Neuware vs. Regranulat. wie verhält sich die Schwindung!?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Neuware vs. Regranulat. wie verhält sich die Schwindung!?

      Hallo,

      wir hatten vor einigen Tagen die Diskussion, ob Neuware oder Regranulat eine größere Schwindung aufweist.
      Klar, der Schwund ist von vielen Parametern abhängig, aber wie sieht es tendenziell aus.


      Eure Meinung bitte!
      MfG

      qs
      (Moderator)
    • Guten Morgen qs,

      interessante Diskussion, bzw Thema.
      Ich würde einfach mal pauschal sagen, aber kann es nicht mit Sicherheit sagen,
      dass es sich im Vergleich zu einer Neuware nicht anders verhält.
      Natürlich nur, wenn man bei dieser Frage die Parameter und alle rerstlichen Einflussmöglichkeiten bei Seite schiebt.

      Habe die Erfahrung gemacht, wie bereits oben erwähnt, dass die Schwindung sich nicht anders verhält.

      Kann natürlich auch anders sein.

      Gruß

      The Problem Solver 8)
    • Hallo

      Ja, das ist wohl so. Aktuell 33 Zugriffe auf das Thema und eine Antwort. Scheint also nicht nur ein interessantes sondern auch kaum (zu unrecht!) beachtetes Thema zu sein.

      Die Randparameter und weitere Einflussmöglichkeiten möchte ich hierbei bewusst nicht eingrenzen, um ein möglichst weites Meinungsfeld zu erhalten. Vielleicht hat ja schon jemand Versuche diesbezüglich gefahren.
      MfG

      qs
      (Moderator)
    • Also kann nur soweit einen weiteren Beitrag leisten,
      folgendes noch teilen kann:

      Ich kenne Kunden, ob Automotiv, Elektro, etc.
      die Ausschließlich nur Rezyclate einsetzen und keine negative Berichte haben bezüglich schlechteres Schwindungsverhalten.

      Aber vielleicht hat ja ein anderes Forumsmitglied andere Erfahrungen gemacht.
      Würde mich sehr interessieren.

      Gruß
      The Problem Solver 8)
    • Richtig, @Michael Fluriplast (und willkommen hier im Forum!)

      Das Fließverhalten ändert sich bei Regranulaten, Mahlgut, ect. Grund hierfür sind ja die kürzeren Molekularketten. Hier scheint für mich auch der Grund zu liegen (zumindest zum Teil), da sich die Ketten hier dichter aneinander legen können und es weniger Verknäulungen gibt. Daher müsste der Schwund hier größer sein.

      .......soweit die Theorie!

      ;)
      MfG

      qs
      (Moderator)
    • Ich schließe mich qs an. Die Theorie besagt, dass bei kürzeren Ketten die Neigung zur Schwindung geringer ist. Nur muss man sich hierbei noch die Theorie genauer anschauen.
      Die Moleküle können sich mit kürzerer Länge deutlich freier im Raum bewegen, brauchen weniger Kraft für eine kristalline Anordnung und haben somit eine höhere Neigung dies auch zu tun. Soweit zur Theorie der Kristallisation. Jetzt hängt einiges vom Regranulat ab. Wie oft wurde es verarbeitet und wie stark wird es bei jedem Schritt geschädigt? Es sind einige Stufen notwendig, damit dies passiert und die Kettenlänge ein Maß erreicht, wo es sich ideal in eine Kristallstruktur begeben will. Hierbei steht nun die hohe Verarbeitungstemperatur dem ganzen entgegen. Die kurze Kette verdampft letztendlich schneller in die Umgebung als sie einen Kristall bilden will. Ebenfalls diffundiert sie recht schnell heraus.

      Theoretisch ist die Schwindung bei Regranulat also größer, praktisch tritt sie nicht ein, da andere Prozesse eher greifen und deutlich stärker wirken. Hoffe ich konnte helfen und liege nicht komplett daneben mit der Begründung.
    • Danke @1und21 :)

      Ich denke auch in diese Richtung und natürlich ist es Richtig, dass es noch viele Einflußfaktoren gibt.
      Danke für die Ausführungen.

