Duplikation 1-fach zu 8-fach

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    • Duplikation 1-fach zu 8-fach

      Hallo zusammen,

      bei uns ist es üblich, bevor wir ein Mehrfach-Kavitäten WZ bauen lassen, ein Prototypenwerkzeug mit nur einer Kavität zu testen. Dort werden dann erste Verbesserungen gemacht und die gewonnenen Erkenntnisse dann in das (in diesem speziellen Fall) 8-fach WZ einzubringen.
      Der Kunde will jetzt aber "Belege" dafür, dass aus dem aktuell funktionierenden 1-fach WZ auch ein funktionierendes 8-fach WZ abgeleitet werden kann. Ich weiß, dass es nicht zu 100 % sicher ist, dass das 8-fach WZ die gleiche Qualität liefert, da die Fließwege deutlich komplexer und der Prozess dadurch auch komplexer wird. Laut Kunden gibt es jedoch Möglichkeiten, dies vorher aufzuzeigen.
      Könnt ihr mir dabei helfen? Gibt es da generelle Ansatzpunkte wie man so was darstellen könnte? Im Grunde bauen wir fast immer ein Prototypenwerkzeug und es hat bis jetzt auch immer geklappt die Qualität der Bauteile mit ins Mehrfachkavitäten WZ mitzunehmen. Aus Erfahrung kann ich also sagen, dass es sehr wahrscheinlich ist. Das reicht dem Kunden aber leider nicht...

      Viele grüße
      Tomezzz
    • Hallo Tomezzz, erst einmal dickes Lob für euren Kunden, er scheint einer der wenigen zu sein, der weiß, dass ein Spritzgussprozess nur über *das Geschehen in der Kavität* (Ausformprozess) reproduzierbar ist .... Auch, dass ihr diese Vorgehensweise, die früher bei "Präzisions-Spritzguss" üblich war (und für die auch noch Zeit und Geld zur Verfügung gestellt wurde!), heute noch realisiert, ist super :thumbsup:
      Also, wie @Neuer Nutzer schon erwähnte ist für

      - den Ausformdruckverlauf in der Kavität die Innendruckkurve, und für
      - die Thermografie bei a) Kleinteilen ein Fühler in der Kavität ausreichend und b) bei größeren/großen Teilen (ab 20x20 mm ca.) das Wärmebild (vom Teil) nach der Entformung

      notwendig. Nur mit dieser Vorgehensweise kann man den Entstehungsprozess eines Formteiles reproduzieren, egal auf welcher Maschine und wievielfach es im Nachhinein geschieht!
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    • Vielen Dank schonmal für die Antworten!
      Es handelt sich hier tatsächlich um höchst Präzisionsbauteile aus PEEK mit speziellen Dichtheitsanforderungen usw.
      Innendrucksensor im WZ ist vorhanden.
      Der Kunde verlangt solche "Belege" auch nicht pauschal, sondern da gibts ne Vorgeschichte dazu, die ich jetzt nicht weiter erläutern will.

      Aber ich muss nochmal präzisieren:
      Sensoren und Überwachung erhöhen natürlich die Wahrscheinlichkeit, ein gutes "Duplikat" zu erhalten.
      Aber ich kann doch im vornherein nicht versichern, dass es funktionieren wird? Ich kann es eben nur unterstützen durch Prozessüberwachung und geeignete Anordnung etc.
      Der Kunde will jedoch mehr oder weniger eine Garantie dafür, das es klapen wird. Meiner Meinung nach nicht möglich...
    • Danke für das Angebot, aber ich denke ich habe schon gute technische Unterstützung von Personen mit jahrelanger Erfahrung. Dachte nur vllt hat man ja was übersehen und ihr könnt mir weiterhelfen.
      Ist hald immer schwierig wenn man Kaufleuten die Technik erklären muss :)

      Dass das super funktioniert von 1-fach auf mehrfach das sehe ich ja wöchentlich bei uns in der Firma ;)

      Trotzdem vielen Dank nochmal! Werde weiterhin hier aufmerksam mitlesen und eventuell ein paar Fragen stellen :)
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    • Tomezzz schrieb:


      Sensoren und Überwachung erhöhen natürlich die Wahrscheinlichkeit, ein gutes "Duplikat" zu erhalten.
      Aber ich kann doch im vornherein nicht versichern, dass es funktionieren wird? Ich kann es eben nur unterstützen durch Prozessüberwachung und geeignete Anordnung etc.
      Der Kunde will jedoch mehr oder weniger eine Garantie dafür, das es klapen wird. Meiner Meinung nach nicht möglich...
      Hallo Tomezzz,

      ich würde nicht behaupten, dass die unterstützende Sensorik Dir die Wahrscheinlichkeit gibt, dass Du den Prozess in das Mehrfachwerkzeug duplizieren kannst.
      Da gehört schon etwas mehr dazu :D
      Ungeachtet der geteilten Meinungen über Prozessabläufe würde ich dem Kunden nicht garantieren, dass der Prozess unter anderen Bedingungen gleich abläuft.
      Jedoch zeigt doch euer Vorgehen und euer Umsetzen, dass ihr es drauf habt ;) dass würde ich dem Kunde verklickern.
      Und sind wir doch mal ehrlich, was nützt es dem Kunde wenn Du jetzt die Zukunft aus dem Kaffeesatz (oder aus Simulationen, Sensorendaten und Einstellparametern) liest und es dann doch Abweichungen gibt?
      Was willst Du ihm dann erklären?
      Das sollte er auch verstehen, ansonsten würde ich an Deiner Stelle Lotto spielen, wenn Du so eine Voraussagung machen könntest.

      Beste Grüsse und noch viel Glück mit Deinem Vorhaben.

      Otl. E.
    • Sorry @Otl. E., aber wer den Spritzgussprozess als *Kaffeesatzleserei* bezeichnet, der scheint den Spritzguss noch nicht bis in die plastische Seele zu verstehen geschweige denn zu beherrschen, bastelt somit solange am Prozess, bis "Zufallsprodukt" Qualität erreicht ist .... ??!! Es wird vom Kunden eine Spezifikation geben, und ein guter Spritzgießer wird das Formteil nach den Anforderungen bewerten können .... das passiert überall jeden Tag!

      Otl. E. schrieb:

      Und sind wir doch mal ehrlich, was nützt es dem Kunde wenn Du jetzt die Zukunft aus dem Kaffeesatz (oder aus Simulationen, Sensorendaten und Einstellparametern) liest und es dann doch Abweichungen gibt?
      Was willst Du ihm dann erklären?
      Nichts erklären, die Abweichung abstellen!! Dafür zahlt der Kunde auch :!: :!: So macht doch jeder von euch auch privat seine Geschäfte, oder :?: