Maschinenzustand und Lebensdauer

    • Maschinenzustand und Lebensdauer

      Hi
      Wollte mal fragen wie bei euch so die Maschinen "aussehen" und wie lange sie im Einsatz sind bis sie mal gegen eine neue ausgetauscht werden. Unser Ist-Zustand ist leider nicht ideal der Großteil an Maschien ist bereits 20-30 jahre alt. Zylinder und Schnecken auch schon etwas sehr abgenutz kann man damit noch produzieren und wenn ja wie ?
    • Sorry, aber der einzigste der das beantworten kann ist deine Firma. Es geht um eine Kosten/Nutzen-Rechnung und wie zufrieden ihr mit euren Erzeugnissen seid.
      Wenn die Teile nicht mehr gut sind, und es liegt an Verschleißerscheinungen der Maschine, muss man sich als Besitzer überlegen, wieviel Geld man noch in die Maschine stecken will. Und ein neuer Zylinder/Schnecke kosten ja nicht gerade wenig.
      Und dann das ganze gegen eine neue Maschine ( auch den Stromverbrauch ) vergleichen. Schon habt ihr eure persönliche Meinung.
      Ich habe so verschiedene Kunden, einige stecken ohne Ende Geld in die Reparatur einer alten Maschine, andere stoßen ihr altes Schätzchen rechtzeitig vorher ab und holen sich eine neue Maschine. Und alle sind zufrieden mit Ihrem Weg.
      Was ich persönlich Meine steht außer Debatte, ich kann ja nicht in die Geldbörse anderer Leute gucken, ob sie nun 2000€ für eine Reparatur oder 30000€ für eine neue Maschine übrig haben.
    • Bei uns haben wir Maschinen mit einem Alter von 1 Jahr bis 20 Jahre. Austauschen ist bei uns schwieriger, weil sie in komplexen Anlagen stehen. da ist der Wert der Maschine ca. 5 % des Anlagenpreises. Bei den Maschinen wird aber auch 1 x im Jahr eine Wartung / Kalibrierung gemacht, ebenso die Abnutzung des Zylinders und der Schnecke geprüft und ggf. ausgetauscht.
    •      
    • Regelmäßige Wartung nach Herstellervorschrift und darüber hinaus ist das A & O. Wir lassen unsere Maschinen 1 x im Jahr prüfen und reparieren/ersetzen das meiste dann selber.
      Zylinder und Schnecken prüfen/messen wir auch 1x pro Jahr, oder wenn nötig auch alle 6 Monate.
      Wenn man auf bestimmte Features verzichten kann, ist dann auch mal eine Maschine nach 30 Jahren für bestimmte Artikel noch verwendbar.
      Außerdem bin ich eh der Meinung, dass die Qualität der Maschinen in den letzten 10-20 Jahren kontinuierlich abgenommen hat.
    • Display schrieb:


      Außerdem bin ich eh der Meinung, dass die Qualität der Maschinen in den letzten 10-20 Jahren kontinuierlich abgenommen hat.
      Das würde ich so bestätigen.

      Die älteste Maschine bei uns ist 30 Jahre alt (hauptsächlich noch für die Ausbildung, um mechanisch zu begreifen was man am Bildschirm der Neuen eintippt). Auch wenn man es kaum glauben kann, erste Pumpe, erster Motor, erste Schnecke/Zylinder. In den 30 Jahren war zweimal ein Monteur an der Maschine!
      Bei den neueren ist regelmäßig mal was kaputt, teilweise auch größere/teurere Schäden und 30 Jahre wird hier keine halten, mit Glück vielleicht die Hälfte. Der Service wird ja auch immer schlechter und bei ner neuen Maschine kann man ja ohne Techniker mit Laptop und Software gar nichts selbst machen.

      Aber zum Thema.

      Die große Frage ist ja was man mit den Maschinen produziert. Ich denke bei schnellen Verpackungsteilen machen alte Maschinen meist weniger Sinn, da sie meist langsamer sind und vor allem viel Energie verbrauchen.
      Fertige ich aber langsamlaufende Teile funktioniert eine alte meist genauso gut.

      Präzision würde ich nicht direkt mit dem Alter in Bezug bringen. Wenn die alten Maschinen in gutem Zustand sind, sollte man da auch keine Probleme haben, wobei der gute Zustand immer schwieriger/teurer wird zu erhalten.

      Wir haben aus diesen Grund immer eine gute Mischung von ganz neu bis auch alt, da wir als Lohnfertiger die verschiedensten Teile fertigen und dann entsprechend die Maschinen belegen passt das.

      Man muss es sich ja auch erst leisten können, alle Maschinen nach 10 Jahren oder so zu tauschen, vor allem wenn man diese nicht immer voll ausgelastet hat.
    • huddl schrieb:

      Die älteste Maschine bei uns ist 30 Jahre alt (hauptsächlich noch für die Ausbildung, um mechanisch zu begreifen was man am Bildschirm der Neuen eintippt). Auch wenn man es kaum glauben kann, erste Pumpe, erster Motor, erste Schnecke/Zylinder. In den 30 Jahren war zweimal ein Monteur an der Maschine!
      Genau dieses Denken ist nicht zeitgemäß und lockt bestimmt keinen jungen Menschen in die Spritzerei :thumbdown: Wenn einem jungen Azubi beizubringen ist, wie die Eingaben am Bildschirm z. B. den AusformProzess (Einspritzbewegung) beeinflussen, dann bitteschön mit Visualisierung über das Grafiksystem (Kurvengrafik) der Maschine :!: :!: Mit Hilfe der Kurvengrafik sind die Bewegungen der Maschine sehr gut erklärbar und auch verstehbar ... "Bilder sagen mehr als 1000 Worte" :thumbsup:

      Es ist doch geradezu skandalös, mit dem ewiggestrigen Denken den jungen Menschen heutzutage das Spritzgießen beizubringen, und das an einer *Museums-Maschine* :thumbdown: :thumbdown: :!: :!:

      Das Prozessverständnis und -beherrschen ist nur mit den Visualisierungsmöglichkeiten der Maschinen möglich, denn so kann das Wirken der Maschine innerhalb ihrer Bewegungsabläufe dargestellt und verstanden werden. Gerade die jungen Azubis, die noch nicht im *DenkTunnel* der alten Spritzgießer unterwegs sind, müssen über diese technischen Möglichkeiten das Spritzgießen lernen, ansonsten werden auch sie Spritzguss sich nicht vorstellen können. Und was man sich nicht vorstellen kann, kann man auch nicht verstehen und beherrschen, woraus *variables Prozessdenken nach individuellen Fantasien (Kopfkino)* entsteht - und aus dieser Situation muss der Spritzguss endlich raus :thumbsup:
    •      
    • Behrens schrieb:

      huddl schrieb:

      Die älteste Maschine bei uns ist 30 Jahre alt (hauptsächlich noch für die Ausbildung, um mechanisch zu begreifen was man am Bildschirm der Neuen eintippt). Auch wenn man es kaum glauben kann, erste Pumpe, erster Motor, erste Schnecke/Zylinder. In den 30 Jahren war zweimal ein Monteur an der Maschine!
      Genau dieses Denken ist nicht zeitgemäß und lockt bestimmt keinen jungen Menschen in die Spritzerei :thumbdown: Wenn einem jungen Azubi beizubringen ist, wie die Eingaben am Bildschirm z. B. den AusformProzess (Einspritzbewegung) beeinflussen, dann bitteschön mit Visualisierung über das Grafiksystem (Kurvengrafik) der Maschine :!: :!: Mit Hilfe der Kurvengrafik sind die Bewegungen der Maschine sehr gut erklärbar und auch verstehbar ... "Bilder sagen mehr als 1000 Worte" :thumbsup:
      Es ist doch geradezu skandalös, mit dem ewiggestrigen Denken den jungen Menschen heutzutage das Spritzgießen beizubringen, und das an einer *Museums-Maschine* :thumbdown: :thumbdown: :!: :!:

      Das Prozessverständnis und -beherrschen ist nur mit den Visualisierungsmöglichkeiten der Maschinen möglich, denn so kann das Wirken der Maschine innerhalb ihrer Bewegungsabläufe dargestellt und verstanden werden. Gerade die jungen Azubis, die noch nicht im *DenkTunnel* der alten Spritzgießer unterwegs sind, müssen über diese technischen Möglichkeiten das Spritzgießen lernen, ansonsten werden auch sie Spritzguss sich nicht vorstellen können. Und was man sich nicht vorstellen kann, kann man auch nicht verstehen und beherrschen, woraus *variables Prozessdenken nach individuellen Fantasien (Kopfkino)* entsteht - und aus dieser Situation muss der Spritzguss endlich raus :thumbsup:
      Also vielleicht kam das falsch rüber, natürlich stehen die Azubis nicht den ganzen Tag an dieser Maschine.
      Aber ich finde es sehr sinnvoll auch mechanisch eine Maschine zu verstehen. Also wie wird der Spriztdruck oder die Geschwindigkeit überhaupt gesteuert, was passiert in der Maschine.
      Heute fehlt ja oftmals ein technisches Grundverständnis, da weiß man nur was passiert wenn ich etwas eintippe, aber nicht was mechanisch/hydraulisch abläuft. Und das kann man an einer älteren Maschine besser lernen, wenn man auch mal eine Nocke verstellen muss, oder ein Handrad drehen muss.
      Gerade im Fehlerfall ist das wichtig, zu erkennen wo ein Problem liegen könnte.

      Ich finde das wichtig. Wenn andere anderer Meinung sind dann ist das so.
    • huddl schrieb:

      Ich finde das wichtig. Wenn andere anderer Meinung sind dann ist das so.
      Das ist auch gut so, dafür haben wir ja auch das Forum hier ... Es ist ja auch nur Austausch von Meinungen und keine persönlichen Angriffe ... Sorry, vielleicht bin ich in manchen Formulierungen für den einen oder anderen etwas zu direkt. Muss zu meiner Entschuldigung aber sagen, dass ich durch meine Tätigkeit viele gerade auch junge Spritzgießer kennenlerne, die nach ihrer Ausbildung (guter Abschluss) genauso viel vom SpritzgussProzess wissen, wie ein guter Quereinsteiger (angelernt) nach ein paar Jahren ... DAS macht mich traurig, ja geradezu wütend, wenn dann auch noch auf diese jungen Leute "eingeschlagen" wird, wenn sie die geforderte Qualität in ihrer Arbeit nicht bringen können!

      Der durch die schlechte Ausbildung begründete extreme Rückstand hinter den technischen Möglichkeiten beim Arbeiten in den Spritzereien ist sehr groß, zumal Spritzguss ein sehr faszinierendes Herstellungsverfahren ist :thumbsup: Aus diesem Grunde kann ich über das Thema *Industrie 4.0* nur müde lächeln ^^


      huddl schrieb:

      Gerade im Fehlerfall ist das wichtig, zu erkennen wo ein Problem liegen könnte.
      @huddl, wenn es ein mechanischer Maschinen-Fehler ist, gebe ich Dir recht, aber wenn es ein Formteil-Fehler ist, bleiben zum Erkennen nur die Möglichkeiten der Maschinensteuerung und hier besonders die Trend- und Kurvengrafik, um Prozessabweichungen (Prozess ist das, was während einer Bewegung der Maschine passiert!) zu erkennen/analysieren.

      Wichtig: Der Mehrwert der heutigen hochtechnischen Spritzgussmaschinen liegt im *ProzessMessen*, somit haben sich die heutigen Maschinen inzwischen zu "Prozess-Messmaschinen" entwickelt :thumbsup:
      Um diesen Mehrwert zu realisieren, bedarf es Spritzgießer die für diese verfügbaren technischen Möglichkeiten ausgebildet sind :!:


      Womit wir auch wieder beim Thema *Maschinenzustand und Lebensdauer* angekommen sind. Hierzu meine Meinung: Wer gemäß dem Motto QUANTITÄT VOR QULITÄT produzieren will, der braucht keine hochtechnischen Spritzgussmaschinen. Dem reichen Maschinen, die in der Lage sind, den Kunststoff zu plastifizieren und ins Werkzeug zu drücken ... ;)
    •      
    • Hallo zusammen,

      das Thema an sich finde ich aktuell sehr spannend. Da der Gebrauchtmaschinenmarkt derzeit nahezu leer gefischt ist. Zu den Maschinen ist zu sagen, dass auch 20 Jahre alte Maschinen durchaus noch gute Teile produzieren, eine regelmäßige Wartung vorausgesetzt. Allerdings muss man beachten, dass man hier bereits Probleme mit den elektronischen Ersatzteilen bekommen kann. Es müssen ja lediglich 10 Jahre sichergestellt werden. Der Zeitraum 7-10 Jahre Nutzungsdauer wird vermutlich deshalb genannt, weil man in diesem Zeitraum noch sehr gutes Geld für die gebrauchte bekommt. Maschinen die älter als 20 Jahre finden dann jedoch schlecht Abnehmer.

      Ein weiterer Punkt ist sicherlich die Energieeinsparung. Durch die Servohydraulischen Systeme lassen sich Einsparungen von bis 30-40% erzielen. Durch den Kauf neuer Energiesparen der Maschinen lässt sich hier jede Menge Geld sparen.
      Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen und sagen, dass es auf viele einzelne Faktoren ankommt.