Farbschlieren

  • Guten Tag Community,



    Heute in Betrieb angekommen, sagte man mir dass ein Formteil der in Blau gespritzt wird Farbschlieren aufweist.


    Ich habe den Farbdosiergerät nochmal neu kalibriert, Vorgehensweise: Unter Kalibrierung Seite auf Start drücken -> Sobald Batch aus der Schnecke kommt; Stoppen -> Dann den drunter gestellten Abfangdose leeren -> Kalibrieren Starten -> Farbdosiergerät lasst 10 Schuss raus -> Abwiegen -> 7.5g zeigt waage an -> 7.5g als Ermitteltes Wert eintippen -> Farbdosiergerät stellt sich auf 0.75 g / Pro Rot. ein.


    Dann Schussgewicht, % und Dosierzeit noch eintippen, und das Gerät ist fertig eingestellt.


    Später bin ich dann mit Staudruck rauf, das heisst: Engel Maschine reale Werte -> Dos. Geschw. 80% - Staudruck 145 bar ----- Mat. PP


    Danach habe ich die % Menge von 3.0 auf 1.5 % Reduziert.


    Es sieht alles viel besser aus aber ich möchte es perfektionieren, was gibt es noch zu beachten ?

    Dass es nicht gut homogenisiert wird und eine Mischdüse her muss?

    schussgewicht 157g und 8 Fach Werkzeug .. Form ähnelt ein Becher der in die Länge gezogen ist.



    vielen dank jetzt schon für eure Mühe und Antworten


    Mfg

  • Hallo,

    Meiner Meinung ist der Staudruck viel zu hoch eingestellt mit 145 bar. Die Dosiergeschwindigkeit scheint auch ziemlich schnell, kenne mich mit Engel aber nicht aus.

    Kann man sich die Prozentzahlen in Drehzahlen oder in Umfangsgeschwindigkeiten anzeigen lassen?

    Ich könnte mir vorstellen, dass das Material oder Batch schon thermisch geschädigt ist.

    Sind aber nur Vermutungen, bin noch relativ neu im Geschäft. Warten wir mal lieber auf andere Meinungen dazu.

    Wie sind denn deine Zylindertemperaturen?

    Schneckendurchmesser?

    Dosiervolumen?

    Zykluszeit?

  • Moin,

    als du mit dem Problem konfrontiert wurdest, wie lange lief die Maschine schon so? Gerade 2 Stunden umgebaut oder schon ein paar Tage? Was war vorher für Material auf dem Trichter? (Evtl. sogar Mahlgut?)


    Auch interessant wäre zu wissen:

    Was hast du für eine Kühl- und Dosierzeit?

    Wenn du den Staudruck auf ~50bar stellst, wie verhält sich das Farbbild dann?

    Ist ein bestimmtes Spritzprofil eingestellt?


    Kalibrierung vom Farbgerät sollte passen, so kenn ich's auch. Aber was für ein blau ist es? Hell, dunkel?

    Wie äußern sich die Schlieren, wie sehen sie aus? Viele kurze Striche, kleine Punkte...


    Wenn du eine Mischdüse zur Hand hast, probier das ruhig mal aus (auch wenn die Schlieren beispielsweise bei 50bar Staudruck wiederkommen - "schlechte" Werte kurzzeitig wiederherstellen und dann das Bild mit der Mischdüse vergleichen.) Kann helfen, muss aber nicht.


    Temperaturen und Schneckendurchmesser wäre - wie über mir erwähnt - auch gut zu erfahren.


    Bis jetzt hast du doch auch schon gute Ergebnisse erzielt und ich finde es sehr lobenswert dass du da alles rausholen willst, würde mir wünschen wenn es solch Ehrgeiz öfters geben würde :thumbup:


    MfG

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    Ganz ehrlich: Vergiss den Staudruck und verlasse dich ganz allein auf einen guten statischen Mischer. Batches über den Staudruck zu verteilen führt immer wieder zu Verteilungsproblemen. Das ist ein "Verfahren von gestern".

    Wenn die Batchkonzentration zu niedrig ist, kann auch keine vernünftige Homogenisierung stattfinden.

    Und dann steht da noch die Frage im Raum was der Hersteller des Batches sagt: Wie viel % sollen eingesetzt werden um das Farbziel zu erreichen.

    Und letzten Endes gibt´s da noch die Frage: Ist das Batch vom Polymer her auf die Rohware angepasst? Besteht das Trägermaterial nicht aus annähernd dem gleichen Polymer wie die Rohware (z.B. SAN-Trägermaterial in PP-Rohware) sind Schlieren meistens vorprogrammiert. Dieses Problem taucht gerne bei sogenannten "Universalbatches" auf.

