Weiterbildung Fernstudium (Techniker Spritzguss)

  • Hallo,
    ich bin jetzt ins 3. Lehrjahr gekommen und habe mich bereits darüber informiert, was ich nach der Ausbildung machen möchte. Ich weiß schon ziemlich sicher das ich nicht ins Schichtsystem kommen werde und nur Tagschicht arbeiten müsste.
    Daher das ich bis jetzt nur mit dem Prozess Spritzgießen zutun habe und mir das auch sehr Spaß macht würde ich gerne eine Weiterbildung als Techniker machen (Fachrichtung Spritzgießen). Nun habe ich mir überlegt den Techniker als Fernstudium
    zu absolvieren, allerdings habe ich auch bei längerer Suche kein Fernstudium in Richtung Spritzguss gefunden sondern nur in der Fachrichtung Kunststoff- und Faserverbund. Hat jemand eine Idee bei welcher Schule so etwas angeboten wird (Spritzguss)?
    Suche vorteilsweise in Bayern, ist aber auch in anderen Bundesländern möglich.
    Vielen Dank, ich freue mich über alle Antworten
    MfG Eckert

  • Hallo @Eckert,


    wenn du dich nicht in die große Masse der "Greenhörner mit Techniker-Schein" in der Branche einreihen möchtest (und gutes Geld verdient nur der, der auch praxiserfahren abliefert!), dann würde ich dir empfehlen, erst einmal nach der Facharbeiterprüfung ein paar Jahre "Erfahrung als Facharbeiter" anzueignen ...

  • Hallo @K-Tec 200 Julian ,


    toll, dass du dich in dem Bereich weiterbilden möchtest!


    Wir empfehlen dir vor der Weiterbildung entsprechende Berufserfahrung zu sammeln. Das würde dir einen besseren Mehrwert bieten, als direkt die Weiterbildung zu machen. Oft wird auch z.B. für den Techniker eine Berufserfahrung von min. 2 Jahren vorausgesetzt.


    Eine empfehlenswerte Technikerschule im Bereich Kunststofftechnik ist z.B. die Gewerbliche Schule Ehingen in Vollzeit (2 Jahre). Es gibt auch Teilzeitschulen (4 Jahre) mit Präsenzunterricht meist Freitag abends und Samstags.


    Abhängig von deinem Schulabschluss könntest du auch ein duales Studium in einem Betrieb machen. Das hat den Vorteil, dass währenddessen weiterhin der Lohn gezahlt wird, sowie oft anschließend auch eine Übernahme folgt.

  • Hallo,
    super vielen Dank für die Antwort
    solche Möglichkeiten wie zum Bsp.: Voll- oder Teilzeit Techniker sind an sich gar keine schlechten Ideen, trotzdem würde ich gerne Vollzeit Arbeiten und ein Fernstudium von Zuhause aus machen. Da ich Wochende teilweise
    nur Samstag in die Schule müsste und der Techniker nur 3 Jahre dauern würde. (kein Verdienstausfall)
    Leider finde ich so einen Spritzgusstechniker nicht als Fernstudium.
    Dual Studieren könnte ich leider erst nach insgesamt 5 Jahren Berufserfahrung da ich einen Realschulabschluss besitze.
    Vorteil bei meinem Fernstudium wäre auch nebenbei Erfahrung sammeln zu können. :)
    MfG Julian

  • In NRW gilt eine abgeschlossene Ausbildung als gleichwertig zu einer Fachhochschulreife. Heißt, wer nur einen Realschulabschluss hat, aber eine technische Ausbildung abgeschlossen hat, darf sich bei Fachhochschulen einschreiben. Wie sieht es in Bayern aus? Da wäre es vielleicht ratsam die Studienberatung für den gewünschten Studiengang zu fragen.

