Feuchtigkeit in PC und PET durch Einspritzgeschwindigkeit ausgleichbar?

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    • Feuchtigkeit in PC und PET durch Einspritzgeschwindigkeit ausgleichbar?

      Einer unserer Kunden verarbeitet ein Gemisch aus PC und PET mit sehr hohen Einspritzgeschwindigkeiten. Die Materialien sind immer ein Regranulat von diversen Anbietern aus allen Ländern der Welt und keiner dieser Anbieter kann sagen, woher das Ursprungsmaterial kommt. Dadurch schwanken die Spritzdrücke zwischen 1.200-2.000 bar und teilweise ist das Material überhaupt nicht spritzbar. Ich tippe drauf, dass es sich dabei um Reste aus der Extrusion handelt oder das Material falsch getrocknet wurde, aber das soll nicht das Primärthema sein.
      Ist das Material mit geringerem Druck spritzbar, entstehen Schlieren. Bei glasklaren Produkten natürlich unerwünscht. Versuche bei unserem Kunden haben gezeigt, dass eine sehr hohe Einspritzgeschwindigkeit zum Verschwinden der Schlieren führt. Für mich klingt dies in erster Linie nach einer schlechten Vortrocknung. Leider fehlt mir die Erfahrung mit PC und PET in diesem Punkt. Deswegen die Frage:

      Lässt sich eine fehlende Vortrocknung durch eine stark erhöhte Spritzgeschwindigkeit ausgleichen?


      Ich befürworte dieses Vorgehen kein Stück, da das Werkzeug(Heißkanal, Einsätze usw...) und die Maschine eine deutliche Mehrlast erhalten und es auch eine Energieverschwendung ist.

      Und hat jemand einen Tipp für ein Compound aus PC und PET, was vernünftig zu spritzen ist? Ideal wäre noch die Angabe über die Kosten/Kg(gerne auch per PN), damit ich unserem Kunden überzeugen kann den Materiallieferanten zu wechseln.

      Nachtrag: Unser Kunde hat auch gesagt, dass manche Chargen auch geschäumt haben bei sehr hohen Spritzdrücken. Ein weiteres Indiz für mangelnde Vortrocknung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von 1u21 ()

    • Feuchtigkeit in beiden Polymeren lässt sich definitiv nicht durch erhöhen der Einspritzgeschwindigkeit eliminieren oder "ausgleichen" Da muss also grundsätzlich ausreichend vorgetrocknet werden.

      Max. Wassergehalt: 0,01 %
      Trocknungstemperatur: 110 °C
      Trocknungszeit:
      Umlufttrockner (50 % Frischluft) 4-12 h
      Frischlufttrockner (Schnelltrockner) 2-4 h
      Trockenlufttrockner 2-4 h

      VERARBEITUNGSVERFAHREN Spritzguss
      Massetemperatur: 260-280 °C
      Werkzeugtemperatur: 60-80 °C

      Je nach Mischungsverhältnis muss auch die Massetemperatur angepasst werden. Nur, das Mischungsverhältnis bei Mahlgut lässt sich wahrscheinlich nicht bestimmen ohne entsprechende Analytik.
      Außerdem müssen die beiden Polymere nicht zwangsläufig verträglich sein, was natürlich eine Schlierenbildung durch Unverträglichkeit erzeugt. Schließlich haben beide Polymere auch eigentlich einen eigenen Verarbeitungsbereich (Temperaturen).

      Wir haben verschiedne PC-PET-Blends im Portfolio. Das sind dann aber richtige Blends, die auf einem Extruder entsprechend behandelt und hergestellt wurden. Da ist eine einwandfreie Verarbeitbarkeit dann praktisch garantiert. Diese gibt es z.B. in Lizenz bei uns von Covestro unter dem Namen "Makroblend". Wir haben aber auch entsprechende Blends aus dem eigenen Haus, die ebenfalls entsprechend und gut verarbeitbar sind.
      Für entsprechende Angebote oder Anfragen sollte man sich dazu an eines unserer Verkaufsbüros wenden. Eine Preisstellung kann ich hier nicht geben.
      albis.com
    • Ich würde das Material auf jeden Fall mittels Schneckenmischer (min. Größe 2 to, hängt vom Verbrauch ab, muss min 6-8 Std. im Mischer laufen) *homogenisieren*, damit die hohen Viskositätsschwankungen entfallen, zudem werden die angeblich sehr unterschidlichen Materialien homogen im Volumen verteilt.

      Ich bin überzeugt, dass damit viel erreicht wird, vielleicht sogar das Problem gelöst.
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    • Du kannst den Effekt von Schlieren durchaus über Spritzgeschwindigkeiten, Drehzahl der Schnecken und Staudruck beeinflussen. Du bekommst zwar eine schönere Oberfläche, deine Mechanik wird aber dennoch benachteiligt. Ergo ist das keine Lösung, einen Artikel so produzieren. Werden Musterplatten verspritzt um Farbe zu messen, dann kann man das durchaus machen. Für alles andere aber in meinen Augen ein No-Go!
    • Hallo 1u21 ,

      zu Deiner Thematik kann ich Dir aus einem Projekt folgendes mitteilen :

      1u21 schrieb:

      Einer unserer Kunden verarbeitet ein Gemisch aus PC und PET mit sehr hohen Einspritzgeschwindigkeiten. Die Materialien sind immer ein Regranulat von diversen Anbietern aus allen Ländern der Welt und keiner dieser Anbieter kann sagen, woher das Ursprungsmaterial kommt. Dadurch schwanken die Spritzdrücke zwischen 1.200-2.000 bar und teilweise ist das Material überhaupt nicht spritzbar.
      Aufgrund Deiner Aussage hier, wisst ihr nicht genau was es für ein PET - Typ ist.
      Hier gibt es, je nach Typ ( Amorphe / Teilkristalline ) eine Unverträglichkeit, die auch zu einer Schlierenbildung neigen kann.
      Somit kann selbst eine gute Trocknung, dieses Fehlerbild nicht vermeiden.

      Eine Trocknung beider Materialien ist sehr wichtig und zu beachten, inkl. der Druchsatzmengen.

      Alles weitere ist ja bereits hier erwähnt worden.

      Grüße

      The Problem Solver
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    • Wir verarbeiten auch PC+PET und ich hatte auch schon einige Probleme damit..
      Zu kurze Trocknungszeit schafft große Probleme....

      Habe das Problem da das Material so spröde ist das mein Kaltkanal ab und an abreißt Bei zu kurzer Trocknungszeit. Dann bilden sich hin und wieder Vakuolen im Kaltkanal im Bereich der Trennebene hier hat auch keine ND - Zeit Und keine Erhöhung zum richtigen Erfolg geführt ...
      Ich bin da gerade etwas ratlos bei diesem Material was sich nicht gut verarbeiten lässt .
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