Belagbildung ASA

  • Hallo zusammen,


    Ausgangslage:

    Wir spritzen Bauteile für den Automotive-Bereich. Es handelt sich um ein Spritzgusswerkzeug, welches 1fach - Hochglanz poliert ausgelegt ist.

    Die Form wird temperiert mit Variotherhm um die Bindenähte zu kaschieren. Und zusätzlicher "normaler" Werkzeugtemperierung.

    Die Bauteile werden aus einem schwarzen ASA gespritzt.

    Wir haben täglich mit einer grauen Wolkenbildung zu kämpfen. Hierfür wird das Werkzeug alle 2Std. mit einer Reinigungsemulsion "poliert"

    Das polieren hilft mal mehr- mal weniger. Das ist mittlerweile eine Zustand geworden über X Jahre.


    Was zusätzlich noch gemacht wird, um Herr über die "Wolken" zu werden, wir lassen die fertigen Teile im Nachgang zusätzlich polieren... <X


    Fragestellung:

    Hat jemand Erfahrung mit ASA wo die Wolkenbildung verbessert werden konnte?

    Kann es an der Entgasung des Materials liegen?

    Laut Theoretischer Berechnung könnte ich die Zuhaltekraft deutlich verringern, um eine besser Entlüftung zu gewähren....



    Viele Grüße aus Lüdenscheid.

  • Kann es an der Entgasung des Materials liegen?

    Ja, mit ziemlicher Sicherheit!


    Laut Theoretischer Berechnung könnte ich die Zuhaltekraft deutlich verringern, um eine besser Entlüftung zu gewähren....

    Das wäre keine Lösung, da die Ursache nicht beseitigt ist. Entgasung muss beim Plastifizieren passieren!

    Genau auf DAS Thema gehe ich beim Seminar explizit ein! :thumbup:

  • Ein paar Parameter währen nicht schlecht, damit man es auch einschätzen kann.
    Und falls gewünscht, kann ich es mir bei euch mal vor Ort anschauen. Bin auch aus Lüdenscheid.

    • Official Post

    Es gibt tatsächlich einige ASA-Compounds, die bei Hochglanz-Oberflächen deutlich und verstärkt zu diesem Problem neigen und auch führen. ;(


    Besonders auffallen tut das erst bei dunklen Farben wie z.B. schwarz und dunkelblau, besonders der Wunsch nach "Pianolack-Optik" führt bei den entsprechenden Compounds dann zu diesen Problemen.

  • Es gibt tatsächlich einige ASA-Compounds, die bei Hochglanz-Oberflächen deutlich und verstärkt zu diesem Problem neigen und auch führen. ;(


    Besonders auffallen tut das erst bei dunklen Farben wie z.B. schwarz und dunkelblau, besonders der Wunsch nach "Pianolack-Optik" führt bei den entsprechenden Compounds dann zu diesen Problemen.

    Und besonders bei diesen Kunststoffen muss darauf geachtet werden, dass beim Plastifizieren die im Einzug mitgenommene Luft=Sauerstoff nicht in die Schmelze gerät! Also: Dreizonenschnecke und richtiges "Entgasungs-Temperaturprofil" einstellen!

    Das "bessere Entlüften" der Kavität wird das Problem nicht lösen, da Belag und Schlieren durch die Kondensation der heißen Ausgasungen aus der Fließfront entsteht!

    • Official Post

    Du wirst doch sicherlich nicht pures ASA verarbeiten? Ich denke, dass es sich um das Hauptpolymer ASA handelt und dann ist da noch so das ein oder andere Mittelchen zusätzlich mit drin. Wie gesagt: Auf Grund falscher Auswahl und ggf. schlechter Beratung kann es zum Einsatz eines ASA-Produktes gekommen sein, welches für deine HG-Anforderung nicht geeignet ist. Da hilft auch bestes Entgasen und beste Werkzeugentlüftung nicht weiter. Da muss dann ein grundlegender Materialwechsel stattfinden. "ASA" kann evtl. der Name bleiben, aber in einer anderen Zusammensetzung. Auf jeden Fall mit der entsprechenden AWT sprechen. Es gibt da Möglichkeiten!

  • Wir müssen speziell bei ASA feststellen, dass es im Laufe der letzten 2-3 Jahre allgemein vermehrt zu Problemen mit matten Stellen und Belagbildung in unseren Hochglanzvarianten gibt. Ich denke auch dass auch das Material selbst aufgrund von nicht deklarierpflichtigen Charchenänderungen schlechter für unseren Prozess wurde. =O

    Kunst ist wenn man es nicht kann !
    Denn wenn man es kann ist es keine Kunst mehr !

  • Danke für die Ganzen Antworten.

    Genauer handelt es sich um ein Luran S 778T.

    Wir haben dem Kunden auch mitgeteilt, wenn er dieses Material nimmt, dann fährt man einmal durch die Waschstraße, und das ganze Bauteil ist zerkratzt, so empfindlich ist das Teil. Dadurch, dass wir eine eigene Lackierstraße besitzen, dachten wir, dass der Kunde doch gern lackierte Teile hätte... Pustekuchen!


    Besonders auffallen tut das erst bei dunklen Farben wie z.B. schwarz und dunkelblau, besonders der Wunsch nach "Pianolack-Optik" führt bei den entsprechenden Compounds dann zu diesen Problemen.

    Genau so ist es. Wir haben zusätzlich die Werkzeuge DLC beschichten lassen. Vom Gefühl her müssen die Einrichter jetzt weniger polieren.

    Und besonders bei diesen Kunststoffen muss darauf geachtet werden, dass beim Plastifizieren die im Einzug mitgenommene Luft=Sauerstoff nicht in die Schmelze gerät! Also: Dreizonenschnecke und richtiges "Entgasungs-Temperaturprofil" einstellen!

    Das "bessere Entlüften" der Kavität wird das Problem nicht lösen, da Belag und Schlieren durch die Kondensation der heißen Ausgasungen aus der Fließfront entsteht!

    Danke für den Tipp! Ich habe mir mal den Staudruck angesehen, SOLL - IST verglichen. Soll 80bar - Istwert ist +-150bar am schwanken. Ebenso der Nachdruck - Sollwert 600bar- während die Zeit läuft 400 bar -1000 bar... Da scheint wohl das Proportionalventil defekt zu sein.

    Gebe die Tage mal Info´s, ob es unter Umständen mit einem neuen Ventil besser läuft!


    Viele Grüße

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