biowert agriplast - erfahrungen, Tipps

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    • biowert agriplast - erfahrungen, Tipps

      Hallo zusammen!
      bin neu hier und bedanke mich im voraus für alle Antworten.
      Folgendes, mein Chef kam auf die Idee einen Grasfaserwerkstoff mal auszuprobieren, ich informiere mich gerne vorab im Internet über Verarbeitungseigenschaften bevor wir mit der Füllstudie anfangen, oft auch hier im Forum, für dieses Material ist aber echt überhaupt nichts zu finden... ?( Daher meine Frage, hat denn jemand schon Erfahrung mit diesem Material, was habt Ihr für Temp. eingestellt, welche Geschwindigkeiten? Muss es vorgetroknet werden? Wie mischt man das Batch drunter, was muss noch beachtet werden...?

      Genaue Materialbezeichnung folgt.

      VG,
      Paul
    • Grasfaser kommt einen vor wie ein Zungenbrecher :D

      Würde es wohl wie einen Holzfaserwerkstoff behandeln: Bambus
      Dies würde ich vortrocknen, bei 80grad und ca. 4std
      Da als Batch gedacht, würde ich alles unter 10% als normal betrachten und Temperaturen unangetastet lassen.
      Da ich von PP ausgehe, dann nur max 200grad sonst wird es verkohlen.

      Eigentlich bekommt man auch noch ein Datenblatt ;)
      ..:: Gruß von Kuka ::..
      ..:: Alle sagten es geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste, und tat es ::..
    • Hallo paswa,

      ich weiß nicht, was Du für ein Internet hast, aber in meinem finde ich spontan das:

      biowert.de/ne_installation/TeK…riPlastBW_flyer2012_d.pdf

      biowert.de/ne_installation/TeK…426-FlaxPP_flyer_2013.pdf

      Alles zu finden, wie sollte es anders sein, unter :

      biowert.de/downloads


      Ich wünsche eine fröhliche Abmusterung :D
      MfG

      qs
      (Moderator)
    • qs schrieb:

      @Kuka:

      Vermutlich war die Frage so gemeint, wieviel Batch beigegeben wird. Vermute ich zumindest! :|

      Hi,

      ja genau, wiviel von dem Batch kommt dazu... Bie den Datenblättern von "qs" stehen auch keine Infos bzgl. verarbeitung, was ich wissen wollte sind tipps von leuten die bereits erfahrung damit haben...



      Danke schon mal, falls jemand noch einen Tipp hat dan bitte gerne :)

      Gruß,

      Paul
    • Das ist definitiv kein Batch! Das soll so wie es ist (vorgetrocknet) gespritzt werden. Sonst würde die eigentliche Absicht - einen Kunststoff mit hohem Naturfaseranteil zu erhalten - verloren gehen.

      Allerdings halte ich die max Verarbeitungstemperatur von 200°C für sehr optimistisch. Erfahrungen mit NFPP und NFPE haben bei uns gezeigt, dass man deutlich unter 200°C bleiben sollte. Vor allem bei Verweilzeiten ab 5 Minuten. Bei Produktionspausen (auch nur kurz) muss vorher mit PP bzw. PE gespühlt werden. Sonst hat man Holzkohle und Rauchzeichen.
      MfG. petersj
    • petersj schrieb:

      Das ist definitiv kein Batch! Das soll so wie es ist (vorgetrocknet) gespritzt werden. Sonst würde die eigentliche Absicht - einen Kunststoff mit hohem Naturfaseranteil zu erhalten - verloren gehen.

      Allerdings halte ich die max Verarbeitungstemperatur von 200°C für sehr optimistisch. Erfahrungen mit NFPP und NFPE haben bei uns gezeigt, dass man deutlich unter 200°C bleiben sollte. Vor allem bei Verweilzeiten ab 5 Minuten. Bei Produktionspausen (auch nur kurz) muss vorher mit PP bzw. PE gespühlt werden. Sonst hat man Holzkohle und Rauchzeichen.

      es geht um das zaumischen von einem Farbbatch (schwarz). Um ein gutes Farbergebnis zu erreichen, wieviel prozentuel muss man dazu tun? Vortroknen 4h bei 80 grad reicht?