      Möglicherweise hat ja schon jemand hinsichtlich dieses Themas Versuche gefahren?!?
      MfG

      qs
      (Moderator)
    • Also ich würde da ziemlich strikt und penibel zwischen Regranulat und Mahlgut unterscheiden.
      Viele verwechseln das bzw. gebrauchen die Begrifflichkeiten nich ganz korrekt (was ich ausdrücklich niemandem HIER vorwerfen möchte).
      Bei Mahlgut ist das mit der Molekülkettenlänge sicher richtig, wobei auch da schon die Frage ist inwieweit das Fließverhalten beeinflusst wird. Das hängt einfach von viel zu viel ab (Einsatzmenge Mahlgut, Mahlstufe, Chargenqualität, Verarbeitungsparameter, Anguss- und Werkzeuggeometrie etc.) Da sehe ich es als Fakt: Ja die Moleküle sind bei Mahlgut kürzer als bei Originalmaterial. Aber das kann auch "unbemerkt" bleiben.
      Bei Regranulat wäre ich da vorsichtig. Regranulat wird vernünftig aufgearbeitet und oftmals wie der Name schon sagt "neu granuliert". Dabei wird es aufgeschmolzen. Manche Hersteller gehen nun hin und polymerisieren das Material "hoch" (bzw. man kann das machen). Durch entsprechende Verfahren werden die Molekülketten also wieder verknüpft oder verlängert (je nach Reaktionsart) sodass man nicht zwangsweise kürzere Ketten als das Originalmaterial am Ende haben muss.
    • @Engel42:

      Da stimme ich gern zu, wobei meines Wissens nach noch unterschieden werden muss, zwischen Regenerat ( Umschmelzprozess mit Zusatzstoffen ) und Regranulat (Umschmelzprozess ohne Zusatzstoffe )

      Aber Regranulat / Regenerat hin oder her, wenn Die Ketten wieder aufgebaut / verlängert wurden, ist es natürlich was anderes als wenn dies nicht der Fall ist.
      Einen Abbau der Ketten kann man relativ leicht feststellen, z.B. durch die Messung des MVR/MFR.

      Wenn die Ketten wieder verlängert werden, wird ja auch hinsichtlich der Schwindung nicht viel auffallen.
      (hier wieder theoretisch!)
      MfG

      qs
      (Moderator)
    • Bezüglich Regenreat und Regranulat ist auch das soweit korrekt. Aber auch bei Regranulat kann durch die reine Wärmezufuhr eine geringe kettenverlängerung erreicht werden, sofern das Material nicht zu großer Scherbelastung ausgesetzt wird.

      Dann noch etwas aus der Praxis bzgl. MFR/MVR:
      Ich habe die letzten Tage erst Messungen durchgeführt. Dazu habe ich Teile aus Polycarbonat eingemahlen und daraus den MFR/MVR gemessen.
      Die werte waren aber so nah an den Datenblattwerden (und auch an den Werten des Originalmaterials) dass eine zuverlässige Aussage nicht gemacht werden konnte a la "DIE Werte gehören dem Mahlgut und DIE dem Originalmaterial" Klar gab es Unterschiede, aber die beliefen sich teils erst an zweiter Nachkommastelle. Da wir wissen, dass der MFR/MVR nur sehr bedingt eine Aussage über das Fließen in der Spritzgießmaschine liefert, wäre ich da also auch vorsichtig. Zumindest wenn ich die "echte Produktionspraxis" betrachte.
    • . . . Aber die Fliessspirale und der MVR / MFR haben bezüglich der Schwindung überhaupt keinen Aussagewert.

      Ausserdem: Unterschiede im MVR / MFR in der 2. Nachkommastelle sind nach unserer Meinung mehr als völlig normal. Eine Abweichung von +-10% - selbst in einer Charge - sind noch völlig normal, da auch die Messungenauigkeit der Geräte berücksichtigt werden muss.
      MfG. petersj
    • petersj schrieb:

      . . . Aber die Fliessspirale und der MVR / MFR haben bezüglich der Schwindung überhaupt keinen Aussagewert.

