Maschinenunterschiede

    • vergeudete Zeit,
      es wird immer für jede Maschine einen optimalen Parametersatz geben, der aber nie identisch dem einer anderen Maschine sein wird.
      Außer, Du machst Kompromisse, dann läuft es aber nirgends optimal.
      Wenn das Deinen Qualitätsansprüchen genügt (ich lese aber etwas anderes aus Deiner Frage) dann mach es.
      Wenn nicht, nutze die Zeit, um auf den jeweiligen Maschinen die optimalen Parameter für einen robusten Prozeß zu ermitteln.
      Gruß
      Hans
    • Baer schrieb:

      Mein Ansatz ist, ein mit Innendrucknehmern und Temperatursensoren ausgerüstetes Wkz. auf verschiedenen Maschinen bei gleicher Einstellung laufen zu lassen und mir den (möglichen) Offset der Kurven voneinander anzuschauen. Einflussgrößen wie Temperierung, Schnecken, Düsen etc. sind insoweit standardisiert, dass ein Vergleich möglich ist.
      Der Ansatz ist schon mal nicht schlecht :thumbsup:
      Letztendlich muss zuerst auf einer Maschine ein für das Formteil optimaler Masterdatensatz erstellt werden. Für den Ausformprozess (Ziel) die Innendruckkurve als Masterkurve möglichst auf einem externen Gerät (z. B. Como von Kistler) abspeichern, und das Wärmebild erstellen. Man muss immer das Spritzgießen als Ursache/Wirkung-Verfahren betrachten. Bei einer baugleichen Maschine ist es verhältnismäßig einfach, da man den Maschinendatensatz vorerst übernehmen kann - Daten manuell eingeben, nicht einfach von einer Anlage zur nächsten einlesen!! Da Werkzeug und externes Aufzeichnungsgerät dann auf der anderen Maschine identisch sind, sollte nun die Innendruckkurve mit Feinoptimierung auf die ursprüngliche Masterkurve gebracht werden. Was Thermografie angeht, würde ich mit Wärmebildkamera arbeiten, weil sonst die thermische Reproduzierbarkeit des Ausformprozesses nicht möglich ist!
      Merke: Der Ausformprozess (Ziel) ist einzig und allein nur mit Innendruckkurve und Wärmebild reproduzierbar :thumbsup:


      Zum Schluss lässt sich der Prozess beider Maschinen vergleichen bzw. bewerten, was mit Hilfe der Druck- und Bewegungskurven der Maschinen sehr gut möglich ist.

      Die Viskosität des Materials darf bei solchen Bewertungen nicht vernachlässigt werden ....
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    • Baer schrieb:

      Wie kann eine Bewertung der Viskosität im laufenden Prozess adäquat erfolgen, ohne entsprechende Sonderausstattung der Maschine (APC)? Dafür ist leider auch die Sensorik im Werkzeug nicht ausgelegt.
      Das geht mit einer festgelegten Anzahl (z. B. 6 Werte) von den XY-Werten der Massedruckkurve (Bereich *Start Einspritzen --> Umschalten*) die man sich mit Hilfe der Messlinie abgreifen kann. So kann man die Viskosität von Maschine zu Maschine über die Zylindertemperatur "kalibrieren". Wichtig ist auch, dass die Füllzeit (Einspritzzeit) der Kavität bis volumetrisch voll (=Umschaltzustand) von Maschine zu Maschine identisch ist.
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    • Den Verschleiß nicht vergessen...

      Gleich sind die baugleichen Maschinen nur, wenn sie fabrikneu sind und dort nicht Mist gebaut wurde.

      Schon bei geringen Verschleiß-Unterschieden an Spitze, Sperrring, Schnecke und Zylinder ergeben sich andere Werte, welche über einen längeren Zeitraum betrachtet auch noch einer Änderung unterliegen.