Marmorieren mit der Marmoriereinheit

    • Marmorieren mit der Marmoriereinheit

      Erstmal ein Hallo in die Runde.

      Zum Einstand habe ich doch gleich mal eine Frage an euch Kollegen, in der Hoffnung Hilfe und Tips zu bekommen.

      Folgendes Problem,

      Wir versuchen gerade mit der Marmoriereinheit von Arburg Teile zu spritzen.

      Bei den Versuchen im Technikum bei Arburg mit dem Marmorieren, lief zwar nicht alles optimal aber dennoch annehmbar und so wurde entschieden, eine Marmoriereinheit anzuschaffen.

      Arburg bietet diese Marmoriereinheit nur für 2 Aggregatgrößen an und da die Werkzeuge, zwecks Einbaugröße, nicht für eine 320 mit 170er Einheit machbar war, wurde diese für eine 420 mit 290er Einheit besorgt ( 40er Zylinder )

      Wir haben jetzt bei den Versuchen bei uns im Hause das Problem, dass der Spritzdruck 1536 Bar max beträgt und wir Probleme haben die Masse ins Werkzeug ( konventionelles Kaltkanalsystem ) zu bekommen d.h. wir bekommen die Teile nicht voll und der Druck arbeitet immer am Maximum. Darüberhinaus haben wir das Problem, dass sobald die Einheit abhebt das Material ziemlich stark rausläuft. Ähnliches Problem hatten wir dazumal im Technikum auch, allerdings bekamen wir nach einiger Zeit einen stabilen Zyklus hin.

      Im Technikum hatten sie dazumal eine baugleiche 420 allerdings hatte Arburg selbst einen 30er Zylinder, den Sie nach meinen Informationen, als Sonderzylinder selbst für sich so gebaut hatten.

      Im Standardprogramm gibts dann eben nur den 40er, den wir jetzt letzlich im Hause haben.


      Das Rauslaufen der Masse, versuchen wir jetzt durch eine Verschlussdüse in den Griff zu bekommen, so dass wir zumindest einen konstanten Zyklus erreichen, um dann das Problem mit der Füllung anzugehen.

      Meine Fragen an Euch.

      1. Welche Verschlussdüse bietet sich für das Problem nun an ? Wäre eine federbetägtie Verschlussdüse hierfür geeignet und wenn ja gibts da Tips und Empfehlungen ?

      2. Die Verschlussdüse dürfte doch wahrscheinlich, nochmal einen Druckverlust bewirken oder liege ich da falsch, bzw. kann der Verlust "vernachlässigt" werden?

      Aktuell ist die Bohrung eine Radiusdüse mit einer 3er Bohrung.

      Der Einspritzdruck lag heute ja immer im Maximum und beide Umschaltvarianten Zeit und Weg, reichten eben mit allen erdenklichen Versuchen ( im Prinzip sind die Möglichkeiten bei dem Kolbenprinzip ja beschränkt ) nicht aus, die Masse ausreichend in die Kavität zu bekommen. Teilefüllung ca 80 %.


      Überlegung war jetzt: Angusskanal / Bohrung überarbeiten sprich vergrößern und Massetemperaturen anheben wenn die Verschlussdüse das Auslaufen verhindert, um einfach die Füllung zu verbessern.

      Material ist ein Pa 6.6. unverstärkt mit Flammschutz.

      Schussgewicht ca 4,70 Gr.


      Über Anregungen und Tips, würde Ich mich freuen und falls Informationen fehlen, so versuche Ich diese natürlich nachzureichen ;)

      Gruß

      Pepper
    • Eine Frage ist ja generell: Warum läuft das Material überhaupt aus der Düse?
      Einerseits kann da wieder nur auf eine ausreichende Trocknung mit entsprechender Prüfung der Restfeuchte (messen! Muss deutlich unter 0,1% sein) hingewiesen werden. Das zweite Problem kann dann der Flammschutz sein. Da ihr Füllprobleme habt, wurde sicherlich die Massetemperatur angehoben. Dadurch kann es sein, dass sich das Flammschutzmittel bereits im Zylinder zerlegt und damit die Masse aus der Düse drückt. Denn normaler Weise lässt sich auch PA66 mit einer offenen Düse 3mm ohne Auslaufen gut verarbeiten.
      Die Nadelverschlussdüse wird mit Sicherheit noch einmal ca. 200bar Druckverlust bringen. Es stellt sich da aber auch die Frage, ob die Werkzeugkonstruktion (Fließwege / Anschnitte) ausreichend groß ausgelegt wurden. Desweiteren könnte man evtl. noch über eine Anhebung der Werkzeugtemperatur nachdenken, um ein längeres Fließen zu ermöglichen.
    • Moin,

      aber eine 290 Einheit mit 40 er Schnecke bei 5 gr. Schussgewicht ist deutlich zu groß. Verweilzeit zu lang ( Material zersetzt sich , wie auch Petersj schrieb) Schneckenhub zu klein. Eine 3 mm Düsenbohrung auch zu klein. Erst mal auf 4 mm aufbohren.

      Hat denn Arburg mal die Spritzeinheit für eure Anwendung ausgerechnet?
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    • Hi,

      ich denke auch, dass die 40er Schnecke zu groß ist....

      Evtl. den 30er Zylinder von Arburg aus dem Technikum anfordern und testen...
      Wenn es geht, dann den 40er in einen 30er umbauen... oder noch kleiner...
      Es sollte funktionieren, wenn es verkauft wird.
    • Danke für die vielen Antworten,

      die Restfeuchte wurde gemessen, das Material wirde ausreichend getrocknet.

      die Zylindertemperaturen, wurde nicht erhöht, sondern abgesenkt. Am Anfang des Versuches ca. 285 - 270 und dann im weiteren Verlauf 275- 260.

      Ideal laut Hersteller 290 - 265.

      Aktuell liegt es Nahe, dass die Verdichtung und der Einspritzhub nicht ausreichend ist, um die Masse komplett in die Kavität zu bringen, aber beim Abhub genug vorhanden ist, dass das Material austritt.

      Muss dazu sagen, dass bei dem Versuch bei Arburg ein anderes Werkzeug eingesetzt wurde , da noch nicht exakt klar war welche Artikel marmoriert werden sollten, danach war dann von 4 Werkzeugen die Rede wobei jetzt das Erste eben o.g. Problem hat.

      Die Option mit Arburg und wechsel, habe ich auch schon gedanklich festgehalten, ebenso die Kanäle und Bohrungen zu optimieren.

      Dachte vielleicht, ob es noch Möglichkeiten gibt dies per Einstellungen hinzubekommen, oder ob jemand mit dem Marmorieren bzw. dem Kolbenspritzprinzip mehr Erfahrungen hat.

      Es gab Überlegungen die Intervalltechnik oder die Einheit anzuschaffen, letzteres ging ja beim Versuch jedoch nicht ganz optimal.

      Ich werde demnächst wieder einen neuen Versuch starten, um zu sehen, ob es noch Möglichkeiten gibt.

      Für weitere Anreize und die bisherigen Antworten bin ich natürlich weiterhin dankbar :)


      Gruss
    • Hallo @Dr.Pepper,

      bevor Ihr noch tausende Euronen *in den Wind bastelt*, holt Euch doch Expertise von ARBURG rein :thumbsup: Immerhin hat ARBURG Euch bei dem ProjektAnlauf geholfen und dann Euch Technologie verkauft, also werden die ARBURGer Euch mit Sicherheit auch gerne den Prozess vor Ort ans Laufen bringen ..... Gönnt Euch die paar Euronen :!: :!:
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