Restmassepolster 0 = defekte Rückstromsperre?

  • Hallo Forengemeinde,


    da ich kein passendes Thema gefunden habe, hier ein neues mit einer vermutlich recht einfach zu beantwortenden Frage:

    Ausgerechnet bei unserer Vertikalmaschine haben wir seit einigen Tagen das Phänomen, dass das Restmassepolster im Nachdruck auf 0 fällt (normalerweise 3,5ccm bei 44ccm Schussvolumen). Die Teile sind nicht überspritzt, erreichen ihr Sollgewicht, ohne signifikant schwerer (Schwankung <1%) zu sein und es tritt nirgendwo sichtbar Material aus. Das Dosiervolumen von 47,X ccm wird auch erreicht


    Da das Schneckeziehen bei Hochtemperaturmaterial und einer Vertikalmaschine (Arburg 375V) eine wahre Freude ist, hier meine Frage:


    >> Gibt es außer einer defekten Rückstromsperre noch andere plausible Gründe, warum es zu diesem "Leerdrücken" der Schneckengarnitur kommt?


    Außerdem scheue ich die Demontage, so lang wir noch keine Ersatzschnecke haben, da wir noch zuverlässig i.O.-Teile produzieren können!


    Edit: Material ist ein PES GF20, also abrasiv

  • Kein Restmassepolster ist immer Indiz für einen defekt bzw. das etwas nicht mehr stimmt.


    Selbst wenn sich durch vercracktes Material (unwahrscheinlich) die RSP nicht mehr korrekt schließt kommst du um eine Demontage zur Prüfung nicht herum.

    Du musst die Schnecke nicht ziehen, es reicht den Kopf zu demontieren und die Schneckenspitze zu prüfen. Außerdem spielt es keine Rolle ob du bei einem PEEK Zylinder oder einen PE Zylinder die Schnecke ziehst, da sowieso immer den Zylinder mit einem PE/PP spülen sollte.


    Man kann noch so scherze machen "Plastifizierweg und Umschaltpunkt in gleicher Maße erhöhen" und prüfen ob die Schnecke trotzdem auf Null fährt um einen ausgespülten Zylinder auszuschließen.

  • Hallo,

    wenn die Maschine schon jahrelang den gleichen Dosierweg hat kann auch der Zylinder ausgewaschen sein, das würde ich auf jeden Fall mitkontrollieren.

    Man erkennt es manchmal auch durch höhere Temperaturen als eingestellt bei Zone 2-3.

    Du erkennst es gut wenn du alle Einstellwerte um 50 ccm nach oben setzt und damit die Schnecke abdrückst.

    Abdrücken = Scheibe mit Düsenradius oder auch Flach zwischen Form und Düse legen und evtl. bei manchen Maschinen neu Abnullen , Düse anfahren ,

    10 sec Nachdruck bei 100 Bar Spritzdruck ( so machen wir es ) und schauen ob das Volumen sich verändert .

    Ich habe das bei uns im Wartungsplaner hinterlegt , und wir machen es 2x pro Jahr , da gibt es keine böse Überaschungen :)

    Einen Wartungsplaner kann ich nur empfehlen, wir haben schon seit 2 Jahren meist nur noch vorbeugende Wartungen dadurch.

    Gruß Matthias

  • Einfach mal schauen, ob sich die Schnecke beim Einspritzen dreht, sollte das der Fall sein, dann ist die Rückstromsperre undicht. Diese "uralte Prüfung" funktioniert allerdings nicht, wenn das freie Drehen durch rückströmendes Material durch Sperrventil verhindert wird.

  • Das Gewicht sollte nicht auf "Null" wiederholgenau sein, sonst wäre es ein ÜBERLADUNGSprozess! Das Gewicht sollte in einer Toleranz +- 0,5% laufen.

    Wir sind bei knapp +-0,5% Prozessschwankung - einen Überladungsprozess haben wir dennoch notgedrungen, da wir dickwandig gegen einen Einleger dichten müssen und erst mit dem neuen Werkzeug (in Freigabe) WID-Messung implementiert wird. ;)

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