Kalter Propfen

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    • Kalter Propfen

      Servus,
      ich müsste mal euren Rat einholen.
      Und zwar geht es um ein Teil mit Stangenanguss. Wir haben schon sämtliche Parameter verändert aber immer wieder das Problem das ein Teil dabei ist mit nem Kalten Propfen. Die Düse ist eine kurze Offene mit dem entsprechendem Lochdurchmesser.
      Gibt es da spezielle Düsen womit man dies evtl verhindern könnte. Evtl eine Federbetätigte Nadelverschlussdüse?
      Material ist ein PA6 GF 30

      Danke,
      Gruß
      Andreas
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    • Klar gibt´s da jede Menge Tips.
      Aber: Der Kalte Pfropfen wird sich bilden, weil die Anlagezeit der Düse am relativ kalten WZ im Verhältnis zur Düsentemperatur und der Zeit, die die Düse nicht am WZ anliegt zu lang ist. Die Düse friert dabei ein und beim nächsten Schuß landet der Pfropf dann im WZ.
      Also: Material gut vortrocknen (deutlich unter 0,1% Restfeuchte), Düsentemperatur anheben (10-20°C) und dann die Restkühlzeit ein wenig erhöhen. Geht zwar zu lasten der Zykluszeit ist aber der sinnvolle Weg.
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    • Ist ein Nadelverschlussdüse nicht sehr teuer und schlecht in der Reinigung, dazu kommt noch die zusätzliche Scherung?! Bei dem Material hab ich das durchaus öfter mal.
      Eher abheben, Zylindertemperatur Zone 1 hoch, notfalls schneller dosieren und dadurch eher abheben usw alles schon probiert? Propfenfänger im Anguss? Wobei ich da immer das gefühl hab das die für alles gut sind aber net für Propfen (Kaltverschiebungen).
    • Hallo,
      ja, hab das schon alles probiert. Ich hab die vermutung das Ab und an was nachläuft und das in die Kavität geschoben wird. Ein Propfenfänger ist Bauteilmäßig nicht möglich.
      Sind Nadelverschlussdüsen wirklich schlechter zu reinigen weil wir das Bauteil in schwarz und orange spritzen?
      Gruß Andreas
    • Hallo x30n,

      ich würde mit abhebender Düse fahren, Temperaturen rauf an der Düse und dahinter.
      Versuchen auch mit der Dekompr. nach Dosieren zu arbeiten ( Hub & Geschw. ).
      Ich würde die Düse nicht länger als nötig am Werkzeug anliegen lassen.
      Wärme Kälteaustausch zwischen Düse & Werkzeug.
      Restkühlzeit leicht anheben.

      Nadelverschluss lässt sich schon reinigen, aber halt mit etwas mehr aufwand.
      Aufgrund Deiner genannten Farben, würde ich aber eher von absehen.
      Würde diesen Weg nur gehen, wenn es absolut keine andere Möglichkeit gibt.

      Ansonsten wie bereits von unserem guten alten Pertsj auch schon zuvor beschrieben,
      Trocknung extrem wichtig kleiner 0,1%.

      Grüße

      The Problem Solver
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    • Sicher, eine federbetätigte (oder auch hydraulische/pneumatische) NV-Düse kann eine Möglichkeit sein.
      Aber bei der Farbe (gerade hier bei orange) kann es durch die hohe Scherung in der Düse dann zu einem Versagen des Farbmittels kommen. Die Folge ist dann eine deutliche, meist andersfarbige, Schlierenbildung auf der Deckelfläche. Das ist mit Sicherheit unerwünscht. Alternativ könnte dann mit dem Hersteller über eine scherunempfindlichere Ausarbeitung der Pigmentierung gesprochen werden. Eine Neuausarbeitung des Farbzieles wird aber einige Euronen kosten, wobei in der Folge das Material dann mit Sicherheit auch teurer wird.
      Hier sollte tatsächlich der gesamte Prozess überarbeitet werden, vom Trocknen (mit Messung der Restfeuchte!) bis hin zum eigentlichen Spritzgießprozess. Und der Spritzgießprozess wird in der Folge wahrscheinlich eher länger dauern als bisher, um die Düse vor dem Einspritzen wieder zuverlässig aufschmelzen zu lassen. Das muss das Ziel sein: Düse vor dem Einspritzen auftauen (auch wenn vielleicht mit der eingefrorenen Düse verhindert wird, dass PA aus dem Zylinder ausläuft, weil es nicht ausreichend getrocknet wurde).
    • Oder vor Einspritzen kurzes Auspritzen machen.
      Das können manche SGM....aber man muss zwischendurch den Klumpen wegmachen.
      Das hatten wir mal bei nem Teil und ging ganz gut.
      Aber nicht für 1000000000000000 Stk im Jahr ;)
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