      Ausserdem: Unterschiede im MVR / MFR in der 2. Nachkommastelle sind nach unserer Meinung mehr als völlig normal. Eine Abweichung von +-10% - selbst in einer Charge - sind noch völlig normal, da auch die Messungenauigkeit der Geräte berücksichtigt werden muss.



      Hallo petersj!
      Hatte mich schon gefragt, wo Du bleibst ;)

      Das Thema Schmelzindex und Fließspirale sollten wir einfach mal als leichter Drift im Thema ansehen.
      Aber mal beim "Drift" zu bleiben, ich stelle bei einem Material, bei unterschiedlichen Chargen, auch recht große Unterschiede fest, aber wenn es sich, wie es hier angesprochen wurde, immer um die gleiche Probe handelt, die mehrfach gespritzt und gemessen wurde, sollten es anders aussehen, oder?

      Die Schwankungen in verschiedenen Chargen hängen von mehreren Dingen ab, da kommt ja schon der Restfeuchtewert ( trocken und trockener..)mit ins Spiel, ect.
      Aber das wäre ein anderes Thema.

      @petersj, wie ist denn Deine Meinung zum eigentlichen Thema?
      MfG

      qs
      (Moderator)
    • Eigentlich wollte ich zu dem Thema "Schwindung, Unterschied Neuware kontra Regranulat / Regenerat" nichts sagen. Eigentlich nur soviel: Man darf diese drei Arten eigentlich nicht auf einen Standpunkt setzen, weil es sich eigentlich um drei unterschiedliche Produkte handelt. Man könnte sie zwar miteinander "vergleichen" - ist aber dann wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Wenn man sich betriebsintern darauf einigt Mahlgut aus Angüssen in die laufende Produktion z.B. zu 10% einfließen zu lassen, ist das noch lange kein Regranulat oder Regenerat. Erst wenn dieses Mahlgut als komplettes Gemisch - vielleicht auch wieder extrudiert, um einheitliches Granulat zu erhalten - eingesetzt wird, erhält man ein neues Produkt. Dieses wird dann sicherlich auch oft als B, C oder D-Ware gekennzeichnet und hat damit einen definitiv anderen Namen. Trotzdem ist dieses nie eine Neuware, sollte so auch nicht verkauft werden und hat mit Sicherheit auch andere mechanische, rheologische und Schwindungswerte. Gleiche Werte währen rein zufällig, was aber nichts an der Benennung des Produktes ändern dürfte.

      Ich habe mal unsere Schwindungsmessungen (durchgeführt entsprechend der Norm) durchgesehen und selbstverständlich Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten festgestellt. Interessanter Weise in beide Richtungen. Aber das liegt dann an den eingesetzen Rohmaterialien (Mahlgütern). Aber wie schon oben bemerkt: Wir sehen diese unterschiedlichen Produkte als eigenständig an und vergleichen sie daher nicht wirklich.
      MfG. petersj
    • Danke für die Ausführungen, petersj :)

      Ich stimme Dir zu, das diese 3 Typen unterschiedlich betrachtet werden müsste und das man Vergleiche nur innerhalb einer Qualität ziehen sollte, Es ist ja auch nur eine Diskussion.

      Die Frage ist doch, wenn ich drei Abmusterungen durchführe, eine mit Neuware zu 100% und die Zweite Abmusterung mit z.B. 85% Neuware und 15 % Regranulat und die 3. Abm mit eben 15 % Mahlgut, wie wird sich der Schwund bemerkbar machen?

      Typisch oder eher unvorhersehbar?
      MfG

      qs
      (Moderator)
    • Ein zwar altes Thema, wirkt aber immer wieder wie neu für einige Betriebe.
      Ich habe eben einen Newsletter von "UL Prospector" bekommen, in dem genau dieses Thema "Regranulat richtig und kontrolliert einsetzen" (frei übersetzt) ebenfalls thematisiert und gut beschrieben wird.
      Ist leider in Englisch. Hier der Link:
      knowledge.ulprospector.com/805…Trend+Tuesday+eNewsletter