KM,

      hast mal versucht die Dekompression zu erhöhen, oder

      eine erste Spritzstufe mit relativ hoher Geschwindigkeit zu aktivieren,

      um ein schnelleres Schließen der RSP zu bewirken?

      Manchmal reagieren die RSP`s relativ träge,

      hatte mal 2 baugleiche Maschinen mit identischen Durchmessern, die eine hatte

      die selben Mucken, wie du sie beschreibst, die andere lief problemlos.

      Kugel RSP eingebaut, dann war Ruhe.
      Gruß
      Peter
    • Hallo Peri,

      wir haben schon so ziemlich alles probiert. Viel und wenig Rückzug, schnell und langsammer Rückzug und auch schnell und langsammes Einspritzen. Es ändert sich nichts. Wir haben sogar schon eine neue Schnecke inkl. RSP von Ganzelewski eingebaut weil die Originale Schnecke nach 700h an einer Stelle Fressspuren aufwies.
      Das führte dann zu Einzugsproblemen. Das Rohr hat glücklicherweise nichts mitbekommen. Ein Punkt ist noch die "eiernde" Schnecke. Da der Spritzzylinder die Schnecke nicht im Rohr zentriert, sucht sich die Schnecke ihren Weg beim Dosieren. Das ist von Boy aber so vorgesehen. Ich vermute, dass dadurch auch die Probleme mit dem Massepolster enstehen und die Schnecke gefressen hat. Deswegen würde ich gerne mal Kontakt mit Leuten aufnehmen die auch so eine Maschine im Einsatz haben.

      Hat deiner Meinung nach eine Kugel-RSP Vorteile gegenüber einer Sperrring-RSP?
      Techniker Fachr. Mechatronik
    • Hier nun endlich ein paar Informationen:

      Dosierung: 23 ccm
      Staudruck: 50 Bar
      Temperaturen: 235° 230° 230° 230° 220° 60°
      Schneckenrückzug: 2,8 ccm

      Verarbeitet wird aktuell ein PP GF30. Das Massepolster schwankt immer zwischen 5,08 und 5,32 ccm. Es handelt sich um ein Werkzeug mit HK (länge ca. 50mm)
      und Kaltverteiler. 2 Formnester. Auffällig ist, die Massepolsterschwankungen bilden eine Sinuslinie im Diagramm ab. Bild habe ich angefügt.
      Techniker Fachr. Mechatronik
    • . . . also, wenn ich das richtig sehe, ist das eine Streuung von 0,24 ccm = 0,03 cm = 0,3 mm = +- 0,15 mm bei 32er Schnecke. . . oder habe ich einen Rechenfehler?

      Da würde mich hier im Forum mal die Meinung der Experten interessieren, ob das nun schlecht ist? Ich komme teilweise an Prozesse, z. B. mit 50er Schnecken, die werden mit Polsterüberwachung +- 0,8 mm gefahren!!?? Klar ist das zu großzügig, aber ich sehe noch schlimmeres . . . :thumbdown:

      Ich arbeite grundsätzlich nicht mit ccm, empfehle es auch nicht, da dreidimensionales "Denken und sich Vorstellen" nicht jedermans Sache ist und es passieren dabei auch viele Fehler, z. B. zu großes Massepolster usw. - - wobei das Massepolster 10% vom Schneckendurchmesser groß sein sollte! Somit würde ich empfehlen, das Massepolster auf 2,6 ccm zu ändern.

      Wie groß sind denn die Schwankungen vom Schussgewicht (komplett aber ohne Anguss)?

      MfG HHB
      HHB
    • Hallo @Hatemann,

      was mir noch einfällt: Die Dosierung (23 ccm) ist kleiner als 1D der Schnecke, "das tut man nicht" sagt der Spritzgießer :D
      Bei 32er Schnecke ist 1D = 25,7 ccm :thumbsup:

      Ich vermute, dass ihr doch lieber mit mm arbeiten solltet, dann wärs bestimmt aufgefallen . . .

      Schöne Woche noch und Gruß aus dem schönen Süden,
      HHB
      HHB
    • Ich schließe mich Behrens an. Das Dosiervolumen ist eindeutig zu klein für diese Schnecke. Der Kunststoff schmilzt nicht homogen auf. Anstatt über die Scherung wird der Kunststoff größtenteils über die Wärme aus den Heizbändern aufgeschmolzen und die Dosierung läuft nicht ganz sauber. Abhilfe kannst du schaffen, indem du das Temperaturprofil angleichst. Die Verweilzeit ist recht hoch und in der Zeit wird der Kunststoff aufgeschmolzen. Ein linear Anstieg dürfte das Problem etwas mildern.

      Die Massepolsterschwankung kann auch durch die Temperaturregelung hervorgerufen werden. Die Kurve sieht ganz danach aus.

      Auch bei Neuware hast du immer eine Massepolsterschwankung! Die ist zwar nicht ganz so hoch, aber sie ist vorhanden und messbar. Dies ist bedingt durch die Herstellung und wird kein Hersteller ausschließen können.