Massepolster Schwankung

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Massepolster Schwankung

      Hallo liebe Leute,
      Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen,

      Folgendes Problem auf einer Ferromatik FM 160 mit PE-LD

      Die erste Zeit wenn die Maschine läuft klappt alles super, dann nach ca. 45 min fängt es an, dass ab und an beim Einspritzen am Ende das Massepolster sehr gering wird (Zylinder wird bis auf Endstellung "leergefahren") und dann aber die letzten Kavitäten 2 oben 2 unten (12fach Form) nicht voll werden. Was ich daran nicht verstehe, weil ja so gesehen die Form mit mehr "Masse" befüllt wird. Wenn es so wäre...

      Nach ein paar Recherchen mit ein paar Werkzeugbauern und erfahrenen Einrichtern sagten sie mir das bei einer so alten Maschine event. die RSP / Sperrring nicht mehr so in ordnung sind. Da ich für die verhältnisse der Maschine nur sehr wenig Dosierweg des Zylinders brauche (ca. 1/5) sagte man mir ich soll die Einspritzgeschwindigkeit gering halten da das Material sonst eventuel am Stauring vorbeikommt. Das habe ich heute ausprobiert und es hat erstmal geholfen. Nach ca. 2 Std. im Betrieb ging es so langsam wieder los. (Mal nach 10 Schuss einmal dann nach 30 Schuss einmal immer unterschiedlich) Dann habe ich die erste Spritzstufe auf ca. 2mm weg gesetzt und die Geschwindigkeit erhört, zum helfen der RSP. Leider kann ich nicht genau sagen was hilft, da der Fehler sehr unregelmäßig auftritt. Am ende war es dann soweit, das ich viele Einstellungen verändert habe die zu hohen Massepolsterschwankungen geführt haben. Mal mehr Massepolster mal weniger. Letzendlich habe ich aufgegeben.

      Ich habe noch die Vermutung das eventuell etwas an der Schneckenspitze / RSP / Sperrring ist.
      AAußerdem habe ich heute morgen noch die Zylindertemperatur runtergesetzt was auch viel geholfen hat. Anscheinend am anfang.
      Zu sagen ist auch noch, das ich mit ca 2 Bar (Hydr. Druck) Staudruck arbeite und am Anfang die Maschine sehr sehr lange gebraucht hat zu Dosieren. (immer an ein paar Stellen ist sie hängen geblieben) dann habe ich die Dosiergeschwindigkeit erhöt und die Dosierung lief ohne macken.

      Ob der fehler bei anderen Werkzeugen auch ist kann ich nicht sagen, weil ich noch nicht wirklich ein Werkzeug auf der Maschine eingestellt habe. Ein Werkzeug war schon drauf aber nur zum Probieren. Da lief alles Einwandfrei



      Das Werkzeug lief bis zu letzt auf einer Arburg 305 ECO. Ohne Probleme. Leider kann ich nicht die Werte von der ECO übernehmen. Da die Arburg Maschinen mit Speziefischen Drücken arbeitet und die Ferromatik mit Hydr. Drücken.
      Die "Umstellung" auf eine Ferromatik maschine ist schon ein Happen :)

      Umgebaut habe ich es nur, wegen der Zyklusgeschwindigkeit die auf der Ferromatik besser zu beinflussen ist / schneller ist.

      Ich bin ein anfänger im Spritzgussbereich weil ich das nebenbei mache in einem Familienbetrieb. Ich habe mir vieles selber beigebracht hatte aber auch Unterstützung von vielen Leuten aus diesen Bereich. Habe auch ein Lehrganag im Hause ARBURG besucht um ein wenig Fachwissen über die Materialien zu bekommen.


      Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.
      gruß leon
    • Ich habe noch ein Auzzug aus dem Web gefunden:


      Eine defekte Rückstromsperre fällt dadurch auf, dass der Arbeitshub des Absperringes bei einer abgenutzen Rückstromsperre nicht mehr reproduzierbar ist. Daraus folgt das die Schwankungen des Massepolsters sehr stark werden und die Massepolstertoleranz ständig überschritten wird.
      In den meisten Fällen drückt das Massepolster bis auf annähernd 0cm³ durch und die Kavität im Werkzeug bleibt meist halb leer oder schwach gefüllt. Die ganze Formmasse die nicht in die WKZ-Kavität gespritz wird, gelangt über die nicht mehr abdichtene Rückstromsperre zurück in den hinteren Bereich des Zylinders.

      Das wäre ja genau das was bei mir zutreffen würde ....
    •      
    • Dankeschön "Behrens"

      Ich habe mir das gerade mal durchgelesen.
      Da ich aber mit diesen Maschinen noch nie gearbeitet habe (haben nur Arburg M Maschinen und eine Eco und 2 weitere die aber noch vor meiner Zeit sind (Klacker Technik)) weiß ich nicht genau wie ich hier passend die Drücke / Geschw. / Zeiten einstellen kann. ich tu mich immer mal wieder dran aber nach 6 Stunden bin ich es dann leid weil dann funktioniert es mal lange und dann mal wieder nicht :(

      Ich deute es mal so:
      - Massepolster neu einstellen
      - Staudruck anpassen
      - mich an den Einspritzparameter versuchen
      - und vorallem die Dekompression einstellen

      ich habe bis zu 6 Spritzstufen einzustellen

      sollte ich für die erste einen kurzen weg aber eine hohe geschw. auswählen ?

      Außerdem war es so, dass wenn die Masch. "leerspritzt" der Umschaltdruck gegen ende der "normalen" Formfüllung absinkt

      Ich will das Schätzchen doch nur gerne am laufen haben. Ich habe immer Spaß daran Zeit damit zu verbringen. Aber hierbei bin ich einfach Hilflos.

      Sollte ich trotzdem mal den Düsenkörper abbauen und mir die Schneckenspitze mit einem "FAchmann" angucken ?

      Danke schonmal und auch ein schönes Wochenende
    • Grüße Gott,


      ich hätte auch noch ein wenig Lesestoff beizutragen ^^

      vielleicht helfen Dir folgende Links weiter:

      Massepolster-schwankt-trotz-neuer-RSP/

      Funktionsweise Rückstromsperre

      Massepolster - RSP prüfen

      Massepolster schwankt - Beseitigung

      Teil füllt ungleichmässig



      Ein schwankendes Massepolster könnte viele Gründe haben ...

      Zu unterscheiden wäre hier noch, ob die Schwankungen beim Massepolster oder Restmassepolster auftreten ?!

      Unterschied Massepolster und Restmassepolster:
      Das Massepolster ist die verbliebene Kunststoffschmelze im Schneckenvorraum,
      die nach der Einspritzphase vorhanden ist. Das Restmassepolster ist
      die Schmelze, die nach der Nachdruckphase im Schneckenvorraum verbleibt.
      Dieses Restmassepolster dient als wichtiger Überwachungsparameter in der späteren Serienfertigung.


      Es kann einige Gründe haben, warum das Massepolster während des Prozesses schwankt. Oft ist eine Trägheit in der Rückstromsperre verantwortlich.
      Weitere Gründe:
      1. Erste Einspritzgeschwindigkeit zu langsam.
      2. Fehlende Dekompression nach dem Dosieren.
      3. Rückstromsperre hat einen zu grossen Weg.
      4. Material hat zu viel Feuchtigkeit.
      5. Staudruck nicht optimal gewählt.

      Möglich wäre auch ein zu geringer Staudruck. Dadurch wird dann nicht regelmäßig genug aufdosiert. Oder eine zu hohe Restfeuchte im Granulat. Hat dann den gleichen Effekt.
      Es hilft meistens die erste Geschwindigkeit (Einspritzgeschwindigkeit) zu erhöhen. Zugleich stellt man eine Dekompression ein, die mindestens 0,1mm vom Durchmesser des Schneckendurchmessers ist (Grober Richtwert).
      Wenn das nicht weiter hilft, dann eine neue Rückstromsperre mit einem besseren Reaktionsverhalten einbauen. Einige verbauen dann eine Kugelrückstromsperre. Diese soll reaktionsfreudiger sein, wie die RSP mit Füsschen.
      Die Kugel RSP hat ein sehr optimales Schließverhalten.
      Langglasfaser darf man damit aber nicht verarbeiten.

      Wenn es die Zeit erlaubt, würde ich persönlich lieber auf "Nummer sicher" gehen und den Zylinder "aufmachen" und hineinschauen. Im Regelfall reicht es, den Düsenkörper herauszuschrauben und die Schnecke von Ihrer Koppelung zu lösen und nach vorne zu befördern. Evtl. verbliebende plastische Schmelze an RSP grob entfernen und schauen, ob alles an seiner richtigen Position sitzt oder ob Verschleiß erkennbar ist ...

      Wenn es die Zeit nicht erlauben sollte, parametertechnisch weiteres versuchen:
      - Füllstudie anfertigen (Umschaltpunkt richtig gewählt ?!)
      - Dosierprofil optimieren (langsam dosieren - Kühlzeit dabei ausnutzen)
      - Dekompression erhöhen.
      - Restmassepolster verringern (wenn nötig Korrekturschritt durchführen)


      Beste Grüße :]
    •      
    • Bei allen guten Tipps zur Maschineneinstellung nach dem schlauen Buch, wann wurde zuletzt der innere Zustand der Spritzgarnitur geprüft ?

      Damit man nicht erst reagieren muss wenn es zu spät ist, prüfen wir bei uns je nach Belastung der Garnitur im Turnus von 3 - 12 Monaten und dokumentieren das:
      (und erneuern bei Verschleiß)

      * Zustand Schneckenspitze
      * Zustand Sperrring innen
      * Außendurchmesser Sperrring
      * Durchmesser Zylinder mit langer Dreipunktmessschraube
      * Durchmesser Schnecke
    • Hallo Ksschiffbahn,

      willkommen im Forum.

      Zu Deiner beschriebenen Problematik.

      Ich gehe mal davon aus, das es sich nicht um ein HK handelt ( HeissKanal Werkzeug handelt ), Richtig ?

      In der Regel kommen die meisten Fehler am häufigsten vor :

      - RSP defekt ( hierfür, so würde ich jetzt fast glauben, spricht das meiste dafür bei dir )
      für eine defekte RSP brauchst du keinen Fachmann, wenn es so gravierend ist, wie du beschrieben hast.
      das sollte selbst ein ungeschultes Auge sehen können,
      Du hast ja bereits viele Einstellungen probiert, bevor ich jetzt weiter Zeit verschwende, würde ich mir die Spitze anschauen und
      die Schnecke mal ziehen.
      - Bei HK-Werkzeug eine Leckage im HK-System, aber bei dem genannten Zeitraum sollte der Kunststoff aus allen ritzen
      schon " Hallo sagen ", wenn vorhanden
      - Feuchtigkeit etc, weitere Punkte sind ja auch schon genannt worden.

      Grüße
    • Hallo Zusammen,

      Erstmal ein dickes Dankeschön an euch für die ganzen Infos.

      Ich habe heute mit einem ex Arbeiter von Ferromatik gesprochen und wird sind auf den Entschluss gekommen das die RSP defekt ist.
      Habe den ersten Einspritzer jetzt auf ca. 5 mm gesetzt und eine sehr hohe Geschwindigkeit genommen.

