Ablagerungen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Ablagerungen

      Hallo zusammen,

      bin neu hier und habe folgendes Problem.

      Fahre über ein Offenes Heißkanalsystem vier Formnester mit geäzter / genarbter Oberfläche.
      Material ist ASA, Temperatur ca.260 Grad.

      Ab ungefähr 500 Schuss bilden sich Ablagerungen in der Oberfläche die meinen Glanzgrad stark beeinträchtigt,
      Heißt fleckige glänzende Oberfläche.
      Habe jetzt einige Reiniger von Lusin, Rivolta, Spiritus , Bremsenreiniger und Aceton probiert und es bringt nicht wirklich was...
      Mit Bremsenreiniger alle paar Stunden Reinigen verzögert den Prozess aber das ist keine Lösung.

      Werkzeugtemperatur : 70 Grad
      Zyklus : 25 sek.

      Ich hoffe es kann jemand helfen.
    • Moinsen

      früher haben wir Nagellackentferner benutzt...was auch relativ gut funktioniert hat.
      Heute benutzen wir Eisstrahlgeräte um alle Formen zu reinigen.
      Vorteil des Eisstrahlens ist das man auch sehr gut in engen Konturen die Ablagerungen enfernt bekommt.
      Hiermit haben wir sehr großen Erfolg.
    • Hallo Lori,

      ich kenne das Problem bei PBT. Wir haben die Probleme der glänzenden Flächen nur mit "Eisreinigung" gelöst bekommen. Allerdings mussten wir das ca. einmal die Woche machen. Dauer ca. 10 - 15 min .

      Bei einer Zykluszeit von 25 sec und ca. 500 Schuss könnt Ihr das alle 3,5 h machen. Das kann keine Dauerlösung sein. Zur Verarbeitung von ASA kann ich nichts sagen. Habe keine Erfahrung mit dem Material.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von paulchen ()

    •      
    • Die Ablagerungen im Werkzeug sind *kondensierte Gase*(!), somit das Problem an der Ursache packen und beim Plastifizieren besser endgasen!
      Voraussetzung: 3-Zonen-Schnecke und das richtige Temperaturprofil! Zylindertemperatur im vorderen Zylinderbereich auf Maximalwert laut Materialhersteller und Richtung Einzug gleichmäßig so absenken, dass das Granulat erst in der Kompressionszone (Aufschmelzzone) der Schnecke in die Schmelze übergeht!!

      Staudruck und Schneckendrehzahl nicht zu hoch: Staudruck auf max. 60 bar (spezifisch) und Schneckendrehzahl so langsam wie möglich ... !
      Bedenke: Scherwärme ist immer *nicht beherrschbare Wärme* und sie sollte möglichst vermieden werden!

      Bei dem Thema Zylindertemperaturen sollten sich die Spritzgiesser auch unbedingt die *Grobmotorigkeit* abgewöhnen:
      Bei nahezu 100% aller Prozesse haben die Solltemperaturen an dritter Stelle eine *0* oder eine *5* (z. B. 290, 285, o.ä.) ;) , was beweist, dass die Einstellwerte immer mit min. 5°C -Werten verändert/gestuft werden, nicht selten gleich 10° oder gar 15° .... Nennt man das Präzisions-Spritzguss? Bestimmt nicht! ;)


      Das Thema *Kunststoff in Schmelze bringen* wird immer noch zu "stiefmütterlich" bestrachtet!!
    • Ich kann @Behrens nur zustimmen. Wir verarbeiten PC/ABS (50/50) und haben auch diese kondensierten Gase auf der Oberfläche, welche den Glanzgrad beeinflussen. Ich sage schon länger, dass dies an der schlechten Entgasung liegt. 50er Schnecke mit 5 Regelstellen Düse 280 Grad, Zone 1 280 Grad, Zone 2-4 270 Grad, 60 bar spez. Staudruck, Plasthub 115 mm. Es stand schon eine riesige Traube vor der Maschine und alle haben gerätselt. "Kommt das vom Werkzeug? Oder tropft Öl vom Roboter?" 8|
      Bis jetzt wollte mir keiner glauben, dass es daran liegt, da man an alten Philosophien festhält. Erst so langsam wird dieses Hinterfragt. Ich hoffe ich bekomme die Tage mal den Segen und darf etwas Material "verpulvern" um die These der schlechten Entgasung zu untermauern und mal mit einem anderen Temperaturprofil zu arbeiten. :D
      Bei anderen Werkzeugen hatte ich damit bisher immer Erfolg, warum nicht auch da.
      Und auch wir haben uns einen Trockeneisstrahler angeschafft. Aber das kann auch nicht die Lösung sein, alle 200 Schuss zu strahlen.
      @Lori zieh mal ruhig mit dem Finger über diese Ablagerungen und rieche dran. Hast du ein gutes Näschen wirst du den Geruch vom Kunststoff wahrnehmen. ;)
    •      
    • Danke für die schnellen Antworten.

