Wo ist die Grenze zum alleine arbeiten?

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    • Wo ist die Grenze zum alleine arbeiten?

      Hallo Foren Gemeinde


      Bei uns sind die Schichten sehr eng besetzt, da wir in 2 Hallen produzieren, das heisst so viel wie max. 2 mind. 1 Einrichter Pro Schicht in der Halle wo ich arbeite, in der Halle stehen 20 Maschinen.

      So nun habe ich immer ein Problem und auch zu gleich eine Diskusion mit einem Arbeitskollegen mit dem ich Schichtübergabe mache. Bei der Schichtübergabe ist es natürlich auch meine Aufgabe ihm zu sagen was noch anliegt und gemacht werden muss.

      Und jetzt zum Thema.
      Mein Mitarbeiter bringt immer den selben Spruch und meint es auch so, bzw er handelt auch danach.
      Er meint er wäre alleine und dürfte deswegen nicht Einrichten.
      Aber was heisst alleine? er ist der einzigste Einrichte in der Halle, aber da laufen dann immer noch 2 von der QS und mind. 2 Werker durch die Halle.
      Da ist man doch nicht alleine !!! Die Halle ist nie ganz ohne Personal, nicht mal in der Nachtschicht, sollte mal was passieren ist jemand da der auf irgend eine Weise helfen kann.


      Weis jemand was genaues, ab wann man nicht mehr der Tätigkeit des einrichten, umbauen oder auch Musterung nachgegehen darf?


      Mfg
      Dima
      Stillstand ist Rückschritt
    • RE: Wo ist die Grenze zum alleine arbeiten?

      Also,
      ich werde mal schauen, ob ich da einen Text zu finde.

      Fakt ist aber:
      Wenn einer ganz alleine in der Halle arbeitet und sonst keiner mehr, darf er da nicht arbeiten bzw. nicht Einrichten. Denn im Falle eines Unfalls kann dann keine schnelle Erste Hilfe bzw. Hilfe allgemein geleistet werden.
      Arbeiten aber 2 oder mehrere Personen in einer Halle (auch bei unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern) darf ganz normal gearbeitet werden.

      Die Aussage, dass er nur Einrichten darf wenn noch ein zweiter Einrichter mit in der Halle arbeitet ist absoluter QUATSCH!
      Gruß HK
    • Da muss ich mich HK anschliessen, sobald mehr als ein Mitarbeiter anwesend ist, egal welche Tätigkeit er ausübt, kann ganz normal gearbeitet werden! Nur wenn er wirklich ganz alleine ist darf er nicht arbeiten!

      Aber min.1 max.2 Einrichter für eine ganze Halle? Ist das nicht etwas wenig? Wieviele Maschinen habt ihr den pro Halle? Oder habt ihr so grosse Stückzahlen pro Auftrag?
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    • Hallo!


      Also, um genaueres sagen zu können, müsste ich mich auch erst wieder einlesen!

      Was sagt denn Eure SiFa dazu??

      Meine spontane Überlegung, die aber nicht Stimmen muss, ist folgende:

      Ganz alleine darf nicht gearbeitet werden, soviel ist wohl klar,
      aber wenn weitere Personen, also min. 2 da sind, soll es wohl gehen!

      Vorrausgesetzt, Beide Personen ( oder bei mehreren Anwesenden Personen mindestens 2 ) müssen mit den Sicherheitseinrichtungen der Maschine vetraut sein, denn was wäre in folgendem Fall:

      Der einzige Ma, der die Maschine bedienen kann, ist in dieser Maschine eingeklemmt und bewusstlos???

      Wer kann ihn dann daraus befreien / helfen????
      MfG

      qs
      (Moderator)
    • Soweit ich weiss muss nicht gewährleistet sein das beide anwesenden Mitarbeiter die Maschine bedienen können! Sondern nur das wenn einem etwas passiert der andere hilfe holen kann!
      Wobei es ja theoretisch auch möglich wäre das beien gleichzeitig etwas passiert?
    • Original von qs

      Vorrausgesetzt, Beide Personen ( oder bei mehreren Anwesenden Personen mindestens 2 ) müssen mit den Sicherheitseinrichtungen der Maschine vetraut sein, denn was wäre in folgendem Fall:

      Der einzige Ma, der die Maschine bedienen kann, ist in dieser Maschine eingeklemmt und bewusstlos???

