Viele Frage, keine Ahnung...

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    • Viele Frage, keine Ahnung...

      Hallo zusammen,

      ich bastel an was rum und habe diverse Fragen. Bin Schlosser, aber mit Kunststofftechnik kenn ich mich nicht aus. Ich weiss nicht, ob ich in diesem Unterforum richtig bin, im Zweifel bitte verschieben. :)

      Die Fragen schreib ich mal in Reihe, wie sie mir gekommen sind und ich freu mich über jede Antwort.
      ACHTUNG ROOKIE FRAGEN! ;)

      Also:
      1. Kann man folgendes Bauteil spritzgiessen? Masse sind ca. 430x110mm, Materialstärke bisher gedacht 3-4mm; gedachte Stückzahl vlt 1000-10000 Stk.;
      2. Wie kompliziert, respektive teuer (Hausnummer) würde ein Werkzeug für sowas werden? Ich denke der "Haken" unten machts kompliziert?
      3. Welchen Kunststoff braucht man, wenn da am Ende in den Löchern was hängt, also Gesamthängegewicht rund 5Kg, die ganze Geschichte also recht stabil werden soll und witterungsbeständig? Das Teil wird mit dem "Haken" in einen Winkelstahl eingehängt.
      4. Gibts "kleine" gebrauchte Maschinen, mit denen ich selber spritzgiessen kann?
      5. Wenn man ein Werkzeug fertigen lässt, wird das dann für einen bestimmten Maschinentyp hergestellt oder gibts "universelle"?
      Trägerplatte1.jpg

      DANKE!

      gruss
      micha
    • Hallo und willkommen!
      Das Bauteil an sich würde sich spritzen lassen. Allerdings muss das Werkzeug (einfachste Lösung) Schieber haben.
      Bezogen auf die Stückzahl: 1000-10000 pro Jahr? Oder wöchentlich? Monatlich?
      Mit den Kosten für Werkzeugen kenne ich mich nicht sonderlich aus. Prei ist es auch davon abhängig ob du über Anguss spritzt (Kaltkanal) oder ohne Anguss (Heißkanal).
      Beim Kaltkanal fällt der Anguss (Abfall) an. Ist aber in der Konstruktion billiger.
      Werkstoff: Ständige Belastung? Dann ist ein Werkstoff zu wählen, der eine hohe Kriechfestigkeit hat. Hängen die 5 Kilo weit vom Teil entfernt? (Hebelgesetz) Ich würde ohne nähere Infos erstmal auf ein PA mit Glasfaser setzen. (Je nach Anwendung auch was anderes)
      Es gibt diverse Anbieter für Spritzgießmaschinen. Theoretisch kannst du dir eine zulegen. Allerdings ist Spritzgießen nicht an einem Tag gelernt und bedarf schon Erfahrung und Wissen, was man da eingibt. Ich gebe dir, wenn du es umsetzen möchtest, gerne Hilfestellung dazu.
      Es wird nicht auf eine bestimme SGM Zugeschnitten, das ist eher die Ausnahme. Ob du es auf einer Arburg oder KraussMaffei mit entsprechender Ausrüstung spritzt ist quasi egal.
      Edit: Eventuell kann ich (wenn du möchtest) mal einen unserer Konstrukteure fragen für etwaige Lösungen und preisliche Vorstellungen.
      Ich hoffe das hilft dir schonmal. :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von BastiWest ()

    • Hey Super! :)

      Ganz ehrlich, bin ich nicht sicher, welche Stückzahl es werden wird/soll/muss. Ich weiss auch nicht welche Unterschiede bzw. welche Standzeiten verschiedene Modelwerkstoffe bringen, wie gross auch der preisliche Unterschied dabei ist, welche Stückzahlen nötig sind, damit sichs rechnet.

      Dann kam mir noch in den Sinn: Einen Prototypen kann man sicherlich günstiger mit nem 3D-Printer herstellen lassen. Die Frage ist, geht das mit dem selben Kunststoff, der am Ende auch in der SGM eingesetzt würde?

      Ob Heiss- oder Kaltkanal verwendet werden muss, hängt vom Werkstoff ab oder? Ich hab mich mal in Wikipedia umgesehen und bin da auf SAN (Styrol-Acrylnitril- Copolymerisat) gekommen, dachte sowas in der Richtung könnte taugen. Wobei da ein ausführliches Gespräch mit nem Kunststofftechniker mehr bringen wird, als meine bisherige Recherche, is klar! :) de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kunststoffe


      gruss

      micha
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    • Ein Werkzeug sollte man schon aus richtigem Stahl fertigen. Beschaffenheit der Kontur ist abhängig vom Kunststoff und gewünschter Oberflächenqualität. (Glanz oder Matt)
      Dein Verkaufspreis muss natürlich auch mit Gewinn für dich berechnet werden. Materialkosten, Energiekosten, Wasserbedarf, Maschinenkosten, Werkzeugkosten usw. Unterm Strich muss es sich ja auch rentieren.

      3D Drucker habe ich keine Erfahrung. Ich denke aber, dass das grundsätzlich möglich ist. Allerdings sind die Kosten für die Erstellung eines Modell auch recht hoch und das Gefüge des Kunststoffes ist auch ganz anders, als wenn man das Teil spritzt.

      Heiß oder Kaltkanal ist nicht zwingend vom Werkstoff abhängig. In der Regel lassen sich alle Thermoplaste über einen Heißkanal verarbeiten. Es ist in der Konstruktion/Anschaffung aber teurer. Ein "Loch" bohren ist wesentlich günstiger als dort beheizte Kanäle zu legen.

      SAN ist ein ähnlicher Werkstoff wie ABS. Es versprödet im Laufe der Zeit extrem und vergilbt. Das heißt, die mechanischen Werte bauen irgendwann stark ab. Witterungsbeständig ist dieser Kunststoff auch nicht sonderlich. Styrole sind allgemein sehr spröde. ABS-SB (Schlagfest) ist da eine Ausnahme. Um den Werkstoff zu bestimmen, braucht man mehr Anhaltspunkte. Über den Werkstoff muss man sich vorher im Klaren sein, da so auch das Werkzeug konstruiert wird. (Schwindung und Maßhaltigkeit)
    • Also, eine "kleine" Maschine ist das bei der Teilefläche (ca. 470cm²) bereits nicht mehr. Du musst mit einer Zuhaltekraft zwischen 1400 und 3000kN rechnen, je nachdem welches Material zum Einsatz kommen wird. Das Dosiervolumen wird ebenfalls bei 160cm³ liegen, also auch eine Schnecke so um die 50mm.
      Von einem SAN würde ich abraten. Ich würde ein PP-GF oder PA6 GF empfehlen, beides für den Außenbereich wenn erforderlich, UV stabilisiert. Je nach Anforderungen gibt es hier auch gute aufbereitete Waren (Recycling, ECO und wie sie sonst noch heißen). Wenn es "ewig" halten soll müsste man wahrscheinlich die Stege verstärken und auch Neuwaren nehmen. Spielt die Farbe eine Rolle? Bei Rcyclingwaren ist oft nur ein anständiges Schwarz lieferbar.
      Die Preise für Kunststoffe sind "Börsenpreise". Also abhängig von der Menge die man bezieht und der verfügbaren Rohwaren auf dem Markt.
      Du solltest da tatsächlich alle Positionen einzeln quotieren, damit du einen Gesamtüberblick bekommst. Wenn es sich bei den Mengenangaben um Endmengen handelt, ist der Auftrag nicht rentabel.
      Die Herstellung im 3D-Druck ist bisher nur ohne Glasfasern möglich. Und dann sind es nur Anschauungsobjekte ohne die entsprechende Belastbarkeit.
    • Da das Teil im Außenbereich eingesetzt wird, würde ich von einem PA abraten. Durch den schwankenden Feuchtegehalt über das Jahr, ändern sich die mechanischen Eigenschaften. Ein POM mit GF wäre da deutlich besser.

      Beim 3D-Druck kann man sich für die Anwendung nur Anschauungsteile bauen lassen. Die mechanischen Eigenschaften variieren stark je nach verwendetem Verfahren. Es gibt zwar für den FDM-Bereich Filamente mit GF-Anteil, jedoch gilt die Verstärkung nur für die x-y-Ebene. In z-Richtung beträgt die Festigkeit maximal 50% des Matrixmaterials.
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    • Hey, auch euch Danke für die ANtworten! :)

      Also POM... ich bin mir nicht sicher obs Faserverstärkt werden muss. werd mal versuchen die Kräfte zu berechnen.
      Das mit dem Hinterschnitt also das mit dem Schieber würde das Werkzeug per se verteuern, denke ich. Das kann man ja auch verschweissen/kleben oder? Also den "Haken" hinten drankleben. Würde ggf. sogar ein wenig mehr Stabilität bringen?

      Ja, son Maschinchen scheint ja doch was grösser/komplizierter/kostenintensiv zu sein. Kann man bei Spritzgiessereien mit eigenen Formen daherkommen und produzieren lassen? Oder läufts idR so ab, daß ich mir eine Giesserei aussuche und die die Formen für mich machen und behalten und ich nur da produzieren lassen kann??

      Mach bei zeiten ne neue Skizze, mit den Klebeteilen, wie ich es mir denke.

      p.s. Die Rippen oben drauf hab ich nicht dicker hinbekommen auf die schnelle in Sketchup. :)

      3D_Druck: ja, dachte schon fast, daß man nicht die Stabilität erreicht. Aber für nen Prototyp sicher sinnvoller, als sofort ne Form herstellen zu lassen, mein ich. Oder?

      DANKE!

      micha
    • Du musst die Rippen nicht zwangsläufig dicker machen. Du müsstest es berechnen, wenn du genau weißt welches Material zum Einsatz kommen soll, welches Gewicht tatsächlich angehängt wird und ob die Last statisch oder dynamisch daran hängt.
      Das Werkzeug kannst du für dich alleine bauen lassen bei einem Werkzeugbauer. Oft haben die auch eigene SGMs zum bemustern. Um diese sinnvoll auszulasten, nehmen sie auch oft Produktionsaufträge an - wenn die nicht zu groß sind. Zur Gesamtkonstruktion würde ich mich tatsächlich mit einem Werkzeugmacher zusammensetzen. Diese sehen oft ganz andere Möglichkeiten in der Werkzeugkonstruktion als ein "Metaller" sie ersinnen kann. Oft kann man das Werkzeug auch bei diesen Firmen einlagern lassen.
      Und dann gibt es auch die sogenannten Lohnspritzer. Denen liefert man entweder die Idee und sie bauen ein Werkzeug (oder lassen) oder man liefert denen ein Werkzeug.
      Ein Prototyp ohne volle Funktion? Nur kucken - nicht anfassen? Macht bei einem Funktionsteil eigentlich keinen Sinn, oder? Dann kannst du auch in einer visuellen 3D Zeichnung bleiben.
      M.E. macht der eine unkomplizierte Schieber keinen allzu großen Kostendruck.
    • Der Schieber wird kostengünstiger sein als ein weiteres Werkzeug für den Haken+Montage. Irgendwie muss der Haken ja auch hergestellt werden. Zum anderen sollten Kleben und Schweißen dann genutzt werden, wenn es nicht möglich ist das Teil in einem Stück herzustellen. Die mechanische Stabilität ist bei einem durchgängigen Teil ideal.
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