      Bin erst seit Februar ausgelernter Verfahrensmechaniker deshalb auch die Frage wie sollte das Temperaturprofil aussehen ?


      Hab ne 30er Schnecke
      Standard 3 Zonen
      Aktuelle Temperatur hab's net genau im Kopf
      260- 265 -260- 255-245

      Heisskanal ca. 255-260 Grad


      Wollten jetzt Regranualt probieren in der Hoffnung keine so Starken ausgasungen zu bekommen.
      Sinnvoll ?
    • @Behrens
      -Zyklus liegt bei 45 Sekunden
      -Plasthub müsste ich nachsehen lag aber irgendwo bei 350mm (kann ich morgen nochmal nachsehen)
      -280 Grad laut meinem Vorarbeiter ist max. Temperatur für die Düse (kann morgen nochmal aufs Datenblatt schauen, die liegen in nem verschlossenen Schrank und er ist nicht da) :whistling:

      Ohne nähere Daten würde ich die Temperatur zum Einzug hin gleichmäßig bis 250 Grad setzen. Oder das Datenblatt gibt mir noch niedrigere Werte, dann wohl auch tiefer. Aber da fände ich die Sprünge doch recht groß. :S
      Und den Staudruck reduzieren. Mit dem Dosieren ist die Karre auch nach gut 9 Sekunden fertig. :/
    •      
    • Lori schrieb:

      Danke für die schnellen Antworten.

      Bin erst seit Februar ausgelernter Verfahrensmechaniker deshalb auch die Frage wie sollte das Temperaturprofil aussehen ?


      Hab ne 30er Schnecke
      Standard 3 Zonen
      Aktuelle Temperatur hab's net genau im Kopf
      260- 265 -260- 255-245

      Heisskanal ca. 255-260 Grad


      Wollten jetzt Regranualt probieren in der Hoffnung keine so Starken ausgasungen zu bekommen.
      Sinnvoll ?
      Ohne näheres zu wissen, würde ich mal versuchen den HK und die Düse auf eine Temperatur zu nehmen, Bsp. 260 Grad.
      HK/Düsen 260 - 254 - 248 - 242 - 236.
      Nur mal so als Beispiel. Ein Blick aufs Datenblatt verrät dir dann mehr und du kannst dir was austüfteln.
      Nutze die Kühlzeit zur Plastifizierung aus (wie du es hoffentlich gelernt hast) und versuche nie über Staudruck zu entgasen.
      Geht dein Material vor der Kompressionszone in den plastischen Zustand, wo sollen da noch die Gase hin? Da kannst du noch so stark das Material scheren und komprimieren, das wird nix. :P
      Harmonisch mit dem Staudruck und der Dosiergeschwindigkeit arbeiten. ;)

      Edit: Immer vergesse ich was. 8o
      Viele Einrichter haben gerne "glatte Zahlen" überall stehen. Egal welcher Parameter, "es gibt keine Komma 3 bei Umschaltwegen" Oder "warum steht die entnahmeposition bei x 117,5? Mach doch gleich 117!". Jep, kann ich sicherlich machen, sind auch nur 5 Zehntel die ich dann auf die Auswerfer drücke. 8| Nur mal so als Beispiel für Reaktionen auf "krumme" Zahlen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von BastiWest ()

    •      
    • @BastiWest, ich hab mir deine Angaben noch mals angeschaut und muss korrigieren: Davon ausgehend, dass Max.Dosiereg der Maschine 350 mm ist und 4 Zylinderzonen dann ergibt sich bei mir folgende Temperatureinstellung

      Düse 280°
      Z 1 280°
      Z 2 265°
      Z 3 250°
      Z 4 235°
      Trichter 70°
      Heisskanal alle 285°

      Das *5* und *0* am Ende sich ergeben ist Zufall (Ergebnis meines Rechnersystems) ....

      Staudruck 60 bar (spezifisch) ist o.k.
    •      
    • BastiWest schrieb:

      Aber da fände ich die Sprünge doch recht groß.
      Da gebe ich dir Recht! Problem: Die Maschinenhersteller sparen mit den Regelzonen ... Nehmt in eure Maschinen-Lastenhefte eine min. Anzahl von 6 Zonen (ohne Düse) rein, das ist für eine thermische Feinabstimmung des Zylinders sehr wichtig. Die ZylinderLängen der einzelnen Regel-Bereiche sind für viele Prozesse (hohe Verweilzeit) viel zu groß!
    • @Behrens
      Sie berechnen diese Abstimmungen?
      Ich selber finde auch, dass man bis zur Kompressionszone Granulatform (Überspitzt dargestellt) haben kann. Davon ausgehend, dass wir dort einen Temperaturanstieg der Schmelzen von 40 Grad haben, ist es für mich total verständlich auch in der Einzugszone die Temperaturen niedriger zu halten.
      Aber mein Interesse an der Berechnung ist gerade geweckt. Das würde mich brennend interessieren! :D

      Den Staudruck hätte ich eventuell auf 50 bar spez. reduziert.
    •