automatische Gewindeentspindelung

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    • automatische Gewindeentspindelung

      Hallo zusammen,

      der nervige Anfänger mal wieder.

      Ich mach mir gerade über automatisches Gewindeentspindeln gedanken. Ich habe dazu kein konkretes Projekt, es interessiert mich einfach.

      Es gibt da ja die ein oder andere Lösung von der Stange (Servo oder Hydo). So wie ich das mitbekommen habe, basteln sich viele aber aus den unterschiedlichsten Gründen auch Eigenes. Zahnstange (Leitmutter), Hydromotor mit Riemen etc. Könnt ihr mir mal sagen, mit welchen Systemen ihr die beste Erfahrung gemacht habt und warum? Welches ist für Mehrfachwerkzeuge geeignet, welches für 1-2 Fach Werkzezuge. Grundlochbohrung oder Durchgangsbohrung sind da ja auch zu berücksichtigen.

      Danke für euer Feedback
    • Sieh dich nicht als nervigen Anfänger. Eher als interessierten Anfänger, der viele Fragen stellt. So kommt man dazu seinen aktuellen Standpunkt zu reflektieren und sich weiterzuentwickeln.

      Ich habe verschiedene Arten der Gewindeentspindelung kennenlernen dürfen. Häufig wurde diese über eine Zahnstange oder eine Hydraulik gelöst, aber auch eine elektrische Variante war dabei. Grund für die Wahl war immer die Kostenseite. Du musst auch bedenken, dass jede Lösung ihre Vor- und Nachteile hat. Je nach Einsatzzweck fallen verschiedene Lösungen auch weg.

      Bei der Wahl der Entspindelung muss geklärt werden, was mit dem Werkzeug produziert wird. Normale technische Teile, ohne sehr hohe Anforderungen an die Sauberkeit können mit ner Zahnstange entspindelt werden. Man muss nur beachten, dass die Schmierung des Systems keinen Kontakt mit den Kunststoffteilen haben darf. Diese Lösung ist sinnvoll, wenn es wenige Teile im Jahr sind.

      Bei einer Hydraulik wird das ganze teurer, aber auch sauberer. Die geschmierten Teile liegen nicht frei und die Wahrscheinlichkeit einer Kontamination sind deutlich geringer. Fängt jedoch der Hydraulikmotor an zu lecken, muss das gesamte Werkzeug+Peripherie umfangreich gereinigt werden. Bei technischen Teilen mit hohen Stückzahlen sinnvoll, jedoch muss die gesamte Hydraulik regelmäßig gewartet werden.

      Bei der elektrischen Variante, läuft es ähnlich wie bei der hydraulischen Variante. Dort bewegt ein Elektromotor alle Zahnräder. Vorteil des ganzen Systems ist, dass man kein Risiko durch auslaufendes Öl hat. Bei der Schmierung der Zahnräder kann man auf Fette zurückgreifen und bei einer ausreichenden Schmierung, ist die Gefahr einer Kontamination sehr gering. Diese Lösung kostet deutlich mehr, sollte jedoch gewählt werden, wenn Teile für die Lebensmittelindustrie/Medizintechnik gespritzt werden. Ebenso sollte diese Variante geprüft werden, wenn viele Teile im Jahr gespritzt werden. Die Wartungskosten sind deutlich günstiger.
    • Zahnstange habe ich schon mehrmals gesehen. Wie ist die im Vergleich zu dem Hydromotor zu bewerten? Ich vermute da eine höhere Zykluszeit (2-5 s)
      Wie setzte ich die Hydraulik oder auch Servo (Der Antrieb ist ja für das System eher zweitrangig) bei Mehrfachwerkzeugen um z.B. 8-Fach? 2-Fach -4-fach kann ich mir da gut vorstellen. Darüberhinaus wirds schwierig.... oder? Der Riemen hat ja da seine Grenzen. Zahnräder?
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    • Ich kenne dies nur über Zahnräder insgesamt. Ein Riemen wird irgendwann zu schwach.
      Die Verteilung der Kraft erfolgt dabei über Zahnräder. Ein Zahnrad treibt dann vier weitere Zahnräder usw... Ähnlich wie bei einem Heißkanalsystem.

      Die Zahnstange ist recht günstig und ein Zylinder, der die Auf- und Abbewegung realisiert ist auch günstig. Nur ist dies ein System, was schnell dazu führen kann, dass Teile verschmutzen können. Erst recht, wenn die Zahnstange unten aus dem Werkzeug kommt und zu großzügig geschmiert wurde. Klar kann man dies mit einem Gehäuse verhindert, aber dadurch raubt man sich Platz bei fallenden Teilen. Zu breite Förderbänder können dann nicht mehr genutzt werden. Somit ist ein Trichter notwendig, der montiert werden muss und Höhe raubt. Somit limitiert man sich in der Höhe des Förderbands.
      Die Zykluszeit wird damit auch beeinflusst. Die Zahnstange muss wieder hochfahren. Da muss auch geprüft werden, ob die Fahrzeit der Zahnstange länger ist als die Schließbewegung des Werkzeugs. Ist die Fahrzeit länger, ist es automatisch eine Zykluszeiterhöhung. Deswegen lohnt es sich nur bei wenigen Teilen pro Jahr.
      Bei der Werkzeugwartung müssen alle Einsätze auch passend zur Zahnstange ausgerichtet werden, während bei einem Hybraulikmotor alle Einsätze in der gleichen Position stehen müssen, was deutlich schneller geht und einfacher ist.
    • Guten Abend,
      Wir haben alles Varianten in unserem Unternehmen vertreten, sowohl Hydraulik, Elektro-Motoren als auch Zahnstangen Werkzeuge. Zahnstangen sind sehr bewährt und auch günstig aber wieder Vorredner richtig sagt sehr langsam,träge und nicht 100 Prozent
      Kontinuierlich, also alles in allem nicht mehr zeitgemäß. Elektromotoren sind sehr genau, sehr schnell, sehr sauber, leider aber auch mühsam zu installieren aufgrund der Steuerung und nicht besonders stark im Vergleich zu den Hydraulik Motoren. Ich würde sie auf jeden Fall befürworten wenn es nur um Artikel aus PE handelt und generell keine große Haftung haben. Hydraulik Motoren sind etwas teuer, dafür aber Extrem stark, ziemlich schnell und richtig gewartet auch genauso sauber wie Elektromotoren.
      Mfg
    • Ich kann hier nur bestätigen, was schon geschrieben wurde.
      Zahnstangen sind okay für 0815 Artikel die nur in kleinen Serien gefertigt werden und wo es auf nichts ankommt.
      Elektromotoren sind zuverlässiger und Präziser als Hydromotoren. Die Installation ist kostspielig, dafür aber eine saubere Sache, wenn wenig Zeit für Wartungen ist. Erfordert das Teil aber mehr Kraft, ist der Hydromotor eine gute Wahl. Hohe Kräfte, nicht so präzise wie Elektronik aber durchaus annehmbar. Und die Technik schreitet auch weiter vorran. Je nach Belastung und Laufzeit muss die ganze Karre dann aber gründlich gewartet werden, damit alles reibungslos funktioniert.
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