Kunststoffteile (nachträglich) aufrauen?

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    • Kunststoffteile (nachträglich) aufrauen?

      So, frei nach dem Motto "Kopieren geht über kreieren":

      Wie stellt man so eine Oberfläche her:

      media.sweetwater.com/api/i/q-8…ms/1800/418P88-xlarge.jpg

      Hier die Seite des Herstellers: jimdunlop.com/product/418r-7-10137-00131-2.do

      Also für mich sieht das so aus, als ob die POM Teile nachträglich irgendwie aufgerauht werden. Ich glaub nicht, dass das Werkzeug sandgestrahlt ist, dafür sind die einzelnen Plektren zu unterschiedlich. Vielleicht könnte noch irgendein Zusatzstoff im POM sein? Aber wie gesagt, für mich sieht das eher so aus als werden die Teile nachträglich in einen Betonmischer mit Sand gesteckt und dann ordentlich umgerührt. Kann das sein? Oder irgendwas chemisches was die Oberfläche so angreift? Wenn jemand von euch die Aufgabe bekäme solche Teile aus POM, PA oder PBT oder auch PEEK, PEI usw. derartig aufzurauhen, wie würdet ihr da vorgehen? Oder gibt es "in der Literatur" schon irgendwo eine Beschreibung von so einem Verfahren?

      Bin für jede Idee dankbar.
    • Solch ein Verfahren nennt sich unter anderem Trovalisieren. Dabei werden Bauteile einfach mit unterschiedlichen Schleifkörpern in eine Trommel gegeben und es wird lange gerührt. Raue Metalloberflächen lassen sich so glätten bis hin zu einer fast polierten Oberfläche. Andersrum funktioniert das auch. Bei Kunststoffen ist nur darauf zu achten, dass diese nicht auf dem Wasser schwimmen.
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    • Na da können wir ja froh sein, dass der Hersteller nicht Trovololalijason heißt, sonst hieße das Verfahren Trovololloolo.....

      Wow, also ich hab jetzt schon ganz gute Ergebnisse indem ich die Kunststoffplektren einfach in einen geschlossenen Plastikbecher mit zerstoßenen Bausteinen getan hab und ordentlich durchgeschüttelt.

      Bleibt nur die Frage wo ich jetzt eine kleine und billige Maschine herbekomme, die das automatisch macht. Betonmischer ist glaube ich nichts.
    • 1u21 schrieb:

      Solch ein Verfahren nennt sich unter anderem Trovalisieren. Dabei werden Bauteile einfach mit unterschiedlichen Schleifkörpern in eine Trommel gegeben und es wird lange gerührt. Raue Metalloberflächen lassen sich so glätten bis hin zu einer fast polierten Oberfläche. Andersrum funktioniert das auch. Bei Kunststoffen ist nur darauf zu achten, dass diese nicht auf dem Wasser schwimmen.
      Weißt du oder weiß jemand welche Schleifkörper man nehmen muss um glatte Plastikoberflächen rauh zu bekommen? Und welche müsste man nehmen um rauhes glatt zu bekommen? Und welches Ergebnis erhält man mit Stahlkugeln? Nur um zu verhindern, dass ich mir jetzt immer neue Schleifkörper zum Testen bestelle und am Ende viel Geld loswerde...
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    • Klabuster schrieb:

      Hallo,

      Schleifkörper

      vielleicht hilft die Tabelle weiter.

      Wir haben eine Gleitschleifanlage für Blechteile. Ich kann Dir gerne anbieten, Teile von Dir mal bei uns zu testen.

      Wir haben Schleifkörper in unterschiedlchen Abmessungen. Oberfläche ist jedoch immer gleich.

      Ich würde Deine Teile dann einfach mal in eine Füllung mit einbringen.

      LG

      Klabuster
      Ich werd aus der Tabelle da irgendwie nicht schlau. Die 10 mm (?) große Pyramide schafft sowohl ganz grob, als auch ganz feine Ergebnisse? Werd gerne auf dein Angebot zurückkommen, da ich Stahl-GitarrenPlektren ("Blech..") herstellen will würd das ja passen. Aber hab mir schon eine Mini-Trommelmaschine für zu Hause bestellt, da werd ich erstmal probieren was da geht. Wobei ich irgendwie die Vermutung habe, dass die ganzen Schleifkörper, die es so gibt, eher zum "Glattmachen" da sind. Gibt es denn nichts total scharfkantiges, was so richtig reinkratzt? Naja, ich werd da mal was probieren...
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    • Was mir auch noch helfen könnte wären allgemeine Erfahrungswerte was für Schleifkörper man braucht, welche Zeit usw. usw. Ich hab jetzt eine Mini Trommelmaschine abwechselnd mit kleinen Stahlkugeln, Strandsand und Steine, 3mm Keramikschleifkörper und Wasser und ein klein wenig Spülmittel gefüllt und jeweils 10 bis 20 Minuten mit unterschiedlisten Kunststoffteilen herumdrehen lassen. Kein sichtbarer Effekt. Wären größere Schleifkörper, größer als 1cm besser weil schwerer? Wieviel Stunden oder Tage muss das denn drehen? Wie gesagt, hab da keine Erfahrungswerte...
    • Hi,

      eine raue Oberfläche kann man Material seitig durch eine bewusste Inkompatibilität von Füllstoff und Kunststoffmatrix erreichen.
      Die Füllstoffe z. B. Glasfasern richten sich auf und geben ein rauen Effekt.
      Welche Fasern oder Füllstoffe in dieser Anwendung verwendet wurden kann ich leider nicht sagen.

      Die Plektren zeigen eine nicht gerichtete chaotische Verteilung (Teilbereiche nicht gefüllt).
      Im Spritzguss sind solche chaotischen Oberflächen nicht möglich.
      Bei der Extrusion schon eher durch Einsatz von Additiven die an der Halbzeug Oberfläche quasi Platzen ist ein chaotischer rauer Effekt möglich.

      Vielleicht werden die gestanzt ? nur eine Idee
      So oder so auf jeden Fall werden die Teile nachbehandelt....zusätzliches kratzen wie auch immer
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    • JacekBo schrieb:

      Hi,

      eine raue Oberfläche kann man Material seitig durch eine bewusste Inkompatibilität von Füllstoff und Kunststoffmatrix erreichen.
      Die Füllstoffe z. B. Glasfasern richten sich auf und geben ein rauen Effekt.
      Welche Fasern oder Füllstoffe in dieser Anwendung verwendet wurden kann ich leider nicht sagen.

      Die Plektren zeigen eine nicht gerichtete chaotische Verteilung (Teilbereiche nicht gefüllt).
      Im Spritzguss sind solche chaotischen Oberflächen nicht möglich.
      Bei der Extrusion schon eher durch Einsatz von Additiven die an der Halbzeug Oberfläche quasi Platzen ist ein chaotischer rauer Effekt möglich.

      Vielleicht werden die gestanzt ? nur eine Idee
      So oder so auf jeden Fall werden die Teile nachbehandelt....zusätzliches kratzen wie auch immer
      Stanzen könnte sein. Ich probiere auch schon ähnliches aus um Kosten für Spritzguss Werkzeug zu sparen. Würde auch erklären warum das Logo immer aufgedruckt ist anstatt gleich in die Spritzgussform zu integrieren. Ich frage mich nur was das für ein Wunder-Verfahren ist, dass es schafft 2mm POM so perfekt abzurunden. Aber gut, ich hab schon Kontakt zu Lohngleitschleifern aufgenommen. Soviel zum Thema Kosten sparen... ^^