Ausgasung Polypropylen

    • Ob es sich um eine Ausgasung aus dem PP handelt, ließe sich sicherlich per Gaschromatographie feststellen. Die Teile müssen allerdings grob zerkleinert in entsprechenden Küvetten gasdicht und ggf, mit einem entsprechenden Lösungsmittel kurz nach der Produktion verpackt werden.
      Ich vermute aber eher eine weitere Nachschwindung. Diese muss nicht nach 24h abgeschlossen sein, sondern kann sich im ungünstigen Fall erst nach längerer Zeit zeigen.
    • Ich tippe auch auf Nachschwindung. Wie warm ist das Kühlwasser?

      Nachtrag:
      Wird PP mit zu kaltem Wasser gekühlt, entsteht an der Randschicht eine stark amorphe Phase. Bedingt durch die sehr starke Neigung von PP und PE ein teilkristallines Gefüge zu bilden, wird diese amorphe Randschicht innerhalb von 48-72h sich in ein teilkristalline Randschicht umwandeln, was zu einer Änderung der Abmessungen des Artikels führt. Dieser Prozess kann mit keinem thermischen Verfahren gestoppt werden. Somit bringt es nichts PP und PE mit kaltem Wasser zu kühlen. Hilfreich ist es die Kühlwassertemperatur auf 40-50°C anzuheben, da dies den amorphen Anteil innerhalb der Randschicht deutlich reduziert und die Nachschwindung deutlich unter 24h abgeschlossen ist. Leider kann die Anhebung nicht einfach so gemacht werden, da die Geometrie des Werkzeugs auf die amorphe Randschicht ausgelegt ist und es mit höherer Kühlwassertemperatur starke Änderungen in der Geometrie gibt. Dies kann, je nach Geometrie des Artikels, zu Schwierigkeiten beim Entformen führen.

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    • Zum Thema Ausgasungen:
      Mal mit den etablierten Instituten (z.B.SKZ)sprechen, bezüglich des möglichen "Auffangen" der Ausgasungen zwecks Analyse bei denen. Oder Dräger fragen.

      Orangenhaut der Klebeetiketten:
      Offensichtlich hilft da nur das Produzieren --- auf "Halde" und dann das Etikettieren erst 1-2 Wochen später laufen zu lassen. Eine durchaus gängige Methode, wenn man mit solchen Problemen konfrontiert ist.

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    • Die angehängte Grafik zeigt die Schwindung in Längs- und inQuerrichtung (zur Fließrichtung), spritzfrisch sowie nach 24 Stunden.Zusätzlich wurden hier verschiedene Nachdrücke gefahren. Deutlich ist zu sehen,dass die Schwindung mit steigendem Nachdruck wesentlich geringer ist. Gespritztwurde in diesem Fall ein Standard-PP. Die Schwindungsmessung erfolgte in Anlehnung an die DIN EN ISO 294-4 an Platten 60x60x2mm.
      Damit sollte eigentlich verdeutlicht werden, dass eine Etikettierung der Spritzkörper in den ersten 24 Stunden wenig Sinn macht, Bei enem Etikett mit einer Seitenlänge von 100mm müsste dieses z.B. um 1mm mit dem Spritzkörper schrumpfen. Das wird aber nicht stattfinden. Also gibt es Falten oder "Blasen".
      Eine "Ausgasung" konnten wir bei einem Standard-PP nicht feststellen (GC).
      Dateien
      • Schwindung PP.pdf

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