Wie läuft das mit dem finanzieren der werkzeuge

  • Hallo


    ich habe ein Produkt entwickelt und möchte das gerne bauen lassen. Nun habe ich hier bei meinem Nachbarn mal in die Halle gekuckt und mit ihm die Teile besprochen.


    es ist leider so dass man offenbar für jedes Teil ein eigenes Werkzeug braucht. Er schätzt die Kosten so auf 150.000€


    Es sind Werkzeuge dabei die offenbar so um die 15.000€ kosten aber auch welche die 25.000€ kosten.


    das ist ein Batzen Geld und ich frage mich wie ich das stemmen soll. Gibt es da Lösungsansätze?


    Metaller

  • Hallo,


    ob sich die Investition lohnt, musst du wohl anhand des ROI durchkalkulieren: geplanter Verkaufspreis, Stückzahl über X Jahre, Material- und Fertigungs- sowie Investitionskosten.

    Je nachdem, wie ähnlich sich die Teile sind, kann sich bei "kleinen" Stückzahlen, die keinen Dauerlauf des Werkzeugs erfordern auch eine Modulare Stammform lohnen, in die die Formeinsätze dann eingesetzt werden, das verringert die Kosten.


    Sobald dein Finanzkonzept steht, bleibt dir vermutlich nur, mit deiner Hausbank oder anderen Kreditinstituten zu sprechen oder falls das nichts wird, einen Partner für ein Joint-Venture zu finden oder deine Idee als Lizenz an einen finanzkräftigen Produzenten zu verkaufen.

  • Genau das ist das größte Problem vom Spritzguß, was jeder kennt.


    Deswegen lohnt es sich nur bei großen Mengen die verkauft werden können oder einem Produkt dass einen guten Preis hergibt.


    Ohne Werkzeuge geht aber halt nichts...


    Die genannte Range an Preise ist übrigens sehr moderat, nach oben hin gibt es keine Grenzen, da kann auch mal ein Einfamilienhaus in Form eines Werkzeuges in der Halle stehen :)

  • Oder mehrere Einfamilienhäuser. So manches hochoptimiertes Werkzeug erreicht ganz schnell auch einen guten siebenstelligen Betrag und da geht es um Massenware. Das ist aber ein anderes Thema.


    Generell sollte man wirklich schauen, ob nicht ein Stammwerkzeug mit Wechseleinsätzen möglich ist. Das verschafft einem mehr finanziellen Spielraum.

    Damit die Chancen für den Vertrieb steigen, wäre es auch gut, ein paar Funktionsprototypen herzustellen. Wenn die Bank sieht, dass es Potential hat, dann steigt auch die Chance für einen Kredit bzw. ein Lohnfertiger ist dann auch eher Bereit das Risiko auf seine Kappe zu nehmen. Und dein Vorteil dahingehend ist auch, dass du ein echtes Teil mal in den Händen hast und so Fehler eher findest, falls welche drin sind. Oder deine Entwicklung noch optimieren kannst.

  • Je nachdem wie groß + komplex die Teile sind und die jährlichen Stückzahlen, kann es tatsächlich mittlerweile auch Sinn machen das aus dem 3D Drucker zu beziehen. Da gibt es schon so einiges.

    Aber rgundsätzlich würde ich da vielleicht auch einfach mal noch eine zweite bzw. dritte Meinung einholen. Bei den meisten Lohnspritzern erhälst du Richtpreisangebote für Teile und Werkzeuge umsonst. Natürlich nur, wenn sich das auf den ersten Blick später auch für den Spritzer lohnt bzw. lohnen kann.

    Wir fertigen bspw. auch Artikel die nur wenige 1.000 Stück im Jahr mitbringen. Die schwimmen aber im normalfall mit anderen Artikeln des gleichen Kunden mit, die eine "gute" Stückzahl haben.

  • Da Spritzguss ein sogenanntes Urformverfahren ist, brauchst du für (fast) jedes Formteil ein eigenes Werkzeug. Und je nach Art des Teils und der entsprechenden Geometrien kann es notwendig werden, entsprechende Zusatzantriebe für die Werkzeuge vorzusehen. Die Methode der Stammwerkzeuge mit entsprechenden Werkzeugeinsätzen ist schon eine durchaus probate Lösung.

    • Official Post

    Normaler Weise sollte es so laufen, dass man ein genaue Zeichnung des gewünschten Teiles bekommt, nachdem man sich bei einer Firma z.B. auf eine Ausschreibung beworben hat. Dann muss die Machbarkeit geprüft werden inklusive einer kunststoffgerechten Konstruktion. Danach kann das erforderliche Werkzeug finanziell berechnet werden. Da muss natürlich berücksichtigt werden, wie hoch die gewünschte Stückzahl, welches zu verwendendes Material zum Tragen kommt und wie schnell produziert werden soll und kann. Besteht evtl. noch erforderliche Nacharbeit am Fertigteil? Muss noch etwas Zusammengebaut werden? Wenn das alles geklärt ist, kommt es zu finalen Konstruktion. Frage ist vorher noch wer das Werkzeug bezahlen wird: Der Kunde, dem das Werkzeug dann gehören wird oder ob der Spritzgießer alles auf seine Kappe nimmt. Auch die Rechte (z.B. Geheimhaltung etc.) müssen geklärt werden. Erst dann kann mit der endgültigen Konstruktion und dann mit den ersten Abmusterungen begonnen werden. Auch muss überlegt werden wie groß das Werkzeug werden wird, ob es in die evtl. bereits vorhandene Maschine passt, ob die Zuhaltekraft und das Dosiervolumen ausreicht usw. .

    Nicht zu vergessen ist die eventuelle Notwendigkeit gewisser Peripherie wie Trockner, Temperierungen, Handlinggeräte usw.

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