Rahmenteil

  • - Maschine ist abgeschrieben
    - Halle / Platz ist bezahlt (keine Miete)

    - Maschinenpark ist deart dimensioniert, dass es in der Regel zu keinen Engpässen kommt

    Unter diesen Voraussetzungen ist es egal ob die Maschine 10% länger läuft.

    Betriebswirtschaftlich so zwar nicht richtig gedacht .... sollten wir aber so stehen lassen.


    dieses "alle Spritzgießer ohne Direktanbindung und Innendruckregelung sind doof".

    Da diese Aussage nicht stimmt, zudem auch im Vokabular/Ton völlig daneben ist, lasse ich dieses unkommentiert!

  • Diesen Versuch haben wir zichmal gemacht. Im Blindtest ist es anhand von Auszug- und Einschraubtests nicht möglich einen Dübel mit Mahlgut-Anteil von einem ohne Mahlgutanteil zu unterscheiden. Dies bedingt jedoch das der Angussanteil sich in Grenzen hält.
    Wir machen den 0815 Dübel wie Ihn jeder Heimwerker kennt, da ist dieses Verfahren auch bei der Konurenz nicht unüblich. Und ich bin mir sicher du wirst schonmal nen Dübel von Fischer oder Toxx verwendet haben.

    Ich hab das "Glück" und erwische sehr häufig genau die fehlerhaften Teile. Da ist es mir als Endkunde dann auch egal, ob regelmäßig eine Stichprobe gemacht wurde, die immer nur gute Qualität abliefert. Die Stichprobe sagt nur aus, dass die Stichprobe in Ordnung ist und es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der restlichen Charge der Fall ist. Und solch ein schlechter Dübel kann dafür sorgen, dass mir oder anderen Menschen ein Regal auf den Kopf fallen kann. Das Risiko will ich nicht, deshalb meine Prämisse.

    Betriebswirtschaftlich so zwar nicht richtig gedacht .... sollten wir aber so stehen lassen.

    Und solche Kunden lasse ich auch einfach stehen. Sie sind noch zufrieden mit ihren Prozessen und wollen keine Veränderung haben. "Rechnet" sich ja nicht.

  • Das ist leider eine Milchmädchenrechnung:


    "Maschine ist abgeschrieben" - dann könntet ihr sie ja auch einfach verschrotten. Nein? Also soll sie weiter Umsatz und Gewinn erwirtschaften, d.h. wenn ihr 10% Maschinenzeit bei Artikel A einsparst, könnt ihr einen Auftrag annehmen, der die entstandene Lücke auffüllt und so mehr erwirtschaften.

    "Halle ist bezahlt" - das mag zwar sein, aber wie die anderen schon schrieben kostet auch diese Halle euch laufend Geld: Steuer, Versicherung, Strom (Beleuchtung), Instanthaltung, Reinigung, ggf. Heizung. Umgekehrt betrachtet: wenn ihr 10 Hallen habt und durch Einsparungen 10% der Anlagen rauswerfen könnt, könntet ihr von den 10 Hallen eine Vermieten oder Verkaufen.

    "keine Engpässe" - das ist aus betrieblicher Sicht sehr löblich, erspart es doch viel Stress im operativen Geschäft. ein BWL-Hardliner würde jedoch sagen: wenn wir bei 85% (generisches Beispiel) Auslastung sind, verschenken wir ja noch 15% Potenzial.

  • "keine Engpässe" - das ist aus betrieblicher Sicht sehr löblich, erspart es doch viel Stress im operativen Geschäft. ein BWL-Hardliner würde jedoch sagen: wenn wir bei 85% (generisches Beispiel) Auslastung sind, verschenken wir ja noch 15% Potenzial.

    Und deswegen reiten viele BWL-Hardliner ihre Unternehmen zur Zeit auch in die Insolvenz (bzw. ist das schon weit vorher passiert).


    Optimieren? Ja, durchaus. Aber nicht im Übermaß.


    "Sich-nicht-zu-100%-zu-optimieren" ist durchaus kein Mangel eines Unternehmens, sondern ein ganz, ganz wichtiger Puffer und hat im heutigen Umfeld fast das Zeug zu einem Alleinstellungsmerkmal. Ob Maschinenauslastung, fehlendes Outsourcing, oder auch das vielgeschmähte, aber gut bestückte Lager: in diesen Zeiten zeigt sich sehr deutlich, was so etwas wert ist. Und dabei geht es nicht nur um nackte Kennzahlen. Wenn ich einen Neukunden, der zeitlich in Not ist, einfach dazwischenschieben kann, weil noch Luft ist, dann wird er sich das merken. Und diese Leute kommen dann auch sehr gerne wieder und zahlen auch gerne mehr. Denn wir machen möglich, was andere nicht konnten. So etwas taucht in keiner Bilanz auf, ist aber von großer Bedeutung.


