Verzug optimieren. Holz, Carbon und Drahtgewebe hinterspritzt

    • Verzug optimieren. Holz, Carbon und Drahtgewebe hinterspritzt

      Hallo,

      ich habe die Aufgabe bekommen, ein Zierteil (flacher Deckel 200mmx150mmx2,8mm) zu optimieren.

      Das Holz ist ca. 0,40mm dick und wird mit Kunststoff hinterspritzt
      Das Alu ist ca. 0,80mm dick und wird mit Kunststoff hinterspritzt
      Das Carbon ist ca. 0,60mm dick und wird mit Kunststoff hinterspritzt

      Leider haben die unterschiedlichen Oberflächen-Materialien verschiedene Auswirkungen auf den Verzug, wir benötigen daher für jede Oberfläche ein anderes Programm und einen anderen GF Gehalt beim PC/ABS.

      Hat jemand eine Idee, wie man den Einfluss bei der Oberflächen eliminieren könnte?

      Danke!
    • Spontan würde ich sagen, dass alle Oberflächenmaterialien den gleichen Widerstand gegen die Schwindung des Kunststoffs bieten müssten. Leider unterscheiden sich die E-Module der Materialen sehr stark voneinander und sind auch noch orthotrop(richtungsabhängig). Das einzige homogene Material ist das Aluminium. Somit sehe ich da keine Chance für alle Materialien den gleichen Kunststoff zu wählen, da das Holzteil dann teilweise auch 20mm dick oder dicker sein könnte.
    • rafi170 schrieb:

      ...Hat jemand eine Idee, wie man den Einfluss bei der Oberflächen eliminieren könnte?
      Hallo rafi170,

      den Einfluss kann man nicht eliminieren, wie du selbst sagtest brauchen alle drei Materialien eigene Parameter. Durch die unterschiedlichen Materialien bekommst du eine Art "Bimetall-Effekt", d.h. der Verzug wird sich anders verhalten, als würdest du ein reines Kunststoffteil spritzen. Dem würde ich mit unterschiedlichen Spritzparametern und/oder Werkzeugkühlung versuchen entgegen zu wirken.

      Mache eine saubere Abmusterung mit verschiedenen Parametern und lass die Teile vermessen. Am besten du machsgt auch ein Paar Schuss nur aus Kunststoff, dann kannst du die Verzugsbildung besser vergleichen. Die Messergebnisse müssten einen guten Anhaltspunkt für die weitere Vorgehensweise bieten.

      Was den Widerstand gegen die Schwindung angeht bin ich anderer Meinung, da die Materialien unterschiedliche Wärmeleitfähigkeiten aufweisen.
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    • Wer Temperatur und Druck in der Kavität nicht aufzeichnet und dokumentiert (Masterprozess), wird den einmal für GUT befundenen Prozess nicht überwachen geschweige denn ihn reproduzieren können! Somit wird der Prozess immer wieder "neu hingebastelt" werden müssen, und dieses besonders bei Holz hinterspritzen. Wenn man in der Serienfertigung Wiederholgenauigkeit haben will, muss besonders beim Holz-Hinterspritzen das Füllen und Schwinden (Ausformung) mit Werkzeuginnendruck geregelt (umschalten und Nachdruck) werden! Die Nachschwindung wird nicht nur durch die Thermografie bestimmt (Produktion mit Wärmebilder notwendig) sondern auch durch die Verdichtung des Kunststoffes (Werkzeuginnendruck) :thumbsup: