BASF Force Majeure PA66-GF30 Alternativen

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    • BASF Force Majeure PA66-GF30 Alternativen

      Hallo Forum!

      ... ein vorweg... Ich bin kein Kunststoffexperte und hoffe daher auf eure Hilfe. :/
      Wie sicher die meisten wissen, gibt es ein "Force Majeure" seitens BASF für die Herstellung von PA66. Da die Grundstoffe fehlen betrifft das auch andere Lieferanten.
      Bisher haben wir für einige Produkte Durethan AKV30 H2.0 von Lanxess eingesetzt. Aber auch die sind leider davon betroffen und es wird langsam eng.

      Kann mir von euch jemand ein PA66-GF30 empfehlen das ähnliche Eigenschaften hat und gut verfügbar ist? Auf welche Materialien habt ihr gewechselt?

      Jetzt schon vielen Dank!

      Grüße,
      Markus
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    • Die Glaskugel ist bestimmt nicht schlecht. Die "FM" von BASF ist noch nicht aufgehoben. Sicherlich gibt es von anderen Herstellern auch PA66. Frage ist aber, in wie weit die die entsprechenden Stoffe von BASF beziehen. Es ist ja nicht das Maschinchen für PA66, sondern das oder die Maschinchen für die Rohstoffe für PA66.
      Außerdem ist PA66 nicht von jedem Hersteller identisch. Und wenn man auf die Ultramid A-Gruppe angewiesen ist, sieht´s eben mal ein wenig eng aus.
    • Hallo zusammen,

      erstmal Danke für die Infos.
      Ich habe die Verfügbarkeit von zwei Materialien prüfen lassen.
      - Akulon S223-HG6 von DSM
      - Zytel 70G30HSL BK039B von DuPont
      Das Material scheint gut verfügbar. Die Preise sind derzeit natürlich unverschämt.

      Laut unserem Lieferanten ist die Verarbeitung, solange es sich um das gleiche Grundpolymer mit gleichem Glasfaseranteil handelt, ebenfalls ähnlich und eine leichte Anpassung von Spritzparametern sollte ausreichen. Ich hatte bedenken, wir müssten wegen anderer Schwindung möglicherweise Werkzeuge ändern.

      Könnt ihr das Bestätigen? Hat jemand Erfahrungen mit den Werkstoffen?

      freundliche Grüße,
      Markus
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    • Ich würde empfehlen, dass ihr euch erstmal bemustern lasst! Sich drauf zu verlassen, dass ein völlig anderes Material die absolut gleichen Ergebnisse erzeugt, ist fahrlässig.
      Und eine "ähnliche Verarbeitung" ist nicht die gleiche Verarbeitung.
    • Mal so am Rande:
      Es ist einfach, als Einkäufer irgend ein "vermutlich ähnliches Material" zu beschaffen.
      Der Mann an der Maschine und der in der QS kommen aber u.U. mit diesem Material aus verschiedene Gründen überhaupt nicht zurecht.
      Und der Mann an der Maschine wird dann wieder als der Dumme beschimpft, obwohl er für den Materialwechsel gar nichts kann.
      Also erst prüfen (mit allen Konsequenzen) ob das Material wirklich geeignet ist und die Anforderungen auch wirklich erfüllt!
    • Hi,
      natürlich wird erstmal ordentlich bemustert. Der Materialvorschlag für das Akulon kam übrigens von einam der Lieferanten.
      Da das Produkt in Serie läuft wird die Bemusterung auch entsprechend umfangreich. Weil das ganze im Automotive-Bereich angesiedelt ist, wird es vermutlich auch eine mehr oder weniger aufwendige Qualifizierung für das Endprodukt geben.
      Alle Lieferanten, die entsprechende Kunststoffteile fertigen, bekommen nun erstmal die Datenblätter und müssen dann entscheiden mit welchem Aufwand, welchem Bemusterungsumfang, etc. wir zu rechnen haben und letztendlich natürlich auch selbst entscheiden, ob sie das Material verwenden können.
      Parallel ist der Kunde am Zuge das Material zu prüfen, da es hier Vorgaben für bestimmte Konturen und Schnittstellen gibt.

      Deshalb sind alternativen mit ähnlichen thermischen, mechanischen, etc Eigenschaften wichtig.

      Grüße,
      Markus
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    • Klar, dass eine ausgiebige Bemusterung und Freigabe unter diesen Bedingungen sehr wichtig ist. Der Vorteil wird sein, dass bei entsprechender Freigabe mehrere Materialien in der Zukunft alternativ zur Verfügung stehen können. Das sollte dann natürlich in den Verträgen entsprechend vermerkt werden. Dadurch seid ihr dann in der späteren Materialwahl wesentlich flexibler.
      Der Aufwand ist natürlich erheblich. Technisch wie auch finanziell und zeitlich.
    • Hallo mtrumpa,

      einfach Vorgehensweise, wie ich sie aus der Medizinbranche kennengelernt habe :

      3 - 4 Materialhersteller eines gleichen / ähnliches Materials ( techn. / chem. Eigenschaften ) Abmustern.
      Klar Zeitaufwand / Kosten vorab höher.
      ABER
      Später zeitlich Flexible mit Umstellungen, Erfahrungswerte gut durch die Abmusterung.

      Alles andere empfinde ich als fahrlässig, so wie petersj schon bereits beschrieben hat.

      Nur so ist es ein guter, vernünftiger, sinnvoller Weg.