      Wer kann ihn dann daraus befreien / helfen????


      Wie schon gesagt, es müssen nicht beide Personen vom gleichen Fach sein.
      Es geht nur darum schnell Hilfe zu holen bzw. die Erstversorgung durchführen zu können.

      Wenn einer eingeklemmt ist, ist auch nicht unbedingt ratsam ihn da ohne Arzt rauszuholen, denn es könnte durch die Klemmung ein Arterie beschädigt sein und abgeklemmt. Holt man die Person dann da raus und löst den Druck von der Arterie kann es sein, dass er verblutet.

      Wollen mal schauen, ob ich die Woche ein Schriftstück dazu auftreiben und hier anhängen kann.
      Gruß HK
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    • Danke für euer Beiträge

      Ich denke auch mal das es dabei darum geht erste Hilfe zu leisten oder Hilfe zu holen, daher muss es nicht sein das mind. 2 Leute die Schutzeinrichtung kennen.

      Wobei wir Einrichter immer ein Telefon bei uns haben, es hat sogar so gut wie jeder ein Telefon.

      Ich habe noch mal mit ihm geredet und bin zum entschluss gekommen das er einfach nur faul ist und keine Lust hat zu arbeiten.
      Naja ist ja auch schon Sch...e wenn man zur Arbeit kommt und tatsächlich was tun muss.
      Habe mit vorgenommen dagegen an zu gehen, wenn Arbeit auf mich anfällt die er liegen gelassen hat und in der anderen Schicht die noch eher davon betroffen sind werden es auch tun.


      @Igel
      Ja wir arbeiten mit einer totalen Not besetzung in der Halle, Wenn mehrere Umbauten anstehen kommt jemand rüber zum unterstützen.
      Unsere Losgrößen sind zwischen 50K und 200K
      Die werden aber auch immer kleiner und so bauen wir immer häufiger um.
      Wenn alle arbeiten ist das aber machbar.
      Stillstand ist Rückschritt
    • Alleine in der Halle zu sein, und dann auch noch Rüstarbeiten durchzuführen würde ich auch nicht machen. Wir fahren seit langen Schichten mit nur einem Einrichter + Helfer, hatte immer genug zu tun um auftretende Fehler an den Artikeln zu beseitigen. Wenn ich die Zeit hatte habe ich die Maschine ev. nur noch abgerüstet, aber nur wenn ich dabeibleiben konnte. Diskusionen gab es darüber immer mit dem Hallenchef. mfg
    • In erster S
      telle steht es schon, das man die Produktion am laufen hällt.
      Wenn man nicht zum rüsten kommt, weil man mit dem optimieren zu tun
      ist und davon auch reichlich arbeit vorhanden ist, dann ist das verständlich.

      Aber es ist kein Argument, die Arbeit zu verweigern, weil man der einzigste Einrichter in der Halle ist und dann auch noch bei Schichtübergabe der nachschicht erzählen wie langweilig es war, da hätte man auch was tun können.

      Ich hatte wieder eine geile Diskusion und die artete dann aus, nachdem er mir weis machen wollte das ich selber genau so arbeiten soll wie er, ich sollte mir doch mal meine Stellenbeschreibung durch lesen. ich müsste nur die Werkzeugwartung durchführen und die Produktion überwachen. Er selber ist aber als PO eingestellt und bekommt auch das Geld dafür, da wieder spricht er
      sich selber.

      Naja für mich hat sich das Thema erledigt, wenn er meint so weiter machen zu müssen, dann wird er bald mit der Einstellung einsehen müssen das er so
      auf dem Arbeitsmarkt keine Chance hat.
      Wer nicht arbeiten will der soll Stempeln gehen, ich kenn genug die diese Arbeit in dem Umfeld und der Ruhe die wir haben für weniger Geld machen würden.
      Stillstand ist Rückschritt
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    • Hallo Dima,
      Aus erfahrung kann ich sagen das es möglich ist bei 20 Maschinen als einziger Einrichter 3 Maschinen umzurüsten Q-probleme und Prozessfehler zu Optimieren und nebenher Schreibarbeit zu leisten.

