PA66 Ultramid A4H MO3, Rezyklierung

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • PA66 Ultramid A4H MO3, Rezyklierung

      Hallo Gemeinde,

      habt Ihr schon Erfahrungen mit PA 66 Ultramid A4H MO3 machen können? Mich interessiert speziell der Wiedereinsatz des Angusses im Kreislauf per Beistellmühle. Muss ich mit Problemen rechnen? Verstärkter Staubbildung oder Mahlprobleme auf Grund des Mo3?
      Oder gibt anderes wissenswertes zu diesem Material?
      Grüße :thumbup:
    • Wenn ich das richtig verstehe, ist das MO³ wohl ein Schmiermittel. Das gibt eigentlich keine Probleme. Der Staub dürfte, wie bei allen unverstärkten Polyamiden, relativ gering sein. Ansonsten gelten die gleichen Verarbeitungsrichtlinien wie bei der Ausgangsware (Vortrocknung). Auch sollte der Einsatz von Mahlgut sicherlich nicht größer als 20% sein. Das könnt ihr auch ganz einfach bei der BASF nachfragen.
      MfG. petersj
    • Hallo petersj,

      BASF hat sich da sehr bedeckt gehalten. Mehr Information als max. 10% Mahlgut , haben wir nicht bekommen. Und ja ist ein Schmiermittel, der Artikel den wir fertigen wollen ist quasi ein Gleitlager. Wir befinden uns am Anfang des Projekts und versuchen Werkzeug und Peripherie optimal abzustimmen.
      Wir müssen nun entscheiden, wollen wir einen teuren Heißkanal verbauen oder geht ein Kaltverteiler/Anguß, den wir dann per Beistellmühle in den Prozeß zurückführen. Der nächste Schritt wäre ja dann welche Mühle oder welcher Heißkanal ist für dieses Material optimal. Da muß man manchmal eine Wünschelrute auspacken um die optimalste Lösung zu finden.

      Ich wäre über Erfahrungen anderer Anwender sehr glücklich, scheint aber nicht so oft verarbeitet zu werden.
      Grüße :thumbup:
    • Klar ist doch, dass mit jedem erneuten Verarbeitungszyklus die Qualität des Materials nachlässt. Die mechanischen Werte werden immer schlechter. Um da auf einem gleichbleibenden Niveau zu bleiben soll nicht mehr as 10% Mahlgut eingearbeitet werden. Dabei muss aber auch beachtet werden, dass mit jedem Einsatz gemahlener Angüsse auch Material zum Einsatz kommen kann, dass schon mehr als einen Prozess durchlaufen hat.

      Zur Mühle muss gesagt werden, das die Größe der Mahlgutkörner in etwa der Granulatgröße entsprechen sollte, da es sonst zu entmischungen kommen kann. Ausserdem muß auch das Mahlgut entsprechend getrocknet sein. In der Regel kann man bei den Mühlenherstellern oder Lieferanten Mühlen für entsprechende Versuche buchen. Das würde ich auf jeden Fall ausprobieren. Die wollen dann natürlich wissen, welchen Durchsatz die Mühle bringen soll. Wenn ihr schon eine Beistellmühle habt, würde ich es einfach mal mit der ausprobieren. Das Material verhält sich etwa wie normales unverstärktes PA66. Ob ihr einen Heißkanal oder Kaltkanal benutzt hängt natürlich von eurer Werkzeugkonstruktion und dem Fertigteil ab.

      Ich weiß nur, dass unsere Spritzgießer immer am Fluchen sind, weil sich die Maschine selbst nach 50Schuß nur schwer reinigen lässt.
      MfG. petersj
    • Wir haben diverse Beistellmühlen im Einsatz, für die wir unterschiedliche Siebgrößen im Regal haben.

      Das Thema Spritzzylinder reinigen ist schon mal ein interessanter Hinweis. Das Molybdänsulfid lagert sich ja in der Stahloberfläche ab und erreicht so seine Schmiereigenschaft, da kann ich mir gut vorstellen, das man das dann schlecht wieder raus bekommt.
      Außerdem wirkt es als Nukleierungsmittel, was auch für die Werkzeugkonstruktion eine Rolle spielt. Ich sammele ja gerade Info´s um dies noch in die Konstruktion einfließen zu lassen. Und das Argument "Abbau der mechanischen Eigenschaften durch häufigen Umlauf des Angußes" ist für uns ein Argument, das wir beim Kunden für einen teureren Heißkanal geltend machen können.
      Grüße :thumbup:
    • Naja, ein Heißkanal ist gegenüber einem Kaltkanal natürlich auch im Anschnitt von Vorteil, da nichts nachgearbeitet werden muß. Wenn ich mich recht erinnere ist das Zeugs auch sehr zäh (zumindest das aus unserer Produktion) Ein Tunnelanguß reißt u.U. nicht richtig ab (Faden).

      Wir merken regelmäßig, dass das Zeug auf Grund seiner Gleiteigenschaften auf der Schnecke "schwimmt". es wird also gelegentlich schlecht eingezogen. Mit weniger Staudruck (normal 150bar) -dann auf 50bar bekommt man das dann hin.
      MfG. petersj
    • Hallo petersj,

      danke Dir für Deine Informationen! Und ja, das Material ist von Euch, leider bekomme ich von Euch aber nur ein technisches Datenblatt in dem natürlich die unoffiziellen Informationen zu Verarbeitungseigenschaften usw. nicht drin stehen.
      Also danke noch mal.
      Mit freundlichen Grüßen
      Grüße :thumbup:
    • Mit "unser Material" meinte ich
      ALCOM PA66 910/1 MO2

      Ist bedingt mit dem Ultramid vergleichbar. Für das Ultramid sind wir Lizenzpartner. Das muß nicht zwangsläufig bei uns produziert worden sein. Grundsätzlich können und dürfen wir für Lizenzprodukte keine weitergehenden Auskünfte geben, als wir von den Lizenzgebern die Freigabe bekommen. Und die beschränkt sich auf die Datenblattwerte, auch wenn wir aus eigener Erfahrung weitergehende Werte gesammelt haben.


      Deshalb beziehen sich die gemachten Angaben "ausschließlich" auf unser Material.

      Für unser Material geben wir folgende Verarbeitungsparameter an:

      Verarbeitung: Spritzgießen (Massetemperatur: 285 -310 °C, Werkzeugtemperatur: 80 - 120 °C)

      Wichtig ist eine gute Vortrocknung: Restfeuchte <=0,1%



      Grunsätzlich gibt es aber für Kunden auch die Möglichkeit der anwendungstechnischen Hilfe durch die ALBIS. Da kann man ggf. mehr erfahren. Z.B. im zuständigen Verkaufsbüro anrufen und mal nachfragen. (Welches Verkaufsbüro für euch zuständig ist erfährst du in eurem Einkauf)
      MfG. petersj