  • Erstmal ganz normal als Geselle arbeiten.
    1-2 Jahre im Lehrbetrieb bleiben, dann wechseln ebenfalls weiter als Geselle eventuell auch mal in einem Schichtsystem und dann nach 5-6 Jahren eine Weiterbildung anstreben.
    Techniker, Ingenieure und Meister ohne praktische KnowHow gibt es in der Branche genugm

  • ich kann den Meinungen nicht ganz zustimmen,
    Ich habe schon Techniker und Ingenieure mit 10 Jahren Berufserfahrung und noch mehr erlebt die nichts drauf gehabt haben ;) .
    Wenn ein Azubi richtig Bock auf diesen Beruf hat , in einem Betrieb arbeitet der ihm in den 3 Jahren viel vermitteln kann, ist es denke ich auch kein Problem eine Weiterbildung ins Auge zu fassen.
    Es gibt Betriebe die Rüsten pro Woche mal ein Werkzeug, bei denen ein Azubi zuschauen darf, oder auch so wie wir , 6-8 Formen pro Tag bei dem ein Azubi nach ca. 6 Monaten schon alleine Rüstet.
    Warum sollte man den Ausbildungsbetrieb verlassen , wenn er alle Möglichkeiten für den weitern Lebensweg bietet ?
    Es gibt tatsächlich noch Firmen die sich um ihre Mitarbeiter kümmern, denn was gibt es besseres als Führungskräfte aus den eigenen Reihen zu ziehen.
    Frust , Unterbezahlung , mangelnde Weiterbildungsmöglichkeiten sind nicht überall in den Betrieben zu finden :)
    Gruß Matthias

  • Stimme hier zu. Meine Erfahrung ist: Es gibt Ingenieure und Techniker denen die Praxis fremd ist. Da Sie aber von der Hierarchie oben sind kann ich nur zuhören und staunen wie einfallsreich doch manche sind.....Komm mir manchmal wie Alice im Wunderland vor :D

  • Um die Diskussion "über gute und schlechte Techniker" mal wieder ein bisschen einzufangen: Es macht keiner den Techniker oder Ingenieur um weiterhin "sich in der Fertigung die Finger schmutzig zu machen". Ich denke darüber besteht Einigkeit, auch bei @K-Tec 200 Julian (?). Somit befinden sich im administrativen Bereich der Unternehmen viele Leute, die aus der Produktion (über den Weg der Weiterbildung) herausstammen. Wenn diese Techniker/Ingenieure den Fertigungsabteilungen "hierarchisch von oben" kompetenten Nutzen bringen sollen, dann sollten sie wenigstens über einige Jahre *Facharbeitererfahrung* verfügen, damit der von @Andre beschriebene fürs Unternehmen schädliche Effekt "Alice im Wunderland" nicht entsteht.
    Klar ist aber auch, das es in ALLEN Berufsgruppen mehr- und auch weniger qualifizierte Menschen gibt!

  • Hallo Zusammen,


    ich denke jeder hat so seine Erfahrungen gemacht und es kommt auch immer auf die Persönlichkeit an. Ich habe eine Ausbildung in dem Bereich Kunststoff gemacht. Wollte eigentlich Berufsschullehrer werden. Habe es auch Studiert, nur gab es damals keine Stellen :)
    Ich habe das Glück gehabt zuerst in kleinen Firmen zu arbeiten, da musste man sich auch in der Praxis rein arbeiten. Dann war ich in einem Großunternehmen Prozessentwickler, habe nur Neuwerkzeuge bemustert. Also wirklich die Abmusterung an der Maschine gemacht.


    Als ich dann bei einem anderen Großunternehmen als Fertigungsbereichsleiter war, hatte sich der Werkleiter gewundert, dass ich so gut auf der Steuerung rumtillern kann. Und ja, ich konnte auch den meisten Einrichtern was vormachen.


    Diese Erfahrungen kann ich nun schon bei der Entwicklung neuer Produkte und Füllsimulationen nutzen. Zum Glück darf ich dann immer noch die Musterwerkzeuge selbst abmustern. Da schließt sich der Kreis.


    Und wir alle wissen, ein Chef der Ahnung hat wird mit den Einrichtern besser umgehen können und wird meißt mehr geachtet.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!