      Grüße

      The Problem Solver
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    • Hier ein paar Informationen aus dem offiziellen Newsletter unserer Firma (den man übrigens auch buchen kann und der den Empfänger nicht mit dauerhafter Werbung vollspamt) zur Force Majeure - Kette (FM) bezüglich PA66:


      Ak­tu­el­le Ver­sor­gungs­knapp­heit bei Po­ly­amid 6.6 Zahlreiche Unterbrechungen in der PA 6.6 Prozesskette führten zu einem starken Anstieg der Marktpreise und einer erheblichen Versorgungsknappheit
      Der europäische Markt für Polyamid 6.6 (PA 6.6) befindet sich in einer sehr angespannten Versorgungslage. Vor dem Hintergrund einer anhaltend hohen Nachfrage und zahlreicher Störfälle in der Prozesskette kam es zu einem starken Anstieg der europäischen Marktpreise. Bei extremer Versorgungsknappheit haben sich die europäischen Marktpreise in elf Monaten seit August 2017 bis Juni 2018 um über 40% erhöht.

      PA 6.6 – eine fragile Prozesskette
      Die Prozesskette für PA 6.6 ist von wenigen Vorprodukten abhängig. Insbesondere das Vorprodukt Adiponitril (ADN) und das hiervon abhängige Nachfolgeprodukt Hexamethylendiamin (HMD) sind die kritischen Komponenten in der PA 6.6 Lieferkette (siehe nachfolgende Grafik).

      Process chain: Polyamide 6.6

      Die europäische PA 6.6 Prozesskette ist äußerst fragil. Neben der grundsätzlichen Abhängigkeit des HMD von ADN, gibt es global nur 4 ADN-Produzenten. Butachimie ist mit einer Produktion in Frankreich der einzige europäische ADN-Produzent (drei befinden sich in den USA) und stellt somit den kritischen Engpass in der PA 6.6 Prozesskette dar. Aber auch die Produktion des Nachfolgeproduktes HMD ist in Europa auf wenige Produzenten begrenzt.

      Force Majeure (FM) führte zu Versorgungsknappheit
      Seit August 2017 wird die Prozesskette immer wieder von FM-Ereignissen überrascht. Spätestens seit Mitte Februar 2018 wurde das strukturelle Risiko der gesamten europäischen PA 6.6 Wertschöpfungskette abermals deutlich, als sich zahlreiche FM als Folge von Störfällen bei den Vorprodukten ereigneten. Eine Zusammenfassung der Ereignisse im Überblick:

      Oktober 2016: FM für die HMD Produktion der Solvay, Chalampé, Frankreich
      August 2017: Technische Störung PA 6.6 Produktion der Solvay, Freiburg
      Januar 2018: FM für die HMD Produktion von INEOS, Seal Sands, UK
      Februar 2018: FM für die PA 6.6. Produktion der BASF, Ludwigshafen
      Februar 2018: FM für die ADN Produktion von Butachimie, Chalampé, Frankreich
      Februar 2018: FM für die PA 6.6. Produktion der Solvay, St. Fons & Blanes, Frankreich
      Februar 2018: FM für die PA 6.6. Produktion der Radici, Novara, Italien
      Mai 2018: FM für die HMD Produktion von INEOS, Seal Sands, UK
      Juni 2018: Verlängerung des FM für die PA 6.6. Produktion der BASF, Ludwigshafen

      Es besteht eine hohe Preissensitivität bei Produktionsausfällen aufgrund der ununterbrochenen anhaltend hohen PA 6.6 Nachfrage. Den Einfluss der oben dargestellten Störfälle auf das europäische PA 6.6 Marktpreisniveau wird in der nachfolgenden Grafik verdeutlicht:

      Indexed Price development Polyamide 6.6 Europe

      Angespannte Marktsituation wird bestehen bleiben
      Europa hat ein strukturelles Problem in der PA 6.6 Wertschöpfungskette, da die PA 6.6 Rohstoffversorgung im Wesentlichen mit der Butachimie ADN Produktion in Frankreich steht und fällt. Global sind alternative ADN Quellen für die europäischen PA 6.6 Produzenten nur in den USA zu finden, jedoch versorgen diese Anlagen sowohl den lokalen amerikanischen Markt, als auch den importabhängigen asiatischen Markt.
      In 2019 soll ein Ausbau der bestehenden ADN Kapazitäten bei der Butachimie erfolgen. Als Vorbereitung für den anstehenden Retrofit der Anlage gehen wir von einer weiteren Verknappung der PA 6.6 Menge, beginnend ab dem dritten Quartal 2018 bis zum dritten Quartal 2019 aus. Somit ist auch in den kommenden Monaten nicht von einer Entspannung auf dem europäischen PA 6.6 Markt auszugehen. Wir erwarten, dass das derzeitige europäische Marktpreisniveau weiter ansteigen wird. Der europäische PA 6.6 Markt wird auch zukünftig nur schwer auf Ausfälle in den vorgelagerten Produktionsstufen reagieren können und die strukturelle Anfälligkeit wird bestehen bleiben.
      Obwohl es in vielen Fällen schwierig ist, einen effektiven Ersatz für PA 6.6 zu finden, kann ALBIS alternative Lösungen anbieten. An anderer Stelle in diesem Newsletter finden Sie hierzu einen Leitfaden. Bitte wenden Sie sich an Ihren gewohnten ALBIS-Ansprechpartner, wenn Sie an Alternativen zu PA 6.6 interessiert sind.

      albis.com/de