POM matt einfärben

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    • POM matt einfärben

      Hallo zusammen,

      ich muss im Rahmen eines Projektes POM (Hostaform C9021) einfärben, wobei der Farbstoff folgende Anforderungen erfüllen muss:

      - die mechanischen Eigenschaften des POM sollten möglichst nicht (negativ) beeinflusst werden
      - die Oberfläche muss möglichst matt sein (also kaum Glanz/Reflektion aufweisen)
      - Schwarze/violette Farbstoffe können nicht verwendet werden

      Hat jemand eine Idee bzw. kennt jemand einen passenden Farbstoff?
      Vielen Dank!
    • Einfach mal bei den verschiedenen Farbstoffherstellern fragen. Die können einem wesentlich besser helfen als hier.

      Die matte Oberfläche kriegt man nur mit einer passenden Oberfläche in der Kavität. Ist der Stahl auf Hochglanz poliert, wird das Kunststoffteil diese Oberflächenqualität wiedergeben. Hat die Kavität eine gewisse Rauigkeit, verhindert dies den glänzenden Effekt.
    • Genau, am besten die Werkzeugoberfläche mattieren. Feines Sandstrahlen dürfte schon reichen. Beim Spritzen sollte dann eine Werkzeugtemperatur im oberen Bereich gewählt werden (90-110°C).
      Oder man fährt ein ganz kaltes Werkzeug. Auch das ergibt viele kleine Krater auf der Oberfläche. Ist aber nicht wirklich regelbar.

      Warum dürfen keine Schwarz- oder Violett-Farbmittel enthalten sein? Welche Farbe soll überhaupt erreicht werden? GgF. braucht man zumindest Schwarz zum erreichen einer "dunklen" Farbe.
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    • Danke für die schnellen Antworten :).

      Vielleicht sandstrahlen wir die Tiele wirklich mal. Könnte helfen und versuchen kann man auf jeden Fall mal!

      Wir wollen die Stücke optisch vermessen und das ist bei Schwarz/Violett bei unseren Anlagen leider nicht möglich. Ansonsten ist jede Farbe in Ordnung.
    • ??? Was ist das für ein komisches Farbmesssystem, dass kein schwarz und violett messen kann??? Liegt es vielleicht an der Kalibrierung?

      Zum zweiten: Es macht nicht wirklich Sinn, eine Farbe an strukturierten Oberflächen zu messen. Der Farbeindruck hängt extrem mit der Reflektion der zu messenden Oberfläche zusammen! Eine genarbte (sandgestrahlte) Oberfläche sieht idR. deutlich anders aus als eine Hochglanzoberfläche, bei der mit dem entsprechenden Messgerät der Glanz ausgeschlossen werden kann. (siehe auch Anhang). Ansonsten werden durch die undefinierte Lichtbrechung bei der Messung von undefiniert genarbten Oberflächen die Farbwerte verfälscht. So kann dann visuell bei einer anderen Blickrichtung ein völlig anderer Farbeindruck entstehen bis zu einer völlig anderen Farbe!
      Wir haben gelegentlich Kunden, die die Farbe an einer genarbten Oberfläche gemessen haben wollen. Dafür würden wir dann Musterplatten mit einer Narbung in Absprache mit dem Kunden erstellen. Ansonsten vergleicht man nicht nur Äpfel mit Birnen sondern bewegt sich im Bereich Äpfel kontra Erdbeeren.
      Dateien
      • Farbeindruck.pdf

        (20,76 kB, 17 mal heruntergeladen, zuletzt: )
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    • 1u21 du liegst richtig, es handelt sich um eine optische Messung mit einer GOM-Anlage und wie du gesagt hast, sollte die Oberfläche rau und zumindest einigermaßen hell (= nicht schwarz oder violett) und auch nicht (halb)durchsichtig sein.
      Welche Farbe man also "wahrnimmt", ist nicht wirklich relevant.
      (Wir hatte zuvor auch über ein besprühen der Oberlfäche mit einem Kreidespray nachgedacht, allerdingst hat das Bauteil sehr feine Toleranzen und eine völlig gleichmäßig Auftragung des Sprays ist leider nicht möglich.)
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    • Wieso nur bei POM?????
      Immer wieder tauchen Probleme aus diesen Gründen auch bei jedem anderen Material auf! Sogenannte "Uni-Batches" sind von der Benennung grundsätzlich irreführend. Sie sind nicht - wie von Vielen vermutet - universell für alle Polymere einsetzbar. Oft fällt der Verlust der Mechanik nur nicht auf oder Unverträglichkeiten werden durch eine höhere Zugabe an Konzentrat überfärbt. Erst wenn dann gar nichts mehr funktioniert, wird postuliert, dass die Batche nichts taugen.
      Die Batche, die wir kunden spezifisch herstellen, sind immer auf ein bestimmtes Rohmaterial abgestimmt. Allerdings verkaufen wir im Namen anderer Lieferanten auch Batche. Was der Kunde dann damit macht, liegt nicht in unserer Hand.
      Der Begriff "Master-Batch" ist zwar ähnlich schwammig, in unserem Verständnis aber als "Alleinzugabe" zu verstehen. Also nicht mit anderen Batchen mischen und nicht mit anderen Polymeren als dem Trägermaterial verarbeiten.
      Wenn der geschätzte Kunde 3tons gelbes PE-Batch einer bestimmten Farbe kauft, das dann in ABS oder (war auch schon da) in PC einsetzt und sich wundert das viel Unerwartetes passiert liegt dann nicht mehr in unserer Hand. Eine Reklamation der Rohware ist dann oft die Folge.