Schlieren durch HK System?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Schlieren durch HK System?

      Hallo zusammen,

      wir haben bei uns in der Produktion einen erhöhten Ausschuss ca. 19 %, durch Schlieren auf der 1 Komponente.

      Material Takt 1 : PC - schwarz - Makrolon AX2675
      Bauteilgewicht: 311g / t=3,2mm
      1+1 Fach Werkzeug

      4-Anspritzpunkte je Bauteil, Heißkanalsystem von HRS.

      Meine Frage, ist es möglich durch zu schnelles öffnen der Nadel Schlieren zu verursachen?

      Grüße
    • Das glaube ich nicht, denn der Öffnungsweg der Nadeln ist eigentlich viel zu kurz.
      Ich vermute eher, dass die Vortrocknung nicht ausreichend ist. Dazu dann vielleicht noch zu hohe Temperaturen des Zylinders und HKs.
      Möglich währe natürlich auch noch eine zu hohe Scherung an den Düsen, im HK oder an Umlenkungen im Werkzeug.

      Massetemp. 280-320°C Nicht höher! sonst kann sich dieses Material anfangen zu zersetzen und dann gibt es Schlieren und mit Pianolackeffekt ist dann Schluss.
      Und sehr wichtig ist die Trocknung auf <0,02% (coulometrisch messen!) . Danach sollte das Material nicht länger als 10 Minuten offen stehen!
    • Anspritzung heiß direkt oder mit Kaltkanalverteiler?
      Wenn heiß direkt und die Schlieren sind im näheren Umfeld der Anspritzung, dann kann es vom Heißkanal kommen. Sind die Schlieren auf dem Teil unregelmäßig verteilt sind es Gase. Ursache a) Feuchtigkeit (wie @petersj schon erwähnte) oder b) schlechtes Entgasen bei Plastifizieren.

      Frage:
      - Zyklus?
      - Wieviel Schuss im Zylinder?
      - Staudruck?
    •      
    • Moin,

      Habe ein ähnliches Problem.
      Spritzen direkt heiß an das Werkzeug. Allerdings mit Material PA 6. Durethan. Große weiße Schlieren direkt an der Nadelöffnung. Diese sind aber nur mit enorm hoher Temp 330C abzustellen. Und das ist eig nicht tragbar.
      Nadeln wurden bereits mehrmals ausgebaut und poliert um Scherung aus zu schließen. Auch beim HK Hersteller selbst. Aber wir erzielen keinen Erfolg und wissen die Ursache nicht.
      Kann hier jemand helfen?

      Gruß
    •      
    • @Deko

      Habt ihr die schlieren auch mal näher betrachtet?

      Risse wären möglich.
      MB unverträglich / Entmischung.
      Düse nicht iO zB nicht ganz fest und Luft wird mitgespritzt. (Venturiprinzip)

      Bilder und Parameter wären von Vorteil - sofern noch nicht erwähnt :D
    • Massetemperatur 265-290C
      Werkzeugtemperatur 60C
      Staudruck 80bar spezifisch
      Dekompression 8mm
      Dosierweg 80mm
      Einspritzgeschw gestuft 35mm/s bis 20mm/s
      Material Durethan 901510 mit GF
      Heißläufertemp bei 290C Teile n.iO
      Bei Temp 340-350 i.O

      Nadelverschluss am WZG wie auf denn Bild gesehen.

      Bilder folgen.
      Dateien
    •      
    • Ich gehe mal davon aus, dass es sich bei dem Material um BKV 30 H2.0 EF 901510 handelt??? So die richtige Bezeichnung.

      Soll:
      Zylinder 250/260/265/270/270
      Werkzeug 80°C
      Einspritzgeschw. 20cm³/sec
      Drehzahl/Umfangsgeschw. 15m/min
      Staudruck spezifisch 150bar
      Trocknung im Trockenlufttrockner (ausschließlich) 2-6h/80°C bzw. 0,03-0,12% Restfeuchte

      Das sind die Vorgaben die wir von Lanxess bekommen haben als Lizenznehmer für die Kontrolle der Produktion von Durethan Produkten für o.a. Material.

      Hierbei könnte man sicherlich die Werkzeugtemperatur noch weiter anheben. denn ich vermute, dass das hauptsächlich der Auslöser für die Schleier sein wird.
    •      
    • petersj schrieb:

      Das sind die Vorgaben die wir von Lanxess bekommen haben als Lizenznehmer für die Kontrolle der Produktion von Durethan Produkten für o.a. Material.
      Ich halte überhaupt nichts von diesen Vorgaber der Materialhersteller! Woher will der Materialhersteller wissen, welche Verweilzeit das Material im Zylinder hat, nach der das Temperaturgefälle gestaltet werden sollte/muss?! Obendrein halte ich 150 bar Staudruck für viel zu hoch (immerhin 3 to Gegenkraft bei einer 50mm-Schnecke)!
      Das einzige, was der (kompetente) Materialhersteller vorgeben sollte:
      - Verarbeitungstemperatur (z. B. 260°C - 300°C)
      - Werkzeugwandtemperatur (in Kavität)
      - Tocknungsprozess (Temperatur/Zeit)


      Scheinbar wissen die "Verfahrensexperten" noch nicht einmal, dass vom thermischen Gefälle (im direkten Zusammenhang mit der Verweilzeit) des Zylinders die Entgasung beim Plastifizieren abhängt ....


      Alles andere ist individuell vom Prozess abhängig, den der Verfahrensmensch entsprechend gestalten muss :thumbsup:
    • @Deko, zurück zu Deinem Problem: Da der Oberflächenfehler sich direkt konstant an der Anspritzung befindet, ist es ursächlich ein Problem des Heisskanals und hier der Düse. Somit muss der Heisskanalhersteller in's Boot.

      Wann zieht ihr die Nadel? Lass die Nadel verzögert öffnen: Es kann z. B. sein, dass mit Start spritzen die Nadel öffnet, und bevor der Kunststoff fließt sich Ausgasungen auf die Werkzeugoberfläche ablagern. Wenn Nadel verzögert geöffnet wird, ergo das Material leicht "vorkomprimiert" wird, bevor sie öffnet. Die optimale Verzögerungszeit mit Hilfe der Massedruckkurve suchen! Jedoch keine Druckspitze erzeugen!
    •      
    •