Hybridtechnik - POM um Federstahldraht umspritzen

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    • Hybridtechnik - POM um Federstahldraht umspritzen

      Hallo zusammen,

      Habe momentan folgendes Problem, undzwar Wird eine 80mm breite und 20mm dicke Lasche um einen Federstahldraht gespritzt.
      Nach einer Reklamation (Wir fertigen den Artikel bereits über 2 Jahre) muss die Lasche nun leichter zu bewegen sein. (50-80N Betätigungskraft)
      Allerdings haben wir schon alles ausprobiert. Verschiedene Werkzeugtemperaturen, Spritzgeschwindigkeiten, Nachdrücke etc. aber das hat alles nichts gebracht.
      Das Teil hat eine Betätigungskraft von 120N+
      Erst wenn wir dieses manuell um 180° verdrehen, sinkt die Kraft. Als wenn Die Lasche durch den Draht irgendwie festgehalten wird.
      Der Draht ist mit einer Phosphor schicht überzogen, damit er überhaupt gerichtet werden kann. Auch die Stelle, um die die Lasche gespritzt wird, haben wir schon poliert. Brachte allerdings auch nichts.
      Auch Versuche mit Trennmittel, Talkum, Öl haben keine Effekt gebracht.
      Vielleich hat ja jemand hier ne Idee. (Anwendungstechniker vom Institut und ENGEL waren auch schon da)
      Änderungen am Design können nicht vorgenommen werden. Da bei Audi Crahstest geprüft. Und die Kohle will der Kunde nicht bezahlen.

      Material ist ein Hostaform C13021 XAP2 natur Formaldehyd reduziert.

      Danke schon mal & schönes Wochenende :D
      Wir bringen Metall in Form - seid über 125 Jahren.
    • POM hat ja mal nun ´ne recht große Schwindung. Damit schrumpft sich die Lasche beinhart auf den Federstahl. Durch das gewaltsame drehen kann der Draht freigedreht werden. Er kann aber auch verdreht werden (Torsion) und erhält damit andere Arbeitswerte.
      Jahrelang konnte der Kunde ja nun mit der festgeschrumpften Lasche arbeiten - jetzt nicht mehr. Also müsste er konstruktiv ein Werkzeug ändern lassen - natürlich auf seine Kosten. Oder er baut sich selbst (oder für euch) eine automatisierte Vorrichtung, mit der nach dem Spritzen der Federstahl gedreht wird, damit er frei wird. Der Vorschlag und die Ausführung kann von euch kommen, bezahlen müsste m.E. der Kunde, der ja nun ein anderes Produkt haben möchte.
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    • Breite 80mm. Dicke 20mm. So stehts im Thread.

      Könnte evtl. vor dem Umspritzen eine Buchse (z.B. Teflonschlauch) über den Federstahl gezogen werden? Teflon wird durch POM nicht aufgeschmolzen, könnte aber auf Grund seiner Weichheit als Gleitgelenk dienen. Ggf. der Länge nach aufschneiden, um einen Überzug im Werkzeug oder vorher zu erleichtern.
    • Das Problem ist "OEM".
      Egal was man ändert, ob das Material (=> POM /PTFE), eine Teflonbuchse, ein anderer Drahtdurchmesser, ein anderes POM, ein Schmiermittel auf dem Draht . . .
      Alles muss neu bemustert werden, vor allem, wenn es sich um ein Sicherheitsbauteil handelt. Und das möchte der Kunde von Hera umgehen, weil es Geld und Zeit kostet.
      Wenn Hera jetzt sagt "das geht nicht anders" muss der Kunde sich was einfallen lassen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von petersj ()

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    • Draht wurde vorgewärmt.
      Auf 60 Grad, 80 Grad, 120 Grad und 140 Grad. Brachte alles nichts.

      So sieht das aus @petersj das Teil kommt in die Rückenlehne von dem SQ5 und S8. Ist Crashtest geprüfte und eine erneute Prüfung würde schnell mal an die 100.000€ kosten.
      Ich glaube wirklich, dass uns nichts anderes übrig bleibt als weiterhin die Lasche manuell zu verdrehen.
      Es gab vor einem Jahr schon mal eine Design Änderung. Habe mir grade aus der QS Teile von ganz früher geholt. Die sind genauso scheiße. Ich glaube der Kunde will wieder nur was zum meckern haben.
    • rafi170 schrieb:

      Wurde der Federstahl schon mal vorgerwärmt, vor dem Umspritzen? Evtl. bringt das was mit dem Schwund...
      Ich würde meinen eher anders herum :)
      Wenn sich der Draht nach dem "gewaltsamen" Drehen löst ist es ein Oberflächen-Haftungsproblem.
      Oder sind da mechanische Hinterschneidungen drin / dran / drum???
      Versuche es doch mal mit einem "kalten" Einleger und einem niedrig Temperierten Werkzeug.
      Zwar könnte man meinen, dass der Einleger dann nicht mehr weg schrumpft, jedoch sind die Haftungskräfte dann nicht ganz so hoch.
      Vielleicht sogar noch in einem Verbund mit einem Trennmittel / Trennlack... was auch immer.

      Otl. E.