Rüstwagen zur Rüstzeitoptimierung

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    • Rüstwagen zur Rüstzeitoptimierung

      Hallo zusammen

      Ich bin derzeit stellvertretender Abteilungsleiter der Kunststoffabteilung in einem mittelst. Unternehmen der Musikindustrie. Unsere Kunststoffabteilung umfasst momentan 7 Spritzgussmaschinen von 50t - 220t, mit denen wir hauptsächlich Kunststoffartikel für Eigenbedarf produzieren.

      Da ich bereits vor meiner Weiterbildung zum Techniker in der Firma als Einrichter gearbeitet habe und nun in die Position des Abteilungsleiters aufgestiegen bin möchte ich in der Abteilung manche Dinge verändern.

      Bisher war unsere Abteilung nicht optimal strukturiert. Kühlwasserschläuche, in völlig willkürlichen längen, wurden an der einen Ecke gelagert, Anschlusskabel für die Heißkanalregelgeräte an der anderen Ecke und so weiter. Dadurch ergaben sich viele Laufwege und natürlich erhöhte Rüstzeiten. Da wir eine neue Maschine bestellt haben müssen wir unsere Abteilung aus Platzgründen umgestalten. In diesem Zug möchte ich nun einen Zentralen Rüstplatz anlegen wo alle benötigten Utensilien wie o.g. Schläuche, Kabel, Kupplungen, Auswerferstangen etc. gelagert werden.

      Ebenso möchte ich Rüstwägen einführen, welche unsere Einrichter für den Folgeauftrag bereits vorher bestücken um dann zum Umbau der Maschine nur noch mit dem fertigen Rüstwagen an die Maschine fahren müssen. Dies würde uns lange Laufwege sparen. Diese Wägen sollten etwa die größe eines normalen Werkzeugwagens haben (eher etwas größer) mit einer Ablagefläche/Arbeitsfläche in Hüfthöhe, Aufhängevorrichtungen für Schläuche etc., 1-2 Schubladen für Ersatzteile/Handwerkzeug/Wechselkerne. Die Ablagefläche sollte auch ein Gewicht bis ca 120 KG tragen können, da wir relativ viele kleine Werkzeuge mit Wechselkernen haben. So könnte man die Werkzeuge direkt an der Maschine umbauen und wieder in die Maschine hängen.

      Nun meine Frage: Hat von Euch bereits jemand Erfahrungen mit solchen Rüstwägen oder hat vielleicht sogar solche schon in Gebrauch?

      Ich habe schon einige Kataloge und das Internet durchforstet, jedoch noch nichts gefunden was meinen Vorstellungen entspricht.

      Ich freue mich auf Eure Antworten

      MfG

      Klabusterbär
    • Moin Moin ,
      diese sogenannten Ecken haben wir auch, wo erst mal alles (abgestellt)- entsorgt wird . :cursing: Wir haben jetzt fast 50 MC´s und wollen das auch mal ändern , da das bei uns jetzt sehr lange Laufwege sind wenn man mal etwas braucht . Wir wollen jetzt versuchen Schubladenschränke zu kaufen (in verschiedenen Größen) und die dann in der Produktion so verteilen , dass für die jeweiligen MC`s die um die Schräncke stehen, den ganze kram unterzubringen . ( wie z.b. Schrauben , Brücken , Kabel , ....) .
      Zu den Rüstwagen : Wir Einrichter haben bei uns jeder einen eigenen Wagen . Ich habe jetzt von Gedore so ein Hammer Teil (1504) 8) , der eine gute Arbeitshöhe hat und einen Schraubstock habe ich da auch noch drauf . Da kann man auch noch so ein paar Sachen unterbringen . Ist allerdings nicht so günstig so ein Teil , aber der kann schon was einstecken . Werkzeuge kann man da auch mal drauf abstellen :thumbup:
    • @Klabusterbär
      Das was du suchst sind "Werkbank-Werkstattwagen" <- Klick mich - ich bin ein Link ;)

      @Bob
      Wir haben breits für jede Maschine einen Schrank und ich kann dir sagen, dass es sehr schwierig ist diesen aufgeräumt und sauber vor zu finden - der Werkzeugwagen wird da schon mehr geehrt...
      ..:: Gruß von Kuka ::..
      ..:: Alle sagten es geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste, und tat es ::..
    • Mahlzeit

      @Bob: Solche Schubladenschränke sind schön und gut, aber ich vermute dass die Ordnung und Sauberkeit dieser Schränke bei uns nicht lange gewährleistet ist. Werkzeugwagen haben natürlich unsere Einrichter auch, jedoch passt da nicht alles drauf wie wir das wollen.

      @Kuka: Danke Dir für den Link. Das sieht schon nicht schlecht aus. Wir werden evtl. mal einen dieser "Werkbank-Werkstattwagen" bestellen und uns noch zusätzlich eine Lochblech-Wand anschrauben. Mal sehen ob das alles so klappt.



      Danke Euch für die schnellen Antworten :thumbsup:

      Klabuster
    • Wir haben unsere Ecken bis zu 95% abgeschafft.Das haben wir durch Änderungen an den Maschinen und Werkzeugen hinbekommen.( HK-Stecker immer 24 polig, Wasserzuläufe zu den Werkzeugen, so das nur noch kurze Brücken verbaut werden. Auswerfergewinde auf 16, 20, 24mm umgebaut.Jede Maschine hat einen Kabelsatz und einen Kernzugsatzt)
      Wenn wir etwas brauchen dann nur für Exoten. Die Schränke hatten sich nach kürzester Zeit zu Müllhalden entwickelt.
      Alles bleibt an den Maschinen.Wir müssen manchmal neue Auswerferstangen anfertigen (unterschiedliche Längen)
    • Uziel schrieb:

      Wir haben unsere Ecken bis zu 95% abgeschafft.Das haben wir durch Änderungen an den Maschinen und Werkzeugen hinbekommen.( HK-Stecker immer 24 polig, Wasserzuläufe zu den Werkzeugen, so das nur noch kurze Brücken verbaut werden. Auswerfergewinde auf 16, 20, 24mm umgebaut.Jede Maschine hat einen Kabelsatz und einen Kernzugsatzt)
      Wenn wir etwas brauchen dann nur für Exoten. Die Schränke hatten sich nach kürzester Zeit zu Müllhalden entwickelt.
      Alles bleibt an den Maschinen.Wir müssen manchmal neue Auswerferstangen anfertigen (unterschiedliche Längen)
      Hallo,
      ich kann Uziel teilweise zustimmen.
      Wir lassen alle Wasserschläuche, Auswerferstangen, Kernzugkabel an den Werkzeugen. Wo Brücken verwendet werden haben wir z.B. fest verrohrt.
      Wenn du ein Handling hast sollte der Greifer ebenfalls beim Werkzeug liegen bzw wenn es nur an einer Maschine verwendet wird kannst du es auch dort lagern.
      Die Werkzeugen mit Wechseleinsätze werden vom Einrichter normal nicht selber gewechselt dafür haben wir den Werkzeugbau. Für die Zeit wo das Werkzeug umgebaut wird rüsten wir ein anderes Werkzeug auf bzw wird das Werkzeug vor Produktion umgebaut. Kurz gesagt alles beim Werkzeug bzw Maschine lagern.

      Cu.
    • Auch wenn das Thema schon uralt ist, ist es ja doch stehts aktuell.

      Um "Dreckecken" zu verhindern, hilft eigentlich nur, mit offenen, sortierten Systemen zu arbeiten, damit es jeder gleich sieht, wenn etwas fehlt, quer liegt o.ä.

      Für Schläuche habe ich z.B. schon Aufhängregale (Ähnlich einem Schlauchturm bei der Feuerwehr) gesehen, an dem sie der Länge nach Sortiert aufgehängt werden - mit einer Wanne darunter können sie bei Bedarf auch direkt leer laufen. Voraussetzung ist natürlich eine begrenzte Schlauchlänge und passende Deckenhöhe der Halle

      Sollen die Rüstwagen nicht dauerhaft bestückt werden, sollte man auch hier schauen, ob es (so arbeitsschutztechnisch möglich) welche mit offenen oder durchsichtigen Seiten gibt - dann sieht jeder gleich, wenn nicht aufgeräumt wurde.
      Für Standard-Werkzeuge sind sog. Shadowboards ne feine Sache, wenn auch nicht ganz günstig: das sind gefräste Schaumstoff-Einlagen, bei denen jedes Werkzeug genau einen festen Platz hat.
    • 03 1010 schrieb:

      mit offenen, sortierten Systemen zu arbeiten,
      Vor dem Strukturieren von Rüstsystemen Spannmittel-/-Schrauben/-Pratzen, Kabel (Werkzeugheizungen, Überwachungen), Schläuche (Temperierung, Pneumatik u. Hydraulik) sollten erst einmal alle Schnittstellen an den Maschinen zu einem Standard gebracht werden.
      Das heist, dass Positionen, Anzahl, Größen der einzelnen Anschlüsse usw. an allen Maschinenaufspannplatten identisch (Standard) sein müssen. Voraussetzung dafür ist eine Struktur, die über alle Maschinen besteht - nach Größe in Gruppen, z. B. von 0 - 100 to Gruppe A, von 110 - 200 to Gruppe B, 210 - 400 to Gruppe C usw. oder so ähnlich. Danach müssen die Energie-Schnittstellen (Kabel/Schläuche) für jede Gruppe festgelegt werden. Diese Schnittstellenstruktur muss in die Maschinen-Spezifikation einfließen, damit alle Anschlüsse bei Bestellung neuer Maschinen von vornherein in Anzahl, Position und Größe gleich mitbestellt werden.
      Die zweite Schnittstelle befindet sich am Werkzeug. Hier ist auch ein Standard festzulegen, wo genau Heizungsanschlüsse (HK), Anschlüsse für Überwachungen (Kernzug, Auswerfer u.ä.) und Druckluft- und Wasseranschlüsse positioniert zu sein haben. Dieses muss ins Werkzeuglastenheft und über die Werkzeugbeschaffung und Musterer für zukünftige Werkzeuge sichergestellt werden.
      Erst danach sollten alle Kabel und Schläuche (Rüstmittel) festgelegt und übersichtlich mit "Rüstwagen" den Einrichtern verfügbar gemacht werden.

      Was bedeutet dieses?
      Nachdem Schnittstellenfestlegung fix ist, muss der gesamte Altbestand an Maschinen und Werkzeuge entsprechend mit den Schnittstellen nachgerüstet werden. =O Nun wird jeder die Augen verdrehen und es beginnt ein Bombardement an Fragen und Äußerungen, wie: Wer soll DAS machen? Wer soll DAS bezahlen? Muss DAS sein? Rechnet sich DAS überhaupt? Geht DAS nicht anders? Wir haben DAS doch noch nie gebraucht?! So'n Aufwand für die paar Rüstungen! :D :D :D Kommt euch das bekannt vor? ;) ;) ;)
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      Gibt es keine Schnittstellenstandards an Maschine und Werkzeug, wird der Einrichter immer mit einem großen *Durcheinander an Schläuchen und Kabeln* zu tun/kämpfen haben, was wiederum ein Rüstkostentreiber ist! :thumbdown:

      Mir ist natürlich auch klar, dass dieses für reine Lohnspritzer sich so nicht umsetzen lässt ....
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Behrens ()

    • Zitat Behrens:

      Nachdem Schnittstellenfestlegung fix ist, muss der gesamte Altbestand an Maschinen und Werkzeuge entsprechend mit den Schnittstellen nachgerüstet werden. Nun wird jeder die Augen verdrehen und es beginnt ein Bombardement an Fragen und Äußerungen, wie: Wer soll DAS machen? Wer soll DAS bezahlen? Muss DAS sein? Rechnet sich DAS überhaupt? Geht DAS nicht anders? Wir haben DAS doch noch nie gebraucht?! So'n Aufwand für die paar Rüstungen! Kommt euch das bekannt vor?

      Und genau DAS ist die gesamte Problematik: Keiner will sich im Betrieb dazu Gedanken machen und wenn sich jemand bereit erklärt (oder beauftragt wird), kommt die Kostenbremse.
      Es ist ja nicht so, dass es solche Systeme bei den Kupplungsherstellern und Normalienherstellern nicht schon gibt = Kupplungsbahnhöfe. Man muss zusätzlich nur an entsprechende Erweiterungsmöglichkeiten denken. Und es muss bei Altwerkzeugen eine entsprechende Zwischenlösung erzeugt werden. Name: Adapter.
      Aber, wie auch schon gesagt wird, werden reine oder teilweise Lohnverarbeiter bei "Wanderwerkzeugen" mit Sicherheit probleme bekommen.
      Die Kosteneffizienz wird sich auf jeden Fall durch geringeren Schlauch-, Kabel-, Stecker- und Kupplungsverberbrauch zeigen. Außerdem wird sich eine deutliche Rüstzeitoptimierung ergeben.