mittlerer Werkzeuginnendruck

  • für die Maschinenauswahl (schafft meine Plastifiziereinheit überhaupt die Temperaturen und hält sie die auf Dauer aus), Temperiermedium und -geräte (besonder bei Temperaturen über 100°C)

    wenn mein ein Neuwerkzeug mit bisher noch nicht bearbeitetem Material oder/und mit von Bestandswerkzeugen stark abweichender Bauteilgestalt angefahren werden: erstmal für den "ersten Schuss" die Mitte anpeilen und schauen - dann habe ich Spielraum nach oben und unten. Natürlich zusammen mit Simulationsdaten und Hinweisen des Werkzeugbaus.

    Um diese Themen geht's doch garnicht, oder habe ich da was falsch verstanden? Es geht um Werkzeuginnendruck ...


    Aber gerade bei Problemen mit flächigem Einfall, bspw. wenn das Werkstück schlecht gestaltet ist, in meinen Augen ein durchaus ein sinnvoller "Notnagel".

    Was soll die Tabelle dabei helfen? Wenn mein Teil Einfall hat, dann ist die Qualität nicht i. O. und der Prozess muss analysiert/optimiert werden ... das ganz normale EinMalEins des Spritzgießers!


    @03 1010, vielleicht solltest meinen Beitrag noch einmal in Ruhe durchlesen ;) ;)


  • Was soll die Tabelle dabei helfen? Wenn mein Teil Einfall hat, dann ist die Qualität nicht i. O. und der Prozess muss analysiert/optimiert werden ... das ganz normale EinMalEins des Spritzgießers!
    @03 1010, vielleicht solltest meinen Beitrag noch einmal in Ruhe durchlesen ;) ;)

    Hast recht, habe mich verlesen - du zweifelst wenn ich das recht sehe die in der Tabelle angegebenen Höchstwerte an, nicht generell das Spitzen mit Maximaltemperatur

  • Servus Gemeinde,
    grundsätzlich ist eine solche Tabelle nicht das Mass der Dinge. Sie soll lediglich dabei helfen, einen Bezug zum Material beim ersten Schuss zu finden. Bei laufenden Produktionen ist sie natürlich Unsinn und kann einem
    nicht den tatsächlichen Werkzeuginnendruck angeben. Das geht nur über eine genaue Messung. ABER: Was nützt mir eine Innendruckmessung die ich nicht habe, weil der Kunde sie nicht bezahlt?
    Also bleibt nichts anderes übrig , als auf andere Mittel zuzugreifen. Und dafür ist so eine Tabelle garnicht mal schlecht. Und für nichts anderes ist sie gedacht. Sie ist kein Allheilmittel aber für den Anfang kann man sie gebrauchen. Irgendwoher muss man ja ein paar Werte bekommen.


    Beispiel: Wir haben einen Kunden aus England von dem wir eine Anfrage wegen eines neuen Werkzeuges bekommen haben. Der will noch nicht mal den Heisskanal bezahlen, obwohl der wichtig wäre und uns die Produktion enorm erleichtern würde. Ne is nich. Punkt. Aus. Amen. Von einer Innendruckmessung reden wir da erst garnicht. Ich hab mit Engelszungen auf ihn eingeredet. Hat nichts genützt.


    Also muss ich jetzt damit klarkommen und schauen wie ich das geregelt kriege. Für solche Fälle ist so eine Tabelle ganz nützlich. Aber mehr auch nicht.


    LG

  • Wenn der Kunde keinen Heißkanal haben will und ihr mit dem Werkzeug nicht produzieren müsst, ist es das Problem des Kunden. Manche wollen einfach nicht, dass ihnen geholfen wird.


    Vernünftige Technik im Werkzeug ist in heutigen Zeiten einfach Pflicht. Wenn ich Lohnspritzer für einen Kunden bin, der mir X€ pro 1000 Teile zahlt, kann es dem Kunden letztendlich egal sein, was ich für ein Werkzeug anschaffe. Schreibt der Kunde vor, dass das Werkzeug so billig wie möglich sein soll, muss ich ihn darüber aufklären, dass das Risiko für Qualitätsmängel steigt und ich Reklamationen über bestimmte Fehlerbilder ablehne. Lässt er sich darauf ein, dass ich das Werkzeug besorge, kann ich ihm eine bestimmte Qualität zusagen und sorge damit dafür, dass er nie einen Anlass findet irgendwelche Teile zu reklamieren.


    Die aktuelle Kostenrechnung ist häufig eine Milchmädchenrechnung. Nutze ich keine Drucksensoren, können 99,99% der Teile alle i.O. sein, aber die 0,01% sind es nicht. Macht also eine Fehlerquote von 100 n.i.O.-Teilen zu 999900 i.O.-Teilen. Wenn auch nur eins der n.i.O.-Teile beim Kunden dafür sorgt, dass er einen Maschinenstillstand von 1h hat, ist die Nutzung von Drucksensoren plötzlich günstiger als keine zu nehmen. Verarbeitet der Kunde dann 1 Million Teile pro Jahr, sind es 100h, die seine Maschine still steht. Er hat also die Wahl die Teile günstig einzukaufen(100ppm Fehlerquote) oder etwas teurer(0ppm Fehlerquote). Ist der Maschinenstillstand und Personaleinsatz günstiger als die etwas teuren Teile mit 0ppm Fehlerquote?