    Je weiter man auf Kante näht, desto schneller reisst der Stoff. Viele lernen das gerade schmerzlich.


    Insofern finde ich Steffens Betrachtung rein unternehmerisch (für die Spritzgussfeinheiten fehlt mir noch die Erfahrung) durchaus nachvollziehbar.

  • jogger, aus DEINER Sichtweise und Wahrnehmung verstehe ich deine Aussagen und sie sind grundsätzlich nicht falsch.

    Jedoch: So kann man nur als KLEINUNTERNEHMER (mit Alleinstellungsmerkmal) denken und handeln, jeder Spritzguss-Mittelständler hat mit dieser Denkweise keine Chance und ich denke mal, dass du das auch weißt. Zudem ist die Spritzgussbranche in dem Dilemma, dass es a) viele Spritzgießer mit > 10 Maschinen gibt und b) zu viele Kunden sich nicht vorstellen können, dass Spritzguss mehr ist, als nur "Kunststoff plastisch machen und in einen Hohlraum drücken"! Und GUTE Formteile will jeder Kunde nach der Mentalität *Geiz ist geil* .....

    Nach meiner Erfahrung liegt der ECHTE Nutzunggrad der Spritzereien in Deutschland bei 60-70% (es gibt Ausnahmen) und nun stelle man sich vor, nur 10% des vorhandenen Potentials (und das ist schnell erreicht) könne man durch Optimieren der Prozesse/-abläufe gewinnen = Einsparung von 4 Maschinen bei 40 Maschinen!

    Optimieren? Ja, durchaus. Aber nicht im Übermaß.

    Was ist bei dir "Übermaß"?? Mir ist aus allen bisherigen Unternehmen in der Spritzgussbranche höchstens nur ein *Übermaß an ungenutzter Technik* bekannt!

    Ich kenne es aus meiner gelebten Praxis, dass die Wirtschaftlichkeit von Ratio-Maßnahmen/-Invest geplant und gerechnet werden. Auf Basis dieser Berechnungen wird die Umsetzung entschieden.


    Je weiter man auf Kante näht, desto schneller reisst der Stoff. Viele lernen das gerade schmerzlich.

    Es gibt tausende Unternehmen mit 100tausenden Arbeitsplätzen, die überhaupt nicht mehr "nähen" brauchen, die brauchen nur noch überlegen "mach ich das für den Preis oder lass ich es sein" ... Ich möchte dir mal das Buch *DAVID VS GOLIATH: Die Gepflogenheiten in den Geschäftsbeziehungen zwischen Automobilherstellern und ihren Zulieferern* von Harald Schatz empfehlen, in dem sehr gut die Situation der Zulieferer beschrieben ist. Ja, richtig ist auch, dass diese sich ja selbst in diese Situation gebracht haben(!!) ... jedoch hilft keinem eine Rückspiegeldiskutiererei - außer, dass man über den Rückspiegel für die Zukunft lernt!

  • jogger, aus DEINER Sichtweise und Wahrnehmung verstehe ich deine Aussagen und sie sind grundsätzlich nicht falsch.

    Jedoch: So kann man nur als KLEINUNTERNEHMER (mit Alleinstellungsmerkmal) denken und handeln, jeder Spritzguss-Mittelständler hat mit dieser Denkweise keine Chance und ich denke mal, dass du das auch weißt.

    In der jetzigen Situation, in die sich die Spritzguss-Dienstleister gebracht haben, trifft das sicherlich zu.

    Im Prinzip ist man austauschbar, wenn man nur einen Maschinenpark, eine Halle und (nach dem, was ich hier im Forum mitbekommen habe) oft relativ schlechtes (da billiges) Personal hat. Kunden wollen möglichst billig, weil sie eben so drauf sind, wie Du schreibst: "Wenn Du es nicht machst, macht es der nächste für den Preis und im Prinzip kann das jeder."


    Aber es muss dann auch die Frage erlaubt sein, warum man als Mittelständler daran über die Jahre nichts ändert. Warum beginnt man nicht damit, ein Alleinstellungsmerkmal aufzubauen? Bspw. indem man, wie es ja offenbar früher oft der Fall war, nach und nach eine eigene Werkzeugfertigung aufbaut (hattest Du ja in einem anderen Thread auch kritisiert)? Anstatt die X-te Maschine in die Halle zu quetschen. Anfangs kann man ja auch sagen: ok, wir konzentrieren uns erstmal nur auf Reparaturen.