      Grüsse PC
      Mit freundlichen Grüßen
      Polycarbonat

      Der Vorteil der Klugen ist, sie können sich dumm stellen - umgekehrt ist das schon schwieriger!
    • kommt immer drauf an was man zum umbauen hat

      manche wz umbau dauert 30 min und andere weider 5 stunden

      bei uns im betrieb ist auch so, das man als einrichter, neben den normalen tätigkeiten noch nach material gucken muss, das sind bei uns ca. 4 tonnen sackware die aufgefüllt werden muss.

      qs gibts bei uns nicht, das ist ebenfalls aufgabe der einrichter, und natürlich was sonst so anfällt, gibos von draussen holen, sämtliche lageristen arbeiten,

      früh- spätschciht sinds 3 und 2 leute , aber nachtschicht ist ganz alleine und macht quasi die gleiche arbeit wie früh und spätschicht.

      mfg vdüse
    • Ich kann sagen das es bei mir auch hinhaut, das Umfeld erlaubt es mir natürlich auch.

      2-3 Maschinen umbauen ist drin, auch wenn man nebenbei die eine oder andere Maschine optimiert und Alarme beseitigt.
      Nebenbei noch Schichtarbeit, was Werkzeugwartung, Trichter auffüllen, Telefondame, Schichtübergabe und Schichtbuch schreiben beinhaltet.
      Das sind die Tätigkeiten die ich in diesem Betrieb wo ich bin unter einen Hut bringen kann, auch wenn ich alleine.

      In meinem Ausbildungbetrieb, hatte ich ein anderes Umfeld, bzw. sogar 2 verschiedene.

      1. KAN BAN Team (SMED - schneller rüsten)

      Schichtübergabe am Anfang der Schicht, KAN BAN Planung, Aufträge vorbereiten, Koordinierung der Teams und Umsetzung der KAN BAN Planung, 6-8 Maschinen (Extern/Intern) rüsten, das waren die Hauptaufgaben.
      Nebenbei Schichtarbeit (6 Punkte ab arbeiten) Wannen und Boxen wechseln und Pausenablöse. Ach ja und Schichtübergabe vorbereiten.

      2. Normale Aufträge (kein schnelles rüsten)

      Schichtübergabe, Aufträge annehmen, Rüstungen zeitlich planen und durchführen 3-5 Maschinen (15-30 min pro Rüstvorgang).
      Nebenbei die selben Aufgaben wie im KAN BAN Team nur das man das KAN BAN team, wenn man Zeit hat die Position als 2 Person beim rüsten einnimmt und unterstützt.

      Die Aufteilung war dann so das mind. 2 Einrichter KAN BAN gemacht haben und 1 Einrichter normale Aufträge abgearbeitet hat. Wenn mal alle da waren dann waren wir 4 Einrichter in einer Schicht. Halle 1(37. 30-500t Maschinen) Montage (3. 500-800t Maschinen) und Silikon (eine 80t Maschine)

      In der Nachtschicht sind es nur 2 Einrichter für die selbe Arbeit. Wenn dann einer von 2 Krank ist oder Urlaub hat, ist man auch alleine und schafft trotzdem 60-70% von dem Was die Früh- oder Spätschicht gemacht hat.


      Viel von dem was man schaft hängt vom willen und Einsatz ab,
      nebenbei spielt dann noch gute Organisation und Ordnung eine wichtige Rolle.
      Stillstand ist Rückschritt
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    • Hallo!

      Ganz alleine zu arbeiten kenne ich auch, und kann meinen Vorrednern dahingehend zustimmen, daß viel machbar ist.

      Solange alles halbwegs glattläuft. Ist an einer Stelle richtig der Wurm drin, hat alles drunter zu leiden (vor allem der pünktliche Feierabend :().

      Aber wie verhält sich das eigentlich rein rechtlich bzw. versicherungstechnisch gesehen? Kennt sich da jemand aus?

      Ich meine, wenn einem, der alleine in der Firma ist wirklich was passiert, kriegt der dann auch Schwieirgkeiten mit der BG, weil man nicht alleine arbeiten darf? Oder geht das voll zulasten des Unternehmers?

      mfg

      Plastichead
    • Hallo,

      bezüglich der Regressnahme gilt nach meinem Wissen,

      --> abhängig von der Position, Ausbildung und vor allem der schriftlichen Vereinbarungen zwischen Mitarbeiter und Unternehmen, kann zumindest teilweise die Verantwortung für Sicherheit an Mitarbeiter übertragen werden.

      Letztendlich, solange nichts passiert, kümmert es keinen. Wenn doch, dann hilft nur noch ein guter Anwalt.
      ------------
      MfG opa
    • Hallo,
      also meiner Meinung nach darf man sehr wohl alleine arbeiten, wenn andere zumindest in der nähe sind.
      Es geht nur darum, dass jemand da ist, der im Notfall helfen kann, und Notruf absetzen kann.

      Bei uns hat auch schon mal einer alleine gearbeitet, der musste dann einen Totmannschalter mitnehmen, der beim Pförtner dann alarm absetzt wenn man sich eine bestimmte Zeit nicht bewegt.

      gruss
      miche
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    • Original von Miche

      Bei uns hat auch schon mal einer alleine gearbeitet, der musste dann einen Totmannschalter mitnehmen, der beim Pförtner dann alarm absetzt wenn man sich eine bestimmte Zeit nicht bewegt.

      gruss
      miche


      Ja das ist auch eine Variante, haben wir bei uns auch schon eingesezt, wenn nur sehr wenige leute am abeiten sind und diese weit verteilt in versch. Abteilungen!
    • Original von opa
      Hallo,

      bezüglich der Regressnahme gilt nach meinem Wissen,

      --> abhängig von der Position, Ausbildung und vor allem der schriftlichen Vereinbarungen zwischen Mitarbeiter und Unternehmen, kann zumindest teilweise die Verantwortung für Sicherheit an Mitarbeiter übertragen werden.

      Letztendlich, solange nichts passiert, kümmert es keinen. Wenn doch, dann hilft nur noch ein guter Anwalt.


      Hallo!

      Danke für die Antwort.

      Konkreter Fall: Kleinbetrieb, in dem jeder einsieht, daß Ein-Mann-Nachtschicht besser ist als Geisterschicht. Qualitätsunterschiede sind enorm, wir hatten auch schon Wasser- und Ölschäden.

      Selbst wenn schriftliche Vereinbarungen existieren würden, wären diese dann nicht unwirksam, wenn sie gegen geltendes Recht verstoßen?

      mfg

      Plastichead
    • Als ich noch als Einrichter gearbeitet hab, hatten wir eine Maschine die ist ab und zu auch Sonntags gelaufen. Geisterschicht war nicht möglich, also musste immer 1 Einrichter da sein.

      Der Pförtner und ich waren dann die einzigen auf dem Betriebsgelände. Totmannschalter oder so ähnlich hatte ich nicht - das einzige war, das alle 3 Stunden der Pförtner bei seiner Runde an meiner Maschine vorbei kam.

      Inwiewiet so etwas zulässig ist weiß ich nicht - aber das Gewerbeaufsichtsamt musste die Sonntagsarbeit genehmigen.
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    • Original von TThias
      Dem Gesetz nach darf man grundsätzlich alleine Arbeiten.
      Was sollte sonst z.B. ein Landwirt oder ein Nachtwächter tun ?


      Ein Landwirt darf z. B. nicht alleine in den Wald und Bäume fällen.

      Ich denke mal, diese Regelung ist von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz verschieden. Und die Spritzereien die ich bisher gesehen hab, waren keine Todeszonen in denen man nach 5 Minuten alleine hoffnungslos verloren ist ;)