  • Was nützt mir eine Innendruckmessung die ich nicht habe, weil der Kunde sie nicht bezahlt?
    Also bleibt nichts anderes übrig , als auf andere Mittel zuzugreifen. Und dafür ist so eine Tabelle garnicht mal schlecht. Und für nichts anderes ist sie gedacht. Sie ist kein Allheilmittel aber für den Anfang kann man sie gebrauchen. Irgendwoher muss man ja ein paar Werte bekommen.

    Verstehe ich nicht ganz: Wenn der Innendruckwert nicht gemessen wird, also nicht vorhanden ist ... Was helfen da dann die Innendruck-Werte aus der Tabelle? Zumal sie ja eine riesige Spreizung haben!


    Wir haben einen Kunden aus England von dem wir eine Anfrage wegen eines neuen Werkzeuges bekommen haben. Der will noch nicht mal den Heisskanal bezahlen, obwohl der wichtig wäre und uns die Produktion enorm erleichtern würde. Ne is nich. Punkt. Aus. Amen. Von einer Innendruckmessung reden wir da erst garnicht. Ich hab mit Engelszungen auf ihn eingeredet. Hat nichts genützt.

    Zu einem Geschäft gehören min. zwei Partner ... Dann soll der Kunde sich doch einen anderen Lieferanten suchen! Es muss euch schon recht schlecht gehen, wenn ihr euch eure Arbeitsweise/-kultur so extrem vom Kunden aufzwingen lasst! Lieferanten mit solcher Verkaufsphilosophie (nehmen was kommt) laufen früher oder später in die Insolvenz!


    Also muss ich jetzt damit klarkommen und schauen wie ich das geregelt kriege. Für solche Fälle ist so eine Tabelle ganz nützlich. Aber mehr auch nicht.

    Von welcher Tabelle wird hier eigentlich immer geschrieben? Wenn ich mit Innendruck nicht arbeite, brauche ich doch keine Vergleichswerte aus einer Tabelle ?( ?(
    @1u21, deine Rechnung im letzten Absatz bedingt aber, dass das Arbeiten mit Innendruck in der Spritzerei beherrscht wird! Fakt ist nach meiner Erfahrung/Überzeugung, dass der größte Teil aller in Werkzeugen verbauten Innendrucksensoren diese Erfolgseffekte nicht bringen, weil bei den Spritzgießern das/die dafür notwendige Knowhow/Qualifizierung fehlt!

  • @1u21, deine Rechnung im letzten Absatz bedingt aber, dass das Arbeiten mit Innendruck in der Spritzerei beherrscht wird! Fakt ist nach meiner Erfahrung/Überzeugung, dass der größte Teil aller in Werkzeugen verbauten Innendrucksensoren diese Erfolgseffekte nicht bringen, weil bei den Spritzgießern das/die dafür notwendige Knowhow/Qualifizierung fehlt!


    Zweifelslos. Wird noch ne Menge Arbeit für uns beide dies umzusetzen ;)

  • Zur Ehrlichkeit dieses ganzen Themas gehört doch folgendes:
    Die optimale Nutzung von Werkzeugsensorik, und hier besonders Werzeuginnendruck, würde die überzogenen Glorifizierungen der eierlegendenWollmilchsau *Spritzgussmaschine* verstummen lassen! Denn beim (richtigen) Arbeiten mit *Kommunikation Werkzeug <--> Maschine* (Regelkreis) würde dem Spritzgießer klar werden, dass die viel verkaufsfördernde Technik (vermeintliche Problemlöser) in den Maschinen nicht notwendig wäre = "Die Entzauberung des Spritzgusses"! Dieses würde aber den Marketing-Abteilungen von den Maschinenbauern die meisten Themen in der Werbung rauben, immerhin geht's um viel Geld, welches der Spritzgießer für Maschinenkäufe ausgeben soll ...
    Beweis: Aussage meiner Signatur ;) ;)


    Bedenke: Die Aufgaben einer Spritzgussmaschine haben sich in den vergangenen 50 Jahren nicht bzw. kaum verändert! Dagegen sind die Ansprüche an die Spritzgusswerkzeuge extrem gestiegen!! Und genau darauf zielt die Aussage von @1u21 richtigerweise ab!

    [b]Ergo: Die Spritzgießer geben viel Geld für den *Glauben an Maschine und Peripherie* aus, aber beim Werkzeug wird ständig an der Sparschraube gedreht - verkehrte Welt!

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