  • Vergiss den Staudruck und verlasse dich ganz allein auf einen guten statischen Mischer. Batches über den Staudruck zu verteilen führt immer wieder zu Verteilungsproblemen. Das ist ein "Verfahren von gestern".

    DEM kann ich nur voll und ganz zustimmen! Leider wird heute immer noch der größte Teil aller *Einfärbprozesse auf Spritzgussmaschinen* mit "Steinzeit-Methoden" gestaltet bzw. optimiert! ;( Teils ist es ja auch verständlich, da der Anteil solcher Prozesse in vielen Spritzereien gering ist und man möchte sich das Beschaffen des Equipments (Mischfilter (ist das Mindeste) oder auch Mischschnecken) sparen - oft ist es aber auch Unwissen über solche Möglichkeiten, die viel Geld einzusparen, Kostentreiber sind:

    • Energievergeudung wegen zu hoher Staudrücke - der Energieverbrauch für Staudruck wird allgemein(!!) völlig unterschätzt!
    • Erhöhte Ausschussquoten.
    • Höhere Prüf-/Kontrollaufwände.
    • Reklamationen.
    • Erhöhter Optimierungs-Aufwand während der Serienproduktion.
    • Zu hoher Farbmitteleinsatz (habe schon bei manchen vorgefundenen Prozessen bis zu 50% Einsparung durch Filter erlebt!).
    • usw., usw. ....

    Zudem sind die statischen Mischfilter auch von großem Vorteil für das Homogenisieren (auch thermisch) des Materials, was bei kleinen Teilen in Mehrfachwerkzeugen besonders wichtig ist!

  • Hallo Zusammen,


    danke für eure Antworten.


    Das mit Mischdüse habe ich vorgeschlagen bevor ich hier reingeschrieben habe, doch der Vorgesetzter meinte Mischdüse kommt nicht in frage da das Formteil nicht riesig ist zB Kühlergrill oder so . Indemfall Stimmt es doch nicht so.


    Parameter:

    Zykluszeit= 26s

    Kühlzeit= 15s

    Doszeit= 13s

    Spritzprofil = 25 - 60 - 115 - 150 (Zuerst schnell am Schluss langsam)

    Scheckendurchmesser = 50

    Dosierhub = 125 mm + 15mm K Entlassung

    Temp = 265 260 255 255 235

    Läuft schon seit ein paar Tage so, wie gesagt schon besser aber nicht perfekt


    Masterbatch ist ein PP Masterbatch

    Bei uns läuft sie immer mit PP, also Mat. ist das gleiche wie vorher

    Kein Mahlgut


    Da im Zukunft auf dieser Maschine noch Mahlgut dazukommen soll, wegen Kosteneinsparung, ist ein Mischdüse immernoch nicht verkehrt. Das hat mir auch eure Aussagen bestätigt, Ich schätze dass sehr und bin sehr dankbar.


    Mfg

  • Da im Zukunft auf dieser Maschine noch Mahlgut dazukommen soll, wegen Kosteneinsparung, ist ein Mischdüse immernoch nicht verkehrt.

    ... sie ist sogar zu empfehlen!!


    Versuch's mal mit folgendrn Zylinder-Temperaturen: Düse 265° -->265° --> 253° --> 242° --> 230°


    it Mischdüse habe ich vorgeschlagen bevor ich hier reingeschrieben habe, doch der Vorgesetzter meinte Mischdüse kommt nicht in frage da das Formteil nicht riesig ist zB Kühlergrill oder so .

    Möchte mich zur Aussage des Chefs nicht äußern, nur soviel: Empfehle ihm mal mein Seminar ;) ;)

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    So eine Düse mit statischem Mischer kann man Versuchsweise meistens auch für ein paar Wochen kostenlos zu Versuchszwecken von den Herstellern bekommen. Das könnte die Überredungskunst bei deinem Chef ggf. beeinflussen.

    zum Beispiel von Kontakt - PROMIX Solutions (DE) (promix-solutions.ch)

    Der Düsenkörper muss allerdings wahrscheinlich von euch bereitgestellt werden.

    Was auf der Homepage gezeigt wird ist nicht etwa für Werbezwecke geschönt! Es funktioniert tatsächlich so wie gezeigt.


    Gewiss hat man bei diesen Mischkörpern mit einem Druckverlust zu rechnen. Der kann aber, wenn der Prozess noch nicht grenzwertig (Einspritzdruck) ausgelegt ist entsprechend kompensiert werden. Auch muss der Mischer bei Arbeiten ohne Batches oder sogar bei der Verarbeitung von GF nicht zwangsläufig ausgebaut werden. Es erfolgt bei GF keine Änderung der GF-Längenverteilung. Nur Stahlfasern sollte man nicht damit verarbeiten. Dann verstopft der MK evtl.

    Man kann evtl. auch eine sogenannte Mischschnecke anwenden. Allerdings haben Versuche bei uns gezeigt, dass diese nicht so effektiv sind.

