Manuelles Entformen (und Vorstellung)

  • Bei der Innenfläche wirst du fast nicht drum herum kommen, diesen auch leicht Keglig auszuführen, da der Kunststoff sich beim Abkühlen (und ggf. kristallisieren) zusammenzieht, schrumpft er kräftig auf den Dorn auf. Ihn dann von einem Zylindrischen Kern zu bekommen, ist ohne besondere Technologie (z.B. komplizierte Einfallkerne) fast nicht machbar.

  • Und, wenn das Material noch plastisch ist, wird das Spritzteil entweder komprimiert und sieht dann wie ein altes Heringsfass aus oder es wird beim Werkzeug Öffnen in die Länge gezogen, wodurch sich der Innendurchmesser ggf. noch enger zieht. Jedenfalls stimmen dann alle Maße nicht mehr: Länen und Durchmesser. Nun könnte man sagen: "Sieht ja keiner". Wenn aber doch, bist du blamiert.

    Wenn du sowieso mit einer entsprechenden CNC-Maschine arbeitest, machen diese Entformungshilfen doch gar kein Problem. Das gehört zum Werkzeugbau einfach dazu.

  • petersj:

    "Heringsfass" ist sehr anschaulich beschrieben :)

    Ok, also kommt man um die Schrägen nicht herum. Wie Du schon schreibst, ist das auch kein Drama per CNC.


    Um vielleicht nochmal zum ursprünglichen Thema zurückzukommen (zur Werkzeuggestaltung werde ich noch genug Fragen in eigenen Threads haben):


    Es gibt also kein erprobtes/kommerzielles System, um auf einer Horizontalmaschine ein Werkzeug manuell für z.B. das Umspritzen von Steckern etc. zu zerlegen und schnell wieder einzusetzen? Man bleibt entweder zwischen den Aufspannplatten und arbeitet halbautomatisch oder verwendet direkt eine Vertikalmaschine.

    Ist das so korrekt?

  • [...]

    Es gibt also kein erprobtes/kommerzielles System, um auf einer Horizontalmaschine ein Werkzeug manuell für z.B. das Umspritzen von Steckern etc. zu zerlegen und schnell wieder einzusetzen? Man bleibt entweder zwischen den Aufspannplatten und arbeitet halbautomatisch oder verwendet direkt eine Vertikalmaschine.

    Ist das so korrekt?

    Korrekt. Es gibt natürlich die Möglichkeit, dass du ähnlich wie beim Gießereihandwerk Einsätze im Werkzeug (z.B. 2 Stück) hast, in denen du einen Einleger Montierst, dann als ganzes einlegst und wenn fertig gespritzt wurde herausnimmst und das Fertigteil "herauspulst", aber außer etwas Taktzeit bei der Einlegermontage gewinnst du damit idR. nichts.


    Du kannst aber eben auch in einer Horizontalmaschine mit Stiften arbeiten, die dir nach dem Auswerfen das Bauteil festhalten, bis du es aus der Maschine entnimmst

  • Noch Frohe Ostern 8)


    Von Arburg gab es mal schwenkbare Maschinen. Gibt es die noch? -- Ja

    Schwenkbare Schließeinheit - ARBURG

    Ja, das hatte ich auch gesehen. Schon die gute alte C4 konnte das ja :)


    Du kannst aber eben auch in einer Horizontalmaschine mit Stiften arbeiten, die dir nach dem Auswerfen das Bauteil festhalten, bis du es aus der Maschine entnimmst

    Wie genau habe ich mir das vorzustellen? GIbt es dafür spezielle Stifte?


    Vielleicht nochmal zum Wechselsystem FW von Meusburger:

    Die Einsätze liegen ja nur am Rand in der auswerferseitigen Wechselformplatte auf, damit das Auswerferpaket mit gewechselt werden kann.

    SInd die Einsätze dann trotzdem mit der vollen Zuhaltekraft belastbar? Immerhin muss die ja vom recht schmalen Rand aufgenommen werden.


    Edit: ich ziehe die Frage zurück ;)

    Die Wechseleinsätze und die Wechelformplatte liegen ja in derselben Trennebene. Damit wirkt dann die Kraft auch auf das Gesamtpaket.

  • Noch Frohe Ostern 8)


    Ja, das hatte ich auch gesehen. Schon die gute alte C4 konnte das ja :)


    Wie genau habe ich mir das vorzustellen? GIbt es dafür spezielle Stifte?

    Ich kenne eure Einlegeteile nicht, aber im Prinzip reichen da (außerhalb der Kavität) normale Passstifte in der AS, die mit Spiel in die DS eintauchen. nach dem Auswerfen liegt das teil lose oder geführt auf den Stiften und kann entnommen werden.

    Wenn der Einleger nach dem Umspritzen an irgendeiner Seite noch aus dem Teil schaut, kann man auch dort eine Aufnahme (Handgriff) vorsehen, der dann im Werkzeug gehalten wird und positionssicher eingelegt und entfernt werden kann.

  • Ich kenne eure Einlegeteile nicht, aber im Prinzip reichen da (außerhalb der Kavität) normale Passstifte in der AS, die mit Spiel in die DS eintauchen. nach dem Auswerfen liegt das teil lose oder geführt auf den Stiften und kann entnommen werden.

    Wenn der Einleger nach dem Umspritzen an irgendeiner Seite noch aus dem Teil schaut, kann man auch dort eine Aufnahme (Handgriff) vorsehen, der dann im Werkzeug gehalten wird und positionssicher eingelegt und entfernt werden kann.

    Ich kenne die Einlegeteile auch noch nicht ;)

    Aber ich möchte bis zur Ankunft der Maschine so viele Informationen/Tipps wie möglich sammeln und mich so weit wie möglich vorbereiten.


    Vielen Dank, jetzt kann ich mir das vorstellen: Stifte bilden quasi einen "Rost", auf dem das Teil dann liegt.


    Das mit dem Handgriff ist eine gute Idee. Den könnte man dann ja auch thermisch entkoppeln, so dass man eventuell sogar ohne Handschuhe arbeiten kann.

  • "Rost" würde ich es eher nicht nennen - stell es dir eher so vor wie diese Hängeregale im Bau- oder supermarkt, an denen Kleinteile an zwei stiften aufgehängt wird mit einem Loch in der Verpackung

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!