Aufnahme des IST-Zustandes in einer Spritzgussproduktion

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    • Aufnahme des IST-Zustandes in einer Spritzgussproduktion

      Hallo zusammen,

      bin neu hier im Forum, auch wenn ich mit Sicherheit schon als nicht angenmeldeter Nutzer die ein oder andere wertvolle Information hier beziehen konnte während Studium und Beruf.
      Normalerweise arbeite ich in der Produktentwicklung, bei der Komponenten zwar auch Spritzgussteile sind, der Fokus liegt aber in den meisten Projekten in der Entwicklung von Konzepten und systematischem Vorantreiben bis zu einem Status x, bei dem die Überführung in die Fertigung wieder abgegeben wird an den Kunden.
      Nun haben wir aber ein etwas anderes geartetes Projekt, bei dem wir beratend eingesetzt werden. Hierbei wird es nächste Woche sein, beim Kunden die Spritzgussteilfertigung in Bezug auf den IST-Zustand aufzunehmen. Ich habe keine Ahnung, was ich vorfinden werde. Das einzige, was wir wissen ist, dass es sich um eine SEHR alte Maschine handelt (Marke aktuell unbekannt), dass es sich um ein rotatorisch gelagertes Aggregat handelt, das 6 Werkzeuge pro Rotation befüllt. Angeblich wird es so gehandhabt, dass es keine Maschinenführer gibt, sondern dass, wenn irgendwo eine Störung auftritt, sogenannte "Springer" wild an der Maschine hantieren, um die Störung zu beseitigen. Prozessparameter werden angeblich nicht gemessen oder dokumentiert.
      Da wir den ganzheitlichen Ansatz verfolgen, würde ich gerne möglichst viel aus der Besichtigung der Fertigung rausholen. Da ich ins kalte Wasser geschmissen werde, wollte ich fragen, ob es Fragenkataloge gibt, oder ob mir jemand Tipps geben kann, wie ich herangehen kann an die Sache.

      Aspekte, die ich in die Analyse mit aufnehmen will sind z.B.
      • Hardware Spezifikationen
      • Über welche Anzeigen verfügt die Maschine überhaupt?
      • Wie wird die Teile-Qualität überprüft
      • Welche Vor- und nachgelagerten Arbeitsläufe gibt es (es wird eine Folie eingelegt z.B.), wie sind diese organisiert und wie lange dauern diese
      • Messung Zykluszeit (Worauf muss ich in Bezug auf die Rotations-Technik achten?)
      • Material (PE-HD, Anteil Kreide, Batch, Anteil Rezyklat); Vorbehandlung?
      • Materialfluss
      • Wie werden Störungen gemanaged?
      • Wie werden Farbwechsel gemanaged, wie häufig müssen diese ausgeführt werden, wie lange dauern diese?
      • ....
      Wie man sieht handelt es sich nicht um die ausschließliche Analyse des SG-Prozess, sondern darum, die grundsätzlichen Abläufe zu verstehen
      Ich wäre dankbar, wenn mir jemand noch ein paar Anstöße geben könnte, in welche Richtung ich meine Fühler ausstrecken sollte.
      Ich hoffe darauf, einen gesprächsbereiten Menschen vorzufinden, der mir möglichst viel aus der Praxis erzählt. Wenn das nicht der Fall ist, wird e sicherlich nötig sein, dass ich einen Fragenkatalog habe ....

      Über Anregungen wäre ich sehr sehr dankbar!
    • Bei jeder - auch noch so alten Maschine - müssen Parameter (Sollwerte) eingestellt warden. Und dafür gibt es immer irgendwelche Anzeigemöglichkeiten der Sollwerte. Auch wenn es nur aussagefreie "Einheiten" sind. Diese müssten vom Kunden dringend dokumentiert werden. Gibt es keine Anzeige der Istwerte, muss sich evtl. 1 Mal am Tag jemand mit einer Stopuhr bewaffnen und zumindest Zeiten kontrollieren und dokumentieren. Das muss natürlich über eine längere Zeit kontinuierlich wiederholt werden um Aussagekraft zu bekommen. Das eventuelle Fehlen der Anzeige von Geschwindigkeiten erschwert natürlich die Maßnahme erheblich, kann aber gegebenen falls auch mit einer Stopuhr und dem gefahrenen Weg errechnet und dokumentiert werden. Ansonsten sind natürlich auch die Soll- und Istwerte für Temperaturen wichtig. Wird man nach längerer Dokumentation Abweichungen messen obwohl die Einstellungen constant geblieben sind, muss man versuchen ,die Anlage neu zu kalibrieren.
      Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass es gar keine Aufzeichnungen gibt.
      Auch die Werkzeuge müssen auf ihren Verschleiß hin überwacht warden. Messtechnisch. Nicht einfach nur nach Gut, geht noch, kaputt.
      Die Messung der Zykluszeit muss sich natürlich Entlehren des Werkzeuges Nr.01 bis zum Auswerfen oder der Entnahme aus dem Werkzeug Nr.01 erstrecken.

      Ja, es muss tatsächlich erstmal ALLES erfasst werden: Das Vorher, das Während und das Nachher. Streichen kann man dann immer noch.
      MfG. petersj
    • Hallo Petersj,

      danke für deine Rückmeldung. Ich fürchte, ich muss mich ein wenig überraschen lassen. Das "Wie könnte man es besser machen" ist dann eh noch nicht Thema und muss dann auch im Gesamtzusammenhang gesehen werden, den das Projekt umfasst.
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