  • Was auf der Homepage gezeigt wird ist nicht etwa für Werbezwecke geschönt! Es funktioniert tatsächlich so wie gezeigt.

    Das kann ich aus Erfahrung nur bestätigen - es ist geradezu faszinierend, wie die Verteilung/Vermischung der Farbe verbessert wird!


    Man sieht sie also einfach nicht mehr, weil mehr Farbe im Spiel ist.

    Und das ist teuer .... :!:

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    Wenn wir für einen Kunden ein spezifisches Farbbatch herstellen, verwenden wir grundsätzlich entweder das Material, dass auch für die Ausfärbung benutzt wird, oder wir verwenden ein mit der Rohware verträgliches gleiches Polymer, das aber grundsätzlich besser fließt als die Rohware. Außerdem geben wir dem Kunden vor, mit welcher Konzentration (Einsatz in %) das Farbziel bei optimaler Verteilung und entsprechender Temperaturführung erreicht wird. Dazu zählt auch, dass wir den Kunden auf die Nutzung eines statischen Mischers hinweisen, denn auch wir benutzen seit ca. 25 Jahren zur Ausfärbung von Konzentraten (auch bei Funktionskonzentraten) grundsätzlich statische Mischer. Fängt der Kunde an zu experimentieren mit weniger Batcheinsatz oder anderen Einstellungen (z.B. dem Mischen verschiedener Konzentrate) sind wir in der Regel aus dem Reklamationsgeschehen raus. Und wir setzen nicht etwa mehr Farbstoffe ein, um dem Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das mach keinen Sinn, denn wir müssen die Farbmittel auch bezahlen. Außerdem kann ein zu hoher Farbmitteleinsatz zum "Ausbluten" (Migration) des Farbmittels führen. Verwendet der Kunde im Gegensatz zu wenig Konzentrat, kann es dazu führen, dass er keine ausreichende Verteilung (Schlieren) bekommt oder die Deckung (Durchsichtigkeit, Nichtdurchsichtigkeit) nicht mehr seinen Vorstellungen entspricht. Man sollte sich da schon an die Vorgaben des Herstellers halten.

    Problematisch wird es aber bei sogenannten UNI-Batchen. Hier gibt der Hersteller oft einen Einsatz von z.B. 1% bis 5% an. Und dann ist der Kunde völlig auf sich gestellt - auf Gedeih und Verderb. Ein Batch sollte für DEN EINEN VERWENDUNGSZWECK hergestellt und dann auch verwendet werden. Dann funktioniert es auch ZUVERLÄSSIG.

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    Der statische Mischer wird in den Düsenkörper eingebaut (Bohrung anfertigen im Düsenkörper und Düsenspitze, statischen Mischer einstecken, Düsenspitze einschrauben - fertig. siehe auch Statische Mischer und Mischdüsen - PROMIX Solutions (DE) (promix-solutions.ch) ). Es sollte unbedingt eine Beratung durch z.B. Promix erfolgen. Einfach blind irgendetwas kaufen ist nicht unbedingt die Lösung. Lasst euch bitte beraten! Es gibt die statischen Mischer in verschiedenen Variationen!

    Düsenkörper, statischer Mischer, Düsenspitze, das entsprechende Düsenheizband und der Temperaturfühler ergeben dann umgangssprachlich die "Mischdüse". Bei uns im Haus wird das Ding "Mischkopf" genannt. Das ergibt sich dann.

    In den Meisten Fällen ist die "Mischdüse" etwas länger als die normale Düse. Daher muss dann eine längere Düsenheizung verwendet werden und der Nullpunkt der Spritzeinheit (Anlage Düse am Werkzeug) muss neu gesetzt werden. Aber das dürfte dem Einrichter wohl alles klar sein.

  • Kann da petersj nur zustimmen. Wende dich mal an Promix bzw. einen derer Vertriebspartner, dann wirst du auch gut beraten, denn die Auslegung auf das Schussgewicht etc. ist wichtig um ein bestmögliches Ergebnis zubekommen.

    Bei uns war es bisher immer so das wir die Mischdüse (Heizband, Mischereinsatz und Düsenkörper/Spitze), komplett kostenfrei zum testen bekommen haben, dabei wird auch der Düsenradius etc. nach eurem Angaben, also passend für euch hergestellt.

    Im Normalfall dauert das ca. 7 Tage, testen kann man glaube ich bis zu 60 Tage und dann kaufen oder zurückschicken, dabei muss die Düse nur mit PP gespült werden und wieder an Promix versendet werden.


    Die positive Auswirkung der Düse kann ich bestätigen, zumal nicht nur die Farbe besser wird, sondern die Schmelze prinzipiell nochmal gemischt wird, was positiv für den Prozess ist

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