      Du schreibst von kurzen verweilzeiten, nun bei uns ist es eher so ein experiment, so dass keine serie laufen wird und das Material schon länger im Agregat bleiben muss... wass mauss ich da beachten...?

      Gruß!
    • Als Schwarzbatch würde ich ein Batch auf PE- oder PP-Basis vorschlagen. Keinesfalls ein "Universalbatch" auf SAN-Basis verwenden.

      Wie schon gesagt: Versucht die Verweilzeit so kurz wie möglich zu halten. Dazu gehört natürlich, dass ihr zu dem Werkzeugvolumen einen entsprechenden Zylinder verwendet (Dosierweg 1/3 bis 2/3 des maximal möglichen). Dann würde ich mit den Temperaturen im unteren möglichen Bereich starten. Nach dem Spritzen eines Teils, nicht erst das Spritzteil begutachten und dann den nächsten Schuß starten - Maschine muss weiter laufen (auch im Experiment). Sonst zersetzen sich die Fasern. Staudruck zur Batchverteilung muss leider niedrig bleiben (max 100bar), sonst waren das mal Fasern (die sollen schließlich GF ersetzen und auch Volumen des Polymers). Deshalb muss das Batch also sehr leichtfließend sein. Bei einem kräftigen Batch sollten 2% eigentlich reichen. Aber nicht enttäuscht sein: ihr bekommt eigentlich nur das Polymer gefärbt. Die Fasern werden grünlich/grau/braun bleiben. Sonst müsst ihr sehr viel Batch einsetzen und das wird dann unwirtschaftlich.

      Ich würde das Spritzen zuerst aber ohne Batch probieren. Erst wenn das zuverlässig läuft würde ich mit der Zugabe von Batch arbeiten. Sonst würde man praktisch versuchen, zwei Pferde gleichzeitig zu satteln. Immer schön der Reihe nach - kostet sonst nur unnötig Geld.

      Sonst zur Hilfe mal den Produzenten anrufen. Gerade bei den Naturfasern erhält man von denen in der Regel sehr gute Hilfen und Tips.
      MfG. petersj
    • paswa schrieb:

      ja genau, wiviel von dem Batch kommt dazu... Bie den Datenblättern von "qs" stehen auch keine Infos bzgl. verarbeitung, was ich wissen wollte sind tipps von leuten die bereits erfahrung damit haben...



      ??? Zumindest stehen dort die Verarbeitungstemperaturen und das auf Scherung vermieden werden sollte! Wie wäre es denn, den Lieferanten mal zu fragen, was er für Verarbeitungsempfehlungen hat?
      MfG

      qs
      (Moderator)
    • Wir haben ein PP-Flachsfaser hergestellt. Bei Spritzen haben wir maximal 180°C Massetemperatur gefahren, 50°C Werkzeugtemperatur. Staudruck 100bar, Schneckendrehzahl 20m/min. Einspritzgeschw. 20mm/sec, Nachdruck 900bar für 35sec bei einem Formteil ca. 20x170x4mm (2 Kavitäten, Kaltkanal). Spritzteilvolumen ca. 32ccm.

      Nun sind Flachsfasern aber deutlich hitzebeständiger als Gras (ausser die nehmen Bambus, glaub ich aber nicht).

      Die Zugabe von Batch dürfte bei 2% (Gewichtsprozent) anfangen. Das hängt aber extrem von der Färbewirksamkeit des Batches ab! Das müsst ihr tatsächlich ausprobieren.
      MfG. petersj
    • Ich ging von einer Batchanwendung aus:
      von Paul

      was habt Ihr für Temp. eingestellt, welche Geschwindigkeiten? Muss es vorgetroknet werden? Wie mischt man das Batch drunter


      Bei einem Anteil von 10% würde ich die Temps so lassen
      Da es nicht wie verstanden um eine Batch-Anwendung geht, würde ich max 200°C (natürlich meine ich die Düse) für den Prozess veranschlagen.
      Da es zu 100% verarbeitet werden soll und der Träger PP ist, ergibt sich ein anderes Bild.