    Mit angeschlossener Werkzeugfertigung kann man natürlich anders kalkulieren. Im Idealfall beginnt man sogar damit, selbst eigene einfache Produkte zu fertigen. Mit nochmal deutlich höherer Marge, weil zwei Handaufhalter - Werkzeughersteller und Kunde - wegfallen.


    Und Alleinstellungsmerkmal und auch Diversifizierung etc., das sind Dinge, die für kleine wie auch große Unternehmen gelten. Wenn ich einfach ersetzbar bin, dann werde ich auch ersetzt, ob mit 2 oder 200 Angestellten. Und wenn ich mich von einem Kunden/einer Quelle abhängig mache, dann darf ich mich nicht wundern, wenn es irgendwann mal schief geht. Das gilt für Automotive-Zulieferer genau so wie für Uniper.


    In meinen Augen sind es schwere Fehler der Unternehmensführung, wenn diese Umstände dauerhaft so bleiben.


    Nach meiner Erfahrung liegt der ECHTE Nutzunggrad der Spritzereien in Deutschland bei 60-70% (es gibt Ausnahmen) und nun stelle man sich vor, nur 10% des vorhandenen Potentials (und das ist schnell erreicht) könne man durch Optimieren der Prozesse/-abläufe gewinnen = Einsparung von 4 Maschinen bei 40 Maschinen!

    Da ist dann in der Tat noch viel Luft nach oben. Bei 60-70% habe ich auch nichts gegen Optimierung. Aber bei allem über 90% bin ich sehr vorsichtig. Ein robustes Unternehmen braucht einen gewissen Puffer an MA- und auch Maschinenauslastung. Um dann, wenn es Unvorhergesehenes gibt, diesen Bereich gezielt und sofort aktivieren zu können.


    Es gibt tausende Unternehmen mit 100tausenden Arbeitsplätzen, die überhaupt nicht mehr "nähen" brauchen, die brauchen nur noch überlegen "mach ich das für den Preis oder lass ich es sein" ... Ich möchte dir mal das Buch *DAVID VS GOLIATH: Die Gepflogenheiten in den Geschäftsbeziehungen zwischen Automobilherstellern und ihren Zulieferern* von Harald Schatz empfehlen, in dem sehr gut die Situation der Zulieferer beschrieben ist. Ja, richtig ist auch, dass diese sich ja selbst in diese Situation gebracht haben(!!) ... jedoch hilft keinem eine Rückspiegeldiskutiererei - außer, dass man über den Rückspiegel für die Zukunft lernt!

    Das Buch werde ich mir besorgen - man kann ja nicht nur über Spritzguss etc. lesen ;)

    Aber Du schreibst ja selbst, was dort Sache ist - daher gibt es für die Zulieferer von mir auch kein Mitleid, nur für die MA.


    P.S.:

    Was ich mich wirklich frage: wenn die Kundeneinstellung der Spritzgussdienstleister wirklich so ist - warum wird dann hier überhaupt noch gespritzt und ist nicht schon längst alles nach Asien abgewandert? Irgendeine "arme Sau" wird man dort sicherlich finden, die für 0,50€/h Angüsse entfernt oder Einlegeteile aufsteckt. Energie ist sowieso viel günstiger. Was hält die Kunden trotzdem hier?

  • Zum Thema eigener Werkzeugbau kann ich nur sagen ich habe in so einem Unternehmen im Werkzeugbau gearbeitet. Man wird dort vieles gefragt: Warum seid ihr nicht ausgelastet während gleichzeitig extern gebaut wird? Warum könnt ihr das nicht gleich machen, für was haben wir einen Werkzeugbau wenn er keine Zeit hat. Warum wollt ihr neue Maschinen kaufen die mehr können? Warum seid ihr teurer als der Externe? Mit eurer Ausrüstung wird ja nur intern gearbeitet, da fällt es ja nicht im Kundenprohekt auf wenn wir da sparen. Ihr müsst Leute einsparen - warum haben wir niemand mehr der Können und Erfahrung für dieses Spezialgebiet hat?


    Ein eigener Werkzeugbau ist ein Traum. Ebenso ein gut gefülltes Lager wo man vom Mülleimer über Schreibpapier bis zu Elektrokomponenten und P-Platten alles bekommt. Nur will keiner soviel Geld hinstellen.

    Schade aber ist so.

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