      Habe dann mit der Einstellung erst die Form im Handbetrieb gefüllt, 2 min gewartet und dann erneut versucht zu füllen. Nach ca 8mm weg blieb die Schnecke dann stehen. Er sagt das liege jetzt an der ersten Spritzstufe die halt als Hilfe der RSP dient. Er guckt jetzt nach einer neuen RSP und ich Versuche morgen früh die Maschine unter der Einstellung erstmal laufen zu lassen. Die Tage kommt dann die RSP neu. Ich halte euch auf dem laufenden was jetzt genau los war und wie die RSP aussieht.

      Herzlichen Dank und noch ein schönen Abend.

      Leon S.
    •      
    • ksschiffbahn schrieb:

      Die erste Zeit wenn die Maschine läuft klappt alles super, dann nach ca. 45 min fängt es an, dass ab und an beim Einspritzen am Ende das Massepolster sehr gering wird (Zylinder wird bis auf Endstellung "leergefahren") und dann aber die letzten Kavitäten 2 oben 2 unten (12fach Form) nicht voll werden. Was ich daran nicht verstehe, weil ja so gesehen die Form mit mehr "Masse" befüllt wird. Wenn es so wäre...

      Ich versuch mich mal mit meiner ersten Antwort :)

      Falls die Trocknerkapazität nicht ausreicht wäre ein unzureichend getrocknetes Granulat die Folge was die Viskosität des Materials senken würde und somit die Leckströmung der bereits abgenutzten RSP begünstigt.
      Abgesehen von diesem Problem scheinen die Nester ungleichmäßig zu füllen. Was zu unterschiedlichen Bauteilqualiäten führt.

      "Habe dann mit der Einstellung erst die Form im Handbetrieb gefüllt, 2 min gewartet und dann erneut versucht zu füllen. Nach ca 8mm weg blieb die Schnecke dann stehen" (kann mir jemand erklären wie ich ein zweites Zitat einfüge ?( )

      Da die Schnecke stehen bleibt würde ich eher auf einen verschlissenen Zylinder tippen.
      Du könntest den gleichen Versuch mit weniger Dosiervolumen (mm wie beim Umschaltpunkt eingestellt ohne Dekompression) nochmals testen und somit herausfinden ob der Zylinder im vorderen Bereich verschlissen ist.
      Oder Schnecke ziehen und Zylinder und RSP - Durchmesser vergleichen :D


      Grüße
    • Es ist ja so:
      Es bleibt kein Massepolster.
      Was untersucht man? Die Rückstromsperre, weil man da ganz gut und relativ schnell ran kommt. Visuell sieht die nicht mehr so ganz gut aus, also wird eine Neue eingebaut. Das läuft dann auch eine ganze Weile.
      Irgend wann ist es dann wieder so, dass das MP nicht mehr gehalten wird. Vielleicht wurde die Maschine auch immer mit (Beispiel) ABS-PC GF30 gefahren und nun kommt plötzlich PA66-UV auf die Maschine. Das PA66 drückt sich wieder an der RSS vorbei, wenn es unter Druck steht, weil die jahrelange Benutzung des ABS-PC GF30 nicht nur die RSS verschlissen hat, sondern auch den Zylinder im Dosierbereich ausgewaschen hat.
      Nur: Den Zylinderdurchmesser zu messen, erfordert erstmal die Schnecke zu ziehen, den Zylinder zu reinigen, den Zylinder abkühlen zu lassen und erst dann kann vernünftig mit einer relativ teuren (ca. 1000.-€ plus ggf. Verlängerungen) Dreipunkt-Innenmessschraube der Durchmesser des Zylinders gemessen werden. Erst dann stellt man fest, dass der Innendurchmesser im Laufbereich der RSS ausgewaschen ist. Da das aber alles recht viel Zeit und damit Geld kostet, unterbleibt es.
      Wenn man das Dosiervolumen deutlich erhöht und gleichzeitig den Umschaltpunkt um das gleiche Maß erhöht (wenn noch ausreichend Dosierweg vorhanden ist), könnte man evtl. sehen, dass das MP dann plötzlich konstant bleibt. => Ein deutliches Zeichen für eine noch intakte RSS aber einen ausgewaschenen Zylinder.