Schimmer-Efekt vor beweglichen Auswerfer-Elementen

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    • Eine höhere WKZ-Temp. bewirkt nur, dass man unwirtschaftlich wird, die Markierungen sind nach wie vor da. Also kaum ein Prozessfenster zur Beseitigung dieser Problematik vorhanden. Auch ein Muster ist nicht erkennbar, manche Auswerfer neigen dazu, manche überhaupt nicht. Eine Tendenz ist schwer erkennbar.

      Hat jemand die Ursache ausfindig machen können?
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    • Habe ein Bild als Anhang beigefügt, darf aus rechtlichen Gründen nur die Problemzone aufzeigen.

      Linkes Teil: weniger Nachdruck und -zeit, aber Einfallstellen

      Rechtes Teil: Teil vollständig gefüllt, aber Glanzstelle


      Interessant ist auch, dass beim symmetrischen Bauteil, der gegenüberliegende Auswerferstift viel weniger bzw. kaum diese Markierungszeichen vorweist
      Dateien
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    • Ich vermute, dass das Material angussnah durch *Überladung* so hoch verdichtet wird, dass der Auwerfer nachhinten nachgibt - Stahl wird "aufgespannt"- und diese "Deformierung" (kann auch die Auswerferplatte oder was anderes vom hinteren WerkzeugBereich sein) erzeugt beim "Werkzeugöffnen" diese Markierung am Teil. Es sind auf jeden Fall "Überladungsmarkierungen" ..... meine Vermutung.
      Nachteil ist der Kaltanguss, womit immer *Druck eingesperrt wird* und Überladung durch Nachdruckprofil während der Schwindung nicht abgebaut werden kann.
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    • Empfehlung:
      - Anspritzung vergrößern,
      - bei geometrisch voll umschalten auf Nachdruck,
      - Einspritzprofil 4 Stufen, wobei 60% Schussvolumen schnell und dann restliche 40% in 3 Stufen die Geschwindigkeit abbauen (weich in die volumetrische Füllung fahren,
      - nur soviel Nachdruck wie nötig und so wenig wie möglich!

      Versuchs mal - wünsche viel Erfolg!
    • Ich finde es schon recht interessant von dieser Seite das Problem aufzufassen. (Zusätzliche Info: Das Werkzeug besitzt einen Heißkanal)

      Ich habe im folgenden Link:

      kunststoff.bearx.de/ausbildung/spritzfehler/spritzfehler.htm

      unter dem Punkt "Glanzunterschiede" genau diese Sätze - in einer anderen Form - bereits gelesen. Nur sind die Markierungen tatsächlich Glanzunterschiede, auch wenn es im Bild so nicht wirkt, man muss das Teil etwas neigen bzw. -wie im Bild- richtig ans Licht positionieren um es zu erkennen.
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    • Stech schrieb:

      Was hat das genau für einen Effekt, wenn ich etwas längere Auswerfer einsetze und die Kanten verrunde? Mich würde die physikalische Bedeutung interessieren
      Wenn der Kunststoff mit *Überladung* in der Schwindungsphase (Nachdruck an Maschine) erstarrt und abkühlt, dann ist er letztendlich mit dieser *EigendruckSpannung* schon sehr belastet. Die Entformkraft wird nur über die Fläche des Auswerfers aufs Teil übertragen, wobei sich der Kunststoff über die Aussenkante des Auswerfers zieht und beschädigt wird, dieses aber nur, weil er durch die zu hohe EigendruckSpannung keine starken punktuellen Belastungen ohne sichtbare Schäden aufnehmen/kompensieren kann.

      Ich hoffe, dass ich es etwas verständlich formuliert habe .... *immer mit dem Kunststoff fühlen*, das ist wichtig für den Spritzgießer :thumbsup:
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    • Behrens schrieb:

      Stech schrieb:

      Was hat das genau für einen Effekt, wenn ich etwas längere Auswerfer einsetze und die Kanten verrunde? Mich würde die physikalische Bedeutung interessieren
      Wenn der Kunststoff mit *Überladung* in der Schwindungsphase (Nachdruck an Maschine) erstarrt und abkühlt, dann ist er letztendlich mit dieser *EigendruckSpannung* schon sehr belastet. Die Entformkraft wird nur über die Fläche des Auswerfers aufs Teil übertragen, wobei sich der Kunststoff über die Aussenkante des Auswerfers zieht und beschädigt wird, dieses aber nur, weil er durch die zu hohe EigendruckSpannung keine starken punktuellen Belastungen ohne sichtbare Schäden aufnehmen/kompensieren kann.
      Ich hoffe, dass ich es etwas verständlich formuliert habe .... *immer mit dem Kunststoff fühlen*, das ist wichtig für den Spritzgießer :thumbsup:


      Danke schon mal. Nur ist da noch etwas:

      wenn der Auswerfer seine eigene Aufgabe noch nicht erfüllt, hat man schon die Markierungen am Teil, d.h. ich fahre das Werkzeug auf und da sind sie schon, bevor ich das Teil rausdrücke. Wie soll der Kunststoff sich im Werkzeug an der Außenkante des Auswerfer verziehen?
    • Behrens schrieb:

      Ich vermute, dass das Material angussnah durch *Überladung* so hoch verdichtet wird, dass der Auwerfer nachhinten nachgibt - Stahl wird "aufgespannt"- und diese "Deformierung" (kann auch die Auswerferplatte oder was anderes vom hinteren WerkzeugBereich sein) erzeugt beim "Werkzeugöffnen" diese Markierung am Teil. Es sind auf jeden Fall "Überladungsmarkierungen" ..... meine Vermutung.

      MfG HHB
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    • Verstehe nicht ganz ?( mit Direktanspritzung kann man doch auch überladen! Es gibt sogar Spritzgießer, die suchen bei Heissanspritzung übers Gewicht den Siegelpunkt .... Katastrophe!!! Überladen heisst doch nur, dass die plastische Seele zu hoch verdichtet wurde und dass geschieht, indem mit viel zu hohen Drücken gearbeitet wird! Seien wir doch ehrlich: Die meinsten Fehlerbilder werden in den Spritzereien mit *Druck* beseitigt (machen ja auch viele Chefs so ;) ), z. B. *schlechte Farbverteilung* mit Staudruck; *Schlieren* mit Staudruck; stabile Masshaltigkeit mit *Nachdruck*; *nicht voll ausgeformt* mit Nachdruck usw. usw. ...
      Und wer immer noch immer wie früher bei 95%-98% umschaltet in den Schwindungsprozess (Nachdruck) fährt ohnehin mit Überladung!

      Geht durch eure Spritzerei und nehmt den Nachdruck weg, ich wette, dass die meisten Teile nicht voll ausgeformt sind .... und ganau da liegt das größte Problem!

      Zurück zur Frage: Hier wäre zu klären, ob direkt heiss angepritzt wird - was @Stech bisher nicht genau mitteilte, und da wäre die Frage, ob mit offener Torpedodüse (schlechtere Auswahl) oder mit Nadelverschluss.

      Also: viele Unbekannte zum kompletten Prozess.

      Wichtig ist auch, dass der Kunststoff immer *reichlich warm* verarbeitet wird (höchste Temperaturangabe vom MaterialHersteller sollte immer Zieltemperatur sein), umso weniger Druck wird für die Ausformumg benötigt :thumbsup: