Spritzparameter für Amodel PPA GF33

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    • Spritzparameter für Amodel PPA GF33

      Hallo,

      ich würde gern einen Prozess mit diesem Material verbessern und bin im Datenblatt auf etwas gestoßen, dass mir hier nicht ganz verständlich ist.

      Ziel der Verbesserung soll es sein, Verarbeitungstemperaturen dezent absenken zu können, um materialschonender zu produzieren.
      Jetzt ist es so, dass ein sehr hoher Staudruck eingestellt ist. Den will ich erstmal stark nach unten bringen, SOLL ist <5bar. Damit würde ich mir schonmal Friktion rausnehmen.

      Zylinder- und Düsentemperaturen liegen aber alle unter der gezielten Massetemperatur:
      Heizwerte 310°C bis 325°C
      gezielte Massetemperatur 335°C

      Nehm ich jetzt den Staudruck weg und arbeite zusätzlich noch mit Dekompression, wie soll ich da auf die Schmelzetemperatur kommen?

      Auch hier nehme ich gern das Offensichtliche und von mir Übersehene, dafür lerne ich noch über die Kunst des Spritzens ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ParameterJongleur ()

    • Danke. Bin die Beiträge alle durch, leider habe ich nicht direkt was gefunden, was mir weiterhilft.

      Die oben angesprochenen Änderungen am Prozess sind alles Punkte, die problemlos funktionieren sollten.
      Der einzig unklare Punkt ist für mich das Zusammenspiel von "tiefen" Temperaturen, wenig Friktion durch stark abgesenkten Staudruck und dem Erreichen der "hohen" Schmelzetemperatur.

      (vorher keine Dekompression da eine NVD im Einsatz war, Staudruck war auf 50 bar, obwohl 5 im Datenblatt stehen, will da einfach runter um Scherung raus zu nehmen, probieren...)

      Nur will ich nicht stundenlang probieren, wenn ich nicht auf die Schmelzetemperatur komme, dann ist irgendwann die Musterung ohne Ergebnis vorbei.
      Deshalb vorab die Frage nach Meinungen.
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    • Nun, genau die Temperaturen der Zylinderheizbänder will ich runter fahren, um materialschonender zu arbeiten. Denn gem. Vorgabe liegen all diese Zylindertemperaturen unterhalb der Schmelzetemperatur, dies ist der Zusammenhang der mir fehlt.

      Ganz offen, ich mag Menschen, die mir Dinge vorwerfen nicht wirklich. Denn ja, ich hatte wirklich alles gelesen sowie verstanden. Auch über all das Bestand bereits Klarheit...

      Wie gesagt, mir fehlt da nur der Zusammenhang zwischen noch weniger Friktion als aktuell + der Absenkung von Temperaturen und trotzdem stabiler Aufschmelzung
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    • ParameterJongleur schrieb:

      Nun, genau die Temperaturen der Zylinderheizbänder will ich runter fahren, um materialschonender zu arbeiten.
      Materialschonender ist es, das Material mit dem oberen Temperaturwert, den der Materialhersteller für das Verfahren vorgibt, zu verarbeiten =
      - weniger Scherung
      - bessere Homogenisierung
      - weniger Druckbedarf
      - weniger Druckgefälle (Schneckenvorraum --> Fliessfront) beim Füllen
      - leichteres Ausformen der Geometrien usw.

      Wenn Du in der Ausbildung bist, müsste all dieses Dir Dein Ausbilder auch erklären können ....
    • Hier habe ich leider das Problem, dass eben bei diesem PPA die obere Verabeitungstemperatur hart an der Grenze liegt. Mit den derzeitigen Verarbeitungsparametern, obere angegebene Temperaturen, ist es so, dass das Material nur ca. 5°C unter der Zersetzung (Pyrolyse) verarbeitet wird. Ausserdem schreibt der Granulathersteller, scherungsarm verarbeiten wäre toll...

      Dinge, die nicht wirklich alle zusammenpassen... Wie die ganzen Prozessparameter zusammenspielen wurde mir natürlich erklärt. Nur ist es so, dass ich hier sehe, dass der Prozess an der Kante läuft und ich einfach nur allgemein diesen Prozess materialschonender einstellen will.
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    • ParameterJongleur schrieb:

      Staudruck war auf 50 bar, obwohl 5 im Datenblatt stehen,
      Moin,

      hier verwechselst du mit Sicherheit den spezifischen Staudruck (50bar) und den hydraulischen Staudruck (5bar).

      Hast du mal die Materialtemperatur gemessen? Was kommt an Temperatur wirklich im Material an?

      Wie schon geschrieben, sinken mit steigender Temperatur der Druckbedarf und die Druckübertragung ins WZ wird verbessert. Somit sinkt dann die Scherung.

      Habt ihr Verarbeitungs/ Qualitätsprobleme oder warum willst du da unbedingt dran drehen ?(

      mfg Daniel
    • Das wäre natürlich die einfachste Lösung, da wird wohl ein kurzes Telefonat für ne Nachfrage beim Hersteller reichen, danke.

      Der Spritzkuchen hat 340°, geb ich da noch 2 oder 3 durch Abkühlung drauf, dann hab ich nicht mehr viel bis 350°, bei denen sich das Material zersetzt...

      Wir wollen eine Scherungsärmere Düse verwenden, der Grund der Musterung. Das Material kann sich in verschiedenen Bereichen der Fertigung zersetzen, sei es durch Oxidation, Pyrolyse, extrem kurze Verweilzeit oder Scheranfälligkeit.
      Deswegen will ich mit der neuen Düse Scherung raus nehmen und mit den Temperaturen weg von der Grenze.
    • Ich weiss nicht wie eure NVD aussieht, wenn es eine Federbelastete (Maschinen) Düse ist dann entsteht hier natürlich auch nochmal eine Menge Scherung.
      Eine offene Düse wäre dann mit Sicherheit besser. Ebenso müssen die Bohrungsdurchmesser von WZ und Maschine zu einander passen. Maschine etwas kleiner als das WZ (Beispiel: 8mm WZ; 6mm Maschine).

      Wenn du mit einer hohen Einspritzgeschwindigkeit, viel Masse durch eine kleine Bohrung drückst entsteht ebenfalls sehr viel Scherwärme. Schau dir dazu mal das "Heizverhalten (Einschaltdauer)" der Heizzonen vom Zylinder an.
      Es gibt auch Heisskanäle die beim Einspritzen "wärmer" werden. Dort entsteht dann ebenfalls zu viel Scherung. Meistens ist dann der Heisskanal einfach zu kalt.

      mfg Daniel
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    • THOR schrieb:

      Ich weiss nicht wie eure NVD aussieht, wenn es eine Federbelastete (Maschinen) Düse ist dann entsteht hier natürlich auch nochmal eine Menge Scherung.
      Eine offene Düse wäre dann mit Sicherheit besser. Ebenso müssen die Bohrungsdurchmesser von WZ und Maschine zu einander passen. Maschine etwas kleiner als das WZ (Beispiel: 8mm WZ; 6mm Maschine).
      Eben federbelastete NVD, deswegen weg davon. Unterschied D Düse und Angussbuchse passt.

      Ich werde bei der Musterung dann genau beobachten, wie die Heizbänder arbieten, kann ich gut überwachen. Daraufhin werde ich die Temperaturen der einzelnen Zonen regeln und ggf. die Friktion dort anpassen. Danke, wieder ein Tip, den ich in meiner Musterungsplanung so noch nicht hatte. (Kein HK)