Werkzeugbauer Lehrer / Kunststoffspritzer gesucht

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    • Werkzeugbauer Lehrer / Kunststoffspritzer gesucht

      Hallo liebes Spritzgussweb-Forum,

      ich bin auf der Suche nach einem echten Original der eine etwas andere Aufgabe sucht. Ich habe hier im Forum immer wieder gelesen, dass die Ausbildung heutzutage im Spritzguss / Kunststoffbereich nicht angemessen ist und man vieles verpasst. Das selbe Gefühl habe ich als Firmeninhaber auch im Bereich Werkzeugbau. DAS muss aufhören. Deswegen haben wir uns für unser Werk in Norddeutschland nahe Osnabrück folgendes überlegt: Wir wollen absolut intern ausbilden. Ich habe dort Jungs im Spritzguss und auch einen im Werkzeugbau (gelernter Landmaschinenschlosser, und ich habe noch nie so tolle Schweißnähte gesehen) die wirklich lernen wollen und Bock haben. Und genau so haben wir die finanziellen Mittel dort einen komplett tollen neuen Werkzeugbau hinzustellen, nach dem Motto: Wer damit schafft soll entscheiden was dahin kommt. Unterstützung gibt es von unserem Werkzeugbauer aus dem Ausland, der aber selbst von sich sagt, er ist kein super Lehrer. Genau dafür suche ich jemanden. Einen "alten Hasen" der kein Bock mehr hat seine letzten 10 Jahre noch einfach nur an der Maschine zu stehen, sondern jungen engagierten Leuten etwas beibringen will um gemeinsam etwas aufzubauen. Das tolle ist: Wir sind absolut flexibel und müssen uns weder an Lehrpläne noch an Bestimmungen der IHK halten: Du sagst das Auswendiglernen von MFI Werten ist absoluter Quatsch: Okay weg damit, brauchen unsere nicht, wozu gibt es das Internet und Bücher. Du sagst: "Diese oder jene Technik ist genial aber man brauch Zeit sie zu lernen, welche eine Schule nicht hat" Nimm dir die Zeit und bring sie unseren Jungs bei. Du möchtest individuelle Arbeitszeit, auch mal in Urlaub fahren wenn gerade viel los ist: Du bist bei uns keine "Arbeitskraft" im herkömmlichen Sinne sondern eine Art "Berufsschullehrer", also los entdecke die Welt, dann können die Jungs in der Zeit das erlernte üben. Oder möchtest du zwischendurch auch ein bisschen normal "arbeiten", auch okay dann geht es zwischendurch an die Maschinen. Wichtig für uns ist nur, wir wollen lernen und gemeinsam einen Werkzeugbau zur Instandhaltung und zum neuen herstellen von Werkzeugen haben der ohne großen Zeitdruck aber mit viel Effizients aufgebaut werden soll.
      Ich suche keinen der aus Berlin kommt und das leben in einer anderen Großstadt sucht, wir sind auf dem Land, dort wo die Wohnungspreise auch noch so sind, dass man dort leben kann.
      Nun meine Frage: Gibt es solche Menschen noch, wo meint ihr sollte ich da am ehesten Suchen? Ich war schon am überlegen einen kleinen Werkzeugbau aufzukaufen aber auch da ist es schwierig etwas passendes zu finden. Vielleicht kennt ja jemand jemanden wo er denkt, dass so etwas für ihn etwas sein könnte.

      Das hier ist keine Stellenausschreibung im herkömmlichen Sinne sondern soll ein bisschen dazu anregen sich darüber zu unterhalten wie man so jemanden am besten finden kann, ich hoffe es ist okay das hier zu posten, falls nicht bitte ich die Admins diesen Beitrag zu verschieben dort wo er hin passt.

      Mit freundlichen Gruß,

      Ben
    • Hallo Ben,

      ein guter Ansatz und ich wünsche dir viel Erfolg bei der Suche. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass die meisten Werkzeugmacher und Werkzeugbauten keinerlei Erfahrung an der Maschine haben und zu wenig über Kunststoffe allgemein kennen. Ebenso haben viele Einrichter in der Produktion nur einen groben Überblick über den Werkzeugbau und können viele Entscheidungen nicht objektiv bewerten, die die Werkzeugkonstruktion getroffen hat.

      Vielleicht wäre es sinnvoll nicht einen Lehrer zu suchen, sondern einen Allrounder, der im ersten Schritt beide Bereiche an die Hand nimmt und sie gezielt näher bringt. Diese Person bringt dem Werkzeugbau das Fließverhalten und den Wärmehaushalt der Kunststoffe näher. So wird ein Bewusstsein geschaffen, dass z.B. ein PP nicht gleich ist wie ein anderes PP(z.B. sorgt ein Unterschied im Kristallanteil für verschiedene Verzüge) ist und der MFI keine Aussagen über die Fließverhalten im Werkzeug trifft. Der Produktion zeigt diese Person auf, dass bestimmte "schlechte" Entscheidung nicht anders gingen, weil die Artikelkonstruktion keine andere Lösung erlaubt.
      So wird Schritt für Schritt die Zusammenarbeit der Abteilungen gefördert, bis am Ende die Konstruktion, Werkzeugbau und Produktion an einem Tisch sitzen und nicht die Umsetzung einer finalen Artikelkonstruktion besprechen, sondern die Artikelkonstruktion schon am Beginn besprochen wird und wo noch Potential zu holen ist.
    • Hallo 1u21,

      Ja da habe ich mich vielleicht etwas doof ausgedrückt, aber genau das wäre so eine Person wie ich sie meine. Unser Produktionsleiter an einem anderen Standort ist genau so einer leider mit 63 hat er keinen Bedarf mehr noch für einige Jahre nach Norddeutschland zu ziehen, da es ihm im Süden besser gefällt. Aber du hast recht, also ich denke auch ein reiner Werkzeugbauer funktioniert oft nicht genau so ein reiner Spritzer nicht, es muss ein Mensch sein der vll das eine gelernt aber nun das andere "erlernt" hat oder so etwas. Unser anderer war ursprünglich Schlosser und hat bei Miele gelernt, alles andere durch selbst beibringen und Interesse. Das ist das Gute, ich gebe wenig auf Zeugnisse oder Zertifikate, was am Ende rauskommt ist das entscheidende, und wie man das lernt ist sehr unterschiedlich. Großes Problem ist nur, wie findet man da sinnvoll jemanden?
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    • Ich würde mich nicht auf Facharbeiter alleine beschränken bei der Suche. Es gibt auch Kunststoffingenieure, die sich breit aufgestellt haben, aber von denen gibt es auch nicht viele.
      Relevant bei den potentiellen Kandidaten ist ein "gebrochener" Lebenslauf und die Bereitschaft immer weiter Neues zu lernen. Wer immer nur die gleichen Aufgaben über viele Jahre gemacht hat, dem fällt es schwer über den Tellerrand zu blicken. Ich kann dies den Leuten auch nicht verübeln, weil viele Firmen nur Bewerber mit einem geraden Lebenslauf einladen.
      Und es wird schwer solche passende Leute abzuwerben. Häufig sind die aktuellen Arbeitgeber sich bewusst, was diese Leute wert sind und zeigen dies auch, damit sie möglichst lange bleiben.