      Nun wäre ein Datenblatt mit den Werten vom Hersteller nicht übel...
      Das hier habe ich gefunden: compositesevolution.com/Portal…0datasheet%2020-05-11.pdf
      ..:: Gruß von Kuka ::..
      ..:: Alle sagten es geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste, und tat es ::..
    • @ Kuka

      Die Datenblätte für "spritzfähiges" Material stehen schon oben als 3. Post. Das von dir eingestellte Datenplatt bezieht sich anscheinen auf ein Pressmaterial (Druck 100bar). Aber auch in den o.g. Datenblättern stehen bereits die Verarbeitungstemperaturen, sowie der Füllgrad (mit 40-75% jedoch recht vage).

      Ebenso sind hier die Parameter für eine Vortrocknung bereits vorgegeben.
      MfG. petersj
    • Ups, stimmt :D

      Verarbeitungshinweise Biowert FlaxPP 5050/400 HM: ausreichend trocknen bei 70 – 80 °C, Heizzonen von 200 °C
      abfallend bis 170 °C, Massetemperatur in der Spitze 210 °C kurzzeitig möglich, Werkzeugtemperatur 40 – 50 °C,
      Friktionswärme und Scherungswärme vermeiden, auf gute Entlüftung des Werkzeuges achten.


      Dann sag ich mal nichts mehr :S
      ..:: Gruß von Kuka ::..
      ..:: Alle sagten es geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste, und tat es ::..
    • Wollte ja noch die genaue Werkstoffbezeichnung nachtragen, also es handelt sich um das "BIOWERT FLAX'PP 5050/400 HM". Hatt das jemand schon gespritzt? Und nochmal, mit Batch meinte ich das zuführen eines Farbstoffes (zum FlaxPP), um es schwarz zu färben :)

      Danke für alle Tipps! Werden mir bestimmt weiterhelfen!
    • Das is ja man auch nich so ganz einfach mit "gib mal ´n paar Tips". Es kommt bei diesen Sachen oft mit auf das Werkzeug an. Ich weiß so jetzt auch nicht, wie lang und grob die Fasern sind. Das mußt du vor Ort mal beurteilen. Denn bei langen und groben Fasern kannst du Probleme mit Heißkanaldüsen, Tunnelangüssen etc. bekommen. Ansonsten würde ich das Material erst mal wie ganz normales PP-GF behandeln - nur nicht über 200°C.

      Deswegen : Alle angegebenen Werte und Verarbeitungshinweise sind Richtwerte und entbinden den Verarbeiter nicht von eigenen
      der Anwendung entsprechenden Prüfungen und Einstellungen.
      MfG. petersj
    • Hallo zusammen!

      die ersten Spritzversuche haben wir nun hinter uns, ich muss sagen, ...dass es ganz schön stinkt... :)

      Ich habe mich an die vorgaben des Herstellers gehalten und auch natürlich an eure Tipps. Das einzige Problem das wir haben ist, dass die Teile schlieren, ähnlich wie Wasserflecken, haben... Wir konnten es bisschen reduzieren aber nicht ganz weg bekommen... Hat es etwas mit der feuchte des Materials zu tun, wir haben es die ganze nacht bei 80 grad getrocknet...? Vielleicht hat noch jemand eine Idee?

      Danke und Viele Grüße!
    • Das ist normal so. Wenn du dir die Bilder auf der Homepage ansiehst, kannst du diese "Wasserflecken" ebenfalls erkennen. Das liegt an der Orientierung der Fasern, an teilweisen Zersetzungsprozessen (Geruch hast du ja festgestellt) und an nicht guter Vernetzung mit dem Polymer für das ihr aber nichts tun könnt. Das ist eben "öko".
      MfG. petersj