Generelles Problem durch Entformschrägen bei tiefen Gehäuseteilen

    • Generelles Problem durch Entformschrägen bei tiefen Gehäuseteilen

      Hallo,

      Wir haben bei verschiedenen zu konstruierenden Teilen das Problem, dass auch geringe Entformschrägen schon zu erheblichen Geometrieänderungen führen. Fatal ist dies bei einem Gehäuse mit Flansch, wenn die Wand nicht nach außen gekippt werden kann, sondern wie eine Rippe die Wandsctärke ändern muss. Bei 1,5° und 165 mm Bauteiltiefe bekäme man vorne eine Wandstärke von 5mm und hinten 2mm. Ließe sich so etwas noch spritzen? Gibt es Beispiele für solche Teile. Ich stelle mir vor, dass solche Aspekte häufig auftreten bei der Bauteilauslegung.

      Material: PP natur
      Schräge: 1,5 °
      Skizze siehe Anhang

      Wenn Einfallstellen egal sind und Zykluszeiten aufgrund geringer Stückzahl (1000/Jahr) nicht ins Gewicht fallen, wo ist denn dann das Problem bei Wandstärkensprüngen?

      Welche maximalen Wandstärken lassen sich in PP abbilden, wenn die dünnsten Stellen 2 mm sind?

      Vielen Dank im Voraus!
      Dateien
    • Du wirst beim Übergang vom Steg auf die Fläche eine Einfallstelle bekommen, die dir aber wie o.g. ja egal ist.
      PP hat einen relativ hohen Schwundwert 2 - 2,5% ja nach Type.
      2 mm Wandstärke am Stegende sind noch spritzbar, jedoch wissen wir ja nicht,
      wo das Teil angespritzt werden soll und welchen Typen du verwendest?

      Generell seh ich kein Problem, wenn es scheinbar keine optischen Vorgaben gibt.
      Die Luft könnte noch problematisch sein....wo kommen deine Auswerfer hin?

      Grüße

      Michael
    • Bei 165mm Bauteiltiefe, 2mm duennste Stelle an der Rippe und 1.5 Grad Gesamtkonizitaet kommst du auf 6.32mm Wandstaerke "vorne". Ich weiss nicht wie der ganze Artikel aussieht, aber lass die Seite aussen ohne, oder nur mit kleiner Konizitaet, und die komplette Konizitaet auf die Seite auf die der Artikel aufschrumpft. Mit min 1.5% Schwindung schwindet der Artikel an der duennsten Stelle (2mm) beim Entformen 0.02mm von der Wand weg, (wenn beim Entformen 75% der Schwindung eingetreten ist), an der Dickstelle mit 6mm bist du bei 75% bei ca. 0,08mm. d.h. sehr gute Kuehlung innen, da diese aussen kaum noch zum Tragen kommt.

      2mm Wandstaerke spritzen ist kein Problem, ausser du hast ein besonderes PP
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    • Vielen Dank für die Antworten. Heißt das, wenn mir die Optik egal ist, kann ich Wandstärken von 6 mm im Teil vorsehen und das lässt sich immer noch spritzen? Könnte ich mit einer entsprechend dimensionierten Kühlung dann trotzdem verhältnismäßige Zykluszeiten erreichen?
    • Kunststoff ist ein schlechter Wärmeleiter.
      Das ist wie mit Steak-Braten.
      Nur weil die Pfanne 500°C hat, wird es innen auch nicht "viel" schneller durch....aber
      wer will das beim Steak schon ;)
      Man kann natürlich versuchen, das Teil trotzdem zu Entformen.
      Falls es sich nicht verzieht und man keine speziellen Dimensionsvorgaben hat, könnte man
      es quais auch außerhalb abkühlen lassen.

      Grüße
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